„C“-DU-Ausverkauf: Alles muß raus?

Wer bisher geglaubt hatte, die CDU sei eine „Christlich-Demokratische Partei“, wird sich wohl bald umorientieren müssen. Nach einer Meldung der FAZ soll das – zumindest vorerst in Sachsen-Anhalt – anders werden:

Der Artikel der FAZ (5.4.12) trug die Überschrift: „CDU in Sachsen-Anhalt plant neues Programm – Haseloff: Keine christliche, sondern eine religionsfreundliche Partei“. Das ist für alte Parteigänger geradezu unglaublich. Die Meldung wurde jedoch bis heute nicht dementiert, so daß sie offensichtlich die wahre Absicht der Partei wiedergibt.

Nun ist jener erwähnte „Haseloff“ nicht irgendein kleines Parteimitglied oder der Ortsvorsitzende der CDU Kleinklickersdorf, sondern der Ministerpräsident des Bundeslandes Sachsen-Anhalt und stellvertretender Landesvorsitzender seiner Partei. Was Haseloff hier in die Diskussion einbringt, ist in vielerlei Hinsicht bedenklich. Vorweg: Wenn es ihm mit der Umetikettierung der CDU wirklich ernst ist, hätte er konsequenterweise gleich die Umbenennung der CDU in „RDU“ – Religionsfreundliche Demokratische Union – beantragen müssen. Hat er aber nicht. Vielleicht weil ihm inzwischen Selbstzweifel  gekommen sind?

Zur Sache: Was auch immer Herrn Haseloff geritten haben mag, aber ein komplementäres Begriffspaar zwischen christlich und religionsfreundlich – oder gar einen Widerspruch zwischen den beiden Begriffen – unterschwellig (?) herzustellen, ist abwegig, da sie sich  überschneiden. Was aber bewegt Haseloff zu einer solchen Volte?

Seit ihrer Gründung ist die CDU „christlich-demokratisch“, also religionsfreundlich. Das ist schließlich kein Gegensatz. Das Bekenntnis der Gründer dieser Partei zu den christlich-abendländischen Werten war gewollt – auch wenn man heute schon ´mal fragen muß, wo die Wurzeln der CDU geblieben sind. Hinter der von Haseloff gewünschten Umwidmung von „christlich“ auf „religionsfreundlich“ steht – will man nichts Böses unterstellen – eine nicht zu übersehende Verbeugung vor dem  Zeitgeist: „Bei uns hat jede Religion den gleichen Stellenwert“, so oder so ähnlich soll das wohl heißen – als ob die CDU eine multireligiöse Partei sei. Schließt das dann auch den Islam, die Buddhisten oder Hindu mit ein?

Die Absicht Haseloffs ist nicht nachzuvollziehen. Will er dem „C“ in der CDU den Laufpaß geben – oder gar mit anderen Religionen gleichstellen – hätte er dies sagen müssen (und dürfen). So aber bleibt der fatale Eindruck, daß unsere tradierten Werte auf dem Altar der „Moderne“ geopfert werden sollen. Meine CDU – der ich nun 53 Jahre lang angehöre – wäre  das aber nicht mehr. Muß wirklich „alles raus“ – wie beim Ausverkauf?

Auf die End-Formulierung des sachsen-anhaltinischen CDU-Grundsatzprogramms darf man gespannt sein.