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Von Thomas Böhm *)

Thomas Böhm
Thomas Böhm

Wenn „Tagesspiegel“-Rechtsexperte Frank Jansen an einem Barbier vorbeigeht und zufällig beobachtet, dass sich dort jemand die Glatze rasieren lässt, wittert er sofort eine rechte Verschwörung und prophezeit die Wiederauferstehung des Dritten Reiches.

Wenn aber Islam-Terroristen in unserem Land messermordend durch die Straßen ziehen, dann ist für ihn alles nur ein wenig irre. In der neuesten Ausgabe des Antifa-Heftchens schreibt der Redakteur:

Die Tat ist schlimm genug, doch der Zeitpunkt verstärkt noch die Brisanz. Während Flüchtlinge in Deutschland Schutz suchen, spielt sich in Berlin ein blutiges Drama ab, in dem ein wegen Terror vorbestrafter Islamist, der einst Asyl bekommen hatte, die Hauptrolle einnimmt. Als sei der Iraker Rafik Y. der Fantasie eines Rassisten entsprungen, bedroht er am Donnerstag mit einem Messer mehrere Passanten und sticht einer Polizistin in den Hals. Hätte ihr Kollege nicht den Täter erschossen, wäre die Beamtin womöglich auch tot. Schockierend bleibt allemal, was sich in Spandau abgespielt hat. Sind also die in Teilen der Bevölkerung rumorenden Ängste berechtigt, die Bundesrepublik hole sich mit Flüchtlingen auch Terroristen und andere Kriminelle ins Haus?

Die Propagandisten des Hasses auf Migranten sehen es so und fühlen sich bestätigt. Auf einschlägigen Seiten im Internet werden perfide Kommentare abgesondert, verbale Brandbeschleuniger. Die Leser sollen in Hysterie, ja Panik versetzt werden. Diese Reaktion wäre aber grundfalsch…

Was will uns Herr Jansen damit sagen? Sollen wir alle in die offenen Messer der Islam-Terroristen laufen? Ist Angst und Wut der falsche Ratgeber, wenn es darum geht, sein Leben zu schützen.

Wie war das noch mal mit diesem Atomkraftwerk in Japan, als die große Welle kam? Was wurde hier in Deutschland, mehrere tausend Kilometer weit vom Unglücksort für Panik geschoben, sogar Wahlen beinflusst!

Was macht Herr Jansen, wenn bei ihm eingebrochen wird? Baut er sich kein neues Schloss ein? Lässt er die Tür weiterhin sperrangelweit offen stehen?

Kann sich Herr Jansen nicht mehr daran erinnern, was in Deutschland passiert, wenn ein Türke zu Tode kommt?

Aber Herr Jansen ist noch nicht zu Ende mit seinem linken Latein:

Der Fall Rafik Y. taugt nicht zur Kollision der großen Themen „Flüchtlinge“ und „Terror“. Ein Blick in die Statistiken von Polizei und Justiz lässt erkennen, dass die Messerattacke des Irakers eine Einzeltat ist und keineswegs Teil eines Massenphänomens. Und nur mit Mühe kann das Delikt in den Bereich Terror eingeordnet werden. Rafik Y. war ein Borderline-Typ, ein islamistischer Psychopath, der sich nicht unter Kontrolle hatte…

Will uns Herr Jansen etwa erzählen, es gäbe einen Unterschied zwischen einem islamistischen Psychopathen und einen „normalen“ Psychopathen?

Da mag er sogar Recht haben. Denn die ganz normalen Irren brabbeln vielleicht vor sich hin. Männer aber, die von klein auf an lernen, wie man Tieren bei vollem Bewusstsein die Kehle durchschneidet, die von einem Buch beseelt sind, in dem das Töten von Ungläubigen zum Alltagsgeschäft gehört, sind wahrlich gefährlicher – auch als Einzeltäter.

Außerdem spielt es mittlerweile keine Rolle mehr, ob bei den Islam-Killern eine Organisation dahintersteckt oder nicht. Das zeigen uns die letzten Anschläge, die die Welt erschüttert haben. Die Ursache für viele Gäueltaten ist nämlich religiös bedingt – was Herr Jansen natürlich verschweigt.

Und was ergeben drei Einzeltäter, Herr Jansen? Das müssen Sie doch noch wissen, Sie sind doch Prozessbeobachter!

Wichtig ist der letzte Satz in seinem Aufsatz:

…Einer der verrücktesten Dschihadisten in Syrien und Irak ist übrigens ein Deutscher aus Berlin. Er heißt Denis Cuspert und agitiert für den „Islamischen Staat“…

Müssen wir Herrn Jansen ob dieses Artikels jetzt etwa auch als verrückten Dschihadisten bezeichnen, oder ist er nur ein ganz normaler Irrer?

Die Frage muss er sich selbst beantworten.

http://www.tagesspiegel.de/berlin/berliner-islamist-rafik-y-ein-ganz-normaler-irrer/12341130.html

*) Der Berufsjournalist Thomas Böhm ist Chefredakteur des Mediendienstes „Journalistenwatch“ und ständiger Kolumnist bei conservo

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