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Brief an die Deutsche Bischofskonferenz von Klaus Hildebrandt

Sehr geehrte Herren, Exzellenzen und Eminenzen,

nachdem sich die Wellen zum “Gender-Flyer” der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) – Anmerkung conservo:siehe auch https://www.conservo.blog/2015/10/25/herr-hilf-wird-nun-auch-noch-die-katholische-kirche-durchgegendert/ – langsam zu glätten scheinen, möchte ich heute darauf zurückkommen, handelt es sich doch um einen Skandal, für den – ähnlich wie in der Politik – anscheinend niemand die Verantwortung übernehmen möchte, wohl in der Hoffnung, dass man sich mit der Zeit schon daran gewöhnt.

Die klaren Stellungnahmen der prima Bischöfe Voderholzer und Algermissen, die der DBK eine Nicht-Beteiligung ihrer Person vorwerfen, sind Ihnen bekannt, aber wer und was steckte nun wirklich dahinter? War es nur eine emanzipierte Professorin namens Hildegund Keul, die sich vielleicht listig mit Unterstützung der Bischöfe und auf Kosten der Katholischen Kirche verwirklichen wollte, oder waren es doch die Bischöfe oder gar der Leiter der Deutschen Bischofskonferenz selbst? Wie oder wer auch immer, man war sich der Brisanz des Vorgangs bewusst und entschied sich dennoch für den Flyer.

„Was finden die Bischöfe an Gender so sexy?“

Bleibt neben der Suche nach dem oder den Verantwortlichen noch die viel wichtigere, grundsätzliche Frage, nämlich was die DBK am Thema Gender so “sexy” findet. War es einfach nur der Wunsch nach Profilierung und Selbstdarstellung einer Einzelperson aus dem inneren Kreise, oder handelte es sich um den gezielten Versuch der DBK, eine von Grünen und Linken seit Jahren und Jahrzehnten verfolgte familienzerstörerischen Ideologie “mit all ihren Nebenwirkungen” (“Pille”, “Pille danach”, Abtreibung, Homosexualität, Pädophilie, Ehescheidungen und vieles mehr) gesellschaftsfähig zu machen? Ich frage weiter: Sollte Letzteres zutreffen, was ich mit Blick auf die bekannte Entwicklung innerhalb der protestantischen Schwesterkirche keinesfalls bezweifle, dann stelle ich mir als Katholik immer noch die Frage, wieso sich gerade katholische Bischöfe, wenn sie sich doch freiwillig zur Keuschheit verpflichteten, jetzt so für die Aberkennung biologischer Realitäten in einer ohnehin schon über alle Maßen hinaus freien und desorientierten Gesellschaft engagieren.

„Entgegen päpstlicher Vorgaben“

Handelt es sich hier möglicherweise um einen quasi auf die eigene Abstinenz ausgerichteten Sexual-Feldzug gegen die Noch-Gläubigen, oder ist es der Druck von Feministinnen, Politik und EKD, dem Sie, die Bischöfe, nicht mehr standhalten können?

Wer also zeichnete letztendlich für den Flyer verantwortlich und welche personellen und kirchenrechtlichen Konsequenzen wird die DBK daraus ziehen, damit sich solche Entgleisungen in Zukunft nicht wiederholen? Viel wichtiger aber wäre mir Ihre Antwort auf die Frage, warum der Flyer entgegen päpstlicher Vorgaben überhaupt erschien und welche sachlichen und tatsächlichen Motive dahinter stecken.

Die Gläubigen haben ein Recht auf Aufklärung, warum ich diese auch mitlesen lasse.

Mit freundlichen Grüßen, Klaus Hildebrandt

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18.11.2015

Von conservo

Conservo-Redaktion