Viktor Orbán: „Deutschland ist der Schlüssel“

(www.conservo.wordpress.com)

Orbán-Interview mit Roger Köppel (Züricher Weltwoche)

Viktor Orbán
Viktor Orbán

Wenn „Giganten“ sich treffen. In der „Weltwoche“ wird uns ein Interview präsentiert, dass Roger Köppel, einer der wenigen fähigen Journalisten und Politiker gemeinsam mit seinem Kollegen Wolfgang Koydl mit Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán geführt hat.

JouWatch*) hat die wichtigsten Aussagen dieses mutigen Politikers mal herausgepickt:

„…Die Kultur der Diskussion, des freien Meinungsaustauschs, der freien Rede ist leider nicht mehr unbedingt Teil der Debatten unter uns Spitzenpolitikern. Leider gibt es das auch immer seltener in der öffentlichen Arena – also in den Medien, in der öffentlichen Meinung. Vielleicht ist auch das eine Auswirkung der Migrantenkrise: Ein freier und ehrlicher Meinungsaustausch ist immer weniger Teil der Kultur der europäischen politischen Elite. Alles wird reguliert, diszipliniert, und die Ausrichtung eines jeden Spitzenpolitikers entspricht seinem politischen Lager. Wer etwas anderes vertritt als der euroliberale Mainstream, fällt aus dem Rahmen, und es wird versucht, ihn zu isolieren…“

„…Wegen der politischen Korrektheit hat sich die EU in eine Art von Königshof verwandelt, wo sich jeder richtig verhalten muss, dabei ist die Migration eine drängende Herausforderung für uns. Sie zieht so viele unerwartete Folgen und unbeantwortete Fragen über Europas Identität oder die Rolle des Christentums nach sich…“

„…Wir haben 28 Geheimdienste in der Europäischen Union, von denen einige, wie der britische oder der französische, zu den besten der Welt gehören. Darüber hinaus können die Regierungschefs auf Tausende von Experten und Beratern zurückgreifen. Wir haben Akademiker und Think-Tanks. Und trotzdem glauben wir, dass diese Krise aus heiterem Himmel über uns hereingebrochen ist. Es ist schwer vorstellbar, dass niemand gewusst hat, was auf uns zukommt…“

„…Monatelang hat man es zuerst als humanitäre Frage betrachtet, dann als technisches Problem – wo man die Flüchtlinge unterbringt, wie man sie verteilt. Niemand hat die Frage aufgeworfen, ob es da nicht viel mehr um unsere Existenz geht, um unsere kulturelle Identität, um unsere Art zu leben. Ich weiss nicht mit Sicherheit, was wirklich passiert, und ich will niemanden beschuldigen, aber der Verdacht drängt sich auf, dass das alles kein Zufall ist. Ich bin nicht mutig genug, um öffentlich mit Gewissheit darüber zu sprechen. Aber man kommt nicht umhin, sich vorzustellen, dass dahinter eine Art von Masterplan steckt…“

„…Man sieht die Migration als Chance. Ein, zwei Jahrzehnte lang wurde die links­gerichtete europäische Intelligenz theoretisch darauf vorbereitet. Jetzt haben wir es mit einfacher Real- und Machtpolitik zu tun: Alle Indizien und Erfahrungswerte deuten darauf hin, dass die überwältigende Mehrheit dieser Migranten später links wählen wird, sobald sie eingebürgert sind. Es werden also künftige linke Wähler nach Europa importiert…“

„…Deutschland ist der Schlüssel. Wenn die Deutschen morgen früh sagen würden: «Wir sind voll, es ist vorbei», dann würde die Flut sofort abebben. So einfach ist es, ein einziger Satz von Angela Merkel. Ich habe das bei ihr einige Male erwähnt…“

„…Ich kenne mehrere europäische Spitzenpolitiker, die privat meine Anschauungen teilen. Aber öffentlich müssen sie anders reden. Das ist nicht mangelnder Mut, nicht Heuchelei, keine intellektuelle Schwäche. Es liegt ganz einfach daran, dass das Interpretationsmonopol in Europa von der Linken dominiert wird. Wenn man über Werte debattiert, braucht man starke Rückendeckung. Nicht viele Politiker haben diese starke Wählerunterstützung wie ich…“

(Das ganze Interview gibt es hier! Unbedingt lesen: http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2015-46/europa-ein-wort-von-merkel-und-die-flut-ist-gestoppt-die-weltwoche-ausgabe-462015.html).

*) Original: http://journalistenwatch.com/cms/best-of-viktor-orban/)

27.11.15

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