ZdK-Präsident Thomas Sternberg MdL: Forderung nach einer Fatwa

(www.conservo.wordpress.com)

Peter Helmes / Klaus Hildebrandt

Der Präsident der deutschenKatholiken auf Irrwegen

„Lieber Gott, wenn Du ein Einsehen hast, pfeif´ Deine Hirten zurück, die Herde wird verrückt“ – dieses Stoßgebet möchte man angesichts der Absonderung Professor Sternbergs MdL laut zum Himmel senden. Der Mann ist gerade ´mal ein paar Tage im Amt (seit 20. November d. J.), also offensichtlich noch profilierungsbedürftig.

Thomas Sternberg
Thomas Sternberg

Mit einer unsäglichen Äußerung (siehe unten) fordert der Präsident des „Zentralkomitees der deutschen Katholiken“ (ZdK) eine Fatwa gegen die Dschihadisten. Es wäre klüger gewesen, die verbreitete Islamseligkeit unter Deutschlands katholischen Oberhirten anzuprangern, als sich so unprofessionell auf Glatteis zu begeben. Die von Katholiken und (besonders auch) von Protestanten gelebte „Willkommenskultur“ wird keinen einzigen Dschihadisten zur Abkehr vom mörderischen Weg bewegen.

Dem Manne muß man ein paar deutliche Worte sagen. Wir haben es hier nämlich nicht mit einem laienhaften Laien-Funktionär, sondern einem politischen und kirchlichen Vollprofi (CDU-MdL Münster und seit 1997 im ZdK) zu tun. Meinem christlichen Glauben entsprechend neige ich eher zu Sanftmut und Vergebung, aber hier wird meine Nachsicht überreichlich strapaziert.

Peter Helmes, 8.12.2015

Wieder einmal ist es der meinen Lesern durch seine zeitgeistkritischen Kommentarebestens bekannte Klaus Hildebrandt, der sich an die Front wagt und diesen Kirchenleuten die Leviten liest. Kaum war der Sternbergsche Quark angerührt, griff Hildebrandt zur Feder und schrieb:

(Von Hildebrandt.Klaus@web.de an info@zdk.de info@zdk.de ):

„Sehr geehrter Herr Präsident des Zentralrats der Deutschen Katholiken (ZdK), sehr geehrter Herr Prof. Dr. Dr. Sternberg,

angeblich war jetzt in der Neuen Osnabrücker Zeitung Folgendes zu lesen: „ZdK-Präsident fordert Fatwa gegen Mörder des IS.“ (siehe auch: http://opposition24.de/zentralrat-der-katholiken-voellig-uebergeschnappt-der-is-hat-nichts-mit-dem-islam-zu-tun/260779):

ZdK-Präsident Sternberg erwartet Veränderung des Islam in Deutschland – Schulterschluss mit islamischen Gemeinden gefordert

„Osnabrück (ots) – Mit Blick auf islamistischen Terrorismus hat der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, zu einem Schulterschluss mit den muslimischen Gemeinden aufgerufen. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag) sagte Sternberg, das ZdK wolle sich „gemeinsam mit Muslimen gegen die Pervertierung des Islam als Begründung für Terror und Mord einsetzen“.

„…Was unter dem Titel „Islamischer Staat“ ablaufe, sei „nicht der Islam“, erklärte Sternberg. Allerdings nutzten die Terroristen Versatzstücke islamischer Strömungen. Daher sei es „nicht erstaunlich, wenn Menschen, die nicht differenzieren können, diese Propaganda für einen Bestandteil dieser Religion halten“, so der ZdK-Präsident. „Ich habe Angst davor, dass vorgeblich im Namen Allahs Mord, Totschlag und Kriege in der Welt angezettelt werden.“

Muslimische Gemeinden in Deutschland haben nach Sternbergs Ansicht bereits einige Aufklärungsarbeit geleistet. International wünscht er sich dagegen mehr Engagement. Wenn es eine Fatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie gebe, „dann könnte es auch eine Fatwa gegen die Mörder des IS geben“, sagte Sternberg.“

Hildebrandt: „Ein im Namen des ZdK ausgerufener“ ökumenischer Kreuzzug“ ist nicht in Ordnung. Das ZdK disqualifiziert sich mit solchen Aussagen selbst. Anstatt sich auf diese provokative Weise ins Gespräch zu bringen, wäre es sicherlich glaubwürdiger und auch christlicher, Sie würden gemeinsam z.B. mit Kardinal Marx, Landesbischof Bedford-Strohm sowie Margot Käsmann selber nach Syrien und in den Irak reisen, um dort mit den Drahtziehern des IS zu reden, wie es erst kürzlich schon Jürgen Todenhöfer tat. Ob Sie von dort wieder zurückkämen, ist schwer zu beurteilen.

Bitte nehmen Sie ihre Forderung nach einer Fatwa zurück, denn der Schaden für unser Land könnte groß werden. Ich bitte um Verständnis, wenn ich mich als Katholik von solchen Äußerungen und überhaupt dem 230 Mitglieder umfassenden Laienverein distanziere und in keiner Weise, – schon gar nicht in Glaubensfragen -, vertreten werden möchte.

Ich schicke Ihnen diese Zeilen, immer noch inspiriert von der heutigen Hl. Messe, die, wie Sie als ZdK-Präsident möglicherweise mitbekommen haben, das heute beginnende „Jahr der Barmherzigkeit“ einleiten sollte. Was Sie als Landtagsabgeordneter von sich geben, ist mir wirklich egal.

Mit freundlichen Grüßen, Klaus Hildebrandt“

Ein Link des ZdK-Präsidenten als Antwort

Prof. Dr. Sternberg antwortete Klaus Hildebrandt nicht per Brief, sondern sandte ihm lediglich einen Link:

(Aw: Papst eröffnet Heiliges Jahr – „Welt hört nicht auf, Krieg zu führen“ – gesendet: Dienstag, 08. Dezember 2015 um 11:38 Uhr, von: dr.thomas.sternberg@gmail.com an: hildebrandt.klaus@web.de)

„Betreff: Papst eröffnet Heiliges Jahr – „Welt hört nicht auf, Krieg zu führen“

(http://www.deutschlandfunk.de/papst-eroeffnet-heiliges-jahr-welt-hoert-nicht-auf-krieg-zu.886.de.mhtml?dram:article_id=339138)

Das war´s – aber nicht die von Hildebrandt zu Recht erwartete Antwort. Weshalb er etwas aufgebracht, aber richtig reagierte:

(8.12.2015 13:45, Von Klaus Hildebrandt an dr.thomas.sternberg@gmail.com):

„Danke für den Link, aber was hat das mit Ihrem Aufruf zu einer Fatwa zu tun? Warum haben Sie sich nicht früher mehr für das wahre Christentum engagiert, anstatt sich dieser „grünen“ Mentalität zu bedienen? Die Kommentare auf meine heutige mail an Sie, wovon ich Ihnen exemplarisch nur einen schicke (s.u.), treffen laufend ein. Es bleibt bei meiner Ablehnung des ZdK und alles dessen, was Aufrufe zu Gewalt (Fatwa) betrifft.“

VG KH

„Zersetzungskomitee des deutschen Katholizismus“

Hier ein Beispiel der Kommentare, die Klaus Hildebrandt heute erreichten:

(Gesendet: Dienstag, 08. Dezember 2015 um 13:31 Uhr, Von: W. R.)

Betreff:Re: ZdK völlig realitätsfern; Forderung nach einer Fatwa

„Hallo, das kirchensteuerfinanzierte Zd“K“ betätigt sich als Zersetzungskomitee des deutschen Katholizismus, indem es Religion so definiert, als müßte diese im Gleichschritt mit dem Zeitgeist buchstabiert werden. Die Politiker dort wie beispielsweise Herrn Kretschmann müßte man achtkantig rauswerfen, was allerdings bei unseren zumeist feigen Bischöfen nur ein Wunschdenken ist.

Noch ein Wort zu der Barmherzigkeit im Islam: Alles nur Schall und Rauch. Die Suren des Korans sind nur immer wieder abgewandelte Formulierungen des gleichen Sachverhaltes, denen als Blendwerk die Barmherzigkeit vorangestellt ist. Ich habe das unheilige Buch Mohammeds mehrfach gelesen und muß sagen, daß es schon etwas Überwindung kostet, sich dieses immerwährende Wiederkäuen anzutun.

In der Bibel heißt es: „Nicht wer zu mir Herr, Herr, sagt, sondern wer den Willen meines himmlischen Vaters tut, wird in das Himmelreich eingehen.“ Und ein anderes Mal wird gesagt: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen!“

Deshalb gestalte ich meine Spendenvergabe so, daß ich n i c h t in die Kirchensteuer-steuerpflicht gerate.“

www.conservo.wordpress.com

8.12.2015

5 Kommentare

  1. Danke, lieber Herr Helmes,
    Sie haben mich nicht enttäuscht. Meine kleine Welt ist wieder in Ordnung. 🙂

    Herzlich, Paul

  2. Lieber Herr Helmes,
    gerade habe ich etwas bemerkt, dass mich doch erschüttert hat.
    Sie haben meinen kritischen Kommentar stehen gelassen und auch sachlich darauf geantwortet. Das finde ich gut und so habe ich Sie auch eingeschätzt, dass Sie auch mit Kritik umgehen können. Ich meine auch, dass mein Beitrag den allgemeinen Umgangsregeln entspricht.

    Jetzt habe ich aber bemerkt, dass wir beide uns hier auf einer gesonderten „Spielwiese“ tummeln. Der oben stehende Artikel hat das Datum 8.12. und ist aus dem Internet vollkommen verschwunden. Auch aus Ihrem Archiv. Damit ist mein Beitrag und diese Diskussion kaltgestellt, weil der wortgleiche Ursprungsartikel jetzt unter dem 9.12. veröffentlicht wurde. Ohne meinen Kommentar und Ihre Erwiderung.

    Gut, es ist Ihr Blog und Sie können machen was Sie für richtig halten.

    Da ich aber davon ausgehe, dass dies nicht Ihr Stil ist, nehme ich einen technischen Fehler an, den Sie sicherlich beheben können und wollen.

    Deshalb sehen Sie bitte diesen Beitrag nicht als Kritik an, sondern als einen Hinweis auf einen technischen Fehler.

    Es bleibt dabei. Ich lese Ihre Beiträge und die Beiträge der Gastautoren gerne und meistens mit Gewinn. Überwiegend kann ich auch zustimmen.

    Herzlich, Paul

  3. Danke Herr Paul! In ihrer Antwort zeigt sich ein verbreitetes Mißverständnis: Wir (ich) lehne(n) den Islam ab, weil er menschenverachtend (z. B. Frauenbild und „Tod den Ungläubigen“) vorgeht, insbesondere in seiner Radikalisierung. Er predigt Haß gegen alle, die nicht Moslems sind. „Fatwa“ ist ein übles, kriegerisches Instrument dazu.
    Christentum predigt hingegen Liebe „auch gegen Deine Feinde“. Wer also im Namen des Christentums eine Fatwa ausruft, verstößt gegen die Grundlagen seines Glaubens. Das ist unchristlich.
    Liebe Grüße
    PH

    1. Danke lieber Herr Helmes,
      so habe ich das nicht gesehen. Da haben Sie Recht.

      Gut, damit muss ich leben, dann bin ich eben unchristlich.
      Leider sehe ich keinen anderen Weg, wie der Islam sich von den im Namen des Islam handelnden Terroristen distanzieren kann. Alles andere ist nur Schall und Rauch.
      Einen diplomatischen Weg, um aus dieser Situation heraus zu kommen, sehe ich nicht. Wer sollte mit wem verhandeln? Gibt es im IS Verhandlungspartner, die autorisiert wären für den IS zu verhandeln? Außerdem gehören dazu immer zwei. Das sehen wir in Nahost ganz deutlich. Wenn die Palästinenser nicht verhandeln wollen, dann können die Israelis noch so oft ihre Verhandlungsbereitschaft signalisieren. Es wird nichts.

      Die IS sieht sich im Krieg.
      Meinen Sie wirklich es wäre möglich gewesen Hitler mit Verhandlungen zu bewegen seine kriegerischen Aktivitäten einzustellen? Nur brutale Gewalt konnte seine kriegerischen Handlungen beenden.
      Da bin ich dann lieber unchristlich.

      Herzlich, Paul

  4. Lieber Herr Helmes, lieber Herr Hildebrandt,
    Ihre Ablehnung der Äußerung des ZdK Präsidenten Herrn Sternberg kann ich nicht verstehen.
    Sie hat mich erschreckt.

    „Wenn es eine Fatwa gegen den Schriftsteller Salman Rushdie gebe, „dann könnte es auch eine Fatwa gegen die Mörder des IS geben“, sagte Sternberg.““

    Als ich das gelesen habe, habe ich bei mir gedacht: Na endlich bringt es mal jemand auf den Punkt.

    Gleich nach den Terroranschlägen in Paris, die im Namen des Islam verübt wurden, kam sofort wie ein Mantra : „Das hat mit dem Islam nichts zu tun.“

    Das hat mich so erzürnt, dass ich im Internet genau das gefordert habe: Wenn der Islam wirklich mit diesem Terror nichts zu tun habe, dann mögen seine Autoritäten die Terroristen und alle Unterstützer mit einer Fatwa belegen, so wie sie es bei Salman Rushdie auch getan haben.
    Solange diese Terroristen als Helden und Märtyrer verehrt werden, kann ich dem Islam nicht glauben, dass er sich ernsthaft von diesen Taten distanziert.
    Das fand in dem Blog, ich weiß nicht mehr wo, Zustimmung.

    Deshalb bin ich über Ihre Meinung zu der Forderung von Sternberg einigermaßen erschrocken.

    Vielleicht habe ich Sie auch falsch verstanden?

    Ich bleibe jedenfalls dabei: So lange die Autoritäten des Islam über die Terroristen, die Anschläge im Namen Allahs verüben, keine Fatwa verhängen, solange zweifle ich an, dass der Islam mit den Anschlägen nichts zu tun hat.

    Herzlich, Paul

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