„Lückenpresse“, „Lügenpresse“? – Der politisch korrekten Presse ist nichts zu dumm…

(www.conservo.wordpress.com)

Von „le waldsterben“ *)RF

Und täglich grüßt die Lügenpresse

Ein Artikel in der Online-Ausgabe der „Frankfurter Rundschau“ platzte neulich vor Freude über die „Beweise“, wie dankbar doch auch gerade die Miesepeter der Republik den selbstlosen Schatz – äh: „Schutzsuchenden“ zu sein hätten.

(Von le waldsterben)

FR-Lückenjournalist Hanning Voigts schreibt (Hervorhebungen von PI):

Syrer retten NPD-Politiker

(FR-Lückenjournalist Hanning Voigts)

„Stefan Jagsch, Spitzenkandidat der rechtsextremen NPD in Altenstadt (Wetteraukreis), erleidet mit seinem Wagen einen schweren Verkehrsunfall. Erste Hilfe kommt von syrischen Flüchtlingen, die zufällig am Unfallort vorbeifahren.

Der Spitzenkandidat der rechtsextremen NPD bei der Kommunalwahl in Altenstadt (Wetteraukreis), Stefan Jagsch, hat einen schweren Verkehrsunfall erlitten. Wie ein Sprecher der Polizeidirektion Wetterau der Frankfurter Rundschau bestätigte, war der 29-jährige NPD-Politiker am vergangenen Mittwoch gegen 9 Uhr morgens auf der Bundesstraße zwischen Altenstadt und dem benachbarten Büdingen unterwegs, als er aus bislang ungeklärten Gründen mit seinem Wagen von der Fahrbahn abkam und gegen einen Baum prallte. Jagsch musste schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Wie ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Büdingen der FR bestätigte, kam die erste Hilfe am Unfallort von syrischen Flüchtlingen: Die Gruppe von Asylsuchenden sei zufällig mit zwei Bussen vorbeigefahren, habe Jagsch aus dem Auto gezogen und versorgt, bis der erste Rettungswagen eingetroffen sei. Bis Ende des vergangenen Jahres war Stefan Jagsch Landesvorsitzender der NPD Hessen. Im Kommunalwahlkampf in Altenstadt und Büdingen hatte die rechtsextreme Partei vor allem Stimmung gegen Flüchtlinge gemacht.“

Und nun die Wahrheit, aufgeklärt von dem liberalen Magazin „eigentümlich frei“. Auszug:

„Syrer retten NPD-Politiker“, titelte die „Rundschau“ reißerisch. Seit in schöner Regelmäßigkeit Asylbewerber in Deutschland angeblich größere Geldbeträge finden und artig abgeben, wecken Geschichten wie diese meine Neugier. Die Recherche dauerte nur einen Vormittag und hätte von jedem Journalisten mit Leichtigkeit geleistet werden können.

Ich war überrascht von der Bereitwilligkeit, mit der die von mir kontaktierten Vertreter der beteiligten Einsatzkräfte sowie die Mitarbeiter der Behörden Auskunft gaben. Und so ist es offenbar abgelaufen: Zum Zeitpunkt des Unfallgeschehens am Morgen des 16. März 2016 befuhren auch zwei Busse mit Asylbewerbern der Erstaufnahmeeinrichtung in Büdingen die Bundesstraße 521. Einer der Busfahrer stieg aus, um am verunglückten Fahrzeug zu sehen, was getan werden könne. Er rief seinen Kollegen zu sich, um ihm zu helfen, den verunglückten Fahrer loszuschnallen und aus dem Auto zu befreien. Später stiegen auch einige Asylbewerber aus den Bussen und traten hinzu. Die „Rundschau“ beruft sich in ihrer Darstellung von den syrischen Rettern auf einen Feuerwehrmann, der jedoch – wie er mir mitteilte – lediglich gehört hatte, wie ein Dolmetscher auf Befragen durch einen Sanitäter angab, der Fahrer sei losgeschnallt worden.

Klar, wer sich auf die „Rundschau“ einlässt, weiß, woran er ideologisch ist. Dass aber die gesamte restliche Presse die Meldung ungeprüft übernahm, zeigt das ganze Dilemma des Meinungskartells. Dessen Vertreter betreiben vor allem dort einen Rechercheaufwand, wo es ihrem Weltbild nutzt. So wird eine künstliche Realität geschaffen, in der nur noch stattfindet, was die eigene Ideologie bestätigt. Den Betroffenen tut man jedoch keinen Gefallen, wenn man Ereignissen aus ideologischen Gründen einen Nachrichtenwert gibt, den sie nicht haben. Das gilt auch für Erste Hilfe – egal, wer wen „rettet“.

Zu der oben erwähnten, unerträglichen Dauerberieselung mit Stories von gefundenen, prallgefüllten Geldbörsen und lauter Winnetous oder Mutter Theresas, die sie immer finden, lautete ein passender Leserkommentar – und er verdient, bekannter gemacht zu werden:

„Erstaunlich, wie viele Leute neuerdings immer mit Tausenden von Euros in der Brieftasche herumlaufen. Muss irgendwo ein Nest sein!“

Was aber bei der ganzen Sache Freude macht: das Lügenpressekartell braucht zum Funktionieren, so wie die Pflanze das Wasser, ein Publikum, dass diese Lügen glaubt. Und nun, liebe Lügenpresse: Nicht nur – aber auch – diese Bezeichnungen unterstreichen einen der wichtigsten Trends unserer Tage, nämlich, dass Menschen, die eurem dreckigen System die Basis geben, indem sie euch den Schund, den ihr zusammenfantasiert, noch abkaufen, jeden Tag weniger werden!

Und als Hausaufgabe dürft ihr rechnerisch ableiten: Wann ist es niemand mehr?

Der Herr Voigts freut sich gewiß über (höfliche!) Leserpost: Kontakt: h.voigts@fr-pdf.de

* (Quelle: http://www.pi-news.net/2016/03/und-taeglich-gruesst-die-luegenpresse/)

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  1. April 2016
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