„Friede, Freude Eierkuchen“ – schöne, alte Zeiten?

(www.conservo.wordpress.com)

Von Michael Dunkel *)

Die große Pudding-Lüge und andere Verdrehungen von Linken, welche das Deutschland der ´50er und ´60er Jahre bewusst diskreditieren wollen

Ich bitte einmal, auf die Jahre 1945-1949 zurück zu schauen. Die meisten Männer waren im Krieg gefallen oder sie wurden noch vermisst oder waren in Kriegsgefangenschaft.

In dieser Zeit der Trümmerfrauen und eines enormen Frauenüberschusses wurde Deutschland vom Schutt befreit.

Diese Frauen, oft allein erziehend, arbeiteten in Fabriken, hatten kleine Kioske, waren Schneiderinnen, Lehrerinnen oder auf Ämtern und Bundesbehörden tätig.

In den ´50ern kamen die ersten Rückkehrer, und etliche stellten, fest, die Frauen haben auch die Hosen an.

In diesem Durcheinander des sich neu Zusammenfindens wurde Mitte der ´50er ein amerikanisches Bild der prüden und spießigen Lebensweise durch die Werbung auf Deutschland übertragen.Die gern genommene Dr. Oetker-Werbung aus dieser Zeit war also schon damals rückständig und ein Versuch, Geborgenheit zu vermitteln, welche einfach so nicht vorhanden war.

Auch die Filmindustrie ging ins GESTERN zurück und drehte unsägliche Heile-Welt-Schinken, die nur Eines zeigen sollte: Friede, Freude, Eierkuchen.

Unter den Umständen der damals jüngsten Vergangenheit auch verständlich. Das Elend, die Zerstörung von Familien, die Schuldgefühle, all dies musste mit Zuckerguss überzogen werden.

Natürlich demonstrierten auch die damaligen konservativen Parteien ein solches Bild.

Nur, dieses Bild der Wirklichkeit war anders. Die Jugendlichen, geboren zwischen ´43 und ´45, rebellierten mit Rock-´n- Roll, fanden James Dean super.

Die Medien setzten „SISSI“ dagegen und trafen so die geschundenen Seelen der Frauen ins Herz.

Der Staat setzte alles dran, dass die Ehe in den Vordergrund gestellt wurde, damit sich ein neues Bild der heilen Familie durchsetzen konnte.

Es funktionierte zwar oberflächlich, konnte jedoch in der Form vom „Pudding“ nicht im Realen durchgesetzt werden.

Schon Anfang der 60er gab es Heerscharen von Frauen, die im Einzelhandel tätig waren, als Sekretärinnen ihr Geld verdienten und gar nicht daran dachten, sofort zu heiraten. Ebenso wurden sehr viele Kinder auch unehelich geboren, was allerdings damals noch ein gesellschaftliches Tabu war.

Wer erinnert sich nicht an die Filme „Die Unverbesserlichen“ der ´60er mit der unvergessenen Inge Meisel, wo genau diese Probleme angesprochen und drastisch gelöst wurden.

Da kam ein wenig Realität dieser Zeit durch.

Trotzdem wurde auch hier das Bild auf Deutschland durch die überwiegend links eingestellten Medien verzerrt. Die damaligen Dokumentationen versuchten, das spießige, kleinkarierte Deutschland einzufangen. Natürlich wurden sie dabei auch fündig. Wenn das heute als Zeit-Bericht gezeigt wird, bestätigt sich quasi die Verdrehung, jetzt als Wahrheit. Für mich im Nachhinein einfach perfide.

Ja, es gab Gesetze, die noch aus alten Zeiten stammten und die aus wichtigen, vorrangigen anderen Gründen noch nicht abgeschafft waren. Die Gesetze, die heute so gerne mit Anklage von den linken Parteien in den Fokus gestellt werden.

Nur, Gesetze haben und diese auch leben, sind ja bekanntlich zwei Paar Schuhe.

Bitte ruft Euch in Erinnerung, dass schon 1963 die Beatles, die Stones und andere Bands für Aufbruch und Unruhe sorgten. Junge Frauen wollten genau so frei sein wie die Männer auch.

Die Rebellionen Ende der ´60er beweisen es und schon Anfang der ´70er waren Brigitte Mohnhaupt, Ulrike Meinhof, Gudrun Ensslin und andere federführend bei der RAF.

Ja, gesetzlich gab es das Einfordern des Brautgeldes noch, gesetzlich durfte eine Ehefrau ohne Einwilligung nicht arbeiten, gesetzlich gab es Vieles – nur, es wurde anders gelebt.

Übrigens auch der von den Grünen ja so viel zitierte Paragraph 175 (Geschlechtsverkehr unter Homosexuellen) wurde seit 1969 nicht mehr angewendet. Auch, wenn er erst in den ´90ern abgeschafft wurde, und nein, die Türken haben auch nicht Deutschland aufgebaut, das waren die Deutschen selbst mit späterer Unterstützung von Griechen, Italienern, Spaniern und Jugoslawen.

Und auch, wenn sich jetzt wieder Einige melden, die ihre individuellen Erlebnisse ganz anders sehen, im Großen und Ganzen wurde genau so gelebt im Deutschland der ´50er und ´60er Jahre.

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*) Michael Dunkel ist ein rheinischer, polyglotter Liberalkonservativer sowie ständiger Teilnehmer des pol. Stammtisches von Peter Helmes u.a.

www.conservo.wordpress.com   26.08.2017

Ein Kommentar

  1. Wer es nicht selbst erlebt hat kann es nicht nachvollziehen . Für mich persönlich ( 1944 ) sind die 50er bis Anfang 60er jene Jahre , die sich am Stärksten ins Bewusstsein eingegraben haben . Es waren die Aufbaujahre – in Ost und West . Es war damals nicht Alles so steril , gefühlskalt , nicht so anonym und nicht so ausschließlich materiell orientiert wie heute . Man konnt sich in den Nachkriegsjahren wieder amüsieren und hatte das auch nötig , aber Amüsement war nicht der vorrangige Lebenszweck , wie das in der heutigen obrflächlichen Spaßgesellschaft der Fall ist .Es wurden Werte geschaffen und nicht auf Kosten der Steuerzahler schmarotzt. Und diese Aufbau-Werte wurden ab 1945 von Deutschen geschaffen und nicht ab 1975 von ungelernten Türken .
    Im Großen und Ganzen war es so , wie der Artikel es beschreibt.
    Wie gesagt , wer es nicht selbst erlebt hat …………..

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