(www.conservo.wordpress.com)

von Jürgen Fritz *)

Brief an Michael Klonovsky

Die SPD will noch mehr Geld nach Griechenland, Italien, Frankreich … überweisen. Die SPD will das Geld der deutschen Arbeiter ans afghanische Proletariat verteilen. Die SPD will gleiche Lebensverhältnisse in ganz Europa, also griechische und französische Verhältnisse in Deutschland. Die SPD will die deutschen Töchter der Völkerverständigung opfern. Bezahlen soll all das der deutsche Arbeiter, gegen dessen Interessen die SPD systematisch agiert, zugleich aber von ihm gewählt werden will und permanent versucht, ihm ein X für ein U vorzumachen. Wie nennt man solche Leute, die das eigene Volk hintenherum verkaufen, nochmal? Dazu ein bemerkenswerter Brief eines Lesers an Michael Klonovsky.

Wenn abends die unreinen Gedanken aufziehen

Ein Leser der Acta diurna schreibt: „Sehr geehrter Herr Klonovsky, wenn ich als wohlsituierter studierter Industriebeamter abends auf meinem Sofa sitze und den im feinstaubproduzierenden Komfortkamin züngelnden Flammen nachsehe, plagen mich unreine Gedanken. Vor meinem inneren Auge erscheint Klaus Staecks Plakat – eine Ikone der Sozialdemokratie.  Sichtbetonbungalow in Hanglage. Was man damals so für modern und schön hielt. Darüber die Schrift ‚Deutsche Arbeiter! Die SPD will euch eure Villen im Tessin wegnehmen.‘ Das Bild verblasst.Als nächstes erscheint das Bild eines sich in drei Richtungen gabelndes Wegs. Im Hintergrund das schöne blaue Mittelmeer. Auf dem rechten Weg fährt eine Landmaschine auf die spanische Flagge zu. Auf dem Mittleren Weg eine Premiumfahrzeug auf die italienische. Auf dem linken ein Schützenpanzer auf die griechische. ‚Deutsche Arbeiter! Die SPD will den Clubmed noch mehr bei euch anschreiben lassen.‘ Das Bild verblasst.

Ein Paschtune läuft durch die Fußgängerzone einer deutschen Innenstadt. Filialen der gängigen Ketten sind im Hintergrund erkennbar. Ihm folgen in gebührendem Abstand seine bodentief verhüllten, weiblichen Besitztümer. Sie tragen volle Plastiktüten. ‚Deutsche Arbeiter! Die SPD will eure Abgaben auch an das Proletariat vom Hindukusch verteilen.‘ Das Bild verblasst.

Wann wird die Verwahrlosung auf der materiellen Ebene ankommen?

Eine Banlieue in Frankreich. St. Denis, was auch immer. Araber und Afrikaner bewerfen französische Polizeitruppen mit Pflastersteinen. Reifen brennen. Rauch und Tränengasschwaden treiben über das Schlachtfeld. ‚Deutsche Arbeiter! Die SPD will gleiche Lebensverhältnisse in ganz Europa.‘ Das Bild verblasst.

Ein junges, schönes Mädchen. Seltsam blass. Die Gliedmaßen unbequem verrenkt und halb entblößt liegt sie am Ufer. Ein Schnitt seitlich am Hals. ‚Deutsche Arbeiter! Die SPD will eure Töchter für die Völkerverständigung.‘ Das Bild verblasst.

Ich würde es mir einiges kosten lassen, solche Plakate an S-Bahnhöfen und in den Industriegebieten vor den Werkhallen jener Betriebe zu sehen, die heute noch dafür sorgen, dass die Verwahrlosung dieses Landes noch nicht auf der materiellen Ebene angekommen ist.“

Französische Verhältnisse

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Dieser Text erschien zuerst auf dem sehr empfehlenswerten Blog von Michael Klonovsky Acta diurna, der nur so vor Gedanken, Ein- und Quersichten sprüht. Sollten Sie sich unbedingt öfters ansehen. Er erscheint hier mit freundlicher Genehmigung des geschätzten Autors und Blogbetreibers.

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*) Quelle: https://juergenfritz.com/2018/02/06/deutsche-arbeiter/
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*) Jürgen Fritz zählt zu den renommiertesten politischen Bloggern (https://juergenfritz.com/). Es ist mir eine Ehre und Freude, ihn seit Oktober 2017 zu den Gastkommentatoren von conservo zählen zu dürfen.
Jürgen Fritz studierte in Heidelberg Philosophie (Schwerpunkte: Erkenntnis-/Wissenschaftstheorie und Ethik), Erziehungswissenschaft, Mathematik, Physik und Geschichte (Lehramt). Für seine philosophisch-erziehungswissenschaftliche Abschlussarbeit wurde er mit dem Michael-Raubal-Preis für hervorragende wissenschaftliche Leistungen ausgezeichnet.
www.conservo.wordpress.com    7. Februar 2018

Von conservo

Conservo-Redaktion