Am Anfang stand das Wort!

(www.conservo.wordpress.com)

Von Michael Dunkel *)

Was uns die Bibel damit sagte, ist nicht nur eine Offenbarung, es ist gleichzeitig eine Mahnung.

Worte sind ausgesprochene Gedanken. Sie verraten uns die Einstellung eines Menschen und untermauern dessen Handlung.

Sie können Hass oder Umarmung auslösen. Sie können verletzen oder trösten.

Sie geben Kraft oder lassen jemand in Verzweiflung zurück.

Worte sind Waffen oder Heilung.

Wir gehen mit dem Wort heute viel zu leichtsinnig, viel zu oberflächlich um und vergessen dabei, dass es sich tief eingräbt in unser Unterbewusstsein.

Gerade deshalb sollten Worte so gewählt sein, dass sie den Aufruf zum Nachdenken beinhalten, nicht nur die Handlung in den Vordergrund stellt. Dass sie es vermögen, in Menschen eine eigene neue Überlegung anzustoßen und diese sich weiter entwickeln zu lassen. Dazu ein kleines Bespiel aus der näheren Vergangenheit.

Zwischen der Aussage, „wir schaffen das“, und dem Kommentar, „für mich ist es Pack“, liegen ganze Bandbreiten.Beiden liegt zu Grunde, dass sie in den Raum geworfen wurden, zur gefälligen Selbstbedienung mit Interpretationsfreiheit. Beide Aussagen könnten nicht gegensätzlicher sein. Die eine sollte verbinden, die andere ausgrenzen, und beide wurden somit unbewusst zerstörend.

Wer Worte unbedacht frei lässt, sie nicht platziert in Gedankengänge und sie somit einbettet in eine Geschichte, der handelt verantwortungslos.

Worte, die wahllos dem Publikum zum Fraß hingeworfen werden, verselbstständigen sich, richten Unheil an.

Sie können zu Keilen in einer Gesellschaft werden, die ein Ganzes zersplittern lässt.

Ebenso können sie aber auch Halt und Zuversicht erzeugen. Die Macht der Worte ist ungebrochen.

Nur heute werden sie wie wahllos aneinander gereiht, in die Luft geworfen und in die Allgemeinheit geschleudert, ohne daran zu denken, Worte können sowohl Brandsätze sein als auch Seelenbalsam.

Wer Worte nur als Waffe benutzt, ohne sich deren Bedeutung zu verinnerlichen, dem kann man getrost unterstellen, er wolle den Aufruhr oder sein Gegenüber verletzen. Oft für einen kurzen Applaus eingesetzt, als Effekthascherei genutzt, der den Adressaten gedemütigt oder auch nur sprachlos zurück lässt.

Worte, gezielt falsch gewählt, haben schon in der Vergangenheit großes Leid über Menschen und ganze Völker gebracht. So oft wurden Worte missbraucht, um fadenscheinige, eigene Ziele zu erreichen. Heute setzen wir verletzende Kälte mehr und mehr sogar im eigenen Kreis ein. Teilweise sogar unbewusst. Einige Menschen schauen nicht mehr auf die Reaktionen, die ihre Worte auslösen, weil es sie einfach nicht interessiert. Wichtig scheint nur zu sein, ob der gewählte eigene Clan applaudiert.

Wie selten wurden Worte dazu eingesetzt, Menschen zu vereinen und sie zusammenzubringen.

Wer Worte nur als ein Skalpell nutzt und dabei vergisst, sie auch als Wundheilung einzusetzen, der begeht ein Verbrechen. Diese Verbrechen begehen wir fast täglich. Um zu gefallen, für einen kleinen Vorteil, ohne zu erkennen, beim nächsten Mal könnte man selbst durch eine Wort-Verletzung unterliegen.

Am Anfang stand das Wort und wir sollten alle bedenken, wie wir es einsetzen. Zur Mahnung oder als bösartiger Aufruf der Zerstörung.

Zum Bindeglied zu unterschiedlichen Ansichten oder als Schwert gegen andere Denkprozesse.

Das Wort kann Liebe und Tod zugleich ein. Wir sind täglich aufgefordert zu wählen, wie wir es einsetzen möchten.

Für mich selbst sind Worte bis heute ein wunderbares Mittel, um auf Menschen zuzugehen, sie einzuladen, in meine Gedankenwelt zu treten und sie somit in meine Nähe zu lassen. Für mich stehen Worte für verbinden, ganz selten für trennen.

Worte sind nicht nur Worte, sie leben und sie sterben nie. Sowohl die Guten als auch die Schlechten.

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*) Michael Dunkel ist ein rheinischer, polyglotter Liberalkonservativer und Literat sowie ständiger Autor bei conservo.
www.conservo.wordpress.com     24.03.2018

6 Kommentare

  1. Das “Wir Schaffen das” von Angela Merkel z.B. ist ein zutiefst bösartiges Wort, weil sie damit das Ursprünglichste, was ein Mensch besitzt, nämlich seine Arbeitskraft, seine Muskelzellen, seine Gehirnzellen, seine Arbeitszellen vereinnahmt. Ohne ihn zu fragen und meistens gegen seinen Willen.

    1. Bravo gelbkehlchen! Dieser eine Satz zu Merkels Phrase ist die beste Analyse, die ich bisher gelesen habe. Sie zeigt mehr Sachverstand und kritisches Denken, als der ganze Text davor.

      1. Danke, greypanter. Leider aber hat das Landgericht Traunstein dieses mein kritisches Denken nicht anerkannt. Ich war durch Richter Ott am 20. April 2017 verurteilt worden wegen Volksverhetzung nach § 130 und Beleidigung auf Facebook, hatte Berufung eingelegt, und bin mit dieser Berufung letzte Woche Donnerstag bei Frau Richterin Will nicht durchgekommen.
        Das Kriterium für Volksverhetzung nach § 130 ist den Frieden in Deutschland stören. Aber gerade ich, der sich gegen die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel wandte, wollte doch den Frieden in Deutschland erhalten, während Angela Merkel und ihre Gefolgsleute mit dem illegalen Einlass – entgegen Art. 16 Grundgesetz – den Frieden in Deutschland erheblich gestört haben, indem sie nämlich finanzielle Belastung, zusätzliche Kriminalität und Terror eingelassen haben. Entgegen ihrem Auftrag, als Volksvertreter das Volk zu vertreten und Schaden vom deutschen Volk abzuwenden.
        Außerdem hätten nach Art. 16 Grundgesetz die Flüchtlinge gar nicht eingelassen werden dürfen, weil sie durch mehrere sichere Drittstaaten gekommen sind.
        Ich habe allerdings mit harten Worten auch beleidigt, aber viele Beleidigungen von Linken und von Ausländern sind nicht geahndet worden, wie zum Beispiel das Wort „Nazischlampe“ gegenüber Alice Weidel von Christian Ehring vom Norddeutschen Rundfunk oder das Wort „Köterrasse“ von einem Türken in Hamburg gegenüber uns Deutschen oder das Wort „rechtsradikale Arschlöcher“ von Johannes Kahrs SPD gegenüber der AfD. Totale Ungleichbehandlung in unserem so genannten Rechtsstaat, obwohl in Art. 3 Grundgesetz steht, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Besonders die Medienleute können für sich den Begriff Satire beanspruchen, und der gewöhnliche Mann nicht. Auch hier wird durch den Begriff Satire die geforderte Gleichbehandlung in Art. 3 Grundgesetz ausgehebelt. Für mich ist der Begriff Rechtsverdreher für Juristen angebracht, die wie viele besonders linke Ideologen Sprache und Begriffe sich zurechtbiegen.
        Ich habe auch bei meinem Einspruch am 20.3.17 gegen den Strafbefehl von 7500 €, Angela Merkel angezeigt, Sigmar Gabriel wegen seinem Wort „Pack“ und einige andere Leute auch, aber ich habe nie mehr was davon gehört. So sieht es in unserem Rechtsstaat aus.
        Passend zum obigen Artikel können also Worte sehr böse sein und vor allen Dingen hinterhältig sein, weil gerade die Linksgrünen Ausbeutung und Versklavung oft mit Begriffen rechtfertigen, die eigentlich ursprünglich einen guten Inhalt hatten.
        Allerdings will, was mich persönlich betrifft, die Richterin Will sich dafür einsetzen, dass die Geldstrafe von 2200 € umgewandelt wird in gemeinnützige Arbeit, so dass ich wahrscheinlich diese Geldstrafe durch Mathematik Nachhilfeunterricht abarbeiten kann, den ich jahrelang gegeben habe.

  2. Es gibt im religiösen Denken des Ostens eine Weisheit in Form eines Spruches, der da kurz und prägnant lautet:
    „Gute Gedanken, gute Worte, gute Werke“.
    Das bringt zum Ausdruck, dass alles auf der Ebene unseres Daseins und Wirkens, seinen Ursprung im Geistigen hat.
    Ein Gedanke steht am Anfang und verwirklicht sich im Wort, das anderen mitgeteilt wird und den Gedanken vervielfältigt. Der nächste Schritt bei der „Inkarnation“ des Gedankens ist die Tat.

    Wenn wir also die Frage nach dem Tun und Lassen der westlichen Welt und ihrem Versagen gegenüber dem Islam stellen, ist es sicher richtig, die Ursachen im Geistigen zu vermuten und aufzusuchen.

  3. aus meiner Schatzkiste mein Lieblingsbuch** – ein wichtiges, und mein teuerstes

    AM ANFANG WAR DER TRAUM
    Von Robert Lawlor.
    .
    “Der Autor erzählt die faszinierende Geschichte der Aborigines die sich aus einem eigenen frühen Zweig des Stammbaums der Menschheit entwickelte, ein Volk, das seit Urzeiten in Einklang mit seinen Traumschöpfungsmythen und deren Gesetzen lebte, die Natur heiligte und ein harmonisches Leben führte bis die Weißen den australischen Kontinent besiedelten. Lawlor fordert uns dazu auf, die einseitigen Wertvorstellungen und Vorurteile unserer Kultur abzustreifen und in die Traumzeit der Aborigines einzutauchen, um zurückzugehen bis zum ersten Tag der Menschheit und die Wurzeln unseres Seins und Werdens neu zu entdecken. Ein Standardwerk zum Thema.” zit.Froehlich & Kaufmann
    **(hier ging es um Zeichen”sprache” und Symbole zur Verständigung) und es steht in der Reihe mit Joseph Campbell (Heldenreise) und Christopher Vogler (Drehbuchschreiber)…
    – auf diesem Weg begeben sich auch andere , z.B. http://www.kas.de/wf/de/33.20917/
    und somit einer “Denke” von der wir uns weit entfernt haben.
    aber Station “meiner Denke” war und ist,
    so auch die Anfrage, von Luisa Murano, ob am Anfang UNSERER Kultur nicht der Vatermord, sondern der Muttermord stand. “Die symbolische Ordnung der Mutter” (L.M.)
    Und ganz sicher haben die Sprachwissenschaftlerinnen Senta Trömel-Plötz (Vatersprache -Mutterland) und Luise Pusch (Gewalt durchSprache) nicht zwangsläufig Unfug abgeliefert!
    annp

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