(www.conservo.wordpress.com)

Von Felizitas Küble *)

Wer in Münster auf der sog. Kirchenmeile des Katholikentags  – größtenteils auf dem Schloßplatz gelegen – flanierte, stieß dort auf gleich zu Beginn auf einige Infostände, die  – gelinde gesagt – nicht so recht zur Lehre der katholischen Kirche passen wollen.

Daß es mindestens ein dutzend protestantischer Stände gab, ist kein Problem, schließlich gibt es auch evangelische Besucher auf dem Katholikentag, zudem waren die Hälfte dieser Gruppen evangelikal und von daher erfreulich, zB. IDEA, Bibel-TV, PRO-Medienmagazin, Dt. Evangelische Allianz etc.

Was aber merkwürdig berührt, sind jene Initiativen, die sich als katholisch ausgeben, aber mit dem Standpunkt der Kirche wenig am Hut haben.

Kaum daß man den  „Markt der Möglichkeiten“ betrat, sah man schon den Stand „Priester und ihre Frauen“ von zölibatsmüden Geistlichen. Wie dürfen wir das wohl verstehen?!

In der Nähe dann gleichsam „passend“ das Netzwerk katholischer Lesben.

Auch „Donum vitae“ war mit einem Infostand vertreten, obwohl diese Beratungsstellen jenen „Schein“ ausstellen, welcher der Schwangeren die straffreie Abtreibung formal überhaupt erst ermöglicht, weshalb dieser Verein kirchlich nicht anerkannt ist und vom Vatikan ausdrücklich abgelehnt wird.

Auch die „religiösen Sozialist/innen“ durften in dieser Kirchenmeile nicht fehlen, wenngleich Sozialismus und katholische Soziallehre schlicht unvereinbar sind.

Das „Netzwerk Diakonat der Frau“ war nicht nur mit einem Infostand vertreten, sondern auch sonst vielfach – etwa auf Veranstaltungen – auf dem Kirchentag präsent, zudem setzten sich diverse Frauengruppen zusätzlich für diese Forderung ein, Frauen zum amtlichen Diakonat zuzulassen.Kurz gesagt: Der Katholikentag hatte sich da  –  höchst „tolerant“ – darum bemüht, möglichst auch randständige Gruppen mit ins Boot zu holen, sofern sie links bzw. reformkatholisch waren.

Bei katholisch Konservativen waren man freilich pingelig: Unser gemeinnütziges Christoferuswerk eV., das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt, erhielt nämlich keinen Infostand. Angeblich, so wurde uns knapp mitgeteilt, würden wir den „Zulassungsbedingungen“ nicht entsprechen. Auf meine Rückfrage nach einer Begründung kam kein Echo.

Interessanterweise hat unser Verein aber bei früheren Katholikentagen problemlos einen Stand erhalten, zuletzt beim Katholikentag in Regensburg (dort sogar sehr gut platziert), aber auch früher schon, z.B. in Mainz. Doch mein Hinweis darauf war vergeblich, es gab keinen Stand und keine Begründung.

Das bayerische Bistum Regensburg ist eben schon ein ganzes anderes Pflaster als Münster – womit vermutlich alles gesagt ist.

https://charismatismus.wordpress.com/2018/05/12/merkwuerdige-staende-auf-dem-katholikentag/

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Kommentare zu “Merkwürdige Stände auf dem Katholikentag”

Dorrotee:

Liebe Fr. Kueble,

Sie haben sich über die kirchliche Situation in Münster schon öfter kritisch geäußert. Auch einige Plakate zum Katholikentag standen in Ihrer Kritik. Sowas sieht die Bistumsleitung und das ZdK wohl nicht gerne.

Es gab doch schon ein riesiges Theater um einen einzigen christl. Vertreter von der AfD.

Ich denke, Bischof Genn hätte sie persönlich wohl zugelassen. Aber die es organisiert haben, wollen keine Kritiker. Die bleiben gerne unter sich.

Vielleicht sind sie denen eine Provokation.

Übrigens: es gibt eine Alternative zu diesem Katholikentag. Das ist der Kongress „Freude am Glauben“.

Dort sind Sie gerne gesehen.

Ich habe schon vor zig-Jahren einen Brief an das ZdK unterschrieben, in dem stand, dass ich mich als Katholikin nicht mehr vom ZdK vertreten fühle.

Haben Sie das vielleicht auch unterschrieben, und ihr Name taucht bei denen nun auf?

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Felizitas Küble:

Guten Tag,

ja, der Kongreß „Freude am Glauben“ ist natürlich viel besser als der Katholikentag und dort werden wir in Fulda auch wieder einen Infostand haben. Die Kritik am ZdK habe ich auch unterschrieben, aber ich denke, auch sonst hätte es für unser Christoferuswerk in diesem speziell-kirchlichen „Münsteraner Spektrum“ (seit langem links geprägt) keine Chance gegeben.

Freundlichen Gruß! Felizitas Küble

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Alfi:

Ich tätigte vorhin auf Facebook eine Diskussion mit einem jüngeren Priester (wie ich vermute). Es ging um Eucharistie nicht-katholischer Menschen und er sagte, er mache da seit Jahren keine Unterschiede mehr. Dann ging es weiter mit Schwulen, Lesben, Transgender. Er meinte: Diese sind so geboren und Jesus liebt sie alle. Auch wenn diese ihr Leben so weiter leben.

Ich meinte, Glaube und Nachfolge hat auch mit Buße und Umkehr zu tun.

Ich meinte, dass es notwendig sei, dass man umkehrt. Jesus liebt den Sünder, aber nicht die Sünde. Sonst könnte ein Mörder morden, ein Betrüger betrügen. Jesus selbst sagte: Sündige hinfort nicht mehr.

Da ich beabsichtige, katholisch zu werden, sagte er mir: Er würde meinen Eintritt nicht zulassen, da ich zu radikale ? Ansichten habe. Ist das so?

Gott lässt doch jeden die Wahl. Folge nach, oder eben nicht.

Ich finde, man hat immer die Wahl. In der Sexualität, wie auch, welche Kirche man besucht.

Was mich jedoch nachdenklich macht ist, dass man also lieber bzw. evangelische Menschen die vielleicht schwul sind und so leben (was sie privat auch gerne können) in der Kirche haben will, auch die Eheschließung bzw. Segnung irgendwann möchte und sie zur Kommunion lädt. Jedoch Menschen, die Traditionen schätzen und Gott beim Wort nehmen, will man nicht haben?

Ich dachte immer, es gibt klare Richtlinien für Pfarrer bzw. Geistliche?

Wenn es mehr solcher Geistlicher gibt, wundern mich solche Stände nicht.

Gut, dass ich nicht erwähnt habe, dass ich den ao Ritus liebe. Dann wäre ich womöglich ganz unten durch gewesen.

Da wird man verurteilt, weil man zwischen einer Ehe jene von Mann und Frau versteht… Dafür als radikal gilt….

Ich meine, vielleicht liege ich falsch, aber anstatt meinen Fehler richtig zu stellen, wird man sofort verurteilt.

Hoffe nur, dass dieser Herr nicht irgendwelche Kontakte spielen lässt, um meine Konversion zu sabotieren.

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Felizitas Küble:

Guten Tag,

wenn Sie katholisch werden möchten, gilt für Sie wie für alle anderen allein die katholische Lehre – und nicht die Privatansichten eines Priesters, der mit dem kirchlichen Glauben offenbar nicht mehr viel am Hut hat. Sie treten nicht in den Hauskreis dieses Pfarrers ein, sondern in die katholische Weltkirche.

Natürlich liegen Sie mit Ihren Ansichten richtig.

Freundlichen Gruß!

Felizitas Küble

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Alfi:

Hallo, danke für die Antwort. Ich habe mit diesem Mann Gott sei Dank nichts zu tun.

Letzlich sagt er im Prinzip genau das Gegenteil von dem Pfarrer, in dessen Gemeinde ich gehe. Meiner sagte mir auch freundlich, dass ich nicht an der Eucharistie teilnehmen darf.

Was sich für mich von selbst versteht, solange ich nicht aufgenommen bin und Beichten war.

Mich hat nur schockiert, so etwas und vor allem so eine Verurteilung zum einem Pfarrer zu lesen. Ich meine, aus der Ev. Kirche kenne ich so etwas zu genüge. Aber auch dort haben solche Aussagen immer zur Spaltung geführt. Wer seinen Glauben ernst nimmt, geht dann in eine ev. Freikirche. Was bleibt dann übrig?

Macht mich nachdenklich, dass es selbst anscheinend schon in Kirchen angekommen ist, dass man das verdrehtes für normal erklärt und das althergebrachte und normale verteufelt.

Aber die Bibel sagt auch nicht, dass zum Ende alles besser wird. Im Gegenteil.

Netten Gruß zurück

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Thomas May:

Das „Netzwerk katholischer Lesben“ ist mir auch aufgefallen.

Ich war amüsiert und irritiert zugleich.

„Praktizieren“ denn evangelische Lesben anders?

Und was ist von ökumenischen Lesben zu halten?

Die wären heutzutage zumindest politisch (und theologisch) korrekt.

Dagegen könnte nicht mal Kardinal Marx was sagen.

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prometheus141:

Klar, Kardinal Müller kam ja aus Regensburg und wurde von Franziskus fristlos als Leiter der Glaubenskongregation gekündigt, weil ihm das Dogma als die bedingungslose Liebe von Gott wichtiger war. Und all die Vertreter der KK, die ihre Dogmenvorstellungen über die Liebe Gottes stellen, sind natürlich für die Weiterentwicklung des Zweiten Vatikanums im Bereich der daheimgebliebenen Söhne einzuordnen, die das Neue, also MARIA MAGDALENA, noch nicht freudig begrüßen können.

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prometheus141:

Franziskus weiß dass man mit Dogmatismus Menschen aufhetzen kann, doch DOG MEN sind Hundemänner die nicht Gottesmänner sind, sondern sich Regeln unterwerfen, die sie möglicherweise von ihrer Liebe zum Menschen und zur gesamten Natur abtrennen. Das kann nicht im Sinne Gottes sein. Und ich freue mich, wenn das heute mehr erkannt wird, ohne das Fundament die wahre Natur zu verraten, also die unverrückbaren Werte, wie bedingungslose Liebe und Mitgefühl, wer sich als Opfer sieht kann das nicht sehen.

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Jutta:

https://www.civilpetition.de/kampagne/stoppt-staatlich-finanzierten-antisemitismus/startseite/

Hamas und Hisbollah, die Terrororganisationen, mit unseren Steuergeldern unterstützen? Das darf nicht sein.

Darum bitte unterschreiben und verteilen.

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Jutta:

Der Katholikentag war mal wieder sehr unchristlich.

Eine Hassdemo gegen die AFD.

Das ist völlig unchristlich

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*) Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk (CHR) in Münster – eine Aktionsgemeinschaft katholischer und evangelischer Christen zur christlichen Öffentlichkeitsarbeit. Küble verantwortet auch das „Christliche Forum“ (https://charismatismus.wordpress.com)
www.conservo.wordpress.com      13.05.2018

Von conservo

Conservo-Redaktion