EU schafft Abendland ab

(www.conservo.wordpress.com)

Von floydmasika *)

Mit seinem Anti-Kreuz-Zug befindet sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz in bester Gesellschaft. Generationen von Historikern haben seit ca. 1968 kaum etwas anderes getan, als schlaumeierisch kollektive Identitäten zu dekonstruieren, die ihre Vorgänger aufzubauen geholfen hatten.
Zunächst ging es nur darum, Deutschland oder Frankreich oder „den Nationalstaat“ als eine schädliche Propagandakonstruktion von ein paar Ideologen zu entlarven, um auf diese Weise den Weg für das „europäische Projekt“ freizuschießen.

Doch später geriet auch Europa selbst ins Visier, und zu den Historikern gesellten sich die Theologen.

Sie alle führen einen bunten Kampf gegen kollektive Subjekte (Identitäten), die ebenso wie das Geschlecht und die Rasse bedeutungslose Fiktionen sein sollen.
Doch Totgesagte leben länger.

Am christlichen Imperialismus wuchsen Europas Nationen

In seinem neuen Bestseller „Le Déstin Français“ (Das Französische Schicksal) zeichnet Eric Zemmour die Geschichte einer Reichsidee nach, die mit Chlodwig im 6. Jahrhundert begann und bei Napoleon kulminierte und für die Führerschaft in der Konstruktion eines christlichen Abendlandes, das sich speziell durch seinen Gegensatz zum Islam definiert, stets ein konstituierendes Element war.Auch Philippe de Villiers hat die identitätsstiftende Interpretation der Geschichte als unvermeidliche Aufgabe unserer Zeit begriffen und daher einen Roman über Chlodwig veröffentlicht:
Eigentlich sollte man annehmen, dass unsere EU-Eliten den in den europäischen Reichsideen inhärenten Europäismus begierig aufgreifen, um ihrem moribunden EU-Projekt mehr Leben einzuhauchen.
Schließlich könnte man ohne weiteres argumentieren, dass auf diese Weise die EU berufen sei, die Bestimmung sowohl Frankreichs als auch Deutschlands, Österreich-Ungarns und weiterer europäischer Staaten mit Imperialneigung in einer harmonischen Weise zu vollenden.

EU gegen Europa, Kirche gegen Christenheit

Tatsächlich war diese Idee auch in den frühen Jahren der Europäischen Gemeinschaft noch prägend.

Doch spätestens seit das in Dresden aufbegehrende Volk sich „Patriotische Europäer Patrioten Gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) nennt, glauben die professionellen Dekonstrukteure, ihren Kampf gegen alle Identitäten und Loyalitäten nunmehr nicht mehr nur gegen die Nation sondern gerade auch gegen die europäische Idee führen zu müssen.

Marco Gallina schreibt:

Das Abendland hat einen schweren Stand. Spätestens als eine Dresdener Demonstration den Begriff nach einigen Jahrzehnten des politischen Schlafes wieder aufgeweckt hatte, sahen die Artilleristen der großen Medienhäuser die Zeit gekommen, diesen in Artikeln oder Radiofeatures unter Dauerfeuer zu bombardieren. Ob „Focus“, „Süddeutsche“, „Spiegel“ oder „Zeit“: kaum ein Medium, dass nach den ersten PEGIDA-Demos nichts anderes zu tun hatte, als ein Wort zu diffamieren, aus dem einfachen Grund, dass es das falsche Lager benutzte. Noch in den 1950ern hatten sich insbesondere CDU und CSU mit dem Gedanken des christlichen Abendlandes identifiziert, um eine europäische Gemeinschaft aus der Taufe zu heben […].“
[…]
Es ist das eine, wenn die Presse einen Begriff schleift, der nicht in das Konzept ihrer politischen Agenda passt; es ist aber das andere, wenn Theologen oder gar Kardinäle einen Begriff schleifen, der nichts anderes als die Frucht jahrhundertelanger Arbeit ihrer Vorgänger ist. Der Chef der Deutschen Bischofskonferenz hat im Grunde letzte Woche nichts anderes getan, als eine Ansicht wiederzugeben, die sein hauseigenes Medienportal sowie weitere ungenannte Theologen im Hintergrund teilen. Vermutlich hat nur die Offenheit in der Frage, wie es Reinhard Kardinal Marx mit dem Abendland hält, die meisten Beteiligten irritiert – und nicht so sehr der Inhalt.

Marx bekannte dabei nicht nur, dass er von dem Begriff des christlichen Abendlands nichts halte, weil er diesen als „ausgrenzend“ empfand, sondern auch, weil eine solche Bezeichnung die große Herausforderung verkenne, „in Europa dafür zu sorgen, dass verschiedene Religionen mit jeweils eigenen Wahrheitsansprüchen friedlich zusammenleben“.

Hellhörig machte das Statement des Kardinals im weiteren Verlauf der Veranstaltung bezüglich einer Instrumentalisierung der Religion (s. Seite 18). Marx spricht schließlich nicht als Privatmann und natürlich ist seine Aussage genau das: Instrumentalisierung. Indem Marx einen klassischen Begriff europäischer Geschichte und katholischen Selbstverständnisses zugunsten einer eher politischen, denn historischen oder theologischen Intention preisgibt, instrumentalisiert er diesen negativ.
[…]
Wenn selbst der ehemalige EU-Kommissionspräsident Jacques Delors beklagt, es sei ein großes Versäumnis gewesen, die christlichen Wurzeln Europas nicht im Lissabon-Vertrag zu erwähnen („Wir müssen wissen, woher wir kommen“), dann erscheinen die Botschafter eines multireligiösen Europa weniger europäisch als der französische Sozialist.
[…]
Dass der Liberalismus eine christliche Häresie ist, und sich deswegen nur in unseren (abendländischen) Breiten entfalten konnte, erkannte bereits Hilaire Belloc; dass katholische Prälaten die Häresie der eigentlichen Lehre vorziehen, zeugt dagegen von einem erschütternden Relativismus.
[…]
Ausgrenzend ist bereits das Christentum als solches, demgemäß Jesus Christus allein Weg, Wahrheit und Leben ist; niemand kommt zum Vater außer durch ihn. „Extra ecclesiam nulla salus“ gilt nur für diejenigen nicht, die niemals von der Botschaft erfahren konnten, was aber im marx’schen Idealfall des Zusammenlebens der drei abrahamitischen Religionen nicht gegeben ist. Der Erzbischof von München und Freising muss sich also neben dem Vorwurf kultureller wie historischer Unwissenheit den Vorwurf gefallen lassen, ob seine Aussagen mit der katholischen Lehre übereingehen und er damit auch sein Amt als Hirte gewissenhaft ausfüllt.
[…]

EU-Einheitsstaat erfordert globalhumanitäre Richterherrschaft

Die EU wurde in dem Maße zwangsläufig antieuropäisch, wie sie ein Staat werden wollte.

Um Staat zu werden, muss die EU sich über Willen der Völker hinwegsetzen, denn diese Völker sind, so sehr sich Feuilletonisten und Hofhistoriker auch um ihre Leugnung bemühen, nach wie vor als politische Subjekte latent vorhanden, und man ignoriert sie auf eigene Gefahr.

Sobald etwa die Deutschen für die Griechen aufkommen sollen, werden sie sich ihrer selbst bewusst. Die Nationen wollen sich nicht in ihren Kerninteressen von anderen überstimmen lassen. Zumindest beim Volksvermögen hört der Spaß auf.

Genau das hat Charles De Gaulle schon in den 1950er Jahren festgestellt und deshalb die Europäischen Gemeinschaft als „Europa der Vaterländer“ konzipiert.

Um dennoch die EU irgendwie als Einheitsstaat gründen zu können, mussten Delors und Kollegen alle kollektiven Identitäten schleifen und das Individuum zum König machen.

An die Stelle der Politik sind daher zwangsläufig Markt und Menschenrechte getreten. Nur durch Entpolitisierung konnte man versuchen, aus einer nicht existenten Nation etwas staatenähnliches zu bauen. Auch diese Möglichkeit hatte De Gaulle vorhergesehen und abgelehnt.
Um Politik zu vermeiden, hat man europäische Richter ermächtigt.

Instrumentelle Abendlands-Leugnung im Dienste der EU-konformen Selbstabschaffung

Mit den aus dem kollektiven Kontext herausgelösten und ins Mimosenhafte gesteigerten Menschenrechten geht ein extremer Unwille gegenüber jedem Anspruch des Kollektivs und jeder identitären Erzählung einher.
Auf diese Weise schafft sich Europa ab, und für dieses Projekt der Selbstabschaffung instrumentiert Kardinal Marx die Theologie und Historiografie.

Hinter seiner Abendlands-Leugnung steckt ein dringender Wunsch nach Instrumentalisierung im Dienste des Globalhumanitarismus, den die EU an die Stelle Europas setzt.

Unserer Zeit fehlen beherzte Laien und mutige Hirten, die sich gerade für dieses christliche Abendland einsetzen, die es lieben, es verteidigen, Stolz empfinden auf die alte res publica cristiana, die diesen Kontinent in seiner kulturellen Dimension erst geschaffen hat, die sich in einer Kontinuitätslinie sehen mit Missionaren wie Bonifatius, Königen wie Ludwig dem Heiligen, Kirchenlehrern wie Thomas von Aquin, Märtyrern wie Thomas More und auch – so politisch-inkorrekt es heute anmutet – Kämpfern wie den Gefallenen von Otranto.

Abendland bedeutet Tradition, Abendland bedeutet Kontinuität, Abendland bedeutet Bekenntnis; darin ist es dem Katholizismus nicht unähnlich.

Dass Kardinal Marx nicht bereit ist, dieses Kreuz zu tragen, hat er – bedauerlicherweise – bereits zu anderen Anlässen gezeigt. (Quelle: https://bayernistfrei.com/2019/01/17/abendland/

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*) https://bayernistfrei.com/ „bayernistfrei“ ist ein Partnerblog von conservo, mit dem wir eine Artikelaustausch-Vereinbarung pflegen.

www.conservo.wordpress.com   18.01.2019

11 Kommentare

    1. Der Papst ist ein elender dreckiger Heuchler, sein Vatikan nimmt keine Flüchtlinge auf, er hat den Migrationspakt nicht unterschrieben. Er verlangt nur von anderen, nicht von sich selbst, typischer heuchlerischer Speckmadengutmensch, er verlangt auch nur von den Weißen, nie von den Migranten, sich selbst ein gutes Land zu Hause aufzubauen. Er ist ein himmelschreiend ungerechtes Arschloch.

  1. floydmasika schreibt:
    “…Unserer Zeit fehlen beherzte Laien und mutige Hirten, die sich gerade für dieses christliche Abendland einsetzen, die es lieben, es verteidigen, Stolz empfinden auf die alte res publica cristiana, die diesen Kontinent in seiner kulturellen Dimension erst geschaffen hat, die sich in einer Kontinuitätslinie sehen mit Missionaren wie Bonifatius, Königen wie Ludwig dem Heiligen, Kirchenlehrern wie Thomas von Aquin, Märtyrern wie Thomas More und auch – so politisch-inkorrekt es heute anmutet – Kämpfern wie den Gefallenen von Otranto…(…)”
    floydmasika, hast du ‘ne Binde vor deinen Augen?
    Weißt du wie ich auch hier auf diesem Blog schon beschimpft wurde wenn ich mich als katholischer Christ bekannte??
    Weißt du wie viele es ebenso machten und wg. der Beleidigungen aufgegeben haben?
    Wir leben in einer Zeit der Zerstörung des Christentum.
    Islam wird als “Religion” gefeiert.
    Flächendeckende Ausrottung von Juden und Christen wird als “Säuberung” bezeichnet – säubern tut man eigentlich von Dreck!!!
    Es ist Zeit Tacheles zu reden!
    Deutschland schafft sich ab?
    Klar, die linken Deutschen schaffen grad ihr letztes Bollwerk gg. den aufziehenden neuen Faschismus ab – DAS CHRISTENTUM!
    Tja, nun werden sie halt etwas anderes bekommen – ich freu mich nicht unbedingt darauf.
    Doch die wollen es halt so.
    Wie sagte Karl Marx(?):
    DIE IDEE WIRD ZUR MATERIELLEN GEWALT, WENN SIE DIE MASSEN ERGREIFT!
    Packen wir es an oder warten wir ab?

  2. Zitat: “Hinter seiner Abendlands-Leugnung steckt ein dringender Wunsch nach Instrumentalisierung im Dienste des Globalhumanitarismus, den die EU an die Stelle Europas setzt.”
    Dieser “Globalhumanitarismus” ist doch nur ein Deckmäntelchen für extreme Sklaverei der Einheimischen zu Gunsten der Fremden, die zu Faul und zu dumm sind, sich selbst ein gutes Land zu Hause aufzubauen.
    Sklaverei kann niemals human sein. Das ist wie so oft bei Ideologen eine Wortverdrehung, eine Pervertierung des Begriffes “Humanität”.

  3. 1. Allah hat weder mit dem jüdischen noch mit dem christlichen Gott was zu tun. Von Identität ist überhaupt keine Rede.
    2. Kardinal Marx besitzt – wie es scheint – nicht viel Charakter. Warum ist er noch immer Bischof?
    Zählt im Christentum nur der Glaube etwas oder auch, wie man lebt, was für Ideen man außerdem
    vertritt? Ich bitte um Auskunft, nachdem ich kein Christ bin.
    lg
    caruso

    1. Lieber Caruso,
      die Bibel selber lesen !
      Zumindest das Neue Testament.
      Es gibt gute Ausgaben, zum Beispiel auch die Neue evangelistische Übersetzung von Karlheinz Vanheiden. Sehr gut verständlich und Herr Vanheiden ist meines Wissens auch ansprechbar, wenn man Fragen hat, und die hat man.
      Und siehe Bibelbund.

      Wann ist man ein Christ:
      http://www.gottesbotschaft.de/?pg=2194

      ..daraus .. Stichwort Heiligung:

      Stellen wir uns mal folgende Fragen:
      Habe ich Frieden mit Gott gemacht – oder gibt es noch unbereinigte Schuld im Leben?
      Habe ich Kontakt mit Gott? Erlebe ich seine Führung im Leben?
      Wer ist der Herr in meinem Leben? Bestimmt Jesus mein Leben oder ich letztlich selber?
      Lebe ich in der Heiligung – oder gibt es keinen Unterschied zu weltlichen Menschen?
      Lebe ich zu Gottes Ehre – oder suche meinen Vorteil und meine Ehre?
      Und schließlich: Bezeugt mir Gottes Geist, dass ich sein Kind bin?

      Zusammenfassend kann man also sagen:
      Die alles im Leben beherrschende Liebe zu Gott und zum Nächsten, die sich nicht in bloßen Worten sondern in entsprechenden Taten und einem Leben der Heiligung äußert, sowie der persönliche Kontakt zu Gott sind somit Kennzeichen eines wahren Christen.

      Und absolut zu empfehlen, um einen Überblick zu bekommen:
      http://downloads.gottesbotschaft.de/traktate/bruderhand/0022-Religion-oder-Evangelium-Lese.pdf

      Ich schliesse Sie ein in mein Gebet, dass Gott Sie zum Lesen anleiten möge und Weisheit schenken.

  4. Vatikan II Nostra Aetete und Islam
    3. Mit Hochachtung betrachtet die Kirche auch die Muslim, die den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde (5), der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. Jesus, den sie allerdings nicht als Gott anerkennen, verehren sie doch als Propheten, und sie ehren seine jungfräuliche Mutter Maria, die sie bisweilen auch in Frömmigkeit anrufen. Überdies erwarten sie den Tag des Gerichtes, an dem Gott alle Menschen auferweckt und ihnen vergilt. Deshalb legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch Gebet, Almosen und Fasten.
    Sodass Vatikan II behauptet, dass Allah identisch mit Yahweh sei und dadurch den Chrislamismus gegründet hat.
    Nach muslimischer Überlieferung war Abraham bereit, Ismael und nicht Isaak auf dem Berg Moriah aufzuopfern. Nach Juden und Christen war Abraham bereit Isaak aufzuopfern und eröffnete die jüdischen und christlichen Bund durch Moses und durch Jesus. Zur Unterstützung der jüdischen Tradition waren alle Propheten bis Jeschua aus der Isaac-Linie außer Muhammad Juden. Daher hat Abraham nicht beide geopfert. Demzufolge derjenige, der Ismael geopfert heisst Ibrahim. Islam ist die Antinomie vom Judentum. Daher haben wir zwei sehr verschiedene prophetische Linien: die abrahamitischen Religionen, einschließlich Juden, messianisches Judentum und Christen und Ibrahimitischen Religionen wie Islam, Amahdiya, Bahai. Infolgedessen ist der Islam die Antinomie des Judentums. Darüber hinaus Isa (Jesus?) des Korans ist nicht Sohn Gottes und ist nicht am Kreuz zur Rettung der Welt gestorben. Am Tag des Gerichts wird Isa Assistent des Mahdi und wird bestätigen, dass der Islam die wahre Religion ist. ISA und Jesus sind nicht die gleiche Person und der Islam ist die Antinomie des Christentums.
    Trotz den Kniebeugen vor dem Islam durch die fünf letzten Päpste, vermehrt sich die Christen Verfolgungen in den muslimischen Ländern.

    1. Normalerweise nehme ich zu Kommentaren keine Stellung, weil jeder hier seine Meinung kundgeben kann. Aber Ihr Hinweis, @janwog, findet meine volle Zustimmung und sollte andere zum Nachdenken anregen. Frdl. Gr. PH

    1. Jüdischer Rabbi empfiehlt Allen Weissen-Europäern Rückbesinnung auf die Eigenen Traditionellen Werte, zur Robusten Verteidigung von Gewachsener Kultur u.v.a. Christlichem Eigenprofil !!!!

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