Mein Tag

(www.conservo.wordpress.com)

Von Maria Schneider *)

Liebe coronageschädigte Mitstreiter,

anbei finden Sie ein ironisches, sarkastisches, wütendes, lustiges Essay, in dem ich über meinen heutigen Tag berichte.

Viel Spaß beim Lesen! (M. Schn.)

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Da auftragsmäßig tote Hose ist, stehe ich erst um 08:30 Uhr auf und mache mich auf den Weg zu meinem morgendlichen Feldspaziergang.

Früher holte ich mir immer einen Cappuccino in meinem Lieblingscafé. Dies ist aber nun schon seit Wochen wegen Corona geschlossen. In die Filiale einer Bäckereikette gehe ich nicht, da heute wieder die wahnwitzig fette Mitarbeiterin Dienst hat, die alle Kolleginnen lauthals schikaniert und vor Kunden herabsetzt. Bei meinem letzten Besuch schrie sie mich an, wegen Corona draußen zu bleiben, obwohl nur ein Kunde im großzügigen Verkaufsraum stand und 2 Personen erlaubt sind.

Als ich endlich hereindurfte, herrschte sie mich an, das Geld auf den Wechselteller zu legen, und wünschte mir dann aus den Tiefen ihrer Killerbrust einen guten Tag, worauf sogar die Schaufenster bebten. Diesen Wunsch ließ ich unbeantwortet – genug ist schließlich genug – worauf sie mir nachrief, dass sie sich eben selbst einen guten Tag wünschen würde. Ergebnis: Heute kein Cappuccino, da ich diese Dame mit dem Charme einer Dampfwalze nicht noch einmal ertragen kann.

Im Feld begegneten mir die üblichen Spaziergängerinnen mit ihren vierbeinigen, schlecht erzogenen Ersatzpartnern, die auch dann noch „nur spielen“ wollen, wenn sie mich in einem engen Feldweg bellend stellen. Doch dank Corona halten diese nun auch samt Waldi und Bello gebührend Abstand. Auch der Himmel war wieder einmal herrlich blau und tröstete über das morgendliche Bäckereiärgernis hinweg. Erfrischt kehrte ich nach Hause zurück, um im „Home Office“ Verschiedenes zu erledigen.

Doch leider hatte mein Wirtschaftswunderrentnernachbar wieder einmal vor, mit Maschinen zu spielen. Ganze vier Stunden strahlte er mit einem hochfrequent jaulenden Kärcher seine Steinfliesen ab, was mir schließlich rasende Kopfschmerzen bescherte. Mein kurzes Wortgefecht am Gartenzaun brachte natürlich nichts. Auch die Hoffnung, dass derartige Rentner so wagemutig wie ältere Ossis in Dresden oder Chemnitz auf die Straße gehen würden, habe ich mir schon lange abgeschminkt. Hat dieser Spezi doch seine Erfüllung in seinem akkurat angelegten Garten und mit der Nagelschere gestutzten Grashalmen gefunden. Denn Sauberkeit und Ordnung sind schließlich ungleich wichtiger als Meinungs- und Versammlungsfreiheit angesichts sehr geringer coronischer Todesraten und fortgesetzter, zwangloser Einreisen „minderjähriger, kulleräugiger Mädchen“ mit Bartwuchs aus Griechenland.

Gerade, als ich zur Tür hinausgehe, um einzukaufen, weil ich das Gejaule nicht mehr ertrage, hört der Lärm natürlich auf. Draußen sammelt sich gerade im Garten eines Altersheims eine maskenlose, 8-köpfige Menschengruppe unterschiedlichen Alters. Sie singt mehrere Lieder, tanzt und wirft sterile Handküsse zu einem Balkon hoch. Ich spreche den Jüngsten der Runde an und frage nach dem Anlaß der schönen Lieder. Er erklärt, dass heute die Großmutter Geburtstag hat und sie nicht zu ihr dürfen. Deswegen haben sie ihr Ständchen gesungen. Ich bin schockiert. Überall neue Grenzen, neue Regeln – und soviel Isolation.

Ich radle zum Supermarkt und bin entsetzt, weil immer mehr Menschen dämliche, bunte Masken tragen. Vor dem Gemüseregal unterhalten sich eine maskenlose Verkäuferin und ein ebenfalls maskenloses Paar über die Maskenpflicht, die am Montag eingeführt werden soll. Eine junge Frau mit bunter Maske spricht die Verkäuferin an und bietet an, dass ihre Mutter für das gesamte Personal Masken nähen kann. Auch ihr schicker Mundschutz würde von der Mutter stammen. Angewidert wende ich mich von der Frau und ihrer gelben Maske mit infantilen, bunten Pünktchen ab.

Vor der Käsetheke beobachte ich, wie sich Kundin und Verkäuferin fast anschreien, weil der Abstand zwischen ihnen wegen eines rotweißen Tatort-Abstandsbandes so groß ist. Meine Verkäuferin wirft mir meinen Einkauf regelrecht zu, weil ein Zureichen nicht mehr möglich ist.

Überall kleben Poster mit Abstandsmahnungen und Mengenbegrenzungen für Mehl, Hefe, Toilettenpapier und Reis. Etliche Regale sind noch immer halbleer.

Während ich in der Schlange vor der Kasse warte, läuft ein junger Mann in meine Schlage über. Erst wundere ich mich, sehe aber dann, wie die Kundin, hinter der er gestanden war, mehrmals in ihren Ellenbogen hustet. Was für eine Hysterie!

Draußen beobachte ich zwei arabische Türsteher, die sich eng nebeneinanderstehend ohne jeden Schutz unterhalten. Warum auch? Sie wissen, dass ihnen nichts passieren kann, denn wenn es eines gibt, vor dem die braven Bürger noch mehr spuren als vor einem unsichtbaren Virus, dann sind das unsere muskulösen Neubürger mit den schönen, dunklen Augen.

Ich bin wütend und fahre auf dem Rad hinter einem rastagelockten Jüngling mit dreckiger, hängender Jeans und eindeutiger, politischer Färbung her, der mir schon im Supermarkt mein Sichtfeld unangenehm versperrt hat.

Unglaublich, wie schnell sich Menschen freiwillig wegen einer verordneten Pandemie einsperren lassen und das Elend der Unfreiheit hinter kindlich-bunten Mundschutzmasken verbrämen. Jeder denkt, er kann so dem körperlichen Tod entrinnen, und merkt dabei nicht, wie Geist und Seele verkümmern.

Ich schnaube vor mich hin, schließe meine Wohnungstüre auf und will mich nun – endlich – an den Schreibtisch setzen. Doch heute ist einfach nicht mein Tag. Fast verliere ich die Fassung, als ich schon wieder lautes Maschinengejaule aus dem Hof höre. Diesmal ist es der andere Nachbar, der seit Tagen – als gelernter Schreibtischakademiker – erst eine Palette (wozu bloß?) und nun einen Tisch mit integrierter Sitzbank mit einem kleinen Schleifgerät traktiert.

Frustriert werfe ich die Röhre an und packe den tiefgefrorenen Flammkuchen aus. Dann setze ich mich hin und starre erst mal ein paar Löcher in die Luft. Es ist jetzt 18:00 Uhr und ich habe nichts von dem geschafft, was ich mir vorgenommen hatte. Aber das ist jetzt auch egal. Denn auch dieser Tag geht irgendwann vorbei und morgen ist ein neuer Tag. Heilige Corona, steh‘ mir bei!

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Maria Schneider ist freie Autorin und Essayistin. In ihren Essays beschreibt sie die deutsche Gesellschaft, die sich seit der Grenzöffnung 2015 in atemberaubendem Tempo verändert. Darüber hinaus verfaßt sie Reiseberichte.
Kontakt: Maria_Schneider@mailbox.org
www.conservo.wordpress.com   24.04.2020

16 Kommentare

  1. Liebe Frau Schneider !
    Danke für Ihren amüsanten Bericht über Ihren Tag. Humor ist, wenn man dennoch auch andere Leute zum Lächeln bringt.Dafür vielen Dank.

    Mit besten Grüßen

    Ihr

    Dieter Farwick

  2. “Der Hund ist mit Leib und Seele Helfer des Menschen, wenn er als das behandelt wird, was er seiner innersten Veranlagung nach ist: nämlich ein sich bedingungslos der Gemeinschaft unterwerfender Altruist. Er sucht nur dann seinen eigenen Vorteil, wenn er durch seine Überlebenschance der Gemeinschaft – sprich Arterhaltung – dienen kann. In diesem Punkt unterscheidet er sich ganz wesentlich von uns Menschen, die wir unseren Vorteil… gegen Arterhaltung anstreben. Weswegen wir ja auch peinlichst vermeiden müssen, Gefühle an den Tag zu legen. Man würde es uns als Schwäche auslegen.”
    Gert Haucke

    Wie verschieden wir doch sind!
    Habe ich in diesen deutschen Landen überdurchschnittlich viele Steuerzahler und Rentenerwirtschafter als Privatsache großgezogen, die nun selber wenig erben oder von Ausschüttungen profitieren (wenn das Geld ARBEITET), sondern ihre überteuerten Mieten aufbringen müssen z.T. für “Verschläge”, jedenfalls ziemlich provisorische Behausungen.

    VOR Corona lebte ich schon etliche Jahre relativ isoliert (merke jetzt kaum einen Unterschied und kann mich gut selbst erhalten) seit ich mich in superchristliche Gefilde verdingt habe – UND WIEDER RAUS!! – nichtsdestoweniger zunehmend isoliert.
    Wenig mobil, schon gar nicht global reisend, patrilokal, HATTE ALSO IN DIE FREMDE GEHEIRATET (wie seit *Lechtal* eindrücklich nachgewiesen) zum Geschlechter-Nachteil, aber gedacht, gehofft : WIRD SCHON. Alles bleibt erhalten: Identitität, Herkunft, was Frau aufgebaut hat….Denkste, Puppe! Aber gut! Habe mein asketisches Auskommen und verbuche die “fetten Jahre” sowie eine Erwerbs “Karriere” sowie soziale Einbundung unter “irgendwo” auf dem silbernen Lebensweg eines Sonntagskindes.
    Nicht mehr ganz taufrisch ersetzt Frau nicht mehr die Verluste wie unter Manipuilation aufgegebener Freundschaften und HEIMAT!
    Aber weder ist mir eine wahnwitzige FETTE Bäckereiverkäuferin blöd gekommen (etwa Ausländerin?) noch chartere ich routinemäßig einen outgesourcten Platikcoffee (etwa online?) Bin täglich 3 Stunden mit Hund draussen und kenne keine solchen Stell-Situationen. Sind doch die Hunde inzwischen besser sozialisiert als die Menschen. Aber ich kenne ja auch keine “betagten Schlampen”, die sich einen dominanten undbehängten Massai-(Krieger) König aus der Wildmnis halten. Per APP APP APP APP APP…………………..
    Auf konstruierte Storyteller bin ich nicht neidsich. War weder jemals in New York, auf Kreuzfahrt, noch habe ich mir an BuFETTS den Hummer auf den Teller geladen.

    Tja, wer zu spät kommt, den bestraft das Leben! 🙁

    ….glaube wenig, hinterfrage…..denke selber….

  3. Das diese „Krise“ länger dauern wird lässt sich dara erkennen, dass das Oktoberfest abgesagt ist.
    Also werden wir noch mehrere solcher lustiger Sachen erleben.
    Eine gibt es ja schon: Jetzt wo die Ansteckungsrate unter 1 ist wird das Vermummungsverbot aufgehoben und die Maskenpflicht eingeführt.
    Meine Frage ist, darf ich mir auch eine Clownsmaske oder Merkelmaske oder Södermaske aufsetzen ? Würde den ganzen Schwachsinn das richtige Gesicht zuordnen.


  4. General Salami klärt auf:
    Muslime entwickeln Wunderwaffe gegen Corona

    „Angeblich erzeugt das Gerät ein Magnetfeld, mit dessen Hilfe innerhalb von fünf Sekunden jede Infektion mit dem neuartigen Coronavirus in einem Umkreis von 100 Metern erkannt werden kann. Mit 80-prozentiger Sicherheit liefere das Gerät korrekte Ergebnisse, erklärte General Salami.“ —-

    Hm, gibt es auch ein Gerät, das innerhalb von 5 Sekunden fünf, ahem, ‘Mus-lims’ zum Verschwinden bringt?

    1. Super Idee c.c., die haben doch noch nie was erfunden, das muss Allah ihnen gesandt haben.
      Beam die weg, aber schnell !!!!

  5. Sehr erheiternd, vielen Dank.

    Das mit dem „in die Armbeuge husten“ ist eine gute Idee. Aber mittlerweile geben die Leute (hier in England) nicht mehr viel drauf. Zum Anfang konnte man sich damit viel Platz verschaffen. Bei uns gibt’s sogar schon wieder Klopapier in den Regalen.

    Die Leute schalten hier immer mehr und mehr auf normal Betrieb um, ‘lebe in nem Urlaubsgebiet im Norden. Da ist sogar ein bisschen Verkehr auf den Straßen, aber man kann immer noch schön tief fliege… errr, rase… errr spazieren fahren. Quatsch. Ich wollte sagen Einkaufen und zu Freiübungen/exercisen fahren.

  6. Wie köstlich Maria. Mitten auch aus deinem und meinem Leben, mit dem einzigen Unterschied, dass ich auf dem Land lebe.

    Ich lebe im Grünen und schaue bis zum Horizont, aber jeden Samstag der gleiche Terror wie bei dir und die gleichen verblödeten Menschen, die sich noch nicht mal aus dem Haus wagen und jetzt so dämliche Anleitungen zum Mundschutz auf Whatsapp versenden.

    Der Wahnsinn wird täglich schlimmer und ich immer gelassenen und ich überlege schon wie ich es schaffe ohne Mundschutz nächste Woche einkaufen zu gehen.
    Ich hänge mir warscheinlich eine um den Hals. einen um den Hals.

    Mein Zorn und meine Wut wird von Tag zu Tag größer, weil keiner mehr nachdenkt und alle ihr Hirn immer mehr vernebeln lassen und die Hirnwäsche schon schlimmen Formen annimmt.
    Ich gehe inzwischen nach dem Lesen schon früh ins Bett, weil das Fernsehprogramm nur noch aus Corona besteht und alles andere grauenhaft ist, ja schon fast Psychoterror

    Aber meine Lauffreundinnen sind mit mir schon vier und wir laufen trotz Corona friedlich nebeneinander her und keiner wurde bisher infiziert.

    Da sagt doch dieser Schwachmat Lauterbach heute: Corona wird bis 2022 bestehen bleiben.
    Egal ob mit Virus oder ohne.
    Dann fällt die Wahl wohl aus und Merkel und Konsorten werden sich wohl wie der Chinese auf Lebenszeit einsetzen und den Kommunismus bei uns einführen, wenn er nicht schon da ist.

    Danke Maria für dein gutes Augenmass, ich habe trotz allem, schmunzeln müssen.
    LG Ingrid

    1. Hallo Ingrid,
      ich werde auch am Samstag Großeinkauf machen, damit ich nächste Woche erstmal nicht einkaufen muss! Das Problem nächste Woche ohne Maske einkaufen gehen zu können habe ich nämlich auch noch nicht wirklich gelöst. Seit “Corona” hat sich mein Einkaufsverhalten sowieso grundlegend geändert. Ich gehe nur noch zu meinem Hofladen und in einen Supermarkt, bei dem bis jetzt keine Einkaufswagenpflicht und keine Maskenpflicht herrscht (was sich aber wohl leider nächste Woche ändern wird).
      Es ist schon toll, wie gut man die Leute dressieren kann, und alle machen mit, ohne ihren Kopf zu benutzen und ohne die offensichtlichen Widersprüche zu hinterfragen. Die Medien und unsere Politiker haben saubere Arbeit bei der Verbreitung von Angst und Panik geleistet.
      Einige Schlafschafe sind ja wohl langsam am aufwachen, aber es sind für meinen Geschmack immer noch viel zu wenige!
      Mit patriotischen Grüßen
      Lemurianerin

      1. @ Maria,
        Dein Artikel ist mal wieder toll!!!! Wir sollten uns gerade in dieser Zeit unseren Humor behalten.

      2. Danke dir, ja das ist wirklich ein guter Tipp. Ich sollte mir einen Hofladen suchen.
        Ich bin da etwas renitent, wenn man mich versucht zu zwingen, reagiere ich mit dem Gegenteil.
        Nach den neusten Aussagen gibt es fast kein Coronavirus mehr und auch keine Toten. Es ist ganz normal, denn jeder Grippevirus läuft sich einmal tot.

        Und jetzt wird der Druck noch einmal erhöht, weil der Ramadan bevorsteht und das Leben wieder weitergehen muss, also muss die Schikane in anderer Form weitergehen. Also hat man sich die komplette Mundschutzpflicht und Versammlungspflicht ausgedacht um uns weiter zu unterdrücken.
        Und das Volk hält still und fragt nicht mal mehr, was hier überhaupt vor sich geht.
        Danke dir lemurianerin
        Gruß Ingrid

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