Von Sven Geschinski

Der Heidelberger Solidaritätsspaziergang am Mittwochabend gehört nun schon seit Wochen zu den festen Terminen der Kritiker von Impfzwang und Corona-Zwangsmaßnahmen. Über Altklinikum und Bismarckplatz zogen die Demonstranten auf bekannter Strecke zum St. Josefskrankenhaus.

Von der angekündigten „Gegenbewegung“ der „progressiven Weststädter“ war weit und breit nichts zu sehen und zu hören. Nur ein armseliges Häuflein Antifanten, ungefähr ein Dutzend, versuchte den Demonstrationszug kurz hinter dem St. Josefskrankenhaus zu blockieren. Nachdem der polizeilichen Aufforderung, den Weg für die angemeldete Demonstration freizumachen, nicht Folge geleistet wurde, räumte Bereitschaftspolizei die Straße frei. Gegen mindestens einen uneinsichtigen Linksextremisten musste dabei unmittelbarer Zwang angewendet werden. Bei den Störern wurde auch eine Stadträtin der Grünen gesichtet, die die Szenerie beobachtete.

Der ganze Spuk dauerte keine fünf Minuten, bevor der Zug der vielen hundert Demonstranten seinen Weg fortsetzen konnte und gegen 19.45 Uhr wieder an der Schwanenteichanlage eintraf.

Wie aus diversen linken Social-Media-Kanälen bekannt ist, sitzt der Frust bei den Links-Grünen mittlerweile tief, dass es im „woken“ Heidelberg nicht gelingt, eine nennenswerte Gegendemo auf die Beine zu stellen. Was die reichlich begriffsstutzigen Grünen und Linken dabei nicht realisieren, ist, dass niemand mehr Zeit und Energie in eine verlorene Sache, nämlich die Verteidigung der Corona-Zwangsmaßnahmen, investieren will.

Söder, immer die Nase im Wind des Populismus, ist schon längst umgeschwenkt und will noch nicht mal mehr von der einrichtungsbezogenen Impfpflicht etwas wissen, der er noch im Dezember zugestimmt hat. Selbst „Bis Ostern bleibt alles dicht“-Kretschmann legte eine phänomenale Kehrtwende hin: “Dass es keine Lockerungen gibt, habe ich nicht gesagt, nicht gemeint und auch gar nie beabsichtigt”, ließ er am Dienstag auf der Landespressekonferenz verlauten und räumte 3G im Einzelhandel keine 24 Stunden später ersatzlos ab, welches nur Tage zuvor noch als unentbehrlich angepriesen wurde. 

Dass bei derlei abrupten Wendungen ihrer politischen Vorturner die regierungstreuen Schäfchen aus dem solidarischen Gleichschritt kommen, mag da nicht wirklich verwundern. Zu schnell dreht sich das offizielle Corona-Narrativ, als dass die meisten Linken und Grünen geistig noch folgen können.

Fotos: Sven Geschinski