BISS – Vorzügliche Karte zum Aufmarsch

Von Dr. Peter Forster, Erstveröffentlichung bei bulletin.1.ch

Aktuelles russisches Bild: Geländegängige Raketenformation, auch im Schnee.
T-72-Kampfpanzer. Sowohl in den Panzer-als auch in den Mit-Inf-Divisionen bilden T-72 das offensive Rückgrat.

Siehe auch > Immer näher zur feindlichen Grenze

Unentwegt stellt Russland Bilder und Videosequenzen aufs Internet, die belegen sollen: Da und dort ziehen sich eigene Streitkräfte zurück. Die bekannten Fotos und Videostreifen kommen von der Kertschbrücke, die das Asowsche vom Schwarzen Meer trennt. Da weiss man wenigstens, wo die uniformierten Kameraleute standen; auch wenn man der angegebenen Fahrtrichtung – natürlich weg von der Krim – einfach glauben muss.

Die Amerikaner halten dagegen. Ihre zahllosen Denkfabriken überbieten sich mit “Beweisen”, dass der Kreml lüge. Bemerkenswert zurückhaltend berichtet der Dienst “The Atlanticist”, der russische Generalstab verschiebe die “Lager”, also immer noch Verbände in der Lager-Formation, näher zur ukrainischen Grenze. Vor allem aber bringt der Dienst mitten im Gewimmel amateurischer Karten eine Lagedarstellung des Aufmarsches, die auch unter vorsichtigem Aspekt einleuchtet:

Lage vom 15. Februar 2022.

Sofort ist zu erkennen: Die Karte schreit nicht, sie sucht zu klären und erklären. Sie prophezeit nicht den Einmarsch morgen oder am Sonntag oder Ende Februar – was im Kontext zu einer Armee, welche die Überraschung in ihrer Doktrin verwurzelt hat, ohnehin ein Unsinn ist. Vielmehr zeigt die Karte auf:

  • Erstens mit den langen Pfeilen von Osten und Norden her die Verstärkungen der ohnehin starken Militärbezirke Süd und West aus den Bezirken Nord, Zentrum und Ost. Unbestritten > eine Tatsache seit Monaten!
  • Zweitens die vier “Lager”-Schwerpunkte: Belorus, Woronesch, Wolgograd und Krim.

Angriffsgrundstellungen – vorsichtig dargestellt

  • Und dann drittens, wie es sich gehört, lediglich gestrichelt die Räume für die Bereitschaftsräume und Angriffsgrundstellungen: im Uhrzeigersinn Brest, Gomel, Klintsy/Bryansk, Kursk/Belgorod/Valuyki/Boguchar, Rostow und Novoozema/Feodosa.
  • Viertens nur in wenigen Fällen Pfeile, die schon zur Grenze zeigen: Klintsy, Kursk/Belgorod, Rostow und Krasnodar/Kertsch. Diese Pfeile bestätigen Berichte seriöser Quellen. Im Fall Kertsch widersprechen sie den Brücken-Videos, die einen Rückzug in die Kasernen suggerieren. Keine Pfeile führen am 15. Februaur 2022 im äussersten Westen nach Brest.
  • Fünftens russisch besetzte oder annektierte Territorien, von West nach Ost: Transnistrien, die Krim, die Bezirke Donezk und Luhansk. Bemerkenswert, obwohl längst bekannt: In Moldawien, östlich des Stromes Dnjestr, in Transnistrien steht ein Kampfverband, der jederzeit in Richtung Odessa stossen kann.

Panzerstarke Mot-Infanterie-Verbände

  • Sechstens die behutsamen Signaturen zu den Kampfverbänden: Es überwiegen die Mot-Infanterie-Formationen, allerdings mit einem taktischen Zeichen, das alles sagt: Auch diese Divisionen und Brigaden sind panzerstark. Sie stützen sich schwergewichtig auf Kampf- und Schützenpanzer, letztere auf Ketten oder Rädern. In Weissrussland zeichnet “The Atlanticist” zusätzlich eine Fliegerformation ein, im Raum Woronesch einen “reinen” Panzerverband (der auch Schützenpanzer umfasst).
  • Siebtens erinnert der Massstab an die Dimension des potentiellen Kriegsgebietes. Die russisch-ukrainische Grenze hat eine gesamte Länge von 2’295 km. Auf die Landgrenze entfallen 1’974 km, auf die Seegrenze 321 Kilometer. Die Grenze erstreckt sich vom Schwarzen Meer südlich der Strasse von Kertsch, durchläuft das Asowsche Meer und verläuft bis zum Dreiländereck mit Belarus beim Dorf Senkiwka im Norden.

Alles in allem: eine realistische Darstellung, die eine starke Offensivverbände zeigt, ohne dass sie politisch spekuliert.

6 Kommentare

  1. Einfach gesagt…

    Wenn eine fremde Armee vor der Türe steht…… sollte man verhandeln….. oder kämpfen wenn man selber eine Armee hat.

    Was hat die Ukraine getan…. und was die USA, was die debile in Deutschland – Baerbock ……

  2. was im Artikel beschrieben wird ist ganz normales militärisches Vorgehen.
    Und ja, das war der Grund warum der debile Biden von Einmarsch sprach, denn das blieb den USA natürlich nicht verborgen. Nun ist Putin am einmarschieren….. und eben doch auch nicht….!

    Und ebenso klar, Armeen machen Pläne…. für alle und jedes. Und sie üben damit auch oft….
    In der Schweiz gabs gerade ein Gerede weil die Flieger schon mal die Fähigkeiten der neuen F-35 ausloteten. Dazu steuerten die in ihren Planspielen schon mal Punkte in der Tschechei an.
    Links unterstellte da natürlich sofort irgendwas…. aber solche Planspiele sind eben das Täglich Brot der Stäbe.

    Putin hat sicher Pläne für die Ukraine, den Donbass aber auch für China usw.
    Tritt eine Situation ein, nimmt man die aus der Schublade und nutzt sie…….. ist schon etwas besser vorbereitet.

    Nun ja, was erwartete man denn…… ? Das was da seit Monaten passierte war ein “Wink mit dem Zaunpfahl” ….. verharmlosend gesagt.
    Putin hat damit ein Signal gesendet …… nämlich das man nun endlich verstehen und verhandeln sollte.

    Und ein Verhandeln hat er ja ein Dutzend mal vorgeschlagen…..

    ABER NICHTS GESCHAH AUSSER BLINDWÜTIGER HETZE……….
    Und auch der Aufmarsch der Ukrainischen Truppen gegen den Donbaz und Luhansk geschah zeitgleich…….. Dümmer gings nimmer.
    Und das ewige schiessen über die “Demarkationslinie” ….. das auch, dass war Gift in Reinform.

    Putin hat mit dem Truppenaufmarsch seit Monaten ein Zeichen geschickt…… aber niemand kam zur Vernunft, nein …..alle haben nur ihre Sichtweise zum 777 mal dargestellt.

    Wir haben Russland nicht respektiert, sie haben ihn sich nun geholt. jetzt würden die verhandeln, aber jetzt bringt das für Putin nicht mehr viel. der Bissen ist geschluckt.

    Es war seit Jahren klar, wir haben Russland nichts entgegenzusetzen, ausser kläffen, hetzen, und Sanktionen. Als Russland sich mit China zusammenraufte, das wusste ich….. dass ist die Versicherungspolice für Russland. Quasi der Molotov-Pakt.. der Neuzeit…. naja ist etwas übertrieben..((-:
    Ein alternativer Markt …..wenn wir aussteigen, ein Exportland für Gas und Öl, und ein Lieferant für alles was Russland braucht. So schafft man sich Handlungsfreiheit, alleine wir kapierten es nicht.

    Nordstream -2 abschalten….. ok…. soll Russland die Gaslieferungen stoppen.
    Russland hat kaum eine Verschuldung…….. sie halten das aus, aber wir ?

    Was sind die Reaktionen sein ? Kläffen… kleine Hunde mit kleinen Zähnen kläffen gerne laut.

    Ich habe Verständnis für Russland, hätte wohl genauso gehandelt.

    “Antispiegel”…… Thomas Röpper übersetzte Putins Rede zur Sache…… und die ist verständlich.
    Ich würde mir mal solche Rede gerne mal von unseren Idioten anhören…. alleine die Schaffens nicht mehr.

    Boris Reitschuster…… der ist Russland und Putin-Kritisch.
    Er stellt Videos ein die zeigen, dass man in Russland via Nationalismus die Bürger kriegsbereit macht.
    Nun ja, was erwartet er, das Putin der feinste Demokrat ist …….. wo alle anderen ihre Demokratie gerade schwer beschädigen. Siehe Canada, Deutschland, USA.
    Putin ist ein Bär….. und die Russen üben erst seit 30 Jahren was Demokratie sein könnte.
    Aber sie üben noch und dürfen auch noch mal 100 Jahre daran laborieren, bevor wir sie verurteilen müssen, so wir dann überhaupt noch Demokratien sind.
    Die Schweiz übte 550 Jahre lang, bis wir 1849 endlich gefunden hatten, was bis heute unsere direkte Demokratie nennen. Und 1849 waren es einige brillante Köpfe wie z.B. Ulrich Ochsenbein die für einmal ihre Interessen hinter das Gemeinwohl stellten und etwas revolutionäres erschufen. Waren wir einst das Vorbild für die USA, so waren die es 1849 eher für uns.
    Und was haben wir heute für Pfeiffen….?
    Boris Reitschuster meint wir würden Putin glorifizieren….. Blödsinn, aber ich zum Beispiel, ich lese seit Jahrzehnten mit, und gerade darum stelle ich an Russland keine übertriebenen Anforderungen.
    Sie haben das selbe Recht alle Fehler zu machen…. wie wir auch.
    Klappern gehört zum Geschäft. In den USA haben die Eliten eine Wahl gestohlen, in Russland macht Putin nationalistische Propaganda…… beziehungsweise, er lässt diese zu wenn sie ihm nützlich ist.

    Fakt ist.
    In Jugoslawien haben wir beim Fall des Kosovo, Völkerrechtlich bindend festgestellt, das eine Volksgruppe Sezessionieren kann…… auch gegen den Willen des Staates dem sie bislang angehörte.

    Aber das selbe Völkerrecht sagt auch, das eine Trennung nur mit Einwilligung des betreffenden Staates geschehen darf…..
    Ein Widerspruch……. der im Kosovo einfach via Gerichtshof zu Gunsten der Europäischen Sichtweise geregelt wurde. Nun ja, auch Slowenien und Kroatien trennten sich “einseitig”…. Ja ganz Jugoslawien wäre ein Fall fürs Völkerrecht.

    Also, wenn in Jugoslawien das Völkerrecht so ausgelegt wurde das ein Kosovo Sezessionieren kann, auch ohne die Einwilligung Serbiens….. dann können das auch die beiden Republiken Luhansk und Donbaz.

    Und sie müssen dabei eben nicht Unabhängig bleiben, nein sie können sich einem anderen Land anschliessen.

    Für den Westen ist das alles natürlich sehr unangenehm, zumal sie den Präzedenzfall dazu in Jugoslawien sogar selber noch geschaffen haben.
    Es warten nämlich ein Dutzend Gebiete darauf sich einem anderen Land anzuschliessen oder selbständig zu werden.
    Nordirland, Katalonien, Südtirol……. usw.

    Auch wir Appenzeller würden uns gerne von Zürich trennen….((((-.

  3. Der Westen hat Russland lang genug mit seiner Arroganz provoziert und die ÖR haben das Heizmaterial nachgeworfen. Ein Wunder ist es nicht, dass die Heimat verbundenen Russen reagieren. Vor der Gefahr dieses Krieges haben viele versucht mit Vernunft zu warnen.

    Hussein wurde damals Besitz von Atomwaffen unterstellt, der Iran hat mit westlicher Unterstützung ein Atomwaffenlager aufgebaut.

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