Stolz als Sünde und als Tugend

Von Hermes

Der Pfau kann mit Recht stolz sein auf sein prächtiges Gefieder. Damit hat er unseren Politikern so einiges voraus. Bild: Pixabay.

Was ist Stolz? Ist Stolz gut? Ist er wichtig? Interessiert das irgendjemand? Mir scheint, daß Stolz wichtig ist. Und daß man echten Stolz heute selten findet.

Ich möchte das Thema bewußt persönlich angehen. Professionell gesehen, begänne ich bei den Sieben Todsünden, ginge zur Nikomachischen Ethik und zu Aquinas und endete mit Dantes Paradiso und Bishop Barrons Vorträgen zum Thema. Das finde ich aber heute langweilig.

Worauf kann man stolz sein? Auf eigene Leistung. Für Ererbtes, Geschenktes, Zufälle des Lebens sollte man dankbar sein. Sagen wir, Sie haben ein wunderschönes Haus gebaut. Sind sie stolzer, wenn Sie es alleine genießen, oder wenn sie in ihm Familie und Freunde bewirten? Sind wir stolzer auf Materielles wie ein tolles Auto, oder auf Immaterielles wie einen großen spannenden Freundeskreis? Kann man als junger Mensch stolz sein? Betrachten wir ein Kleinkind, das zum ersten Mal wirklich läuft oder sein Geschäft ganz alleine verrichtet hat. Kann man nur auf sich stolz sein? Was ist mit Eltern, die ihre Kinder zu guten Abschlüssen in Schule oder Lehre, einer glücklichen Ehe, gelotst haben? Ich sah einmal ein Photo eines der Ältesten der Heiligen der Letzten Drei Tage. Der ehemalige gefeierte Chirurg steht als 95-Jähriger Witwer und Ururgroßvater in der Mitte von über 100 Kindeskindern. Er predigt übrigens noch. Mir scheint, daß man zu jeder Zeit auf etwas stolz sein kann, wenn das, worauf man Stolz empfindet, damit zu tun hat, wie man im Leben aus seinem Potential etwas gemacht hat.

Was sind die Gefahren des Stolzes? In einer Mind Map zeichneten wir da wohl Überheblichkeit, Arroganz, Hybris, Selbstüberschätzung und ähnliches ein. Da es ohne Aristoteles kaum je geht: Mut ist die Goldene Mitte zwischen Feigheit und selbstmörderischem Draufgängertum. Ich habe Stolz heute nicht bei ihm nachgelesen, aber vielleicht ist Stolz ja die Mitte zwischen Selbstverachtung und Hybris.

Ist Stolz einer Gemeinschaft von Menschen vielleicht der gesunde „Patriotismus“ einer politischen Gruppe? Ob des Dorfes oder des Reiches?

Irgendwie scheint Stolz wichtig zu sein, für Mensch und Gemeinschaft. Und genauso wichtig ist es sicher, diese Goldene Mitte auch politisch zwischen Selbstverachtung und Hybris, Scylla und Charybdis hindurchzusteuern. Haben wir heute einen Odysseus?

Ganz subjektiv kenne ich keinen stolzen Deutschen mehr. Viele meiner Freunde und Bekannten sind im Privaten stolz, und das zu Recht. Als Staatsbürger sehe ich da niemanden. Früher war die Polis die Gemeinschaft der steuerzahlenden Bürger, die nur sehr vorübergehend ihre Führer mit den wenigstmöglichen Kompetenzen ausstatten. Sie trugen ganz direkt die Verantwortung.

In der heutigen Führung der Polis sehe ich nur Hybris und Verachtung. Da ist praktisch niemand, der nach einer erwiesenen Lebensleistung in seiner Arbeit und Familie das Opfer auf sich nimmt, unseren Staat nach den uralten Gesetzen zu steuern, denen sie ihren Erfolg verdanken und die in anderen Zeiten versuchten, das Gute, Wahre und Schöne auch im notwendigerweise schmutzigen Geschäft der Politik umzusetzen. Ich sehe mit wenigen Ausnahmen 20-80-Jährige, die der Pubertät nicht entwachsen sind und keine Frittenbude betreiben könnten, ohne pleite zu gehen.

Uns ist der Stolz ausgegangen. Zu Recht. Dieser Zustand ist nicht Ursprung, sondern Folge vieler Einzelentscheidungen des letzten Jahrhunderts.

Wenn dann noch Wut und Opfermentalität dazukommen, wird sich 1933 in anderer Form entwickeln. Justin Pierre Trudeau als Ziehsohn von Klaus Schwab und Bewunderer von Chinas effektiver Politik weist uns den Weg. Hybris und Verachtung im sorgenden Wohlfahrtsstaat. Von dem jeder Kindergeld, Pendlerpauschale oder 9000€ Tesla-Subvention bekommt und ihm speichelnd dankbar dafür ist und ihn deswegen weiter mästet.

7 Kommentare

  1. …Ist Stolz einer Gemeinschaft von Menschen vielleicht der gesunde „Patriotismus“ einer politischen Gruppe? Ob des Dorfes oder des Reiches? ….

    :::::::
    Schaut ins Ausland, wie da die Leute auf sich, ihr Volk und ihre Erreichtes zu recht stölz sind! Seit einer ganze Weile beschäftige ich mich mit Ethnien, Völkern in Südafrika, schaue mir ihre Bilder, Kunstwerke, Videos an, höre ihre Musik (in Suaheli, isiZulu und isiXhosa, de untertitelt)

    Im Vergleich zu anderen Völkern wir erst einem hier so richtig bewusst, wie wir
    hier in EU-ropa und speziell in Deutschland am Gängelband laufen und beim “Verschnaufen” in der Schuld-Kultfalle und Geldquetsche sitzen! Wie uns, die Gesellschaft, diese globale Agenda durch die Politiker bereits zerstört hat

    auf die schnelle…. Bilderübersicht.
    Wenn mich goggle translate nicht belügt heist das
    Wort “proud” auf deutsch “Stolz” !

    https://www.google.com/search?source=univ&tbm=isch&q=proud+africans&client=firefox-b-lm&fir=k_Zns4y_ZhYf7M%252CA6r9hPAFYWpuQM%252C_%253BxmF1yxE9pN0HSM%252C7iBQVzc62x1TUM%252C_%253Byg8jZmXc1XRYwM%252CQBD_iXX24gcpaM%252C_%253BXtR0_M4h6gAPCM%252Ccy6C8_ThO_I_zM%252C_%253BzuH8u_LsrxZuoM%252CDcVhvwb1J4lMBM%252C_%253B0quAdTq80O25jM%252CJeqILpZBrkWUwM%252C_%253B4lMt9yTk-OwSrM%252CxMn8JvD7A6vKvM%252C_%253BZqrKCXE1VuSKcM%252CWDXnhAYK7aJVGM%252C_%253BtKGaB5yI9H9HUM%252Cn6aqsS1mEfQIhM%252C_%253BMtTz_UQolDYQNM%252Cx1hHtpXzuE-sUM%252C_%253BhjK4q6imy_pcxM%252Chk2Q3DAl9sjRfM%252C_%253BuCHsSC1avtzG7M%252Cz0JO6ka8UWqXfM%252C_%253B3DjuCaTy0n5FvM%252CO1fgKKEx4dSamM%252C_%253BNEB-nOVXfhbQnM%252C8wN__d8xbvc8OM%252C_&usg=AI4_-kRE9HvfyWbWTL_AUxd5dFnEdx4cAQ&sa=X&ved=2ahUKEwilgYGrprz2AhVcIMUKHbxMCj8Q7Al6BAgREDk&biw=1667&bih=865

    ….ich empfinde nur noch extreme Wut, Abscheu und manchmal sogar Hass auf bestimmte Leute in unsere Gesellschaft.

    1. Was meine ich damit, na sowas z.B.
      ::::::::
      SDA Music Ministries
      24.500 Abonnenten

      *ttps://www.youtube.com/channel/UCRLgOMbMgtBNNxHAmmJ_cHw
      ::::::::::

      Andisoze Ndikushiye (I Will Never Leave Thee) – Hymn 232

      Jesus is coming soon are we ready?

      1
      Andisoze ndikushiye Ndingekhe ndikulahle;
      Ndokusiza ndikugcine, Ngenxa yegama lami;
      Ungoyiki bubi wena, Yamkela icebo lam.

      2
      Xa sivuthuz’ isaqhwithi, Biza mna ngomthandazo;
      Ndokusongel’ ezingalwen’, Ndikwaluse ngenceba;
      Wakulingwa, wakulingwa, Ndokugecel’ indlela.

      3
      Xeshikweni kukhazimla, Ungqongwe zint’ ezintle,
      Ngathi kubalek’ umlambo, Konke kukholekile,
      Ndoba nawe, ndoba nawe, Ndokubek’ endleleni.

      4
      Wakutshon’ elusizini, Ukwanentandabuzo,
      Utshone ezinkungwini, Ndokukhanyisela mna,
      Ize indwe yothando lwam Ndiyiphakamisel

      …wird eigentlich in unseren Kirchen, (kath, ev., frei) noch voller Inbrunst gesungen und der Lobpreis des Herrn aufrecht erhalten, oder sind diese Gebetsorte seit langen schon Orte der politischen, sexuellen, gesellschaftlichen Obzönitäten ?

  2. Stolz sollte ein Gefühl der Zufriedenheit mit sich selbst und seiner Umwelt und seinem Umfeld überhaupt sein.
    Stolz bezieht sich immer auf ein Ganzes.
    Deshalb brauchen wir dringend Stolz, weil daraus unser ganzes Wissen und Wesen basiert.

    Aber Stolz kann auch aus Hochmut, Arroganz und Eitelkeit entstanden sein, das ist dann eher negativer Stolz und nur kurz wirksam.

    Also ist Stolz sehr vielfältig, aber er ist für unseres Leben total wichtig, weil wir daraus die Lebenskraft und den Lebenssinn ziehen können.

    Also Leute seid Stolz auf euch, es wird euch nützen, gerade in schweren Zeiten eine Stabilität gegen alle Anfeindungen zu erlangen.
    Danke für diese Anregung.

    1. Gebe dir 100% recht, Ingrid. Stolz darf man sein, wenn man heute ein kleines Stueckchen besser geworden ist, als gestern. Etwas schlauer, etwas froher, etwas geleistet hat, etwas fuer andere verbessert hat, usw. Viele sind nur stolz auf einen Status, inzwischen auch auf ihren Opferstatus. Das ist nicht positiv.

      1. …”ich bin Moslem, und wehe Kuffar, du gehst mir nicht aussem Weg”..

        Alltag auf den Strassen in Deutschland !

    2. Ingrid, Du hast es so ziemlich gepackt. Mir scheint es auch wichtig, dass man stolz auf seine eigenen Leistungen ist und dabei sich immer bewusst ist, dass bei 8 Milliarden Menschen es immer bessere gibt. Und dass man seine eigenen Leistungen möglichst wahrheitsgemäß bewertet, nicht überbewertet aber auch nicht unterbewertet. Keine falsche Bescheidenheit, aber auch kein Größenwahn. Nach meiner Meinung ist in diesem Fall das Wort von Jesus wichtig: „Du sollst dein Licht nicht unter den Scheffel stellen.“ Aber eben auch nicht überbewerten.

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