Warum ist Putin in die Ukraine einmarschiert?

(www.conservo.blog)

von Soeren Kern *)

Vorbemerkung Maria Schneider: Ich veröffentliche unterschiedliche Meinungen. Wenn es beipielsweise eine sehr gute politische Analyse auf einer “linken” Seite gibt, habe ich im Interesse ausgewogener Informationen keine Probleme damit, diese zu übernehmen. Dies heißt nicht, das dieser Blog automatisch “links”, oder “mainstream” werden würde. Das Gleiche gilt für verschiedenste Artikel zu Russland und der Ukraine. Deren Veröffentlichung bedeutet nicht, dass dieser Blog pro-russisch, anti-russisch, pro-USA, anti-USA, pro-Putin oder anti-Putin werden würde. Ziel ist, wieder Raum für Debatten zu schaffen. Wie bereits erwähnt, werden der linksgrüne Klimawahn, Kommunismus und LGBT-Propaganda nicht unterstützt.

Die 15 Unionsrepubliken zwischen 1956 und 1991: 1. Armenien UdSSR 2. Aserbaidschan UdSSR 3. Belarus UdSSR 4. Estland UdSSR 5. Georgien UdSSR 6. Kasachstan UdSSR 7. Kir-gistan UdSSR 8. Lettland 9. Litauen 10. Moldavien 11. Russland 12 Tadschikistan 13. Turkmenis-tan 14. Ukraine 15. Usbekistan. CC BY-SA 3.0, Wikipedia.org

Fast drei Wochen sind vergangen, seit der russische Präsident Wladimir Putin mit der Invasion der Ukraine begonnen hat, aber es ist immer noch nicht klar, warum er das getan hat und was er zu erreichen hofft. Westliche Analysten, Kommentatoren und Regierungsbeamte haben mehr als ein Dutzend Theorien aufgestellt, um Putins Handlungen, Motive und Ziele zu erklären.

Einige Analysten gehen davon aus, dass Putin von dem Wunsch motiviert ist, das Russische Reich wieder aufzubauen. Andere sagen, er sei besessen davon, die Ukraine wieder in den Einflussbereich Russlands zu bringen. Einige glauben, dass Putin die riesigen Offshore-Energieressourcen der Ukraine kontrollieren will. Wieder andere spekulieren, dass Putin, ein alternder Autokrat, versucht, seine Macht zu behalten.

Während manche argumentieren, dass Putin eine langfristige proaktive Strategie verfolgt, die darauf abzielt, Russlands Vormachtstellung in Europa zu etablieren, glauben andere, dass er ein kurzfristiger Reaktionär ist, der versucht, die Überreste von Russlands abnehmende Stellung auf der Weltbühne zu bewahren.

Das Folgende ist eine Zusammenstellung von acht unterschiedlichen, aber komplementären Theorien, die zu erklären versuchen, warum Putin in die Ukraine einmarschiert ist:

1. Aufbau eines Imperiums

Die häufigste Erklärung für Russlands Invasion in der Ukraine ist, dass Putin, der vor Groll über den Niedergang des Sowjetimperiums brennt, entschlossen ist, Russland (allgemein als Regionalmacht betrachtet) als Großmacht wiederherzustellen, die auf globaler Ebene Einfluss ausüben kann.

Nach dieser Theorie zielt Putin darauf ab, die Kontrolle über die 14 postsowjetischen Staaten zurückzugewinnen – oft als Russlands “nahes Ausland” bezeichnet – die nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr 1991 unabhängig wurden. Dies ist Teil eines umfassenderen Plans zum Wiederaufbau des Russischen Reiches, das territorial noch ausgedehnter war als das Sowjetreich.

Die Theorie des russischen Imperiums besagt, dass Putins Invasion in Georgien im Jahr 2008 und auf der Krim im Jahr 2014 sowie seine Entscheidung im Jahr 2015, militärisch in Syrien einzugreifen, allesamt Teile einer Strategie zur Wiederherstellung der geopolitischen Stellung Russlands waren – und die von den USA geführte, auf Regeln basierende internationale Ordnung zu untergraben.

Diejenigen, die glauben, dass Putin versucht, Russland wieder als Großmacht zu etablieren, sagen, dass er, sobald er die Kontrolle über die Ukraine erlangt, seinen Fokus auf andere ehemalige Sowjetrepubliken richten wird, darunter die baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen und schließlich Bulgarien und Rumänien und sogar Polen.

Putins oberstes Ziel sei es, die Vereinigten Staaten aus Europa zu vertreiben, eine exklusive Großmacht-Einflusssphäre für Russland auf dem Kontinent zu errichten und die europäische Sicherheitsordnung zu dominieren.

Die russische Literatur unterstützt diese Ansicht. 1997 beispielsweise veröffentlichte der russische Stratege Aleksandr Dugin, ein Freund Putins, ein sehr einflussreiches Buch – “Grundlagen der Geopolitik: Die geopolitische Zukunft Russlands” –, in dem er argumentierte, dass Putins langfristiges Ziel die Schaffung nicht eines Russischen, sondern eines Eurasischen Reiches sei.

Dugins Buch, das Pflichtlektüre an russischen Militärakademien ist, besagt, dass Georgien zerstückelt, Finnland annektiert und die Ukraine zu existieren aufhören sollte, um Russland wieder groß zu machen: “Die Ukraine als unabhängiger Staat mit bestimmten territorialen Ambitionen stellt eine enorme Gefahr für ganz Eurasien dar.” Dugin, der als “Putins Rasputin” beschrieben wurde, fügte hinzu:

“Das Eurasische Imperium wird auf dem Grundprinzip des gemeinsamen Feindes aufgebaut werden: der Ablehnung des Atlantizismus, der strategischen Kontrolle der USA und der Weigerung, uns von liberalen Werten dominieren zu lassen.”

Im April 2005 wiederholte Putin dieses Gefühl, als er in seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation den Zusammenbruch des Sowjetimperiums als “die größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts” beschrieb. Seitdem hat Putin immer wieder die von den USA geführte Weltordnung kritisiert, in der Russland eine untergeordnete Position einnimmt.

Im Februar 2007 griff Putin während einer Rede auf der Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik die Idee einer “unipolaren” Weltordnung an, in der die Vereinigten Staaten als einzige Supermacht ihre liberaldemokratischen Werte in anderen Teilen der Welt, einschließlich Russland, verbreiten könnten.

Im Oktober 2014 kritisierte Putin in einer Rede vor dem Valdai Diskussionsklub, einer hochkarätigen russischen Denkfabrik, der in der Nähe des Kremls angesiedelt ist, die liberale internationale Ordnung nach dem Zweiten Weltkrieg, deren Prinzipien und Normen – einschließlich der Einhaltung der Rechtsstaatlichkeit, die Achtung der Menschenrechte und die Förderung der liberalen Demokratie sowie die Wahrung der Unantastbarkeit der territorialen Souveränität und bestehenden Grenzen – seit fast 80 Jahren die Handhabung internationaler Beziehungen geregelt haben. Putin forderte die Schaffung einer neuen multipolaren Weltordnung, die den Interessen eines autokratischen Russlands entgegenkommt.

Der verstorbene Zbigniew Brzezinski (ehemaliger nationaler Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter) schrieb 1997 in seinem Buch “The Grand Chessboard“, dass die Ukraine für die imperialen Ambitionen Russlands von wesentlicher Bedeutung sei:

“Ohne die Ukraine hört Russland auf, ein eurasisches Imperium zu sein … Wenn Moskau jedoch die Kontrolle über die Ukraine mit ihren 52 Millionen Einwohnern und ihren großen Ressourcen sowie ihrem Zugang zum Schwarzen Meer wiedererlangt, erhält Russland automatisch wieder die nötigen Mittel, um ein mächtiger imperialer Staat, der Europa und Asien umspannt, zu werden.”

Der deutsche Historiker Jan Behrends twitterte:

“Machen Sie keinen Fehler: Für #Putin geht es nicht um die EU oder die NATO, es geht um seine Mission, das russische Imperium wiederherzustellen. Nicht mehr und nicht weniger. Die #Ukraine ist nur eine Bühne, die NATO ist nur ein Ärgernis. Aber das ultimative Ziel ist Russlands Hegemonie in Europa.”

Ukraineexperte Peter Dickinson, für den Atlantikrat schreibend, stellte fest:

“Putins extreme Feindseligkeit gegenüber der Ukraine ist geprägt von seinen imperialistischen Instinkten. Es wird oft suggeriert, Putin wolle die Sowjetunion neu erschaffen, aber das ist eigentlich weit davon entfernt. Tatsächlich ist er ein russischer Imperialist, der von einem wiederbelebten Zarenreich träumt und die frühen sowjetischen Behörden beschuldigt, angestammtes russisches Land an die Ukraine und andere Sowjetrepubliken abgegeben zu haben.”

Der bulgarische Gelehrte Ivan Krastev ist einverstanden:

“Amerika und Europa sind sich nicht uneinig darüber, was Herr Putin will. Bei allen Spekulationen über Motive ist so viel klar: Der Kreml will einen symbolischen Bruch mit den 1990er Jahren, die Ordnung nach dem Kalten Krieg begraben. Das würde die Form einer neuen europäischen Sicherheitsarchitektur, die den Einflussbereich Russlands im postsowjetischen Raum anerkennt und die Universalität westlicher Werte ablehnt, annehmen: Ziel ist nicht die Wiederherstellung der Sowjetunion, sondern die Wiederherstellung dessen, was Putin als historisches Russland ansieht.”

Der transatlantische Sicherheitsanalyst Andrew Michta fügte hinzu, dass:

“[Putins Invasion in der Ukraine ist] der Höhepunkt von fast zwei Jahrzehnten Politik, die darauf abzielt, das Russische Imperium wieder aufzubauen und Russland als einen der Hauptakteure, die befugt sind, die Zukunft des Kontinents zu gestalten, zurück in die europäische Politik zu bringen.”

Michta schrieb für den National Security Blog “1945” und führte weiter aus:

“Aus Moskaus Perspektive ist der Ukrainekrieg praktisch die letzte Schlacht des Kalten Krieges – für Russland eine Zeit, um seinen Platz auf dem europäischen Schachbrett als großes Imperium, das die Macht hat, das Schicksal des Kontinents in Zukunft zu gestalten, zurückzuerobern. Der Westen muss verstehen und akzeptieren, dass erst nach einer eindeutigen Niederlage Russlands in der Ukraine endlich eine echte Einigung nach dem Kalten Krieg möglich sein wird.”

2. Pufferzone

Viele Analysten schreiben die russische Invasion in der Ukraine der Geopolitik zu, die versucht, das Verhalten von Staaten durch die Linse der Geographie zu erklären.

Der größte Teil des westlichen Teils Russlands liegt in der Russischen Ebene, einem riesigen, bergfreien Gebiet, das sich über 4.000.000 Quadratkilometer (1,5 Millionen Quadratmeilen) erstreckt. Das weite Flachland, auch Osteuropäische Ebene genannt, stellt Russland vor ein akutes Sicherheitsproblem: Eine feindliche Armee, die aus Mittel- oder Osteuropa eindringt, würde auf wenige geografische Hindernisse stoßen, um das russische Kernland zu erreichen. Mit anderen Worten, Russland ist aufgrund seiner geografischen Lage besonders schwer zu verteidigen.

Der erfahrene geopolitische Analyst Robert Kaplan schrieb, dass die Geografie der Ausgangspunkt für das Verständnis von allem anderen betreffend Russland ist:

“Russland bleibt illiberal und autokratisch, weil es im Gegensatz zu Großbritannien und Amerika kein Inselstaat ist, sondern ein riesiger Kontinent mit wenigen geografischen Merkmalen, die es vor einer Invasion schützen. Putins Aggression rührt letztendlich von dieser grundlegenden geografischen Unsicherheit her.”

Russlands Führer haben in der Vergangenheit versucht, strategische Tiefe zu erlangen, indem sie nach außen drängten, um Pufferzonen zu schaffen – territoriale Barrieren, die die Distanz und die Zeit erhöhen, die Eindringlinge überwinden müssten, um Moskau zu erreichen.

Das Russische Reich umfasste das Baltikum, Finnland und Polen, die alle als Puffer dienten. Die Sowjetunion schuf den Warschauer Pakt – zu dem Albanien, Bulgarien, die Tschechoslowakei, Ostdeutschland, Ungarn, Polen und Rumänien gehörten – als riesigen Puffer zum Schutz vor potenziellen Eindringlingen.

Die meisten Länder des ehemaligen Warschauer Paktes sind heute Mitglieder der NATO. Damit bleiben Weißrussland, Moldawien und die Ukraine, die strategisch günstig zwischen Russland und dem Westen liegen, die einzigen osteuropäischen Länder, die als russische Pufferstaaten fungieren. Einige Analysten argumentieren, dass Russlands wahrgenommenes Bedürfnis nach einem Puffer der Hauptgrund für Putins Entscheidung ist, in die Ukraine einzumarschieren.

Mark Galeotti, ein führender britischer Gelehrter der russischen Machtpolitik, hielt fest, dass der Besitz einer Pufferzone für Russlands Verständnis von Großmachtstatus wesentlich ist:

“Aus Putins Sicht hat er so viel von seiner politischen Identität um die Vorstellung herum aufgebaut, Russland zu einer Großmacht zu machen und es als Großmacht anerkannt zu machen. Wenn er an Großmacht denkt, ist er im Wesentlichen ein Geopolitiker des 19. Jahrhunderts. Nicht die Macht wirtschaftlicher Konnektivität oder technologischer Innovation, geschweige denn Soft Power. Nein. Großmacht hat, in guten altmodischen Begriffen, eine Einflusssphäre, Länder, deren Souveränität Deiner eigenen untergeordnet ist.”

Andere glauben, dass das Konzept der Pufferstaaten überholt ist. Der internationale Sicherheitsexperte Benjamin Denison argumentierte beispielsweise, dass Russland die Notwendigkeit einer Pufferzone nicht rechtfertigen könne:

“Sobald Atomwaffen erfunden wurden … wurden Pufferstaaten unabhängig von der Geographie nicht länger als notwendig angesehen, da die nukleare Abschreckung dazu diente, die territoriale Integrität von Großmächten mit nuklearen Fähigkeiten sicherzustellen …. Der Nutzen von Pufferstaaten und die Belange der Geographie haben sich nach der nuklearen Revolution ganz klar verändert. Ohne die Sorge um schnelle Invasionen in das Heimatland einer rivalisierenden Großmacht verlieren Pufferstaaten ihren Nutzen, unabhängig von der Geographie des Territoriums…

“Die enge Definition nationaler Interessen für die Geografie und die Vorgabe, dass die Geografie die Staaten dazu drängt, vergangene Handlungen im Laufe der Geschichte zu wiederholen, fördert nur unexaktes Denken und verzeiht russische Landnahmen als natürlich.”

3. Ukrainische Unabhängigkeit

Eng verwoben mit Theorien über Imperiumsaufbau und Geopolitik ist Putins Besessenheit, die ukrainische Souveränität auszulöschen. Putin behauptet, die Ukraine sei seit Jahrhunderten Teil Russlands und ihre Unabhängigkeit im August 1991 sei ein historischer Fehler gewesen. Die Ukraine, so behauptet er, habe kein Existenzrecht.

Putin hat das Recht der Ukraine auf Staatlichkeit und Souveränität wiederholt heruntergespielt oder negiert:

  • Im Jahr 2008 sagte Putin zu William Burns, dem damaligen US-Botschafter in Russland (jetzt Direktor der CIA): “Wissen Sie nicht, dass die Ukraine nicht einmal ein richtiges Land ist? Ein Teil davon ist in Wirklichkeit osteuropäisch und ein Teil ist in Wirklichkeit russisch.”
  • Im Juli 2021 verfasste Putin einen 7.000-Wörter-Aufsatz – “On the Historical Unity of Russians and Ukrainians” (“Über die historische Einheit von Russen und Ukrainern”) – in dem er seine Verachtung für die ukrainische Staatlichkeit zum Ausdruck brachte, die Legitimität der ukrainischen Grenzen in Frage stellte und argumentierte, dass die heutige Ukraine “Ländereien des historischen Russlands” besetze. Er schloss: “Ich bin zuversichtlich, dass eine wahre Souveränität der Ukraine nur in Partnerschaft mit Russland möglich ist.”
  • Im Februar 2022, nur drei Tage vor Beginn seiner Invasion, sagte Putin, die Ukraine sei ein Fake-Staat, der von Wladimir Lenin, dem Gründer der Sowjetunion, geschaffen wurde:

“Die moderne Ukraine wurde vollständig von Russland oder, genauer gesagt, von den Bolschewiki, dem kommunistischen Russland, geschaffen. Dieser Prozess begann praktisch gleich nach der Revolution von 1917, und Lenin und seine Gefährten taten dies auf eine Weise, die Russland gegenüber äußerst hart war – indem sie das historisch russische Land abtrennten, verstümmelten … Die Sowjetukraine ist das Ergebnis der Politik der Bolschewiki und kann mit Recht als “Wladimir Lenins Ukraine” bezeichnet werden. Er war ihr Schöpfer und Architekt.”

Der Russlandwissenschaftler Mark Katz argumentierte in einem Essay – “Blame It on Lenin: What Putin Gets Wrong About Ukraine” (“Gib Lenin die Schuld: Was Putin betreffend der Ukraine falsch versteht”) – dass Putin Lehren aus Lenins Erkenntnis ziehen sollte, dass eine entgegenkommendere Herangehensweise an den ukrainischen Nationalismus den langfristigen Interessen Russlands besser dienen würde:

“Putin kann sich dem Problem nicht entziehen, mit dem sich auch Lenin selbst auseinandersetzen musste, nämlich, wie man Nichtrussen damit versöhnt, von Russland regiert zu werden. Die gewaltsame Auferlegung der russischen Herrschaft über einen Teil – geschweige denn die gesamte Ukraine – wird eine solche Versöhnung nicht herbeiführen. Selbst wenn die Ukrainer der gewaltsamen Auferlegung der russischen Herrschaft über einen Teil oder die gesamte Ukraine jetzt nicht widerstehen können, wird Putins Erfolg bei der Durchsetzung äusserst wahrscheinlich die Gefühle des ukrainischen Nationalismus verstärken und dazu führen, dass er bei jeder sich bietenden Gelegenheit wieder aufflammt.”

Die politische Unabhängigkeit der Ukraine wurde von einem lang andauernden Streit mit Russland über die religiöse Zugehörigkeit begleitet. Im Januar 2019 erlangte die orthodoxe Kirche in der Ukraine in dem, was als “der größte Riss im Christentum seit Jahrhunderten” beschrieben wurde, die Unabhängigkeit (Autokephalie) von der russischen Kirche. Die ukrainische Kirche war seit 1686 unter der Jurisdiktion des Moskauer Patriarchats. Ihre Autonomie versetzte der russischen Kirche, die damit rund ein Fünftel der 150 Millionen orthodoxen Christen unter ihrer Autorität verlor, einen Schlag.

Die ukrainische Regierung behauptete, dass von Moskau unterstützte Kirchen in der Ukraine vom Kreml benutzt würden, um Propaganda zu verbreiten und russische Separatisten in der östlichen Donbass-Region zu unterstützen. Putin will, dass die ukrainische Kirche in den Einflussbereich Moskaus zurückkehrt, und hat vor “einem schweren Streit, wenn nicht sogar Blutvergießen” über jeden Versuch gewarnt, das Eigentum an Kirchenbesitz zu übertragen.

Das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill von Moskau, hat erklärt, dass Kiew, wo die orthodoxe Religion begann, in Bezug auf seine historische Bedeutung mit Jerusalem vergleichbar sei:

“Die Ukraine liegt nicht an der Peripherie unserer Kirche. Wir nennen Kiew ‘die Mutter aller russischen Städte’. Für uns ist Kiew das, was für viele Jerusalem ist. Dort hat die russische Orthodoxie ihren Anfang genommen, also dürfen wir diese historische und spirituelle Beziehung auf keinen Fall aufgeben. Die ganze Einheit unserer Ortskirche basiert auf diesen geistlichen Banden.”

Am 6. März hiess Kirill – ein ehemaliger KGB-Agent, der aufgrund seiner Unterwürfigkeit gegenüber dem russischen Führer als “Putins Ministrant” bekannt ist – öffentlich die Invasion der Ukraine gut. In einer Predigt wiederholte er Putins Behauptungen, dass die ukrainische Regierung einen “Völkermord” an den Russen in der Ukraine verübe: “Seit acht Jahren findet im Donbass die Unterdrückung, Vernichtung von Menschen statt. Acht Jahre des Leidens und die ganze Welt schweigt .”

Der deutsche geopolitische Analyst Ulrich Speck schrieb:

“Für Putin ist die Zerstörung der Unabhängigkeit der Ukraine zu einer Besessenheit geworden … Putin hat oft gesagt und sogar geschrieben, dass die Ukraine keine separate Nation sei und nicht als souveräner Staat existieren sollte. Es ist diese grundlegende Ablehnung, die Putin dazu geführt hat diesen völlig sinnlosen Krieg zu führen, den er nicht gewinnen kann. Und das führt uns zum Problem des Friedensschlusses: Entweder hat die Ukraine das Recht, als Nation und als souveräner Staat zu existieren, oder nicht. Souveränität ist unteilbar. Putin bestreitet es, die Ukraine verteidigt es. Wie kann man einen Kompromiss über die Existenz der Ukraine als souveränen Staat eingehen? Unmöglich. Deshalb können beide Seiten nur kämpfen, bis sie gewinnen.

“Normalerweise geht es bei zwischenstaatlichen Kriegen um Konflikte zwischen ihnen selbst. Hier handelt es sich um einen Krieg um die Existenz eines Staates, der vom Angreifer geleugnet wird. Deshalb gelten die üblichen Konzepte der Friedensstiftung – das Finden eines Kompromisses – nicht. Wenn die Ukraine als souveräner Staat weiterbesteht, hat Putin verloren. Ihn interessiert nicht der territoriale Gewinn als solcher, der ist vielmehr eine Last für ihn. Ihn interessiert nur die Kontrolle über das ganze Land. Alles andere ist für ihn eine Niederlage.”

Der Ukraine-Experte Taras Kuzio fügte hinzu:

“Die wahre Ursache der heutigen Krise ist Putins Streben, die Ukraine in den russischen Orbit zurückzubringen. In den letzten acht Jahren hat er eine Kombination aus direkter militärischer Intervention, Cyberangriffen, Desinformationskampagnen, wirtschaftlichem Druck und Zwangsdiplomatie eingesetzt, um zu versuchen die Ukraine dazu zu zwingen, ihre euroatlantischen Ambitionen aufzugeben…

“Putins ultimatives Ziel ist die Kapitulation der Ukraine und die Aufnahme des Landes in die russische Einflusssphäre. Sein obsessives Streben nach diesem Ziel hat die Welt bereits in einen neuen Kalten Krieg gestürzt…

“Nichts Geringeres als die Rückkehr der Ukraine in den Orbit des Kreml wird Putin zufrieden stellen oder seine Befürchtungen über den weiteren Zusammenbruch des russischen imperialen Erbes zerstreuen. Er wird nicht aufhören, bis er gestoppt wird. Um dies zu erreichen, muss der Westen in seiner Reaktion weitaus robuster werden gegen die russische imperiale Aggression und gleichzeitig die eigene euro-atlantische Integration der Ukraine beschleunigen.”

4. NATO

Diese Theorie besagt, dass Putin in die Ukraine einmarschiert ist, um sie daran zu hindern, der NATO beizutreten. Der russische Präsident hat wiederholt gefordert, dass der Westen “sofort” garantiert, dass die Ukraine weder der Nato noch der Europäischen Union beitreten darf.

Ein lautstarker Befürworter dieser Sichtweise ist der amerikanische Theoretiker der internationalen Beziehungen, John Mearsheimer, der in einem umstrittenen Essay “Why the Ukraine Crisis Is the West’s Fault” (“Warum die Ukrainekrise der Fehler des Westens ist”) argumentierte, dass die Osterweiterung der NATO Putin provozierte, militärisch gegen die Ukraine vorzugehen:

“Die Vereinigten Staaten und ihre europäischen Verbündeten teilen den größten Teil der Verantwortung für die Krise. Die Wurzel des Problems ist die NATO-Erweiterung, das zentrale Element einer umfassenderen Strategie, um die Ukraine aus dem Einflussbereich Russlands zu holen und sie in den Westen zu integrieren…

“Seit Mitte der 1990er-Jahre haben sich die russischen Führer entschieden gegen eine NATO-Erweiterung ausgesprochen und in den letzten Jahren deutlich gemacht, dass sie nicht zusehen würden, wenn ihr strategisch wichtiger Nachbar zu einer westlichen Bastion wird.”

In einem kürzlichen Interview mit The New Yorker machte Mearsheimer die Vereinigten Staaten und ihre europäischen Verbündeten für den aktuellen Konflikt verantwortlich:

“Ich denke, der ganze Ärger begann in diesem Fall wirklich im April 2008 auf dem NATO-Gipfel in Bukarest, wo die NATO danach eine Erklärung abgab, dass die Ukraine und Georgien Teil der NATO werden würden.”

Tatsächlich hat sich Putin nicht immer gegen eine NATO-Erweiterung ausgesprochen. Mehrfach ging er so weit, zu sagen, die Osterweiterung der Nato sei kein Problem für Russland.

Im März 2000 wurde Putin beispielsweise in einem Interview mit dem verstorbenen BBC-Fernsehmoderator David Frost gefragt, ob er die NATO als potenziellen Partner, Rivalen oder Feind betrachte. Putin antwortete:

“Russland ist Teil der europäischen Kultur. Und ich kann mir mein eigenes Land nicht isoliert von Europa und dem, was wir oft die zivilisierte Welt nennen, vorstellen. Daher fällt es mir schwer, mir die NATO als Feind vorzustellen.”

Im November 2001 wurde Putin in einem Interview mit National Public Radio gefragt, ob er gegen die Aufnahme der drei baltischen Staaten – Litauen, Lettland und Estland – in die NATO sei. Er antwortete:

“Wir sind natürlich nicht in einer Position, den Menschen vorzuschreiben, was sie tun sollen. Wir können den Menschen nicht verbieten, bestimmte Entscheidungen zu treffen, wenn sie die Sicherheit ihrer Nationen auf bestimmte Weise erhöhen wollen.”

Als Putin im Mai 2002 nach der Zukunft der Beziehungen zwischen der NATO und der Ukraine gefragt wurde, sagte er nüchtern, dass es ihm so oder so egal sei:

“Ich bin fest davon überzeugt, dass die Ukraine die Prozesse der Ausweitung der Interaktion mit der NATO und den westlichen Alliierten insgesamt nicht scheuen wird. Die Ukraine hat ihre eigenen Beziehungen zur NATO, es gibt den Ukraine-NATO-Rat Die Entscheidung liegt bei der NATO und der Ukraine. Es ist Sache dieser beiden Partner.”

Putins Position zur NATO-Erweiterung änderte sich radikal nach der Orangenen Revolution von 2004, die durch Moskaus Versuch ausgelöst wurde, die ukrainischen Präsidentschaftswahlen zu stehlen. Ein massiver demokratiefreundlicher Aufstand führte schließlich zur Niederlage von Putins Wunschkandidaten Viktor Janukowitsch, der letztlich 2010 Präsident der Ukraine wurde, aber bei der Euromaidan-Revolution 2014 gestürzt wurde.

Der frühere NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erörterte kürzlich in einem Interview mit Radio Free Europe, wie sich Putins Ansichten über die NATO geändert haben:

“Herr Putin hat sich im Laufe der Jahre verändert. Mein erstes Treffen fand 2002 statt … und er war sehr positiv in Bezug auf die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Westen. Dann änderte er allmählich seine Meinung, wurde gegenüber dem Westen zunehmend ablehnend und 2008 griff er Georgien an … 2014 eroberte er die Krim, und jetzt haben wir eine großangelegte Invasion der Ukraine erlebt, also hat er sich im Laufe der Jahre wirklich verändert.

“Ich denke, die Revolutionen in Georgien und der Ukraine in den Jahren 2004 und 2005 haben zu seinem Sinneswandel beigetragen. Wir sollten nicht vergessen, dass Wladimir Putin im KGB aufgewachsen ist. Sein Denken ist also sehr stark von dieser Vergangenheit beeinflusst. Ich denke, er leidet an Paranoia, und er dachte, nach den farbigen Revolutionen in Georgien und der Ukraine sei es das Ziel [des Westens], auch im Kreml – in Moskau – einen Regimewechsel einzuleiten, und deshalb wandte er sich gegen den Westen.

“Ich gebe Putin und Russland die Schuld. Russland ist kein Opfer. Wir haben im Laufe der Geschichte mehrmals die Hand Richtung Russland ausgestreckt … Zuerst haben wir 1997 die NATO-Russland-Gründungsakte angenommen … Das nächste Mal 2002 haben wir noch einmal die Hand ausgestreckt, etwas ganz Besonderes gegründet, nämlich den NATO-Russland-Rat, und 2010 haben wir auf einem NATO-Russland-Gipfel beschlossen, eine strategische Partnerschaft zwischen Russland und der NATO aufzubauen. Wieder haben wir Russland gegenüber die Hand ausgestreckt.

“Ich denke, wir hätten mehr tun müssen, um Putin abzuschrecken. 2008 hat er Georgien angegriffen, Abchasien und Südossetien de facto eingenommen. Wir hätten schon damals viel entschlossener reagieren können.”

In den letzten Jahren hat Putin wiederholt behauptet, dass die NATO-Erweiterung nach dem Kalten Krieg eine Bedrohung für Russland darstelle, die keine andere Wahl lasse, als sich zu verteidigen. Er hat auch den Westen beschuldigt, versucht zu haben, Russland einzukreisen. Tatsächlich sind von den 14 Ländern, die an Russland grenzen, nur fünf NATO-Mitglieder. Die Grenzen dieser fünf Länder – Estland, Lettland, Litauen, Norwegen und Polen – grenzen nur an 5 % der Gesamtgrenzen Russlands aneinander.

Putin hat behauptet, die Nato habe feierliche Versprechen gebrochen, die sie in den 1990er Jahren gemacht hatte, dass das Bündnis nicht nach Osten expandieren würde. “Sie haben uns in den 1990er Jahren versprochen, dass sich die NATO keinen Zentimeter nach Osten bewegen würde. Sie haben uns dreist betrogen”, sagte er während einer Pressekonferenz im Dezember 2021. Michail Gorbatschow, der damalige Präsident der Sowjetunion, widersprach, dass solche Versprechungen nie gemacht wurden.

Putin hat kürzlich drei völlig unrealistische Forderungen aufgestellt: Die NATO müsse ihre Streitkräfte auf ihre Grenzen von 1997 zurückziehen; Die NATO dürfe anderen Ländern, einschließlich Finnland, Schweden, Moldawien oder Georgien, keine Mitgliedschaft anbieten; Die NATO müsse schriftlich garantieren, dass die Ukraine dem Bündnis niemals beitreten wird.

Der russische Historiker Dmitri Trenin, der für Foreign Affairs schrieb, argumentierte in einem Essay – “What Putin Really Wants in Ukraine” (“Was Putin wirklich in der Ukraine will”) – dass Putin die NATO-Expansion stoppen wolle, nicht mehr Territorium annektieren:

“Putins Aktionen deuten darauf hin, dass sein wahres Ziel nicht darin besteht, die Ukraine zu erobern und sie in Russland einzugliedern, sondern die Situation nach dem Kalten Krieg im Osten Europas zu ändern. Diese Situation ließ Russland als Regel-Nehmer ohne viel Mitspracherecht bei der europäischen Sicherheit zurück, die um die NATO herum zentriert war. Wenn es ihm gelingt, die NATO aus der Ukraine, Georgien und Moldawien und die US-Mittelstreckenraketen aus Europa fernzuhalten, glaubt er, einen Teil des Schadens reparieren zu können, den Russlands Sicherheit nach dem Ende des Kalten Krieges erlitten hat. Das könnte im Jahr 2024 als nützliches Wahlkampfargument dienen, wenn Putins Wiederwahl ansteht.”

5. Demokratie

Diese Theorie besagt, dass die Ukraine, eine blühende Demokratie, eine existenzielle Bedrohung für Putins autokratisches Regierungsmodell darstellt. Der Fortbestand einer westlich ausgerichteten, souveränen, freien und demokratischen Ukraine könnte das russische Volk dazu inspirieren, dasselbe zu fordern.

Der frühere US-Botschafter in Russland, Michael McFaul, und Robert Person, Professor an der Militärakademie der Vereinigten Staaten, schrieben, dass Putin Angst vor der Demokratie in der Ukraine habe:

“In den letzten dreißig Jahren ist die Bedeutung des Themas [NATO-Erweiterung] gestiegen und gefallen, nicht in erster Linie wegen der Wellen der NATO-Erweiterungen, sondern vielmehr aufgrund der Wellen der demokratischen Erweiterung in Eurasien. In einem sehr klaren Muster sind Moskaus Beschwerden über die NATO nach demokratischen Durchbrüchen angestiegen…

“Weil die primäre Bedrohung für Putin und sein autokratisches Regime die Demokratie und nicht die NATO ist, würde diese wahrgenommene Bedrohung mit einem Moratorium für die NATO-Erweiterung nicht auf magische Weise verschwinden. Putin würde nicht aufhören, die Demokratie und Souveränität in der Ukraine, Georgien oder der Region als Ganzes zu untergraben, wenn die NATO zu expandieren aufhörte. Solange die Bürger in freien Ländern ihr demokratisches Recht ausüben, ihre eigenen Führer zu wählen und ihren eigenen Kurs in der Innen- und Außenpolitik zu bestimmen, wird Putin sie in seinem Fadenkreuz behalten…

“Die schwerwiegendere Ursache der Spannungen war eine Reihe von demokratischen Durchbrüchen und Volksprotesten für die Freiheit in den 2000er Jahren, die viele als “farbige Revolutionen” bezeichnen. Putin glaubt, dass die nationalen Interessen Russlands durch das bedroht wurden, was er als US-unterstützte Putsche porträtiert. Nach jedem von ihnen – Serbien 2000, Georgien 2003, Ukraine 2004, Arabischer Frühling 2011, Russland 2011-12 und Ukraine 2013-14 – ist Putin zu einer feindseligeren Politik gegenüber den Vereinigten Staaten übergegangen und berief sich dann auf die Bedrohung durch die NATO als Rechtfertigung dafür…

“Ukrainer, die sich zur Verteidigung ihrer Freiheit erhoben, waren nach Putins eigener Einschätzung slawische Brüder mit engen historischen, religiösen und kulturellen Verbindungen zu Russland. Wenn es in Kiew passieren konnte, warum nicht in Moskau?”

Der Ukraine-Experte Taras Kuzio stimmt zu:

“Putin wird nach wie vor von der Welle der demokratiefreundlichen Aufstände heimgesucht, die Ende der 1980er Jahre Osteuropa überschwemmte und den Weg für den anschließenden Zusammenbruch der Sowjetunion bereitete. Er sieht die junge Demokratie der Ukraine als direkte Herausforderung für sein eigenes autoritäres Regime und erkennt, dass die historische Nähe der Ukraine zu Russland diese Bedrohung besonders akut macht.”

6. Energie

Die Ukraine verfügt nach Russland über die zweitgrößten bekannten Erdgasreserven in Europa – mehr als eine Billion Kubikmeter. Diese Reserven unter dem Schwarzen Meer konzentrieren sich um die Halbinsel Krim. Darüber hinaus wurden in der Ostukraine um Charkiw und Donezk große Schiefergasvorkommen entdeckt.

Im Januar 2013 unterzeichnete die Ukraine mit Royal Dutch Shell einen 50-Jahres-Vertrag über 10 Milliarden US-Dollar zur Exploration und Bohrung nach Erdgas in der Ostukraine. Später in diesem Jahr unterzeichnete Kiew mit dem amerikanischen Energieunternehmen Chevron einen 50-jährigen Vertrag über die Aufteilung der Schiefergasproduktion in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar. Shell und Chevron zogen sich aus diesen Geschäften zurück, nachdem Russland die Halbinsel Krim annektiert hatte.

Manche Analysten glauben, dass Putin die Krim annektiert hat, um zu verhindern, dass die Ukraine zu einem wichtigen Öl- und Gaslieferanten für Europa wird, und damit Russlands Energievormachtstellung in Frage stellt. Russland, so argumentieren sie, sei auch besorgt darüber, dass die Ukraine als Europas zweitgrößter Petrostaat eine Überholspur-Mitgliedschaft in EU und NATO erhalten würde.

Nach dieser Theorie zielt Russlands Invasion in die Ukraine darauf ab, Kiew zu zwingen, die Krim offiziell als russisch anzuerkennen und die separatistischen Republiken Donezk und Lugansk als unabhängige Staaten anzuerkennen, damit Moskau die Kontrolle über die natürlichen Ressourcen in diesen Gebieten legal absichern kann.

7. Wasser

Am 24. Februar, dem ersten Tag der russischen Invasion in der Ukraine, stellten russische Truppen den Wasserfluss zu einem strategisch wichtigen Kanal wieder her, der den Fluss Dnjepr mit der von Russland kontrollierten Krim verbindet. Die Ukraine blockierte den Nordkrimkanal aus der Sowjetzeit, der 85 % des Wasserbedarfs der Krim deckt, nachdem Russland die Halbinsel 2014 annektiert hatte. Die Wasserknappheit führte zu einem massiven Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion auf der Halbinsel und zwang Russland, jedes Jahr Milliarden Rubel auszugeben, um die Krimbevölkerung mit Wasser vom Festland zu versorgen.

Die Wasserkrise war eine Hauptursache für Spannungen zwischen der Ukraine und Russland. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj beharrte darauf, dass die Wasserversorgung nicht wiederhergestellt werde, bis Russland die Halbinsel Krim zurückgebe. Die Sicherheitsanalystin Polina Vynogradova notierte, dass jede Wiederaufnahme der Wasserversorgung de facto einer Anerkennung der russischen Autorität auf der Krim gleichgekommen wäre und den Anspruch der Ukraine auf die Halbinsel untergraben hätte. Es hätte auch den ukrainischen Einfluss auf die Verhandlungen über den Donbass geschwächt.

Selbst wenn sich die russischen Truppen schließlich aus der Ukraine zurückziehen, wird Russland wahrscheinlich die permanente Kontrolle über den gesamten 400 Kilometer langen Nordkrimkanal behalten, um sicherzustellen, dass die Wasserversorgung der Krim nicht mehr unterbrochen wird.

8. Überleben des Regimes

Diese Theorie besagt, dass der 69-jährige Putin, der seit dem Jahr 2000 an der Macht ist, den ewigen militärischen Konflikt sucht, um in der russischen Öffentlichkeit beliebt zu bleiben. Einige Analysten glauben, dass Putin nach öffentlichen Aufständen in Weißrussland und Kasachstan beschlossen hat, in die Ukraine einzumarschieren, weil er befürchtet, seine Macht zu verlieren.

In einem Interview mit Politico sagte Bill Browder, der amerikanische Geschäftsmann, der die Global Magnitsky Justice Campaign leitet, dass Putin das Bedürfnis verspürt, jederzeit stark zu wirken:

“Ich glaube nicht, dass es in diesem Krieg um die NATO geht; ich glaube nicht, dass es in diesem Krieg um das ukrainische Volk oder die EU oder gar um die Ukraine geht; in diesem Krieg geht es darum, einen Krieg zu beginnen, um an der Macht zu bleiben. Putin ist ein Diktator, und er ist ein Diktator, dessen Absicht es ist, bis zum Ende seines natürlichen Lebens an der Macht zu bleiben. Er sagte sich, dass es schon an der Wand geschrieben steht, es sei denn, er tut etwas Dramatisches. Putin denkt nur kurzfristig … “wie bleibe ich von dieser Woche zur nächsten an der Macht? Und dann von nächster Woche zur nächsten?'”

Anders Åslund, ein führender Experte für Wirtschaftspolitik in Russland und der Ukraine, stimmte zu:

“Wie soll man Putins Krieg in der Ukraine verstehen. Es geht nicht um die NATO, die EU, die UdSSR oder gar die Ukraine. Putin braucht einen Krieg, um seine Herrschaft und seine schnell zunehmende innere Unterdrückung zu rechtfertigen … Es geht wirklich nur um Putin, nicht um Neo-Imperialismus, russischer Nationalismus oder gar den KGB.”

Die Russland-Expertin Anna Borshchevskaya schrieb, dass die Invasion der Ukraine der Anfang vom Ende für Putin sein könnte:

“Obwohl er nicht demokratisch gewählt wurde, macht er sich Sorgen um die öffentliche Meinung und die Proteste zu Hause und sieht sie als Bedrohung für seinen Machterhalt an … Während Putin vielleicht gehofft hat, dass die Invasion der Ukraine das russische Territorium rasch erweitern und zur Wiederherstellung der Größe des ehemaligen russischen Imperiums beitragen würde, könnte es das genaue Gegenteil bewirken.”

*) Soeren Kern ist ein Senior Fellow am New Yorker Gatestone Institute.

Englischer Originaltext: Why Did Vladimir Putin Invade Ukraine? Übersetzung: Daniel Heiniger

www.conservo.blog    

35 Kommentare

  1. “Die russische Literatur unterstützt diese Ansicht. 1997 beispielsweise veröffentlichte der russische Stratege Aleksandr Dugin, ein Freund Putins, ein sehr einflussreiches Buch – “Grundlagen der Geopolitik: Die geopolitische Zukunft Russlands” –, in dem er argumentierte, dass Putins langfristiges Ziel die Schaffung nicht eines Russischen, sondern eines Eurasischen Reiches sei.”

    Dugin ist schon lange kein Freund mehr von Putin. Er hat schon seit 2014 in vielen russ. Unis und Fachochschulen in Russland , vor allem aber in Moskau Rede- und Hausverbot. Wenn Putin ein DIktator wäre, warum hat er es dann nicht rückgängig gemacht?
    Weil Putin kein Diktator ist und weil Dugin schon lange kein Freund Putin’s mehr ist!

  2. Das ist die beste Analyse, die ich bisher gelesen habe. Ohne pro oder anti Putin zu sein, halte ich ihn für einen berechnenden Staatsmann, übrigens einen excellenten. Natürlich ist jeder Krieg völkerrechtswidrig, und natürlich sind es immer die Kinder und Schwachen, die das ausbaden.
    Zu den Analysen glaube ich aber, es ist ein Mix aus Allem. zumal und das kommt mir zu kurz, seit Jahren das Feindbild Putin aufgebaut wird-hier im Westen. Putin der Böse im Osten-das geht seit Jahren. Man hat ihn provoziert und so manches mal schien er recht verärgert zu sein.
    Hat er einen Fehler gemacht und ist auf einen Krieg eingestiegen ? Will man so einen Regime Change in Russland einläuten ? Oder seine Truppen weitestgehend schwächen ?
    Greift man nach den Erdgasreserven von Russland, statt er nach dem Schiefer (Fracking) Gas der Ukraine? Weil man sich , grün ideologisiert, völlig verrannt hat und Massen an Erdgas braucht, vermutlich falsch vorher berechnet, um eine “Energiewende überhaupt annähernd in Reichweite zu bringen ? Und mit dem ,vom Ami nicht gewollten North Stream 2 das in greifbare Nähe gerückt wäre ? Ein energetisch nahezu unabhängiges Europa hätte auch mal das Nabelband nach Amerika durchschneiden können.
    Und natürlich, das Abschneiden der Wasserzufuhr allein wäre schon ein Kriegsgrund allein- möglicherweise ist es eine Summation aus allem.

    1. Die Medien dressierten Blindgänger werden noch heulen, welchen Preis uns die grüne Islampartei beschert. Wie sagte Trittin so schön: “Deutschland stirbt, jeden Tag ein bisschen mehr und das freut mich”.

      Womit sollen die Regierungsfahrzeuge getankt werden, so schwer und gepanzert wie die sind sicher nicht mit E-Energie, denn wenn die Karre stehen bleibt, das Volk ist wütend genug dem Habeck ein zu heizen. Wie soll Svenja Schulze nach Lust und Laune nur mal so ab und zu nach New York zum Eis essen fliegen?

      Auch wenn Anonymous wieder tobt, ich frage mich was ist besser, die Islamisierung Deutschlands nach Geschmack der Grünen nebst Kinderpuff, verstümmelnder Beschneidung, Entrechtung der Frauen als Saatfeld des Mannes im Koran, also Gebärsklavin, Ehrenmorde, Terror gegen uns Ungläubige oder Diplomatie und vernünftigen Handel mit Putin?

      Der Westen hat seine Freiheit durch Dummheit verspielt, opfert seine Menschenrechte, einst hart erkämpft für die Unterwerfung dank grüner Ideologie in die Versklavung, schon allein auch wenn ich russische Diktatur ablehne, ist die mir bedeutend lieber als die totale Versklavung als rechtloses Humankapital. Zumindest erspart es den Frauen die Rolle der Gebärmaschinen für den Protzmann, den Kindern Kinderehen um als Sexdienerin des älteren Gatten immer bereit zu sein und das tägliche Allah Gejaule und wer nicht mit jault, dem droht die Fatwa, die Todesstrafe. Vielleicht könnte man Deutschland auch wieder teilen in Helldeutschland das vor Verzückung die Islamisierung und Entrechtung nicht erwarten kann und Dunkeldeutschland, das knurrend lieber noch ein paar Menschenrechte und Würde behalten will, auch unter unbarmherziger Diktatur.

      1. Es gäbe vielleicht noch eine letzte Möglichkeit große Teile Deutschlands zu retten, aber ohne Verluste und Hilfe von außen wird es nicht gehen!

        Dank unserer vor Intelligenz gebissenen Regierung die im Islamfieber ist, werden Neger und Moslems uns Land abtrotzen, wobei die Schwarzafrikaner radikal abgeschoben werden sollten, denn sie haben einen riesigen Kontinent. Allerdings hat ja Söder Bayern ja schon leise als Kalifat angeboten, vielleicht zieht NRW nach, aber die Frage ist wie viel Regionen werden wir an Neubürger verlieren. Es läuft auf eine wiederholte Teilung Deutschlands hinaus, aber nicht in Ost und West, sondern Kalifat und Abendland.

        Allerdings könne wir uns da keine unvollendete friedliche Revolution leisten, sondern Grüne, Gutmenschen, Sextouristen die es gerne mit Schwarzafrikanern treiben sollten auch in den Genuss ihrer Dummheit im Kalifat kommen und wir sollten hart bleiben, wenn sie um Einlass in das christliche Abendland Deutschland betteln. Wir haben die Schnauze von der Menschen verachtenden Islamisierung voll und lieber aus Trümmern mit Vernunft auferstanden, meine nicht Krieg, als die totale Unterwerfung, die uns jegliche Menschenrechte raubt!

        Wenn das Volk als Souverän stark genug ist, kann es das Ziel erreichen und dann sofortige Scheidung vom Brüsseler Saustall. Alle Politiker die uns das eingebrockt haben, dürfen gerne im Kalifat ihr Dasein fristen.

        Auch Russland müsste nicht unbedingt einmarschieren, weil der tiefe Staat mit Sitz in New York Deutschland als Kampfspielplatz angeboten hat. Die Wiederkehr Trump, der deutsche Wurzeln hat, wäre auch nicht schlecht.

        Alle nicht integrierbaren Neusiedler in das Kalifat, die Schwindelmedien ebenso, auch Anne Will mit dem lüsternen Blick die mitgemacht hat die Unterwerfung Deutschlands voran zu treiben. Wendehälse können wir uns nicht mehr leisten, wenn wir es schaffen Deutschland als Teil des christlichen Abendlandes zu retten.

      2. Was ich verzweifelt versuche ist auf den nächsten vom tiefen Staat angezettelten Brandherd aufmerksam zu machen und der Deutsche von den Medien berieselt schläft immer noch. Außer das Deutschland als Kampfschauplatz benutzt wird, lauer auf uns eine noch viel größere Gefahr, weshalb man Erdogan in den Hintern kriecht.

        Die USA Kriege angefangen, Trümmer liegen gelassen und selbst wenn es nicht so weit kommt, das Russland für den Zweikampf um die Weltmacht hier einmarschiert, dann wurde von innen heraus von unseren Politikern als Bücklinge des tiefen Staates das Potential geschaffen, innerhalb von Buntland das verschiedene Ethnien aufeinander los gehen.

        Ziel der EU ist es, das Europa in der Vorstufe zur Welteinheitsreligion islamisch wird und die oft Käse quatschende Frau Käßmann durfte schon einmal vor Jahren von den 50 Geboten der versklavenden UNO einige vorlesen. Staatsreligion als Mittel der Tetrarchie, der Unterdrückung des freiheitlichen Glaubens und Gott Vertrauen. Der politische Islam kennt keine Glaubensfreiheit!

        Nicht umsonst wird Erdogan mit Geld gefüttert, damit er diese Kriege führen kann, erst Nordafrika, vielleicht bald Europa, denn nach Merkel und EU hat Europa islamisch zu werden und das Christentum wird abgeschafft. Erdogan wird seine Prophezeiung vielleicht umsetzen, das in Deutschland ein Religionskrieg toben wird. Der teuflische hinterhältige Papst Franziskus hat dafür Erdogan mit der Friedensmedaillie des Vatikans dereinst ausgezeichnet.

        Wir müssen also nicht all zu sehr auf den vom tiefen Staat zwecks der Globalisierung angezettelten Russland/Ukraine Konflikt schauen, der hier umfassend analysiert wurde. Der tiefe Staat überlässt für seinen globalen Herrschaftsanspruch nichts dem Zufall, in dessen Planung soll Deutschland Kernland der Islamisierung werden, wo von dort aus alle europäischen Länder in die Knie gezwungen werden sollen.

        Nix mit Putin Versteher, aber die brutale Herrschaft des mohammedanischen Islam ist tausend mal schlimmer, die Herr Habeck mit Handelsbeziehungen in Katar vermutlich vorbereiten will im Auftrag seiner grünen Islampartei. Putin kann es egal sein, wenn Europa sich in dümmlicher Arroganz selbst vernichtet, dafür sorgt schon Brüssel.

        Abgelenkt von all dem verlogenen Medientheater merken wir nicht, wie die Saat des nächsten Keimes in Europa gelegt wird, Europa aus sich selbst heraus für die islamische Übernahme implodiert. Wir haben als nächster Kriegsschauplatz des tiefen Staates genug zu tun, um das Schlimmste von uns ab zu wenden! Russland können wir egal sein. Nachdenken bitte, es geht um unsere Zukunft.

        Da bleibt Dir die Luft weg, Anonymous aber schau dich doch mal um, AK Helmut Schmidt seine Warnung hat sich erfüllt: “Noch mehr Migration geht nicht, das gibt Mord und Totschlag”.

        Kein Bahnhof ist mehr wirklich sicher, die Polizei traut sich nur noch in Verstärkung in kriminelle Hotspots und nachts klappt man in den Städten die Bordsteinkante hoch, so gefährlich ist es in Deutschland geworden.

      3. @sächsisches Radieschen

        Sie haben völlig recht und wir behalten das auch alles im Blick.
        Wir sind alle im Weitwinkelblick geübt, uns entgeht nichts.
        Auch der Mehrfrontenkrieg in unserem Land ist uns nicht neu, nur behandeln wir stets alles thematisch je nach Aktualität und Dringlichkeit.
        Bildlich gesprochen sind immer 10 Töpfe am überkochen, wir haben aber nur zwei Hände zum Deckel lüpfen.
        Der Islamisierung treten wir schon im Fundament entgegen, der Krieg ist nur ein Pfeiler, den es zu reparieren gilt. Also bitte nicht verzweifeln, wir sind überall zugegen, unsere Augen sind überall !

      4. ” einst hart erkämpft für die Unterwerfung dank grüner Ideologie in die Versklavung”

        Auch dank Corona-Big-Pharma-Ideologie in die WEF Diktatur nach Chinas Vorbild. Während der Corona-Pandemie wurden die Corona-Lockdowns in einigen westlichen Industrieländern mit bewaffneten Militärs überwacht (bestes Beispiel Australien und Kanada mutiert auch zu einer Corona-Diktaur) . Nicht einmal in Russland wurden die Corona-Lockdowns mit Militärs überwacht und so streng kontrolliert!

      5. “Kein Bahnhof ist mehr wirklich sicher, die Polizei traut sich nur noch in Verstärkung in kriminelle Hotspots und nachts klappt man in den Städten die Bordsteinkante hoch, so gefährlich ist es in Deutschland geworden.”

        Genau das ist auch so gewollt und passt sehr gut ins Konzept des WEF. Durch den massiven Anstieg der Kriminalität und Clankriege bekommt die Politik erst Recht ein Grund mehr und die Rechtfertigung dafür den Überwachungsstaat und Polizeistaat auszubauen. Corona-StaatsTerror lässt hier auch grüßen. Diese STragtegie kennt man schon von den faschistoiden Neocons aus den USA unter G. W. Bush, der mit seiner Angstindustrie und Angstszenarien, die massiv vom Staat aktiv gefördert wurde, den Überwachungsstaat und Polizeisstaat in den USA massiv ausbaute, der später unter Obama noch weiter ausgebaut wurde!
        Pre-Crime Technologie kommt bereits in Deutschland zum Einsatz, Bundestrpojaner, die europäische Version der NSA wird auch schon bald in der EU eingesetzt (dank CDU/CSU), Europol wird zum Geheimdienst umgebaut, massive Zensur wird im Internet durchgesetzt, um die “Hasskriminalität” zu bekämpfen usw.
        Darknet wird verboten, Telegram droht dank SPD auch das Aus.

  3. Angriff ist die beste Verteidigung. Unterstelle der Gegenseite, was du selbst machst.
    Welche Demokratie meint die USA ???
    Von dieser Demokratie können Rumänien, Bulgarien, Kroatien u.a. ein Buch schreiben, was denen
    übrig geblieben seit dem die Heuschrecken Soros, Gates, Rockefeller, Rothschilds u.a. über die Länder
    hergefallen sind. Nicht mal mehr genug Ackerfelder um Kartoffeln zu setzen – übrig geblieben.
    Und wieder haben sich diese Heuschrecken einen “Idioten” gekauft der durch Krieg beide Positionen
    schwächt, damit die Heuschrecken anschließend leichtes Spiel haben. In YU hat es ja geklappt.

    Aggressive Markteroberung befeuert den Krieg – mit zwei Möglichkeiten:
    – entweder man lässt die Markteroberung zu, und stirbt in Armut
    – man stirbt ehrenhaft bei der Verteidigung seiner Rechte
    Das ist Amerikas Demokratie!!!

  4. Man kann noch so viel spekulieren über die Motive Putins, in die Ukraine einzumarschieren. Es gibt einen ganz zentralen Punkt, der Putin kaum eine andere Wahl ließ. Dieser Punkt ist die Aussage Selenskyjs, dass die Ukraine bald über Atomwaffen verfügen würde. Atomwaffen direkt vor seiner Haustür, das konnte Putin nicht hinnehmen. War es Dummheit oder Überheblichkeit, die Selenskyj zu einer solchen Äußerung verleitete? Oder war es eine bewusste Provokation? Man kann getrost davon ausgehen, dass Selenskyl nicht eigenständig, sondern im Auftrag der USA/NATO tätig ist. Jedenfalls hat er seinem Land und seiner Bevölkerung einen Bärendienst erwiesen. Seine „heldenhaften“ Durchhalteparolen verschlimmern die ganze Tragödie noch. Genau so die weiteren Waffenlieferungen an die Ukraine. Angesichts der grauenhaften Bilder ist der Krieg zu verurteilen. Aber genau so das verantwortungslose Verhalten Selenskyj und des Westens.

  5. Interessant ist, dass in Ihrer bzw. der Auflistung die “De-nazifizierung” der Ukraine als Kriegsgrund nicht vorkommt. Das ist um so erstaunlicher, da Putin doch vor und während der Invasion keinen Hehl daraus macht. Möglich auch, das der wahre Grund aus politisch-korrekten Gründen unterschlagen wird. (Rasse darf es nicht mehr geben/ hat es nie gegeben.) Nach meinen Recherchen, trifft die Option Nr. 1 unter den vorgestellten Alternativen die Sache ungefähr.
    Tatsächlich soll es ein Rassenkrieg sein! Putin, ganz anders als so viele Nationalisten von der Illusion nicht wegkommen, vernichtet in Rußland die weißen Russen und schürt die Rassenvermischung kräftig. (Das war immer Sowjetpolitik. Wir wissen ja, dass die Auserwählten in der Sowjetunion die führende Rolle gespielt haben.) Alle Regungen, sofern Gruppierungen auf den Erhalt der weißen Rasse wert legen, werden verboten. Nationalisten kommen in die Gefängnisse. Die internen Strukturen blieben sowjetisch.
    Das Moskowiter Reich hat überhaupt nichts mir den Ukrainern zu tun. Die Ukrainer haben eine ganz andere Mentalität. Während Putin und sein Reich asiatisch ausgerichtet sind (Despotie und Servilität), sind die Ukrainer auf Selbständigkeit und Freiheit eingeschworen. Dies ist ein jahrhunderte alter Konflikt zwischen den Regionen.
    Es soll stimmen, dass Putin, der Stalinist, das Sowjetreich revitalisieren will. Er will vor allem die weiße Rasse in der Ukraine vernichten, wie es die die USA und die Eu praktiziert (ebenfalls beherrscht von den Hebräern). Davor fürchten sich nicht nur die Ukraine, die baltischen Länder sondern auch z.B. Rumänien in die Sowjetunion einverleibt und von Immigranten überrannt zu werden.

    Quellen: https://nationalvanguard.org/2022/03/icebreaker-2/ (englisch)
    https://counter-currents.com/2014/03/illusionen-weiser-nationalisten-uber-rusland/ (deutsch)

    1. interessant – und sehr ernüchternd. Ich dachte, das wäre nur so bei uns. Allmählich habe ich das Gefühl, dass wir einen weltweiten Rassismus gegen Weisse haben.

      1. Ja, das ist das schlimme, Christina Falke, daß es viele Patrioten (sog. Aufgewachte) gibt, die sich nicht von der Illusion losreißen können, von Putin gerettet zu werden!

      2. @Hans

        Ich weiß auch nich was da los ist.
        Warten die d’rauf, dass man ihnen beim Koffer packen hilft ?
        Kann mir nicht vorstellen, dass Putin vorbeikommt und sie abholt.
        Warten auf den Messias … ?
        Kann man eine Zeit lang machen, aber doch nicht ein Leben lang.
        Der wird doch auch älter – da gebietet es doch schon die gute Erziehung, dass man ihm entgegen kommt.

    2. @Hans

      Vielen Dank – der zweite Link ist wirklich sagenhaft ausgeführt und sollte von @Vasco und Anhang am besten gleich dreimal gelesen werden.

      Kann mich gar nicht entscheiden, welche Stelle zitiert werden soll. Es gibt etliche – hier hab ich mich für die erste ihrer Art entschieden.

      “Daher hat die Gegnerschaft der Ukraine zu Rußland tiefe historische Wurzeln. Der jüngste Konflikt in der Ukraine wie auch die Orange Revolution von 2004 sind hauptsächlich nicht in Begriffen der Geopolitik zu sehen, wie es viele weiße Nationalisten zu sehen neigen, sondern vielmehr als eine tiefere Konfrontation – als Kampf europäischer Slawen gegen eine fremde, nichteuropäische Macht.”

      Möge der Artikel zum denken anregen.

      1. “sondern vielmehr als eine tiefere Konfrontation – als Kampf europäischer Slawen gegen eine fremde, nichteuropäische Macht.””

        Die Serben betrachten sich als das Bollwerk des weissen slawischen Vöölker in Europa gegen den Islam. udn wweißt du, mit wem sich das slawische Serbische Volk udn die serbische Führung am besten versteht?
        Mit Russland und Putin.
        https://unser-mitteleuropa.com/interview-mit-aleksandar-djurdjev-serbien-wir-sind-vorposten-gegen-die-islamisierung-europas/

        Die US Amerikaner werden völlig zu Recht von den Serben als der wahre Feind angesehen. Die US Amerikaner, die in Ex-Jugoslawien eine aktive offensive Islamisierung vorantreiben, siehe Kosovo und Bosnien!

      2. Korrektur:

        Die Serben betrachten sich als das Bollwerk der weissen slawischen Völker Europas gegen den Islam und gege diem Islamisierung. Und weißt du, mit wem sich das slawische Serbische Volk und die serbische Führung am besten versteht?
        Mit Russland und Putin!

      3. Wie oft soll ich es noch wiederholen : Ei nix wie hin !!!
        Reisende soll man nicht aufhalten.
        Sollen sie halt mal gucken gehn, wie sie Russland vor dem Islam beschützen können.

      4. Bis 1999 hatte ich auch gedacht, dass wir in Europa von der NATO nichts befürchten hätten, dann kam der völkerrechtswidrige Angriffskrieg in Jugoslawien der NATO und die ethnorassistische Hetze gegen die Serben.
        Die radikalislamischen Milizen im ehemaligen Jugoslawien wurden und werden bis heute vom Westen hofiert, während die serbischen orthodoxen Christen von der NATO wie Erzfeinde behandelt werden!
        So sehen die politischen Realitäten im 21-sten Jahrhundert aus.

        Es waren die slawischen Russen, die den Serben dabei geholfen hatten im 19.- ten Jahrhundert sich aus dem Joch und aus der brutalen schrecklichen Besatzung der Osmanischen Islamisten zu befreien.
        https://de.wikipedia.org/wiki/Serbisch-Osmanischer_Krieg
        https://de.wikipedia.org/wiki/Erster_Serbischer_Aufstand

        Es waren nicht der Vatikan, es waren nicht die Briten, nicht die Franzosen und auch nicht die US Amerikaner!

        DIe Russen waren auch diejenigen, die den Bulgaren dabei geholfen hatten,, sich aus 500-jähriger Osmanischer Herrschaft über die Bulgaren zu befreien!
        https://de.wikipedia.org/wiki/Russisch-T%C3%BCrkischer_Krieg_(1877%E2%80%931878)

        Von den Westeuropäern und auch vom Vatikan wurden die orthodoxen Christen oft als unechte Christen oder manchmal auch als Häretiker und Ketzer abgestempelt!
        Die Serben und die Bulgaren waren ebenso wie die Russen überwiegend orthodoxe Christen…

    3. “Das war immer Sowjetpolitik. Wir wissen ja, dass die Auserwählten in der Sowjetunion die führende Rolle gespielt haben.”

      Da sieht man wieder, wie die US Propagnda in Deutschland Früchte trägt.
      Ich habe Bekannte Russlanddeutsche, die mehr als 40 jahre in der Sowjetunion lebten.
      Es gibt sehr viele Dinge über die Sowjetunion, die hier im Westen über die Sowjetunion falsch dargestellt udn erzählt werden.
      Ja es stimmt die Menschen in der Sowjetunion lebten in extremer Armut.
      Aber es gibt Erzählungen , die falsch udn bewusst falsifiziert worden sind:

      Erste These Mythos Nr.1. In der Sowjetunion war der Nationalismus udn Patriotismus verboten. Kompletter Unsinn. Es wurden sehr viele nationalistische Lieder in der Sowjetunion gesungen, uralte völkische Lieder und Volkslieder waren nirgendwo verboten,. Auch jene die vor der Gründung der SU verfasst oder komponiert und entstanden sind, auch traditionalistische Kleidungen waren in der SU nie verboten. In der Sowjet-Armee wurden fast nur patriotische Lieder gesungen, auch einige nationalistische Lieder wurden dort gesungen. In den Schulen wurden die patriotische Gedichte udn nationalistische Lieder im Unterricht behandelt . Uralte russ. Gedichte waren nicht verboten.

      Mythos: Die Geschichte wurde in der SOwjetunion komplett umgeschrieben. Auch das kompletter Unsinn!
      DIe Geschichte über das russ. Reich, die Entstehung, die Christiansiierung oder die Mongolenstürme wurden auch in der Sowjetunion genauso wiedergegeben wie es historisch oder geschichtlich korrekt bis heute tatsächlich sich zugetragen hatte. Die Geschichte wurde nicht falsifiziert . Geschichtsklitterung wurde auch nicht betrieben im Gegensatz zum Beispiel zu den US Amerikanern, die ihre eigene Geschichte manchmal sehr falsifiziert wiedergeben…
      Es gab vielleicht unter Stalin eine Phase, wo ethnische Russen in wenigen Führungpositionen vertreten waren. Aber das änderte sich sehr schnell wieder nach Stalins Tod. Nach Stalins Tod wurde die Entstalisinisierung im Machtapparat sehr schnell durchgeführt.
      Nach dem 2. Weltkrieg die Kriegsveteranen ethnisch russ. Abstammung wurden überall in der SU verehrt und nein, sie wurden nicht dazu gezwungen mit anderen Ethnien Rassenvermischung zu betreiben.
      Mythos: Minderheiten durften ihre Sprache nicht sprechen.
      Auch das kompletter Unsinn. In den jeweiligen Republiken durften die Völker untereinander in der eigenen Muttersprache kommunizieren, ohne dabei vom KGB bedroht zu werden. Es war nirgendwo verboten.
      Mythos Sowjetunion förderte LGBTQ oder Homosuxualität.
      Das ist mit Abstand der größte Unsinn, der vor allem in den USA verbreitet wird.
      LGBTQ und Homosexualität wurde und wird bis heute nur im Westen verbreitet.
      Auch den Gender-Gaga Schwachsinn oder Frauenquoten , das gab es gar nicht in der Sowjetunion. Die Leistung oder Vitamin-B spielten eher eine größere Rolle, als die Durchsetzung der Migrantenquote.
      Mythos: Sowjetunion förderte den Islam und war mit Islamisten verbündet und befreundet.
      Auch hier kompletter Unsinn.
      Die Religionsausübung war auch in den zentralasiatischen Republiken (Teile der Sowjetunion) eingeschränkt. Auch der islamische Rassismus gegenüber den Weissen wurde sehr hart und gnadenlos bekämpft.
      Die radikalen Islamisten wurden überall bekämpft im Gegensatz zu der proislamischen Politik der US Amerikaner, die überall auf der Welt Islamisten förderten und unterstützten (siehe Afghanistan 1980-er, Saudi Arabien, Libyen, Syrien).
      Der friedliebende Sufi-Islam war mit der SU Führung gut in Kontakt. Übrigens der Sufi-Islam zählte früher schon vor ca. 800 Jahren zu den größten Kritikern des Salafismus und radikalen Islams. Der Sufi-Islam kritisierte selbst Jahrhunderte lang das brutale Schwert des Islams bei seinen gewaltsamen Eroberungen und Konvertierungen…

      Die US Amerikaner bekämpften zusammen mit den Wahhabi Islamisten und isolamischen Nationalisten überall auf der Welt den friedlichen Sufi-Islam. Der Sufi-Islam ist das komplette Gegenteil des Wahhabi-Islams, den die US Amerikaner überall auf der Welt zusammen mit Saudi Arabiens theokratischer Diktatur förderten!
      Übrigens als vor ca. 5 Jahren Saudi Arabien (eines der frauenfeindlichsten islamischen Länder der Welt) in den Frauenrechtsrat der UNO gewählt wurde,
      https://www.watson.ch/international/uno/255628140-wtf-uno-waehlt-saudi-arabien-in-die-kommission-fuer-frauenrechte

      wisst ihr, wer sich damals am meisten darüber gefreut hat? Die US Amerikanische Regierung!

      1. @Hans 22. März 2022 um 14:24
        Gerichtet an Sie und Ihre Märchenerzählungen über die Sowjetunion

      2. Apropo Sufi-Islam :

        Hier mal eine Vita von einem der Auszog um am Ende Allah zu finden.
        Pastor, Jesuit, Atheist, Alkoholiker, Esoteriker, Sufi, Allahist …
        … wer bin ich und wenn ja wieviele ?

        https://www.deutschlandfunkkultur.de/vom-jesuitenorden-zur-sufi-gemeinschaft-bekenntnisse-eines-100.html

        Wenn Menschen ihr Leben lang selbstverliebt um sich selber kreisen.

        Jetzt weißte warum Sufi-Derwische den Kreisel auf’s Parkett legen.
        Auf der Suche nach Gott, wollen “sie sich selber finden”.
        Haben wir als Kinder auch ausprobiert … mann, war uns immer übel, schön geht anders.

    4. “Die internen Strukturen blieben sowjetisch.
      Das Moskowiter Reich hat überhaupt nichts mir den Ukrainern zu tun. ”

      @ Hans
      Wir brauchen in Deutschland eher eine De-Amerikanisierung. Die Vergötterung der Alliierten ist das eigentliche Problem in Deutschland. Die Amis wollten schon immer unser Land und das weisse Europa ausrotten wollen:
      https://de.metapedia.org/wiki/Hooton-Plan

      1. Die Angelsachsen sind der wahre Feind Deutschlands
        https://de.metapedia.org/wiki/Morgenthau-Plan

        Ich erinnere noch an ein sehr interessantes Zitat einer berühmten britischen Zeitung nach dem Ersten Weltkrieg (nicht nach dem Zweiten).
        Sinngemäß lautete er:

        “Wenn die Deutschen in 30 Jahren wieder anfangen Handel zu treiben , dann ist dieser Krieg umsonst gewesen”

      2. … und sie handeln immer noch.

        Wer bin ich, dass ich mir von einem Morgenthau-Schwätzer meine Zukunft vorhersagen lasse ?
        Und ein Morgenthau ist noch nicht Amerika.

      3. @Anonymous
        24. März 2022 um 08:44
        Der Morgenthau Plan wurde von einem US Amerikanischen Finanzminister entworfen , Henry Morgenthau .
        Die transatlantisch gesteuerten Grünen sind doch schon dabei den Morgenthau-Plan umzusetzen…

      4. Jaja, wenn ich die Pläne gewisser Leute alle aufzählen wollte, wär’ ich noch morgen damit beschäftigt.
        Wird auch in den Alternativen mal Zeit für einen Reset.
        Hier weiß doch keiner mehr wo sein Hund mit dem Schwanz wedelt.
        Alle komplett durch den Wind.

      5. Ich schließe mich Anonymous an: Vasco da Gama, Sie sollten erst die fundierten Berichte durchstudieren, die ich als Links angab, bevor Sie meine Kurzzusammenfassung als Märchen bezeichnen. Wenn’s nötig ist, können Sie den englischen Bericht ja bei deepl übersetzen lassen.

        Sie scheinen mir der typische Kommentarproduzent zu sein? – Nichts für ungut.
        Besserwisserei und Rechthaberei als Markenzeichen der Rechten? Hauptsache gegeneinander, nicht wahr?

      1. Danke !
        Ich such das ganze Netz ab, kann aber auch nichts finden was zur Erhellung der Umstände beitragen könnte.

      2. Leider können wir aus rechtlichen Gründen keinen Nachruf verfassen. Es tut mir aufrichtig leid.

      3. Das ist ok Maria, wir wissen ja um diese unfassliche Strafandrohung, dass man seine deutschen Patrioten kaum mehr nennen darf.

        Und wir wissen auch ohne Nachruf, dass falls die Nachricht stimmt, wir alle unendlich betrübt und traurig darüber sind.

        Sein Werk wird trotzdem in uns und unseren Kindern weiterleben !
        Wir sagen DANKE für alles und vergessen seine bisweilen harsche Kritik an uns.

  6. Auch dieser Schreiber vergisst, ob absichtlich oder nicht, die Existenz der ca 30 Bio-Labore des Pentagons.
    Mittlerweile nicht mehr als Spinnereien des Kremls abzutun.
    Wir werden sicher noch erfahren, was die Herren und Damen des Pentagons aus der Buechse der Pandorra da herauszaubern wollten, zu unser aller Ungemach, sollte man meinen.

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