Von Hermes

Aus dem Amerikanischen, bezogen auf eine Umfrage im Januar 2022. Mir ist bewußt, daß in Reaktion auf „das Phänomen Davos“, Merkel-Grüne und andere Schwachköpfe meinen, vor 80 Jahren sei es besser gewesen. Nur als Gedankenspiel auch an diese verirrten Seelen: Stellen Sie sich vor, Ihre Meinung sei eine Minderheitsmeinung, und die hier ausgeführten Einstellungen seien die der Mehrheit, ausgestattet mit den Machtmitteln bis zu Gestapo, die damals allgegenwärtig waren.
https://amgreatness.com/2022/01/18/the-nazi-next-door/

Fast die Hälfte der „demokratischen“ US-Wähler – 48 Prozent – sind der Meinung, dass die Regierung in der Lage sein sollte, Personen mit einer Geldstrafe zu belegen oder zu inhaftieren, „die öffentlich die Wirksamkeit der bestehenden COVID-19-Impfstoffe in sozialen Medien, im Fernsehen, im Radio oder in Online- oder digitalen Publikationen in Frage stellen“.

Dies ist nicht das erstaunlichste Ergebnis einer gerade von Rasmussen veröffentlichten Umfrage. Lassen Sie uns die relevanten Punkte durchgehen: Fast der gleiche Prozentsatz der demokratischen Wähler – 47 Prozent – ist der Meinung, dass die Regierung in der Lage sein sollte, Menschen, die den Impfstoff ablehnen, ein Tracking-System wie eine Fussfessel oder ein verschlossenes Halsband anzulegen. Und 45 Prozent befürworten die Unterbringung von Ungeimpften in Lagern. Lager!

Mehr als die Hälfte der demokratischen Wähler – 55 Prozent – sind der Meinung, dass Menschen, die den Impfstoff ablehnen, mit einer Geldstrafe belegt werden sollten. Neunundfünfzig Prozent befürworten die Beschränkung aller ungeimpften Menschen auf ihre Häuser. Mehr als ein Viertel der demokratischen Wähler – 29 Prozent – sind der Meinung, dass die Regierung in der Lage sein sollte, die Kinder ungeimpfter Eltern zu beschlagnahmen. . .

Ist Ihnen dieser Nazi schon genug? Sie leben Tür an Tür mit den Leuten, die Sie dem Comité de salut public (Französische Revolution und ihre Massenmorde) übergeben hätten, weil Sie sich dem „Gesetz der Verdächtigen“ widersetzt hätten – dem Gesetz, das die Verhaftung aller mutmaßlichen Feinde der Revolution erlaubte und die Schreckensherrschaft einleitete. Sie leben Tür an Tür mit den Leuten, die Sie wegen „moralischer Sabotage der Sowjetunion“ dem NKWD übergeben hätten. Sie wohnen Tür an Tür mit Leuten, die die Gestapo gerufen und gesagt hätten: „Mein Nachbar versteckt einen Juden.“

Untersuchen Sie diese historischen Persönlichkeiten aus dem revolutionären Frankreich oder Sowjetrussland oder Nazi-Deutschland (oder Nazi-Frankreich): Es ist nicht nur so, dass sie Befehle befolgten. Im Gegenteil, sie dachten, sie würden der Gesellschaft etwas Gutes tun. Sie wollten unbedingt dabei helfen, ihre Gemeinschaft von gefährlichen Elementen zu befreien. Sie waren stolz auf das, was sie getan haben.

Einige Ihrer demokratischen Nachbarn werden ebenfalls stolz darauf sein, Sie einzusperren, Ihnen ein Ortungshalsband um den Hals zu legen, Ihre Kinder wegzunehmen – alles zum Wohle der Allgemeinheit. Das sind Leute, die Dich für das Gemeinwohl ermorden würden.

Und dies ist das unvermeidliche Ergebnis der Erziehung von Generationen von Amerikanern ohne jegliche grundlegende Verbundenheit mit der Freiheit.

Redefreiheit, Handlungsfreiheit, Gewissensfreiheit: Unsere öffentlichen Schulen sagten uns, dass diese Dinge allgegenwärtig und natürlich seien, also sei es nichts Besonderes, wenn Amerika sie habe. Es war nichts Besonderes daran, dass jemand sie hatte. Und weil Linke nicht erkennen, wie hart unsere Vorfahren für diese einzigartigen und historisch beispiellosen Rechte kämpfen mussten, sind sie nicht schockiert oder gar traurig, dass sie ihnen weggenommen werden. Im Gegenteil, Ihre Nachbarn denken, dass gerade Ihre Verbundenheit mit diesen Rechten Sie gefährlich macht.

Meine High School unterrichtete eine kleine Einheit über die deutsche Entschuldigung für den Zweiten Weltkrieg. Das war die Ausrede von Hitlers Architekt und Kriegsminister Albert Speer bei den Nürnberger Prozessen. Speer dachte, dass nur eines das deutsche Volk davor bewahren könnte, für alle Zeiten mit seiner unheilbaren und allumfassenden Sünde geteert zu werden: Die Führer (einschließlich Speer) müssten die Schuld ganz auf sich nehmen und sagen: „Unser Volk wusste nicht was es tat; es hat nur Befehle befolgt.“

Und diese Ausrede hat sehr gut funktioniert. Unsere Highschool-Lehrer werden darüber diskutieren und uns fragen, ob wir der Meinung sind, dass das Befolgen von Befehlen eine legitime Entschuldigung dafür ist, Böses zu tun. Sie sehen nicht, wie so die gesamte Frage neu formuliert wurde: Die Frage ist nicht, ob das Befolgen von Befehlen eine gute Entschuldigung ist. Die Frage, die wir nicht mehr stellen, lautet, ob das Befolgen von Befehlen tatsächlich die Motivation war.

Denn das war es natürlich nicht. Nazis wurde nicht nur befohlen, Nazis zu sein. Französischen Kollaborateure wurde nicht die Kollaboration befohlen. Chinesischen Studenten der Kulturrevolution wurde nicht nur befohlen, ihre Lehrer auf eine Weise zu ermorden, die zu hässlich ist, um sie hier zu beschreiben. Diese Leute fanden Gefallen an dem, was sie taten. Und die Reinheit ihres Engagements war so groß, dass sie bereit waren, sich gegen Freunde und sogar Familie zu wenden. Etwas, das man liebt, um der Revolution willen zu zerstören, ist in der Tat der beste Beweis dafür, dass man das Richtige tut.

Ihren demokratischen Nachbarn wird nicht befohlen, für Gesetze zu stimmen, die Sie aus der Gesellschaft ausgrenzen, Ihr Eigentum stehlen oder Sie in ein Konzentrationslager schicken. Sie werden mit flammendem Stolz und sogar mit rechtschaffener Empörung gegen Sie agieren, weil Sie sie zu diesen Extremen gezwungen haben. Sie haben es bereits in Neuseeland, Australien und Kanada getan – Länder, deren Rechte und Freiheiten identisch mit denen in Amerika sind – so hat man es uns zumindest in den Schulen gelehrt.

Deshalb klammern sich die Amerikaner an ihre Waffen. Mit der Jagd hat das nichts zu tun. Mit Selbstverteidigung gegen den gemeinen Verbrecher hat das nichts zu tun. Wir klammern uns an unsere Waffen, damit wir, wenn unsere Nachbarn auftauchen und sagen: „Wir bringen Sie jetzt in die Lager, weil Sie eine Gefahr für die Gesellschaft sind“, ihrem Blick standhalten und sagen können: „Das werdet Ihr verdammt noch mal nicht tun.“

***

Persönliche Ergänzung: Ich möchte gar nicht wissen, wie eine solche Rasmussen-Umfrage in Deutschland ausgehen würde. Ich habe im letzten Jahr eine physische Angst vor Deutschen, dem Staat, der Regierung und meinen Mitbürgern entwickelt. Zumindest ein großer Anteil von ihnen würde sich als Blockwart, KZ-Wärter u.ä. verdammt gut machen.

Ich sehe sie noch vor mir: Die Maskenträger allein im eigenen Auto, die Radler mit Maske auf Waldwegen. Beim Abendspaziergang mit meiner Frau fuhr ein Polizei-Auto an uns vorbei, mitten im Grünen. Fenster geschlossen, beide Polizisten mit todernstem Gesicht und Maske. Ich bin fast auf den Boden gefallen vor Lachen.

Erst später wurde mir klar: Das sind nicht nur Deppen. Die sind gemeingefährlich für jeden Bürger, und für den Staat an sich. Das sind die, die Albert Speer exkulpieren wollte. Die Nazis, die jeder linksgrünen Idiotie des Westens seit 1968 nicht nur hinterherlaufen, sondern sie unterstützen, betreiben den Untergang des freien Westens. Und der wird nicht nur eine friedliche, gigantische Wirtschafts- und Finanzkrise bedeuten. Wenn hirnlose Ideologen sich in den Kernsätzen ihres Glaubens gefährdet sehen, werden sie immer brutal.

Ab 1793 wandten sie sich von tausenden Guillotine-Morden einem Bürgerkrieg mit 100.000en Toten zu. Lenin und Stalin hatten innerhalb weniger Jahre Millionen Tote auf ihrem Gewissen.

Deswegen ist Dein Nachbar, der Nazi, ein Problem. Auch für den, der heute mit solchen Tendenzen sympathisiert: Der Röhm-Putsch kam lange vor Pogromen und Auschwitz: Du selbst springst als Erster über die Klinge. Vor allem, wenn die Nazis diesmal linksgrün sind.

Selbstverständlich unterstelle ich niemand solche Tendenzen, vor allem nicht Menschen, die ich gar nicht kenne. Ich bin allerdings politisch nicht naiv. In der deutschen Verlorenheit ohne eigene Identität, inmitten Russophilie und Anti-Amerikanismus, führt ein „früher war vieles besser“ manchen auf krumme Pfade. Wie Hermann August Winkler in seiner Geschichte des Westens ausführlich ausführt, ist Freiheit oder auch nur das Bedürfnis nach ihr nicht gerade deutschen Geistes Kind – ganz im Gegenteil. Seit dem 19. Jhdt. ist Deutschland eine Gefahr für sich selbst und in seiner Größe mitten in Europa auch für Europa, und die „Deutsche Frage“, wie die Welt sie nennt, ist ungelöst. Quo Germania? Die passenden Antworten im Hinblick auf die letzten Jahrzehnte finden sich eher bei Orwell, Marx und Hitler als bei den historischen Vorkämpfern für Freiheit und Recht.)

Um trotzdem eher positiv zu schließen, hier die berühmte Ruck-Rede des letzten vernünftigen Bundespräsidenten Roman Herzog von 1997:

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/roman-herzog-die-ruck-rede-im-wortlaut-a-1129316.html

Niemand darf von mir Patentrezepte erwarten. Aber wenn ich versuche, mir Deutschland im Jahre 2020 vorzustellen, dann denke ich an ein Land, das sich von dem heutigen doch wesentlich unterscheidet.

Erstens: Wäre es nicht ein Ziel, eine Gesellschaft der Selbständigkeit anzustreben, in der der Einzelne mehr Verantwortung für sich und andere trägt, und in der er das nicht als Last, sondern als Chance begreift? Eine Gesellschaft, in der nicht alles vorgegeben ist, die Spielräume öffnet, in der auch dem, der Fehler macht, eine zweite Chance eingeräumt wird. Eine Gesellschaft, in der Freiheit der zentrale Wert ist und in der Freiheit sich nicht nur durch die Chance auf materielle Zuwächse begründet. …“

Diese Rede war großartig. Seit 25 Jahren nun ist sie folgenlos.

John F. Kennedy hat einmal gesagt: Unsere Probleme sind von Menschen gemacht, darum können sie auch von Menschen gelöst werden. Ich sage: Das gilt auch für uns Deutsche. Und ich glaube daran, daß die Deutschen ihre Probleme werden lösen können. Ich glaube an ihre Tatkraft, ihren Gemeinschaftsgeist, ihre Fähigkeit, Visionen zu verwirklichen.

Es bleibt jedem überlassen, ob er angesichts dieser Rede und der Verschlechterung in allen Lebensbereichen seit 1997 die Lektüre dieses Artikels auf mit einem guten oder schlechten Gefühl beendet. Die Rezepte sind da, das Wissen ist da, alles ist da. Man wird sehen, was Deutschland und Europa daraus machen, falls sie diese Reden kennen und lesen.

Eine Rasmussen-Umfrage, wie die hier Vorgestellte, wäre ein präziser Indikator für die Frage, wo die Reise hingeht. Für Europa als Ganzes und jeden Einzelnen mit Nachbarn, wie den hier Beschriebenen.