Der bekömmliche Messias

Die Deutschen können Weihnachten kaum erwarten. Ist Jesus als sprachloser Säugling am ehesten zu ertragen?

Von DR.PHIL.MEHRENS

Christus vertreibt die Geldwechsler aus dem Tempel (Rembrandt van Rijn)

Als die CoV-19-Pandemie im Frühjahr 2020 ihrem ersten Höhepunkt entgegensteuerte und sich die wachsende Panik auch in den sozialen Medien spiegelte, wurde in der Facebook-Gruppe “Alle Christen auf facebook” unter der Überschrift Neulich in Galiläa ein regierungskritisches Mini-Manifest in Form einer kurzen Dialogszene geteilt:

Pharisäer: Ey, setzt mal eure Masken auf da drüben! Kennt ihr nicht das Gesetz?

Jesus: Das Gesetz ist für den Menschen da, nicht der Mensch für das Gesetz.

(Jesus besucht einen Lepra-Kranken.)

Pharisäer: Bist du irre? Das sind Infizierte! Social distancing ist angesagt!

Jesus: Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Und außerdem: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.

Pharisäer: Du und deine Jünger, ihr wollt wohl um jeden Preis krank werden, oder? Die Viren sind überall!

Jesus: Fürchtet euch nicht vor denen, die nur den Leib, aber nicht die Seele töten können. Fürchtet euch vor Gott, der Leib und Seele ins ewige Verderben schicken kann.

Pharisäer: Die Leier kennen wir jetzt. Fakt ist: Euer Verhalten ist einfach unverantwortlich. MASKEN AUF!

Jesus: Sorgt nicht um euer Leben… Wer von euch kann durch Sorgen sein Leben auch nur um einen Tag verlängern?

Pharisäer: Klarer Fall von Corona-Leugner!

Jesus: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.

Pharisäer: Völlig durchgeknallt, die Jungs!

Jesus: Ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen… Weh euch, ihr wollt andere führen und seid selbst blind.

Pharisäer (für sich): Umbringen, den Kerl!

Die Resonanz auf den in der Gruppe geteilten Beitrag war eindeutig: Die meisten Nutzer empörten sich über einen von ihnen diagnostizierten Missbrauch der Figur des Messias für das Anliegen mumaßlicher Corona-Leugner. Die Pointe an der Geschichte: Sämtliche Sätze, die der Autor dem Nazarener in den Mund legte, waren wörtliche oder an die Situation nur geringfügig angepasste Bibelzitate, überwiegend aus dem Matthäusevangelium. Zwar war das den meisten – durchaus bibelkundigen – Nutzern durchaus klar; doch es half nichts: Diese Form der Auseinandersetzung mit den staatlich verordneten Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung irritierte. Inzwischen ist die Lage in Deutschland eine andere: Die Maske ist längst ein so selbstverständliches Alltagsaccessoire geworden wie Handschuhe im Winter. In einer aktualisierten Fassung des Eintrags würde sich der Autor vermutlich eher dem Impf- als dem Maskenzwang widmen.

Die verstörte Reaktion der Netzwerk-Christen macht jedoch deutlich, dass ihnen, obwohl sie sich zum Christentum bekennen, der historische Jesus seltsam fremd, fast unheimlich ist. Dass dieser in einer echten Unterhaltung mit den Oberlehrern des Neuen Testaments, den Pharisäern und Schriftgelehrten, tatsächlich anders aufgetreten wäre, lässt sich nämlich nicht besonders gut belegen. Der Autor hatte den Gottessohn in der von ihm fingierten Dialogszene ziemlich gut getroffen. Wie sein Zeitgenosse Johannes der Täufer stand Jesus viel klarer, als die meisten Christen wahrhaben wollen, in der Tradition der alttestamentlichen Bußprediger. Weil diese, also Männer wie Amos, Hesekiel oder Jeremia, Israel ein göttliches Strafgericht ankündigten, nennt das Alte Testament sie Propheten. Als Untergangspropheten sind sie noch heute im Volksmund populär. Der Schatten des Galiläers, verdeutlicht der Theologe Gerd Theißen in seinem gleichnamigen Buch, ist auch der Schatten der vorchristlichen jüdischen Tradition. 

Im Gleichnis vom Weinberg stellt Jesus sich selbst in eine Linie mit den Propheten. Er übernimmt von ihnen auch die undiplomatische Wortwahl: Das religiöse Establishment stigmatisierte er mit antiker Hassrede als “Schlangenbrut”, prophezeite ihnen wegen ihrer Heuchelei die Hölle. Der Passus über den leidenden Gottesknecht in Jesaja 53 wird von Exegeten sowohl auf den Autor selbst als auch auf Jesus bezogen: Prophet und Gottessohn verschmelzen miteinander zu einem Bild. Das bittere Los des Propheten Jeremia gleicht in vielem dem des Nazareners: Als Opfer einer Willkürjustiz wurde ersterer gequält und entging nur durch einen Glücksfall dem Hungertod im Gefängnis. Kein Wunder also, dass seine Zeitgenossen Jesus für einen wiedergekehrten Propheten wie Jeremia hielten (vgl. Mth. 16,14) – für Jesus kein Problem.

Am deutlichsten wird die Prophetentradition, in der er stand, in dem von allen vier Evangelisten geschilderten Eklat im Tempel: Jesus maßte sich an, die Tische von Geschäftemachern einfach umzustoßen – ein Affront! Es war mithin nicht nur der später enthauptete Täufer Johannes, der vor den Kopf stieß mit ethischem Rigorismus, der Forderung nach einem neuen Sich-an-Gott-Orientieren. Jesus war da nicht anders. Der kompromisslose Kampf gegen eine verweltlichte geistliche Tradition und gegen eine institutionalisierte religiöse Praxis, deren Wächter das 70-köpfige Synhedrium und orthodoxe System-Theologen (Schriftgelehrte) waren, kostete den Mann aus Nazareth, ähnlich wie nach ihm Johann Hus und, beinahe, Martin Luther, das Leben.

Die unbequeme Seite des Wanderpredigers, der zu einem rigorosen Bruch mit der Ethik der faulen Kompromisse aufforderte, die im besetzten Israel zum Standard geworden war, verschwindet jedoch in der christlichen Ikonographie, die entweder die Geselligkeit des Galiläers oder den göttlichen Funken im Antlitz des Messias betont, sowie an den heute als Traditionsrelikten noch präsenten christlichen Feiertagen: Karfreitag und Ostern erinnern an den leidenden und auferstandenen, Himmelfahrt und Pfingsten an den dem Irdischen bereits wieder entrückten Christus. Am wohlfeilsten und gefälligsten ist aber der Jesus der Weihnachtszeit: In der Gestalt des hilflosen Säuglings ist der radikale Rabbi mit den steilen Thesen am weitesten weg. Die nur Lukas bekannte Anekdote, die Flucht, Obdachlosigkeit und die Geburt des späteren Königs der Juden in einem Stall schildert, ist eine wunderbare Geschichte von Erniedrigung und Erhöhung, die sich von einem Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm, von “Aschenputtel” oder “Die Sterntaler”, nur unwesentlich unterscheidet.

Erklärt das die anhaltende Faszination von Weihnachten? Schon Wochen vor dem ersten Advent, sogar noch vor dem Volkstrauertag, der die Woche der Besinnung am Ende des Kirchenjahres einleitet und dem Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft dient – thematisch einen Quantensprung entfernt von Weihnachten –, sind die Prospekte der Kaufhäuser voll mit Christfest-Symbolen, die Regale der Supermärkte prall gefüllt mit Lebkuchen, Spekulatius und Adventskalendern, die Hütten von Weihnachtsmärkten, die an einigen Orten zu Weihnachtsdörfern eskalieren, befinden sich im Bau, und in einigen Gärten werden bereits Lichterketten mit leuchtenden Rentierschlitten aufgebaut. Mit “Liebe im Weihnachtspark” eröffnete Super-RTL am 13. November die diesjährigen Weihnachtsfilmfestspieltage.

Weihnachten – das ist der klein gemachte Messias par excellence. Entweder man sieht ihn hilflos in der Krippe liegen, unfähig, ein einziges autoritäres Wort zu sprechen, oder er verschwindet gleich vollständig hinter gewaltigen Weihnachtsbäumen, überdimensionalen Nikoläusen oder Bergen von Geschenkpapier. Dabei geht es mit den Worten Otto-Uwe Kramers, der als charismatischer Propst in Nordelbien Kirchen und Gemeindesäle füllte, eigentlich vor allem nur um dieses eine: zu Jesus, dem Christus, zu sagen: “Du! Mein Meister!”

In dem Oscar-nominierten polnischen Spielfilm Corpus Christi aus dem Jahr 2019, einer modernen Variation von Carl Zuckmayers Hauptmann von Köpenick, zieht ein auf Bewährung entlassener Strafgefangener ein Priestergewand an und gibt sich als katholischer Geistlicher aus. Ohne Rücksicht auf das Beziehungsgeflecht, das sein erkrankter Vorgänger in Jahren des Gemeindedienstes gewoben hat, predigt der Pseudo-Pater so, wie er es intuitiv für richtig hält. Damit löst er einen Konflikt aus. Denn viele Gemeindeglieder hegen einen tiefen Groll gegen die Witwe eines vermeintlich alkoholisierten Fahrers, der bei einem Frontalzusammenprall mit einem anderen Wagen ums Leben kam und mehrere Jugendliche – sie saßen in dem anderen Auto – mit in den Tod riss. Während der falsche Priester sich im Sinne Christi für Vergebung einsetzt und dem mutmaßlichen Unfallverursacher ein ehrendes Andenken samt Grab gewähren will, sperren sich die Eltern der Jugendlichen dagegen. Frustriert stellt der junge Ex-Häftling fest: Die Leute dieser Gemeinde würden Jesus wieder kreuzigen, wenn er jetzt unter ihnen wäre und ihnen sagte, was er von ihnen erwartet.

Würde Christus heute zurückkehren, er würde sicher nicht wieder, wie es der falsche Priester Tomasz in Corpus Christi behauptet, hingerichtet werden. Die humanistische Tradition der westlichen Demokratien ließe das nicht zu. Klar ist aber, dass jemand, der sich im Jahr des Herrn 2021 öffentlich hinstellen und (nach Mth. 6,26) proklamieren würde: “Seid so sorglos wie die Vögel des Himmels”, ein Störenfried wäre. Die meisten würden ihn wohl dem Lager unerwünschter “Querdenker” zurechnen und wären mit seiner gesellschaftlichen Ächtung wegen “polarisierender” Reden einverstanden. Andererseits wird man es auch nicht ganz ausschließen können, dass ein solcher zurückgekehrter Christus auf einem Weihnachtsmarkt oder in einem üppig mit Weihnachtsdekoration verschönerten Laden ein paar Tische umtreten würde. Mit dem sarkastischen Kommentar: “Dieses Fest soll ein Fest Gottes sein. Ihr aber habt ein Fest des Geldes daraus gemacht.”

Dass auch in diesem Jahr wieder Weihnachtsmärkte abgesagt und dem Gott Mammon noch auf vielerlei andere Weise Ketten angelegt wurden, bekommt da schon fast die Aura von etwas Heiligem.

25 Kommentare

  1. Also kommt bitte alle mal runter, denn wir brauchen auch Menschen, die sich um die seelische Verwahrlosung unserer Gesellschaft Gedanken machen und den Irrlehrern wie Käßmann und Co. , den Menschenhändlern wie KGE, Bedford Strohm von der EKD, die das Christentum zum Abschlachten frei geben, Einspruch mit Sachkenntnis erheben, wo die selbst ernannten Hirten die Schäfchen auf die Schlachtbank führen.
    Viel schlimmer sind die Soziologen die sich am Menschen experimentierend aufführen wie Zoologen, die ganzen kommerzialisierten Erziehungspädagogen, die anderen ihr Weltbild wenn es sein muss mit Gewalt aufzwingen wollen.

    Man kann ja über die Berufswahl streiten, aber doch nicht um kluge Inhalte, wo wir zunehmend immer mehr bedroht werden, von denen die ihre Ämter missbrauchen, die im Kölner Dom zuständigen Pfaffen, die eigentlich das Christentum und das Gottvertrauen weiter geben sollen und keine Ängste für die kommerzielle inkompetente Corona Misswirtschaft schüren sollen. Dazu sind die für Gott erbauten Gotteshäuser nicht da.

    Auch kennen viele Pfaffen den Unterschied zwischen geistlich und geistig nicht mehr, wo sie die christliche Lehre immer mehr mit materialistischem Zeitgeist verwässern. Pseudomoral und Pseudochristen die auf diesen Zug aufspringen, so das schwarze Katzen nach mittelalterlichen Aberglauben im Tierheim sitzen bleiben, die Konsumidiotie nähren, man könne sich vom Tod frei kaufen und den Kreislauf von Alpha und Omega durchbrechen und Naturgesetze erzieherisch dressieren. Es gibt auch andere schlimme Krankheiten, habe eine Schulkameradin und Freundin früh durch Krebs verloren, die fallen unter den Teppich, es gibt nur noch Corona und Scharlatanerie.

    Natürlich muss man das Drecksvirus, welches vielen Menschen schon Leid aufgezwungen hat bekämpfen, aber mit Vernunft und nicht mit Schüren von Massenhysterie, dann hätte man viele Opfer durch Corona vermeiden können. Es ist eine Krankheit und natürlich ist, das man sich vor ihr schützen will, aber deshalb entkommt man nicht dem natürlichen und nicht künstlich aufgezwungenen Gesetz von Alpha und Omega.

    Wir müssen gemeinsam der Aufklärung zum Wohl des Menschen eine Chance geben und ja, wir können nicht allen Opfern gesellschaftlicher Verrohung helfen, den Kriegsopfern, den zum Opfer gewordenen durch kriminelle Gewaltverbrecher, aber eine Schuld trifft uns auch, wir schauen weg und hätten durch Aufklärung vielleicht zum Schutz animieren können.

    Gutgläubig wie Teenies sind, wie sollen sie den verführerischen Wolf im Schafspelz erkennen, wenn wir schweigen, das sie in die Fänge von Sexualverbrechern kommen? Das sind aktuelle Themen unserer Zeit und wie sich das Christentum durch Pharisäer abschafft für den Islam als Sprungbrett und später die von der UNO vorgegebene versklavende Welteinheitsreligion vom teuflischen Papst Franziskus angefeuert mit der Abschaffung der Glaubensfreiheit, wo man im Gottvertrauen Trost finden kann.

    1. Nachtrag, so wie die Pseudochristen schon sinieren einen Osterfeiertag für den Islam zu opfern, dann vertreten sie weder die christliche Lehre noch das Christentum und bitter ist, wenn das so weiter geht, das Christentum schafft sich ab. Ostern würde in seinem Sinn entstellt, weil Christus ist für unsere Sünden am Kreuz gestorben und erst am 3. Tag den man opfern will auferstanden.

      Ja Gelbkehlchen Du hast Recht, das mehrheitlich unsere beiden Kirchenorganisationen charakterlich so verkommen sind und mit Rückenwind durch Verrat an den politischen materialistischen Zeitgeist, 30 Judas Silberlinge, sich nicht zu schade sind Christen zu Opfern oder wie der scheinheilige Papst Franziskus die irakischen Christen im Stich ließ und ihren Peinigern auslieferte. Jedoch sehe ich den Beitrag von Herrn Mehrens eher als Rückbesinnung, da von der christlichen Wurzel sinngemäß nur noch ein verstümmeltes Wrack von den Pharisäern übrig gelassen wurde.

      Das Traditionelle Weihnachtslied “Maria durch ein Dornwald ging” aus dem Volksliedgut, macht uns bewusst, warum Weihnachten wichtig ist, weil unser Retter geboren wurde unsere Seelen aus einer von Menschen verteufelten Welt zu retten , die jene wie Schwab, Soros, Gates als Globalisierer zur Versklavung der Menschheit verkörpern. Die letzte Strophe bringt es deutlich zum Ausdruck. So ist es oft der Mensch, wie auch in Luther 95 Thesen heraus zu lesen ist, der seine Seele dem Teufel Mammon verschreibt, wie unsere Pfaffen die dafür kein Christenopfer scheuen und es dem mohammedanischen Islam in den Rachen werfen. Es lohnt sich den Text dieses Liedes bewusst zu lesen, wo so viel Hoffnung enthalten ist, das wir dank Christus das Tal der Tränen überwinden können. Als abtrünniges Schäfchen bin ich entsetzt, wie sehr die EKD zur grünen Sekte mutieren konnte und ein Kardinal Marx die humanitären christlichen Errungenschaften in den Boden stampft.

      1. Vergess bitte nicht, Sandokan, dass wir Menschen materielle Lebewesen sind und den “Mammon” zum Leben brauchen. Ich glaube zwar, dass wir auch eine Seele haben, aber der Schöpfergott hat uns auch als materielle Lebewesen geschaffen. Er hat uns Menschen und den Tieren nicht wie den Pflanzen die Möglichkeit der Fotosynthese gegeben, die Wachstum und Lebensenergie aus Sonnenlicht, Wasser und CO2 erschaffen können. Wir leben von Pflanzen und Tieren, brauchen Nahrung, Kleidung und ein Dach über den Kopf. Und in meinen Augen sind die guten Menschen die produktiven Menschen (Handwerker, Bauern, Ingenieure, Naturwissenschaftler, Mathematiker-Mathematik braucht man zu Ingenieurwissenschaften und Naturwissenschaften-, Firmengründer) und nicht diejenigen , die anderen nicht auf der Tasche liegen, wie z.B. Kleriker, die das Geben predigen und selber nur nehmen.

      2. “und nicht diejenigen, die anderen auf der Tasche liegen, wie z.B. die Kleriker, die das Geben predigen und selber nur nehmen.” muss es natürlich heißen. Es war ein “nicht” zu viel.

      3. Lieber Gelbkehlchen,
        so sehr ich Deinen Unmut und den anderer verstehe – es gibt auch wirklich gute, gläubige Menschen und Kleriker in der Kirche. Man denke an Michel Aupetit.
        Ich habe auch oft eine riesige Wut auf Kleriker wie Marx, Bedford-Strohm, Käsmann etc. Aber bitte schere nicht allein über einen Kamm.

      4. Ich weiß nicht, wie es in Frankreich ist, aber hier in Deutschland leben alle katholischen und evangelischen Kleriker von der Kirchensteuer oder Steuer. Ich hatte gute Kontakte zur Evangelischen Freikirche im Schwarzen Bruch in Meschede. Dort lebt der Pastor von einer FREIWILLIGEN Spende der Kirchenmitglieder, es soll soviel ich weiß der Zehnte sein wie in der Bibel. Es gibt keine vom Staat eingetriebene zwanghafte Kirchensteuer. Auch organisieren sie sich völlig selbst, wenn etwas renoviert werden muss, haben sie eigene Handwerker, jeden Sonntag Morgen nach dem Gottesdienst gemeinsames Frühstück, ich selbst war dort lange Jahre in der Bibelstunde. Auch muss der finanzielle Beitrag nicht unbedingt der Zehnte sein, jeder gibt freiwillig nach eigenem Guitdünken. Und es funtioniert.

      5. Den ganzen Kommentar nochmal ohne Fehler vom Diktatsystem von apple:
        Liebe Maria, oder ein anderes Beispiel aus Meschede im Sauerland:
        Nämlich das dortige Benediktinerkloster Königsmünster (https://koenigsmuenster.de). Die Benediktiner sind ja auch gegründet worden, um eben nicht vom Zehnten der Bevölkerung zu leben. Ich habe dort in mehreren Nachhilfeschulen Mathematiknachhilfeunterricht gegeben und kenne die Gymnasien in der weiteren Umgebung. Und ich weiß, dass das Benediktiner Gymnasium, dass die Benediktiner in Meschede betrieben haben, in Mathematik weit und breit das beste Gymnasium war. Es war überhaupt das beste Gymnasium weit und breit, ein Privatgymnasium, wo die Eltern für bezahlen mussten. Und trotzdem war es schwierig, einen Platz zu bekommen. So haben sich die Benediktiner in Meschede finanziert. Aber nicht nur durch das Gymnasium, sondern sie haben auch mehrere Betriebe, zum Beispiel: Metzgerei, Konditorei, Klosterladen, Schmiede, Tischlerei, Streu Obstwiese, Weberei, Gaststätte, und so weiter. Sie können sich vollkommen selbst finanzieren, ohne von Steuer oder Kirchensteuer zu leben. Und das finde ich gut.

      6. Ja, liebes Gelbkehlchen Du hast Recht, aber die Frage ist doch, was der Mensch in seiner Gier alles zerstört um andere wie durch Vermögengesellschaften wieder zu versklaven und der produktive Landwirt Pacht zahlen muss, als wäre er Leibeigener. Gerade jetzt wo diese durch hirnrissige Ideologie gesteuerte Politik so viele Menschen in Existenznot, Obdachlosigkeit treibt, zeigt doch das der Mensch mutwillig vernünftige Infrastrukturen zerstört.

        Als das Geld den Tauschhandel ablöste, konnte das Handwerk blühen und die Menschen Wohlstand schaffen, erst durch Wucherer, Spekulanten wurde es genutzt um andere aus zu beuten und warum erhöhen sich unsere Volksvertreter ständig die Diäten trotz lukrativer Nebenverdienste.

        Die Harmonie zwischen Realwirtschaft und Finanzwirtschaft wurde so pervertiert, das sich die Gier Lappen die Taschen voll stopfen, während das Volk wie im Charles Dickens Märchen hungert und friert.

        Die christlichen Kirchenvertreter? haben nicht die Aufgabe gesellschaftswissenschaftliche Fragen zu lehren, noch diese für eine politische Ideologie zu missbrauchen. Man muss beides voneinander trennen, in das Gotteshaus geht man seine Seele zu stärken, sich von den Mühen des Alltags um die Existenz die materialistischer Natur ist zu sichern, einmal von Existenzsorgen ab schalten zu können. Gott sagte auch, wir sind für uns eigen verantwortlich und nicht das uns gebratene Tauben von selbst in das Maul fliegen.

        Es geht um den Missbrauch der christlichen Lehre, wo moralisch der Finger erhoben wird zu Fragen anderer Natur.
        Man hat bereits statt mit der sozialen Marktwirtschaft Wohlstand für die Bürger zu sichern das Finanzwesen derart pervertiert, damit gewissenlos Gierlappen uns ideologisch gängeln, bevormunden und selbst Feudal- adel ähm Geladel spielen können auf Kosten anderer Menschen.

        Es ist genau umgekehrt, die Kirchen biedern sich allen Gemeinheiten der politischen Kaste an und dabei müssten sie gerade den Menschen in Not und Armut beistehen, für den Nächsten da sein. Aber sie marschieren mit gegen den Bürger, der seine Rechte als freier Mensch einfordert.
        Früher standen ältere Damen mit Sammelbüchsen da, um Geld für die as unserer Gesellschaft ausgestoßenen zu sammeln, öffnen unsere heutigen Kirchen den die Pforten für die Armenspeisung und Obdachlosen, eher nein und statt verlässlicher Unterstützung wird medial eine Aktion der fehlenden Barmherzigkeit bejubelt, danach können die einheimischen Menschen weiter auf unseren Straßen erfrieren oder trotz harter Arbeit an die Tafeln betteln gehen.

      7. Sandokan, ich glaube, Du meinst das Richtige. Was vor allen Dingen die meisten unserer Kirchenvertreter verraten haben, ist die christliche Nächstenliebe, eine Grundlage des Christentums. Der Nächste ist hier der nächste Mensch, die eigene Gemeinschaft, das eigene Volk, in dem und von dem jeder lebt, ohne das der einzelne in einer arbeitsteiligen Gesellschaft nicht leben kann. Und der Nächste ist nicht der Fernste, für den wiederum der Fernste der Nächste ist und der Fernste sich kümmern müsste. Wobei sowieso Nächstenliebe IMMER auf Freiwilligkeit beruhen muss, denn Nächstenliebe darf niemals erzwungen werden. Wer Nächstenliebe vom anderen erzwingt, betätigt sich als Sklavenhalter. Und tritt die Nächstenliebe mit Füßen. Weil er für mich eins der wichtigsten Punkte der Nächstenliebe nicht beachtet, nämlich die Achtung vor der Freiheit des anderen, des Nächsten. Unsere Geistlichen dagegen treten die Nächstenliebe, die Liebe zum Nächsten, zum eigenen Volk, zu den eigenen Schäfchen gemeinsam mit den Politikern der Altparteien, vielen Journalisten und vielen Juristen mit Füßen zu Gunsten einer selbstzerstörerischen Fernstenliebe, sie machen die eigenen Leute zu Aufbau-, Arbeits- und Steuersklaven für alle Fremden, für alle Bürger dieser Erde, die ebenfalls so wie wir die Pflicht hätten, sich selbst ein gutes Land in ihrem eigenen Land, ihrem eigenen Zuhause aufzubauen mit guter Wirtschaft und guter Infrastruktur.
        Zu viele unserer Kleriker betätigen sich als Wölfe im Schafspelz und liefern ihre eigenen Schäfchen den Wölfen aus, Papst Franziskus an erster Stelle und an 2.Stelle Kardinal Marx. Sie haben das “Weide meine Lämmer” von Jesus an den 1.Papst, an Petrus, total verraten.

    2. Man schlägt kaum die Zeitung auf, da könnte man vor Wut an die Decke springen, angeblich hat man die Zielquote 80 Prozent Herdenimmunität erreicht. Wie, Was, hat das RKI keine Mathematik in der Schule gehabt?

      Ohne jetzt Impfbgeisterte, Impfbefürworter oder Impfgegner zu kritisieren, wenn sich vor lauter Hysterie einige wenn es auch sein müsste wöchentlich Boostern lassen, da wieder eine neue Variante kommt, dann fallen jene nicht Geimpften unter den Teppich und man redet das Ergebnis mit Corona Eiferern schön. Wenn noch Unentschlossene sich doch impfen lassen würden, dann ist natürlich kein Impfstoff mehr da, weil andere Wundergläubige vom Spritzfieber nicht genug kriegen.

      Statt das der Staat den Impfwahn beschränkt, wird er noch angeheizt und statt das der Staat im Sinne für gesundheitliche Verantwortung der Bürger handelt….

  2. Weihnachtsbotschaft von Björn Höcke 2021: “Friedliche Revolution wie 1989”

    ca 3 min.

    … 👏‍ 👏‍ 👏‍

  3. ““Dieses Fest soll ein Fest Gottes sein. Ihr aber habt ein Fest des Geldes daraus gemacht.””
    Wovon lebt eigentlich ein DR. phil? Ist er ein höher geistiges Wesen, braucht kein Geld und lebt von Luft und Liebe? Ich selbst bin auch ein materielles Lebewesen und brauche Geld zum Leben! Ich schätze ein Dr. phil auch. Wie kommt er zu diesem Hochmut über das Geld? Vielleicht weil er das Geld nicht selbst mühsam erarbeitet hat und es sich wie die Geistlichen von anderen hat erarbeiten lassen?! Vom Steuerzahler, von wem auch immer! Für ihn regnet das Geld vom Himmel und er hat deshalb keinen Bezug dazu!

    1. Und weil ein Dr. phil ein höher geistiges Lebewesen ist, blickt er hochmütig auf die materiellen Lebewesen herab, die Geld zum Leben brauchen und auch noch die “Frechheit” haben, sich dieses Geld selbst durch eigene produktive Schweißtropfen zu erarbeiten.

    2. Aber die Geistlichen sind den ganzen Monat höher geistige Lebewesen, wenn aber der 1. des Monats kommt, dann sind sie wieder materielle Lebewesen, dann lebt der Mensch plötzlich nicht mehr vom Brot allein, dann gehört auch noch ein guter westfälischer Schinken dazu. Denn dann wurde früher der Zehnte, heute die Kirchensteuer und für den Bischof die Steuer des jeweiligen Bundeslandes ausgezahlt. Kardinal Marx bekommt vom Land Bayern 11500 €, einen dicken BMW mit Chaffeur, lebt in einem Domizil in München, teuer vom Land Bayern renoviert.
      https://www.nordkurier.de/politik-und-wirtschaft/so-leben-die-deutschen-oberhirten-162511010.html

      1. Lieber Gelbkehlchen,

        ich stimme Dir vollkommen bei Kardinal Marx zu. Den Text von Dr. Mehrens fand ich jedoch sehr gut und überhaupt nicht arrogant. Es geht um den übermäßigen Konsum und dass man das Eigentliche am Christentum vergessen hat – Mitgefühl, aber auch Klarheit Also, dass jesus die Geldwechsler aus dem Tempel wirft. Ich finde, dies ist aktueller denn je, wenn man sieht, dass ausgerechnet an Heiligabend in den Kirchen geimpft wird.

        Da bräuchten wir wieder einmal den wütenden Jesus und nicht einen Säugling.

        Ich glaube wirklich nicht, dass Dr. Mehrens auf die normal arbeitenden Menschen herabblickt und meint, sie bräuchten und Geld und dass in den Tag hineinleben reichen würde.

        Liebe Grüße von Maria

      2. Liebe Maria, Du meinst also, ich hätte Dr. Phil Mehrens falsch verstanden. Was meinst Du denn mit übermäßigen Konsum? Zu Weihnachten lassen sich es die Leute halt gut gehen, sie haben üblicherweise ihr Brot im Jahr hart erarbeiten müssen, zumindest die einfachen Leute. Warum sollten sie es sich dann nicht mal gut gehen lassen? Wenn er, Dr. phil Mehrens, den Klerikern schlanken Konsum predigen würde, die sich diesen Konsum noch nicht einmal erarbeitet haben, dann würde ich das verstehen, aber doch nicht den einfachen, arbeitenden Leuten. Ich hatte ja das Beispiel mit Kardinal Marx gebracht. Und wenn ich an den Exbischof von Limburg denke. Das sind ja nicht die einzigen. Nicht umsonst gibt es ja den Spruch: “Weihwasser predigen, aber Messwein saufen!” Bitte liebe Maria, verteidige nicht diese scheinheilige Doppelmoral!

      3. Der Schleich – Marx(ist), Protz – Marx(ist), das ist, ist wieder mal KÖSTLICH!

        Liebe Grüße, lieber gelbkehlchen!

  4. Ein Philpsoph? Noch nie im Leben wahrscheinlich auch nur einen Handschlag nützlicher Arbeit geleistet. Mit diesem Beitrag hat sich Conservo von mir verabschiedet. Das ist weit unter Gürtellinie. Das tu ich mir hier nicht mehr an. Ekelhaft…

    1. Lieber Ulfried,
      ich verstehe Deine Empörung nicht ganz. Für mich zeigt der Text den eigentlichen Sinn und Ursprung des Urchristentums auf. Siehe auch meine Antwort auf Gelbkehlchen.
      Viele Grüße von Maria

    2. Muß Ihnen recht geben. Daß der Glaube arg gelitten hat seit der Kulturrevolutiom, steht außer Frage. Nur ist es recht wohlfeil, so zu tun, als wären die Worte Christi irgendwie “toll” oder “schön”. Davon abgesehen gibt es ja auch den Christus der Vergebung, beides ist ja präsent. Daher sollte man weder die eine, noch die andere Seite überzeichnen.

      Als jemand, der nur noch lebt, da er eine Bekehrungserfahrung hatte, die über mich kam, als ich gotquestions.org las, ist diese neue Realität — ewige Erlösung oder Verdammnis — kaum noch auszuhalten. Zumal ich mich mit Anfang zwanzig, damals noch Atheist, erhängte. Mit dreißig kam ich zum Glauben, der nun schon schwächer wurde. Selbstmord ist mir in die DNS geschrieben, bereits vor meiner Bekehrung fühlte ich mich wie ein Fremdling und Pilger auf dieser Welt (Schuld daran ist wohl auch meine autistische Störung, bin ich doch Gen-Abfall).

      Ich sehe mich hier näher an Kierkegaard, der von unbeschreiblicher Tiefe war. Jedem Morgen soll er laut seinem Haushälter (s. “Encounters with Kierkegaard”) eine private Messe in seinem Zimmer abgehalten haben, mit viel Knien und Beten, die zwischen 30-60 Minuten dauerte.

      Daß ich nun glauben muß, daß dieses Leben mehr ist als bloß Zufall, daß eine Ewigkeit wartet, ist doch auch unheimlich. Umso schlimmer, wenn man gemütskrank geboren wurde (das traf ja auch auf Kierkrgaard zu, aber auch Pascal und Reinhold Schneider).

      Es gibt Mönche, die sich umbringen (s. “Nicolas Diat: Heimkehr. Das Sterben der Mönche”).

      Zuletzt: daß uns dieser wenig noble, eher abstoßende Trieb in die Welt setzt, ist ein Schlag ins Gesicht, der uns zu denken geben sollte, wie auch der Katholik Andy Nowicki in “Considering Suicide” schrieb. Seine Anti-Sex-Philosophie — er hat selbst zwei Kinder, damit hat es nichts zu tun — legte er vor allem in “Confessions of a Would-Be Wanker” und “Notes Before Death” dar.

      Auch Gómez Dávila schrieb z. B.:

      “Das Problem ist nicht die sexuelle Unterdrückung, noch die sexuelle Befreiung, sondern der Sexus.”

      “Es gibt keine Zone der Seele, die der Sex am Ende nicht verderben könnte.”

      usw. usf. Er war tiefgläubiger Katholik und hatte drei Kinder, aber sich als tiefer Kopf nichts vorlügen laßen.

      Daher halte ich inzwischen einige gängige theologische Positionen für fragwürdig, ohne abzulehnen, daß Jesus Christus Gott ist usw. Man muß eben, ein gleichnamiges Buch von Georg Huntemann heißt, in der Spannung leben.

      Sagt doch auch Paulus, daß der Schlüssel die Liebe ist (I. Kor. 13), Agape. Theologisch sich zu äußern, ohne an- oder abzustoßen, ist sehr schwierig.

      Ohne meinen (schwachen) Glauben hätte ich mich schon längst wieder versucht umzubringen, im besten Falle wäre ich dem Alkohol verfallen.

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