Helden und Zombies

Von DR.PHIL.MEHRENS

Der Krieg in der Ukraine wirft die Frage auf, wofür es sich zu leben und zu sterben lohnt. Die vielbeschworenen “europäischen Werte” sind es jedenfalls nicht. Ein Manifest.

Ich muss ehrlich zugeben: Für mich sind sie Helden. Ich bewundere sie: all die Männer, die gerade in der Ukraine, in Kiew, Charkow, Mariupol und anderswo die Waffe in die Hand nehmen, um ihr Vaterland zu verteidigen. Und ich muss ehrlich zugeben: Ich könnte das nicht.

Um für sein Land freiwillig in den Tod zu gehen, muss man es mehr lieben als das eigene Leben. Ich dagegen liebe mein Leben mehr als mein Land. Viel mehr. Genau genommen liebe ich mein Land überhaupt nicht. Vielleicht sollte ich lieber sagen: meinen Staat. Jedenfalls würde ich für das Land, in dem ich lebe, keine einzige Kugel auf einen herannahenden Feind abfeuern. Um die Waffe in die Hand zu nehmen, braucht man Mut. Mut und den festen Glauben, dass es sich lohnt, das Bedrohte zu retten. Diesen Glauben habe ich nicht. Das klingt jetzt vielleicht nach Vaterlandsverrat, nach Wehrkraftzersetzung. Aber es ist auch nicht wehrkraftzersetzender, als die eigene Armee drei Frauen (von der Leyen, Kramp-Karrenbauer, Lambrecht) anzuvertrauen, die eine Haubitze nicht von einem Ofenrohr unterscheiden können. Oder als die eigene Armee in eine Lachnummer zu verwandeln und statt über die eigene Blödheit über einen US-Präsidenten zu spotten, der mit seinen Warnungen von früher heute dasteht wie Trojas weise Prophetin Kassandra.

Es tut mir leid, das so offen aussprechen zu müssen, aber ich kann kein Land, das allen Ernstes Männer mit Männern verheiratet, gegen ein anderes Land verteidigen, das sich einem solch eklatanten Zivilisationsbruch verweigert. Ich kann kein Land ernst nehmen, das solchen “Ehemännern” gestattet, Kinder zu erziehen, und das, was dabei rauskommt, dann auch noch Familie nennt. Man braucht Achtung vor einem Land, das man vor dem Feind retten soll. 

Wie aber soll ich Achtung empfinden für ein Land, das seine eigenen Bürger hart arbeiten und trotzdem verarmen lässt, weil mit dem durch sie erwirtschafteten Geld die Infusionsflasche befüllt werden muss, die unsolide wirtschaftende Nachbarländer künstlich am Leben erhält, damit deren Bürger genug Geld in der Tasche haben, um Produkte zu kaufen, die internationale Großkonzerne noch reicher machen, als sie sowieso schon sind, und die Umwelt noch mehr zerstören, als sie sowieso schon ist?

Wie soll ich Achtung empfinden für ein Land, das keinen Unterschied macht zwischen “denen, die schon länger hier leben”, und denen, die hier zwar ihr Geld verdienen, aber keine Ahnung haben, wer Friedrich der Große, Goethe oder Bismarck waren, weil ihre Identitätsfindung sich historischen Gestalten wie Mohammed, Kemal Atatürk oder  Ayatollah Khomeini verdankt? Respekt vor dem eigenen Volk, den eigenen Traditionen, dem eigenen Gott und der eigenen historisch gewachsenen Identität sind die Grundvoraussetzung dafür, dass sich Bürger mit ihrem Staat identifizieren und folglich auch bereit sind, es gegen einen äußeren Feind zu verteidigen.

Wenn eine Gesellschaft kollektiv zu den Waffen greifen soll, muss sie wissen, wofür. Dieses Wofür repräsentiert ein Symbol, auf das sich alle, die zu ihr gehören, einigen können. Ein solches Symbol sind für die Ukrainer die Nationalfarben Blau und Gelb. Bei uns sind es gleich alle Farben auf einmal. Der Eindruck drängt sich jedenfalls auf, nachdem im vergangenen Jahr deutschlandweit öffentliche Gebäude mit der hässlichen Flagge der Beliebigkeit geschändet worden sind. Seit ich überall die Regenbogenfahne flattern sehe, das Erkennungssignal gemütskranker Ideologen, bin ich mir nicht mehr sicher, auf welches nationale Symbol sich die Deutschen verständigt haben. Etwas Abwegiges, Selbstzerstörerisches scheint den Platz erobert zu haben, der eigentlich für Nationalstolz reserviert war. Von mir aus können deren Anhänger, die ja auch sonst gern das Licht öffentlicher Plätze suchen, für ihre Vielfaltsreligion in die Schlacht ziehen. Sollen sie ihren ganz eigenen Volkssturm mobilisieren und mit wehenden Regenbogenfahnen auf den herannahenden Feind lospreschen. Ich bin garantiert nicht dabei. Ich würde mir vorkommen wie jemand, der Lebende bekämpft, um Zombies zu retten.

Ich weiß natürlich, dass die bunten Fähnchen für das stehen sollen, was Ursula von der Leyen, Emmanuel Macron und all die anderen edlen Europäer gern “europäische Werte” nennen. Nur was für Werte sollen das sein? Die Menschenrechte scheiden aus: Ein Europa, das Andersdenkende nicht toleriert, sondern diskreditiert, ein Europa, das in einer groß angelegten Willküraktion elementare Freiheitsrechte eliminiert, weil seine Gesellschaften unter einer staatlich angeordneten Angststörung leiden, und die, die sich dagegen zur Wehr setzen, als “Demokratiefeinde” diffamiert, steht moralisch entblößt da, schuldig der Todsünde der Heuchelei. Es ist absurd anzunehmen, dass sich eine Gesellschaft freiwillig bewaffnen und für ein System ins Feld ziehen würde, das seine Bürger schikaniert, wirtschaftlich ruiniert und sippeninhaftiert mit Hochbetagten, Drogenkranken und gesundheitlich angeschlagenen Zuwanderern, die nicht mal die deutsche Staatsangehörigkeit haben.

Ich finde es traurig, wenn Krankenhäuser bombardiert werden, in denen sich Kinder befinden, und wenn dadurch Kinder ums Leben kommen. Aber ich finde es auch traurig, wenn Kinder, die sich noch im Mutterleib befinden, diesem entrissen und getötet werden und man dafür auch noch einen infamen Framingbegriff erfindet, der diesen Angriff auf die Würde des ungeborenen Menschen und seine körperliche Unversehrtheit zum “Menschenrecht” deklariert.

Ich finde es grotesk und verlogen, sich über Putins aggressive Rhetorik zu empören und gleichzeitig klaglos hinzunehmen, dass mit einem zynischen Propagandabegriff  wie “reproduktive Rechte” ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit bemäntelt wird. Ich finde es scheinheilig, über die Toten in Osteuropa zu weinen und nahezu zeitgleich im eigenen Land ein Gesetz zu streichen, das Werbung für Tötungen untersagt. Nicht von “Werten” sollte man hier der Ehrlichkeit halber sprechen, sondern mit Nietzsche von einer Umwertung aller Werte, von der hybriden Kreation eines neuen Menschen, der Gott spielen will, anstatt sich der gegebenen göttlichen Ordnung zu fügen.

Ich möchte für einen Staat, der all diese Perversionen nicht nur hinnimmt, sondern sogar aktiv fördert, nicht eine einzige Kugel abfeuern. Ich möchte ihn nicht einmal rhetorisch unterstützen.

Ich möchte lieber daran glauben, dass nicht alles schlimmer wird, wenn ein äußerer Feind ein System, das so viel Böses zulässt, zerstört. Ich möchte lieber daran glauben, dass sich aus den Trümmern einer dekadenten Zivilisation etwas Neues, Stolzeres erheben würde. Vielleicht könnte ich ja dieses Neue so lieben wie all die tapferen Ukrainer, die jetzt die Waffe in die Hand nehmen, ihr geschundenes Land.

Träumen ist erlaubt.

9 Kommentare

  1. Regierung schenkt Otto Normalverbraucher 300 Euro
    (heutige Meldung)

    Ist das nicht GROSSZÜGIG???

    Genau das was man uns (z.B. per Steuern ) MEHRFACH vorher abgenommen hat!!!

    Und die allergrößten Kälber – wählen ihre Metzger selber 90 % der Wählerschaft) …. und die Zombie wählen immer noch ( BTWahl 2021) die Altparteien …. K*tz!

  2. Man sollte anfuegen, dass die Russen, die Ihre Landsleute in dieser Ukraine schuetzen wollen, genauso fuer Ihr Vaterland kaempfen, wie die Ukrainer auch. Nur mit dem Unterschied, dass dies von Fremden beiden Seiten aufgezwungen wurde, obwohl die russische Seite fuer acht Jahre lang und mehr, versucht hat, die Probleme friedlich zu loesen!
    Dazu kommt noch, dass diese ukrainische Fuehrung ( eine Bande von korrupten, sagen wir mal freundlich, Maennern) mittels der aktiven Hilfe von noch korrupteren Auslaendern ihre eigenen Leute Gefahren von biologischen Waffen ausgesetzt haben, nur um die sogenannten 30 Silberlinge einzusacken.
    Ich lese all diese Kommentare und wundere mich, was Leute, die erlaubt haben, dass ein Messerstecher (oder einer, der bei einer Messerstecherei federfuehrend war) das hoechste Amt des Landes einnahm, an Anderen zu bemaekeln haben. Leute die fuer 16 Jahre eine der verlogensten Personen,die je auf dieser Erde spazieren gegangen ist, im genau diesem Amt hatten.
    Der Sinn fuer Realitaet und allgemeine Ordnung erscheint schwer angeschlagen.
    In diesem deutschen Bundestag schreien junge Leute, die selbst noch nie ehrlich gearbeitet haben, “Nazigelaber” in die Runde, ohne verwarnt zu werden, wenn zum Beispiel Herr Curio eine Ansprache haelt
    Vielleicht sollte man vor der eigenen Haustuere intensiver kehren, bevor man Andere mitverurteilt.
    Im Grossen und Ganzen ist in dem obigen Artikel dies ja auch sehr deutlich zum Ausdruck gebracht worden und ich stimme dem soweit es die Bundesrepublik betrifft zu, aber die Bruecke, die zur Ukraine geschlagen wurde, die ist halt sehr loechrig.

  3. Wofür Selinski junge Männer in den Tod schickt – dürfte alles andere als Heldenhaft oder Vaterlandsliebe
    sein.
    Wochenblick.at:
    “Welt soll Putin bekämpfen damit GLOBALISTEN uns zu ROBOTERN umbauen können”

    Ukrainer sterben für Schwab, Soros, Gates, Rockefeller, Rothschilds und andere Wahnsinnige.
    Dumme Menschen sterben für die eigene AUSROTTUNG !!!!

    Und dann lese ich hier auch noch versteckt den Hinweis auf die “Nationalsozialistische Rassenlehre”

    UNFASSBAR wofür konsumgesteuerte Hirne fähig sind.

    1. Genauso ist es und der Menschenhadel und Organhandel war ein einträgliches Geschäft der dortigen Regierung.

      Wir werden alles ausbaden müssen, denn die Ukraine ist ein großes Land und nur in den Randgebieten ist Krieg und Verderben.
      Warum siedelt man die Menschen nicht dahin um und wir helfen da.
      Es wird nicht mehr lange dauern und wir sind bei 85 Millionen und Pleite.
      Dann noch Waffenlieferungen, die in den falschen Händen landen und Raketen gleich hinterher.
      Was ist aus Deutschland geworden.

  4. Glauben Sie, werter Dr. Mertens, im Ernst, daß alle ukrainischen Männer die die Pan-
    zerfaust schultern, oder die Kalaschnikow entsichern, dies aus Vaterlandsliebe
    tun? Warum dann strengstes Ausreiseverbot für alle Männer im wehrfähigen Al-
    ter? Ich bin sicher, daß die “heldenhaften” jungen Männer lieber bei ihren Frauen
    und Kindern wären, um sie zu beschützen. Von Horaz stammt die Sentenz:”Süß
    und ruhmvoll ist es, für das Vaterland zu sterben.” Dieser Gedanke wurde beson-
    ders vor dem I. Weltkrieg mißbraucht, um wiedernatürliche Kriegsbegeisterung zu
    entfachen. Diese Flamme der Kriegsverzückung erlosch sehr schnell, als junge
    Männer zu zehntausenden an Marne und Somme verbluteten. Aus eigener Erfah-
    rung, Vater bei Stalingrad gefallen, Mutter mit drei Kindern in der Ostzone stän-
    dig hungernd und frierend (tägliche Stromsperren waren dagegen angenehm)
    verabscheue ich Kriege, sollen die sie führen, die sie anzetteln. Aber leider erlie-
    gen nach wie vor zu viele Menschen der Kriegspropaganda und dem Vaterlands-
    mythos. Meine ideale Vorstellung: Es beginnt der Krieg, und keiner geht hin.

    1. Von einem Freund erfuhr ich soeben das Folgende: Eine Nachbarsfamilie
      erklärte sich bereit, da genügend Platz, eine ukrainische Familie aufzuneh-
      men – Mutter, 2 Kinder, und Eltern. Er staunte nicht schlecht, als auch der
      Vater der Familie dabei war. Auf seine Frage, wie denn das möglich sei,
      daß er im wehrfähigen Alter die Ukraine verlassen durfte, kam die lapi-
      dare Antwort:”Wenn Du genügend Geld hast…”.

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