JESU BOTSCHAFT VOM REICH GOTTES

Empfindlich gestört – In den Verirrungen – Verfehlungen – Verbrechen

Von Dr. Juliana Bauer

Bild: Pixabay

„Die Mächte der Hölle werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18) Die Kirche. Oder doch?

Die Kirche ist „weit in den Abgrund geraten” (Bischof Overbeck, Essen)

Sie ist eine Kirche großer Sünder.

Zu der alle gehören, die noch zur Kirche gehören. Ausnahmslos. Alle. Zu den Sündern. Wir Menschen machen Fehler. Laden Schuld auf uns. Vor Gott und den Mitmenschen. Nur – es gibt große und differenzierte Unterschiede in der Schwere der Schuld. Bis hin zu Verbrechen. Die zerstören.

Wohin trieben in der Vergangenheit viele Mächtige der Kirche Roms? Wohin treiben sie gegenwärtig? Die Mächtigen der römisch-katholischen Kirche!

Die häufig vergessen, dass die Kirche vor allem aus vielen einfachen, gläubigen Menschen besteht. Aus den Gläubigen, die die Hauptkirche bilden. Aus vielzähligen Menschen, die zwar wie alle Sünder sind, die aber keines Verbrechens schuldig wurden und werden.

Wo stehen die Kleriker? Jene, die die Spitze bilden? Die über Macht verfügen. Noch immer. Schönfärbende Audienzen von Petris Nachfolgern

Die Kirche der zahlreichen einfachen Gläubigen schrumpft. Sie befindet sich, wie vor einigen Tagen der Bischof von Essen, Mons. Overbeck, feststellte, in einer „existenzgefährdende(n) Krise“ (siehe Link 1).

Aber ohne die Gläubigen können die Kleriker einpacken. Ohne diese kann die „Crème de la Crème“, als die sich viele, gerade auch in der Kurie, immer noch verstehen, nach Hause gehen. Die unappetitlich gewordene „Crème de la Crème.“

Denn – und verzeihen Sie, liebe Katholiken! Ich halte mal wieder „mein Maul nicht im Zaum“ und sage es frei heraus – die schwarzen langen Soutanen, geziert mit lila oder roter Schärpe, die Mittwoch für Mittwoch um den Nachfolger Petri auf dem nach ihm benannten Platz herumschwirren, dem berühmtesten Platz der Christenheit, reißen die Kirche, die Christus einst auf Simon Petrus gründete, nicht aus dem Abgrund. 

Diese selbstgefälligen Kleriker auf ihrem Logenplatz haben nichts verstanden. NICHTS.  Sie wissen noch immer nicht, wo ihr Platz ist. Dass er bei den Gläubigen ist! „Zu Füßen der Menschen“ (Mgr Aupetit). Denn „…heute hat Gott seine Knie vor den Menschen gebeugt … Wenn Gott vor den Menschen kniet, dann deshalb, dass wir vor unseren Brüdern und Schwestern knien, besonders wir Priester und Diakone…“ (Erzbischof Michel Aupetit in seiner Predigt zur Fußwaschung am Gründonnerstag 2019 in Saint-Sulpice, Paris).

Gibt es da nicht ein Gleichnis, das Jesus von Nazareth einmal erzählte? Das Gleichnis vom barmherzigen Mann aus Samaria. In dem Jesus auf die Priester und andere im Dienst Gottes Stehenden ein sehr schlechtes Licht wirft (Luk 10, 25-37) … … ein ausgesprochen schlechtes…

MISSBRAUCH – EIN FLUCH LIEGT ÜBER DER KIRCHE

Missbrauch an Kindern, an Jugendlichen…, …an Ordensfrauen… Nach wie vor heftig diskutiert: der Machtmissbrauch, den Kleriker, so genannte geweihte Personen und andere kirchliche Mitarbeiter begingen. Unter dem der sexuelle Missbrauch an Kindern und Jugendlichen den größten Raum einnimmt und eine Schwere an Schuld offenbart, die unfassbar bleibt.

Gefolgt jedoch vom sexuellen Missbrauch an Ordensfrauen, unlängst erneut in einem Film von ARTE thematisiert (der Titel: Gottes missbrauchte Dienerinnen, Originaltitel: Religieuses abusées, l’autre scandale de l’Église, 2019). Ein himmelschreiendes Verbrechen, dem die Kirche von Rom noch immer nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt. Den Film ergänze ich an dieser Stelle um mehrere Artikel, die in den letzten drei Jahren in vorwiegend katholischen Journalen zu diesem Verbrechen erschienen sind. In katholischen Journalen wohlbemerkt (s. Links 5-11). Es handelt sich also um keine Behauptungen kirchenfeindlicher Kräfte.

Die Bischöfe von Frankreich hatten am dritten Fastensonntag einen „Gedenktag für die Opfer von Gewalt und sexuellen Übergriffen sowie Macht- und Gewissensmissbrauch innerhalb der Kirche“ ausgerufen. Bischof Pontier, der momentane Nachfolger von Michel Aupetit in Paris, nannte in seiner Predigt nicht nur die „kriminellen Taten“ der schuldig gewordenen „geweihten Personen“, sondern er bezeichnete auch die „tiefen Wunden“ der Opfer und die Schuld der kirchlich Verantwortlichen, das Leid der Verwundeten jahrelang nicht gehört zu haben (s. Link 3).

Hierin liegt auch die besondere Schwere der Schuld kirchlicher Mitarbeiter.

Wenn Verkünder Jesu, Verkünder seiner Frohbotschaft vom Reich Gottes, wenn Männer, die als Seelsorger zu den Menschen geschickt sind, zu Menschen, die ihnen vertrauen – wenn solche Männer zu solchen Verbrechen fähig sind, sich zu solchen Verbrechen hinabziehen lassen, so ist dies mit nichts zu entschuldigen. Aber auch in keiner Weise mit anderen Lebensbereichen, außer der Familie, der ein Kind ebenso grenzenlos vertraut, vergleichbar. Denn diese „Personen, die beauftragt sind das Werk Gottes, seine Güte, seine Zärtlichkeit zu vergegenwärtigen“ (Bischof Georges Pontier), missbrauchten ihren Auftrag in niederträchtigster Weise. Daher kann ich einen Satz wie „Missbrauch in Kirche ist nicht skandalöser als in anderen Bereichen“ (Philosophia  Perennis, 20.01.2022), einen Satz, der wie purer Zynismus anmutet, nicht stehen lassen. Denn in den „anderen Bereichen“ wird Christus nicht verkündet. Das ist der große Unterschied.

Wenngleich sexueller Missbrauch an einem Kind überall ein katastrophales Verbrechen ist.

Einst undenkbar – Missbrauch an Kindern und Jugendlichen durch Kleriker

In der Vergangenheit unvorstellbar: für zahlreiche Gläubige, aber auch für mich.

Als ich 2010 von Missbrauchsfällen an Kindern durch Pfarrer/Priester in größerem Ausmaß hörte und las, blieb mir der lockere Streuselkuchen, den ich gerade angefangen hatte, genüsslich zu futtern, und der mich an meine Kindertage bei meinen geliebten Großeltern erinnerte, im Halse stecken. Buchstäblich.

Es war für mich unvorstellbar, was ich erfuhr. Zunächst. Inzwischen mache ich mir keine Illusionen mehr. Von vielen Frommschwätzern, aber auch von vielen „Würdenträgern“ halte ich nichts. Diejenigen, die ich schätze und die ich mag, sind wenige.

Viele kennen die Botschaft Jesu nicht wirklich, sind nicht erfüllt vom Geist Gottes.

Auch hier dachte ich an meine Großeltern. An ehrliche, rechtschaffene, liebevolle Menschen, treu katholisch. Die den Nazis mutig Widerstand leisteten. Und die Großmutter! Die eine kindliche Verehrung für den Priester schlechthin hegte, den Priester, das „geweihte Haupt“, einen Priester Jesu Christi. Einen Priester, der „im Auftrag unseres Herrn Jesus Christus sprach und handelte“, wie der Großvater seinen alten Dekan oft zitierte. Es wäre für die Großeltern nicht nur undenkbar gewesen, sondern hätte ihre Grundfesten erschüttert: Priester, die sich an einem Kind vergreifen. Meine Großmutter, schwer herzkrank, hätte wohl einen Herzschlag erlitten. Durch diese Enttäuschung, durch diesen Verrat.

„Wer aber einen dieser Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, dass ein Mühlstein um seinen Hals gehängt und er ersäuft würde im Meer, wo es am tiefsten ist.“ So die Worte Jesu in Mt 18,6.

Trotz ihrer Erschütterung aber hätte meine Großmutter eines klar gesehen: den falschen Diener Jesu in der Hölle. „Der kummt in d’Hell!“ wäre ihre schlichte Feststellung im Mannheimer Dialekt, ihrem Heimatdialekt gewesen. Ich höre ihre nüchterne Feststellung geradezu, die nüchterne Feststellung einer einfachen gläubigen Frau. Die das unverblümt ausgedrückt hätte, was Jesus einst Leuten sagte, die ihm von großem Unglück berichteten: „Wenn ihr nicht umkehrt, werdet ihr alle auch so umkommen“ (Luk 13,3; 5).

Die „Sünde der Unkeuschheit“

Sexueller Missbrauch – undenkbar in der einstigen katholischen Welt.

In einer Welt, in der die Flagge der „Keuschheit“ so hochgehalten wurde (und bei den Klerikern der römischen Kirche noch immer als das Höchste gilt…!!!). In der die Verletzung der Keuschheit als eine der unverzeihlichsten Sünden galt. In der die Eheleute ob ihrer Liebe zueinander, die sich auch körperlich zeigte, jahrhundertelang drangsaliert wurden. In der schon die Kinder über Beichten und Beichtspiegel betreffs des 6.Gebots in ganz schreckliche Schuldgefühle gestürzt wurden: „Habe ich Unkeusches gedacht, gesehen, gehört, getan?“

„Und er – Jesus – rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie und sprach: ‚Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen“ (Mt 18,2-3).

Gute und schlechte PfarrerAbgründe in Elternhäusern

Immerhin kannte ich sowohl während meiner Kinder – und Jugendjahre, als auch als Erwachsene etliche Kapläne und Pfarrer, die als Seelsorger für die Menschen sehr engagiert waren. Die Gottes Wort ehrlich verkündeten und bemüht waren, es ehrlich zu leben. Die sich uns, gerade als Kinder, gegenüber anständig und menschlich korrekt verhielten, ja unser Herz mit Überzeugungskraft und Freude, bisweilen auch mit Witz und Humor für Christus eroberten.

Eine böse Ausnahme war ein humorloser, verbissener Kaplan – zum Glück der einzige auf weiter Flur –, der den Ministranten, die ihn nervten, häufig ins Gesicht schlug. Gewaltakte, die wir auch von Lehrern und aus Elternhäusern kannten und die nichts mit sexuellem Missbrauch zu tun hatten, wenn sie auch sonst schlimm genug waren.

Dennoch lässt mich heute der Missbrauch, der offenbar wurde und wird, fragen, wo denn die Eltern waren/sind. Wann sie ihren Kindern zur Seite standen/stehen? Wann sie ihnen Schutz gewährten? Wie es kommen konnte, dass ein Priester über Jahre selbst Nichten und Neffen schwer missbrauchen konnte (z.B. in Köln, s. Link 2)?

Wenige Jahre vor jenem berüchtigten Jahr 2010 hatte ich mit einer Künstlerin, die, gleich ihrer Schwester, als Kind von ihrem eigenen Vater unter den Augen der Mutter missbraucht worden war, Ausstellungen zu diesen Verbrechen geplant – wir wollten ihre Bilderreihe Kinderzimmer, den von ihr minutiös thematisierten Raum der Kinder, der sich aus einem Spiel- und Schutzraum in einen Ort der Hölle verwandeln und im eigenen Elternhaus zum Tatort werden kann, weiterpräsentieren. Die zunehmende Krankheit meiner alten Eltern und die Rückzugsgefechte von zunächst unterstützenden Politikern machten unsere Vorhaben zunichte.

Die Künstlerin hatte bereits Jahre zuvor mit ersten Ausstellungen ihres Bilderzyklus‘ begonnen, so in München 2002 (s. Link 4). Eine Ironie der Geschichte war, dass der damalige und weithin hoch geschätzte Abt des Benediktiner-Klosters Andechs bei München, Odilo Lechner (+ 2017), die heikle Ausstellung eröffnete, nichtahnend, was einige Jahre später in seiner Kirche unter den bestgehüteten Deckmänteln hervorbrechen würde.

Unfassbar – die Realität des Missbrauchs an Ordensfrauen durch Kleriker. Mit unzähligen Gläubigen stehe ich vor dem Unfassbaren

Als ich mich mit den Themen des Missbrauchs wie auch des Zwangs-Zölibats beschäftigte, stieß ich vor nicht allzu langer Zeit auf die sexuellen Verbrechen an Ordensfrauen. Über Berichte in Domradio der Erzdiözese Köln und Vaticannews (s. Links 5-10; den oben genannten Film aus ARTE sah ich am 8. März dieses Jahres zum ersten Mal)! Die Berichte handelten vorwiegend von sexuellen Verbrechen an Ordensfrauen in Afrika und Asien. Doch nicht verübt durch archaische Stammesangehörige, nicht durch marodierende Horden.

Nein, durch katholische Priester. Durch Gemeinde- und vor allem Ordenspriester. Ja, sogar in manchen Fällen durch Bischöfe.

Die Spuren aber endeten nicht auf jenen Kontinenten. Sie führten auch in die USA, nach Kanada und nach Europa. In dem von mir angesprochenen Film berichten besonders (ehemalige) Nonnen aus Frankreich und Kanada von ihren furchtbaren Erfahrungen mit Priestern, deren Perversität nicht zu überbieten war. Auch diese Realität war für mich bis zu den in Domradio entdeckten Artikeln in dem geschilderten Ausmaß unvorstellbar, unfassbar.

Und allem ist eines gemeinsam: das immer noch bzw. immer wieder herrschende SCHWEIGEN. Das Schweigen und Unter-Den-Teppich-Kehren. Und das immer wieder lapidare Darüber-Hinweg-SEHEN, Darüber-Hinweg-GEHEN auf höchster Ebene (auch wenn Papst Franziskus 2019 einräumte, dass es in der Kirche sexuelle Gewalt gegen Ordensfrauen gibt).

Ohne nennenswerte Konsequenzen für die TÄTER.
Ohne wirkliche Hilfen für die Frauen.

Und – das NICHT-ÖFFENTLICHE-BEKENNEN dieser schweren SCHULD, insbesondere bei den obersten Klerikern (s. dazu Link 5, über den „Aufstand der Frauen im Vatikan“).

„Verführt dich deine rechte Hand zum Bösen, so haue sie ab“

Es gibt ein weiteres Wort Jesu, das da lautet und von Matthäus überliefert wurde:

„Verführt dich deine rechte Hand zum Bösen, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist dir besser, dass eines deiner Glieder verderbe, als dass der ganze Leib in die Hölle geworfen werde“ (Mt 5,30; vgl. auch 5,29 das Auge betreffend).

Wäre dieses Wort Jesu nicht auch auf andere Glieder zu übertragen?

Im Angesicht dieser Verbrechen? Dieser Verbrechen an wehrlosen Kindern? An jungen Menschen? An oft wehrlosen Ordensfrauen?

Spuren von Gewalt bis in die Gegenwart. Nicht-beachtete Auswirkungen des durchgepeitschten priesterlichen Zwangs-Zölibats.

Als ich vor drei Jahren in Philosophia Perennis einen Beitrag zum Zölibat schrieb, konkreter gegen den priesterlichen Zwangs-Zölibat, und dabei einmal genauer kirchenhistorische Fakten unter die Lupe nahm, erfuhr ich einiges detaillierter als bis dahin. Ich erfuhr, dass die als fälschlich bezeichnete „verbindliche Einführung“ der ehelosen Lebensform nicht auf wohlüberlegte Debatten und Beschlüsse von Synoden zurückging, sondern ein Durchpeitschen war, zurückgehend auf gnadenlose päpstliche Befehle, durchdrungen von einem Hass auf alles Leibliche und Weibliche, aufgehetzt von machtheischenden Bischöfen, die ebenso Frauen und den menschlichen Leib verachteten (https://www.conservo.blog/2022/03/03/typisch-roemisch-katholisch-trauer-muesste-ecclesia-tragen/).

Die Ehelosigkeit – gnadenlos erzwungen gegen massive Widerstände von zahlreichen Klerikern der gesamten Kirche. 

Gnadenlos erzwungen hinter dem vordergründigen und verlogenen Schleier der „Reinheit“, mit der sich ein Kleriker alleine der Eucharistie nähern dürfe. Einem Sakrament, das Jesus am Abend vor seinem Tod vor allem verheirateten Männern anvertraute.

Der Gipfel, der sich mir erst vor kurzem lichtete, waren jene historischen Recherchen über die Verbrechen, die die Verantwortlichen der Amtskirche im 11.Jh. an den verheirateten Priestern, ihren Frauen und ihren Kindern begingen (s.u. Lit., Zey), jene gewalttätigen Übergriffe auf die Priester und ihre Familien, insbesondere in Mailand – einzig und allein, weil sie verheiratet waren.

Einzig und allein aus dem Wahn und teuflischen Plan heraus, die Ehelosigkeit, die allein eine Gabe ist, mit aller Macht und Gewalt für die Priester durchzupeitschen.

NACHWIRKUNGEN

Diese Verbrechen, den Zölibat, die verheirateten Kleriker, ihre Frauen und Kinder betreffend, sind in der Vergangenheit anzusiedeln. Ich hörte daher Einwände, man könne diese nicht in die Gegenwart zerren und die heutigen Päpste und Bischöfe für diese Verbrechen verantwortlich machen.

Nein. Das kann man nicht.

Aber für die Auswirkungen. Für viele üble Realitäten, die noch unter heutigen Nachwirkungen einzuordnen sind. Und dafür, dass sich die auf den entscheidenden Machtposten befindenden Herren Kleriker noch immer nicht der Wahrheit stellen.

Denn die BLUTSPUR führt von den Verbrechen der Kirchenoberen an jenen verheirateten Priestern, ihren Frauen und ihren Kindern im 11.Jh. (https://www.conservo.blog/2022/03/03/typisch-roemisch-katholisch-trauer-muesste-ecclesia-tragen/) bis in unsere Zeit.

BIS IN UNSERE ZEIT.

Sie führt zu den Ordensfrauen, die von Priestern missbraucht, vergewaltigt, gedemütigt werden. Die zu Abtreibungen gezwungen oder aus ihren Orden ausgeschlossen und ins Elend geschickt werden.

Sie führt zu den Kindern und Jugendlichen, die jahrelang Opfer priesterlich-sexueller Gewalt wurden und werden.

Sie führt letztlich auch zu jenen unglücklichen Männern, die nicht ein Leben lang dem Zölibat treu zu sein vermögen, auch wenn sie sich bemühen.

Die irgendwann eine Frau lieben, aber nicht den Mut oder die Kraft haben, ihr Priesteramt aufzugeben. Die letztlich sich und eine Frau unglücklich machen. Die eine heimliche und verleugnete Beziehung führen, aus der mitunter ein Kind oder Kinder geboren werden. Kinder, verleugnet, verheimlicht, ohne Vater.

Und deren Priester gibt es nicht wenige.

Sie führt zu jenen Priestern, die vor ihrer Entscheidung lange in innerer Zerrissenheit lebten. Deren Familienwunsch groß war,ihrem Wunsch, Priester zu werden, vergleichbar.

Sie führt zu jenen Priestern, die vor allem im Alter unter Einsamkeit leiden.

Männer, die nicht nur ohne liebende Ehefrau sind (die natürlich bereits verstorben sein kann), vor allem aber ohne Kinder und Enkel.

Sie führt zu jenen im Ehesakrament lebenden Priestern des Ost-Ritus, die von Zölibats versessenen Bischöfen  abgelehnt, an den Rand gedrängt, „kalt gestellt“ wurden und werden – geschehen im Erzbistum Paris der 1980iger und 90iger Jahre. Geschehen 2020, s.u.

Und das alles aufgrund menschengemachter Gesetze. Die weder auf GOTTES GEBOTEN gründen, noch auf den von ihm geschenkten Charismen. Auf Charismen, die denen gelten, welche die Ehelosigkeit als ihre wirkliche Gabe erkennen. Die jedoch nicht die Gabe eines jeden Priesters sind. Denn wichtig ist für Gott allein das Herz des Menschen: „Gott aber sieht das Herz an“ (1.Buch Samuel, 16,7)

Aus der Tiefe des Herzens… schreie ich zu dir, oh Herr“

Es wäre der logische Gegentitel zu dem Buch „Aus der Tiefe des Herzens“ des afrikanischen Kurienkardinals Robert Sarah, eines Seelenfreundes Joseph Ratzingers, über den Zölibat (erschienen 2020). Es wäre der erschütternde Gegentitel eines Buches, das von Priestern vergewaltigte afrikanische Ordensfrauen dem Buch Sarahs gegenüberstellen müssten.

Einem Buch, in welchem der Kardinal den Zölibat als die für ihn einzige priesterliche Lebensform mit einem leuchtenden Strahlenkranz umgibt und verklärt. Und weit schlimmer noch: in dem er nichts Infameres, nichts Perfideres zu behaupten weiß, als den „priesterlichen Zölibat“ von „schlechten Einlassungen, … diabolischen Lügen und im Trend liegenden Irrtümern” negativ beeinflusst und „entwertet“ zu sehen.

Fern von der historischen Wahrheit der jahrhundertelang möglichen ehelichen Lebensform für Priester.

Fern von der historischen Wahrheit der jahrhundertelang währenden Diskussionen um diese für Priester geltende Zwangsverordnung in der Kirche selbst.

Fern von der Wahrheit jeglicher Verbrechen, welche die ZWANGSVERORDNUNG dieser Lebensform schon in der Vergangenheit heraufbeschwor.

Fern von der Wahrheit jeglicher Verbrechen, die gerade auch auf seinem Heimatkontinent „Gottesmänner“ an Gott geweihten Frauen verüben…

DIABOLISCHE „GOTTESMÄNNER.“ Die im ach so „heiligen“ Zölibat leben sollten…!!!

Der wie so oft in seiner Geschichte zu Gewalt und Verlogenheit verkommt.

Zu einem Instrumentum Diaboli.

Sarahs Buch rief jedoch Widerspruch hervor. Und man lese und staune. Bei Bischöfen. Bei Bischöfen der katholischen Ostkirchen, deren Priester zu 90% verheiratet sind (s. Link 11).

Die sich jedoch in Sarahs Buch nicht wiederfinden. Die es für ihn offenbar nicht gibt.

Obwohl sie, verheiratet, gottesfürchtig und von Gott gesegnet, häufig die wahren Gottesmänner sind.

Verliebte Priester. Oder die einseitige Mär von der weiblichen Verführung.

An dieser Stelle möchte ich mit einer unter vielen Katholiken und Katholikinnen verbreiteten Mär aufräumen, einer, wie sie insbesondere unter den neunmalklugen Traditionalisten und ihren Kreisen erzählt wird.

Die Mär, dass es vor allem die „sündigen, verführerischen“ Frauen seien, die die „armen Priesterseelen“ durcheinander brächten, die „hinter einem Priester herlaufen, sich an ihn heranmachen“…

Oh nein, verehrte fromme Katholikinnen und Katholiken! Es sind nicht immer die Frauen!

Es sind auch die Herren Priester selbst, wie mir meine Erfahrung in Freiburg und in Rom und auch an anderen Orten vielfach zeigte.

Priester, die hinter einer Frau herlaufen. Die sich für sie interessieren. Die allabendlich an ihrer Tür läuten… Die ihr den „Hof machen.“ Die sich ihr zärtlich nähern.

Und warum wohl?

Ja, weil ihnen diese Frau gefällt. Weil sie Sehnsucht nach Zärtlichkeit haben. Weil sie sich verliebt haben…

Trotz Zölibats. Trotz Zölibats-Versprechens.

Ja, und wenn sie auf Gegenseitigkeit beruht, diese Verliebtheit…? Was dann…?

Häufig sind es engagierte Seelsorger, die sich verlieben. Überzeugende Seelsorger und engagierte Verkünder von Gottes Wort.

Und – es sind gesund empfindende Männer.

Männer, die Gott lieben. Und die gleichermaßen fähig sind, eine Frau zu lieben.

Zu lieben.

Nicht zu demütigen, zu missbrauchen, sie gewalttätig beherrschen zu wollen.

„Ich werde mich immer wieder verlieben, das weiß ich“, so die Aussage eines frisch geweihten NEUPRIESTERS in einem süddeutschen Zeitungsinterview des Jahres 2020 … Na, dann!

„Und Gott der HERR sprach: ‚Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei“ (1 Mose 2,18).

„Die um ihn sei.“

LINKS zum Thema Missbrauch an Kindern

https://www.domradio.de/artikel/bischof-overbeck-sieht-existenzgefaehrdende-krise, 18.03.2022

2 https://www.domradio.de/artikel/katholischer-priester-soll-118-mal-missbrauch-begangen-haben Köln, 6.02.2022

https://www.paris.catholique.fr/homelie-de-mgr-georges-pontier-57959.html

Predigt Mgr Georges Pontier, victimes agressions sexuelles, 20 mars/20.März 2022

https://www.dji.de/fileadmin/user_upload/bibs/ikknachrichten3.pdf, Ausstellung Kinderzimmer

LINKS zum Thema Missbrauch an Ordensfrauen (5-11)

https://www.sueddeutsche.de/medien/rom-vatikan-metoo-missbrauch-papst-franziskus-1.4384052

ein Bericht aus der nichtkatholischen Presse, jedoch aus dem Vatikan

https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2019-05/deutschland-missbrauch-orden-obere-studie-kluitmann-interview.html

https://www.domradio.de/artikel/zwischen-schweren-fehlern-und-schwerwiegenden-faellen-eine-chronologie-der-missbrauchskrise, 2019

https://www.domradio.de/artikel/es-wird-immer-noch-getan-papst-will-gegen-missbrauch-von-ordensfrauen-vorgehen, 2019

https://www.domradio.de/artikel/nicht-systematisch-missbrauch-von-klerikern-ordensfrauen-auch-deutschland, 2019

https://www.domradio.de/artikel/uebergriffe-von-geistlichensind-keine-einzelfaelle-hilfswerk-bekaempft-missbrauch, 2020

https://www.domradio.de/artikel/schleier-des-schweigens-buch-schildert-missbrauchszeugnisse-von-ordensfrauenn, Nov. 2021 (wichtiger Beitrag aus Italien)

Literatur Zölibat (Wiederholung)

fundiert erforschte Quellen von Kirchenhistorikern und Mittelalterhistorikerin

– Denzler, Georg: Der Zölibat der Priester zur Zeit Papst Innozenz‘ III., in: Proceeding of the Eleventh International Congress of the Medieval Canon Law, Catania 30.07.-06.08.2000, Monumenta Juris Canonici…, Vol.12, Città del Vaticano, Biblioteca Apostolica Vaticana 2006.

– Zey, Claudia: Ohne Frauen und Kinder. Askese, Familienlosigkeit und Zölibat in den Streitschriften

des 11. und 12. Jahrhunderts, in: Saeculum 68/II, 2018, Jahrbuch zur Universalgeschichte.

Mit einer Fülle weiterer historischer Dokumente.

Ich ergänze das Werk eines weiteren Kirchenhistorikers

Wolf, Hubert: Zölibat. 16 Thesen, 2019.

12 https://www.domradio.de/artikel/offene-diskussion-zoelibat-thema-bei-papstaudienz-mit-us-bischoefen-der-ostkirche, 2020

Beiträge Juliana Bauer

Conservo

18 Kommentare

  1. Ich glaube nicht, dass es so schwer zu verstehen ist, was ich zu Allem schrieb. Auch nicht zum Zölibat. Oder konkreter zum “Pflicht-Zölibat” f. d. Priester. Ich greife nicht die zölibatär lebenden Menschen als solche an; ich sagte immer, dass ich da gute Leute kenne.
    Ich muss hier nicht zum x-ten Mal wiederholen, was u. wen ich massiv kritisiere. Wichtig schien mir auch, die ganzen historischen u. üblen Umstände nachzuzeichnen, unter denen der Pflicht-Zölibat von den Oberen regelrecht durchgepeitscht wurde u. welche Auswüchse daraus schon entstanden. Dazu gibt es zahlreiche historische Recherchen u. Belege. Auch dieser Realität sollten bestimmte Kleriker u. über den Wolken-Schwebende mal ins Angesicht schauen.

    Und noch einmal: Ehemännern (o. solchen, die es werden möchten), die Christus lieben u. sich zum Priester berufen fühlen, kann man nicht ihre Berufung absprechen.
    Darüber liegt kein Segen.
    So, dazu habe ich jetzt alles gesagt und ende mit den Worten des von mir zitierten Würzburger griech.-kath. Priesters: “Auch ein verheirateter Priester lebt die Hingabe an Gott.”

  2. Zu Dr. Juliana Bauer: Wer so massiv und einseitig ein Problem angeht wie Frau Bauer in ihrem Bericht auf Conservo vom 26.3. 2022, der muss mit Gegenwind rechnen. Das hat nichts mit einem „Angriff auf meine Person“ zu tun. Jedenfalls ist bei dieser Auseinandersetzung deutlich geworden:

    Es gibt Missbrauch in der katholischen Kirche, der unentschuldbar und zu verurteilen ist.
    Es gibt Missbrauch in insgesamt weit größerem Umfang auch in anderen religiösen Gemeinschaften sowie in Vereinen, Schulen und Familien, in wahrscheinlich allen Institutionen und Berufen, der genauso unentschuldbar und zu verurteilen ist.
    In der Öffentlichkeit und in den Medien steht diesbezüglich seit Jahren fast ausnahmslos nur die katholische Kirche am Pranger.
    Es gibt eine Vielzahl von Menschen, die als Zölibatäre in der Nachfolge des ebenfalls zölibatär lebenden Jesus von Nazareth vorbildhaft gelebt haben bzw. leben, darunter auch jene, die als Heilige verehrt werden.
    Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Missbrauch und Zölibat, wie der gestrige Kommentar von R. Gößmann durch eine wissenschaftliche Studie belegt.

    1. Herr Dr. Hildenbrand, Frau Bauer: ES gibt den kirchlichen Dialog der Religionen. Mir ist es dabei ein VOLLKOMMENES Rätsel,wie dieser eigentlich nur zur Verharmlosung des Islams benutzt wird. Ich fände es wichtig, wenn die Kirche und Privatleute in solchen Foren auch einmal strittige Themen bringt. Denn sonst ist das eine Farce, ein weiteres pseudo- harmonisches Islamierungsinstrument, wo nur an unserer Toleranz gegenüber Untolerierbares gearbeitet wird. Warum versagt die Kirche hier so? Um wie viel leichter könnte man die einseitige Debatte entlarven zugunsten der kath. Kirche, wenn man in solchen Foren dieses Thema aufs Tablett bringt? ES wäre doch glaubwürdig, weil man sich ja nicht ausnimmt.

  3. Kurz zu Frau Falke:
    ja, es wird sicher noch Engagements auch von meiner Seite geben. Ich weiß noch nicht, wann u. wo. Ein großes Thema ist noch die Familie, ich sprach ja bereits davon im Zusammenhang mit jener Künstlerin. Wir werden da sicher einiges angehen. In meinem gestrigen Kommentar erwähnte ich auch, dass ich in einem Brief a. d. MP v. Bad-Württ. auf die Gewalt an Kindern i. d. Familien, insbesondere auf die Zunahme sexueller Gewalt an Kindern während des Lockdowns, hinwies.

    Zu den von Maria angesprochenen Moscheen: ich weiß da wirklich nicht viel darüber. Zumal das Thema Kindesmissbrauch von dort sehr abgeschottet wird. Und unser Staat nichts unternimmt. Wie immer im Bereich des Islam.
    Und, wie ich bereits aus jenem italienischen Artikel erwähnte: die Personen, die anfingen, einiges aufzudecken, wurden mit dem Tod bedroht.
    Auch die berühmte Muslimin u. Islamkritikerin Ayaan Hirsi Ali, die neben anderem Terror auch den Missbrauch von Jungen in den Koranschulen ansprach u. öffentlich machte, musste danach untertauchen.

  4. Ihre Kritik, Pfarrer Hildenbrand, ist keine Kritik mehr an meinem Text; sie mutet schon wie ein Angriff gegen meine Person an. Sie wissen ganz genau, dass es mir um die Sache geht. Das habe ich nicht nur klar u. deutlich geschrieben.
    Das dürfte Ihnen auch klar werden, wenn Sie sich daran erinnern, wie ich Sie vor Jahren in einer Sache, in der man Sie öffentlich bloßstellte u. diffamierte, in der öffentlichen Presse verteidigte.

    Und noch einmal: meine Informationen, die ich in meinem Artikel benenne, stammen aus der kath. Kirche. Nicht aus kirchenfeindlichen Kreisen. Sie können das alles in meinen angefügten Literaturangaben nachlesen. Möchten Sie nicht auch Domradio kritisieren? Wo man ja auch nicht gerade zimperlich ist. Oder die Historiker, die vieles erforschten u. aufdeckten?
    Und was mein “Zölibatsdonner” angeht, müssen Sie nur meine Texte lesen. Dann erkennen Sie, dass es mir auch vor allem darum geht, verheirateten gottesfürchtigen Männern nicht ihre Berufung abzusprechen. Warum nenne ich sonst immer wieder die Ostkirchen-Priester?

    Es wäre sicher angebracht, gerade an Ihrer Stelle etwas weniger Arroganz auffahren zu lassen… !!! Und etwas Demut von den französischen Hirten zu lernen, die der Schuld ihrer Kirche ins Angesicht blicken.
    Nochmal einmal zur Wiederholung, worüber ich bereits berichtete:
    Bischof Pontier äußerte sich am 20.März in St Germain l’Auxerrois in Paris ganz klar, aber auch sehr betroffen zu den “kriminellen Taten” der schuldig gewordenen „geweihten Personen“ in seiner Kirche und hob die Schwere dieser Schuld, gerade bei „Personen, die beauftragt sind das Werk Gottes, seine Güte, seine Zärtlichkeit zu vergegenwärtigen“, hervor.

    Damit schließe ich meine Kommentare ab. Ich habe weder Lust auf eine unsinnige Schlammschlacht mit Ihnen oder auf eine “unendliche Geschichte,” noch Zeit dafür.
    Ach ja! In Ortenauer Krankenhäusern werden übrigens noch Seelsorger gesucht, die ein wenig helfen u. Kranken beistehen.

  5. Ich zitiere aus der wissenschaftlichen Studie
    „Sexuelle Übergriffe durch katholische Geistliche in Deutschland
    Eine Analyse forensischer Gutachten 2000 – 2010“
    Abschlussbericht 2012
    Norbert Leygraf

    „Die Verantwortung für sexuelle Missbrauchshandlungen ist bei den Tätern zu suchen und kann nicht auf die Institution „katholische Kirche“ übertragen werden, wie es häufig in medialen Berichterstattungen der Fall ist. Sexualdelikte werden von den unterschiedlichsten Berufsgruppen (z.B. auch Polizisten, Richtern, Ärzten, Pädagogen u.v.m.) begangen, dennoch stellt man nicht das Rechtssystem oder eine ganze Profession in Frage.
    […]
    Familienangehörige machen einen Großteil der Tatverdächtigen sexuellen Missbrauchs an Kindern aus, niemand käme jedoch auf die Idee, die Institution „Familie“ als solche in Frage zu stellen.
    […]
    Man mag dem Zölibat kritisch gegenüberstehen, aber eine Koppelung der Debatten um sexuellem Missbrauch durch Geistliche und dem Zölibat entbehrt jeglicher wissenschaftlichen Grundlage. Bisher liegen keine empirischen Befunde vor, die belegen könnten, dass ein gewollter oder ungewollter Verzicht auf Sexualität und/oder Partnerschaft das Risiko für Sexualdelikte erhöht. Viele Menschen, ob sie nun in Paarbeziehungen leben oder alleinstehend sind, haben keinerlei, wenige oder unbefriedigende Sexualkontakte, ohne dabei sexuell grenzverletzende Verhaltensweisen zu zeigen oder eine Störung der Sexualpräferenz zu entwickeln. Die grundlegende Sexualstruktur wird im Jugend- oder jungem Erwachsenenalter festgelegt, also in der Regel Jahre vor dem Gelübde des Zölibats, sodass ein direkter Kausalzusammenhang zwischen dem Zölibat und einer pädophilen Störung der Sexualpräferenz wenig plausibel erscheint.“

  6. Zu Dr. Juliana Bauer: Wer einen Bericht verfasst über die äußerst problematische Thematik zu kriminellen Taten wie den Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, kann in seiner Darstellung durchaus Schwerpunkte setzen. Wer dabei aber ausschließlich nur einen Adressatenkreis – hier die katholische Kirche – in die Zange nimmt, andere relevante Gruppen aber nicht einmal erwähnt, muss sich fragen lassen, ob er dem Thema gerecht geworden ist – oder ob hinter diesem Ausblenden vielleicht auch noch andere Gründe stehen.
    Nicht einmal andeutungsweise sind in der differenzierten Schilderung der Autorin unter der Überschrift: „Jesu Botschaft vom Reich Gottes“, vom gestrigen 26.3.2022, die anderen betroffenen Gruppierungen in den verschiedenen nichtkatholischen und „weltlichen“ Gemeinschaften und Institutionen angesprochen. Da nützt es auch nichts, am heutigen Folgetag in einem Kommentar eine nur ansatzhafte Differenzierung nachzuschieben.
    Sich dabei auf die eigene Erfahrung zu berufen, ist kein stichhaltiges Argument. Hier ist nicht das subjektive Empfinden der Autorin Juliana Bauer angefragt, sondern eine objektive Darstellung. Ihre einseitige, auf die katholische Kirche „mit der ich am meisten Erfahrung habe“ applizierten Aussagen schwächt m. E. ihr grundsätzlich berechtigtes Anliegen. Geht es ihr hier nicht etwa um den Missbrauch? Im Übrigen hat sich Frau Bauer meiner Erinnerung nach schon des Öfteren zu den Erfahrungen aus ihrem konfessionsgemischen Elternhaus geäußert. Warum nicht auch in diesem Zusammenhang?
    Zum Zölibatsdonner von Frau Bauer nur diese Fragen: Gab es nicht zahllose großartige Menschen, die zölibatär lebten, nicht nur jene große Schar von Menschen, die als „Heilige“ verehrt werden? Zählt nicht auch Jesus selbst zu diesen schrecklichen Zölibatären? Und vor allem: Zählt nicht der wohl weitaus überwiegende Teil der Täter und Täterinnen zu den nichtzölibatär lebenden Menschen?
    Vielleicht dürfen wir uns jetzt schon auf einen neuen Artikel von Frau Dr. Bauer freuen, in dem sie den Nachweis der forensischen Psychiatrie thematisiert: Es gibt keine wissenschaftliche Grundlage für den Zusammenhang von Missbrauch und Zölibat.

  7. Zu Pfarrer Hildenbrand:
    Mein Bericht behandelt die röm.-kath. Kirche. Das ist die Kirche, in der ich groß geworden bin, mit der ich am meisten Erfahrung habe. Daher widmete ich mich ihr. Denn diese Taten, die ich aufzeige, enttäuschen mich sehr, aber auch andere Katholiken, die ich kenne (ich komme jedoch durchaus auch auf gute Priester zu sprechen).
    Insbesondere habe ich aufgezeigt, warum diese Taten gerade so schlimm für viele Katholiken sind. Das geht, meine ich, klar aus meinem Bericht hervor. Denn die Kirche verkündet die Botschaft Jesu u. das Reich Gottes (gilt natürlich f. d. evang. Kirche auch, s.u.).
    Sportvereine u. Schulen verkünden nicht Gottes Reich u. Gottes Liebe. Hier liegt, um es zu wiederholen, der große Unterschied. Lesen Sie auch noch einmal mein Zitat von Bischof Pontier, Paris.

    Was aber Sportvereine betrifft: während meiner Hohenloher Zeit in einer kleinen Residenzstadt – Sie kennen Sie von einer Seniorenfreizeit -, sorgte ich mit dafür, dass der Leiter einer Kindergruppe beim örtlichen Fußballverein wegen Kindesmissbrauchs verhaftet wurde – er bekam 5 Jahre Knast in Ulm. Ich hatte nämlich umgehend, als eine Großmutter aufgelöst zu mir ins Museum kam u. berichtete, den Bürgermeister sowie Bewohner des Ortes, v.a. die mir bekannten Mütter, informiert. Ebenso die Polizei.
    Ansonsten kenne ich mich mit Sportvereinen nicht aus. Außer, dass mir vom Hören-Sagen schon manches – undetailliert – bekannt wurde.

    Ich kenne mich zudem nicht weiter mit der evangel. Kirche betr. des Missbrauchs aus (im Gegensatz zu liturg. Fragen, Glaubensfragen, historischen Entwicklungen, Persönlichkeiten). Vor einigen Tagen erfuhr ich z.B. über die Badische Landeskirche, dass dort kürzlich 92 sexuelle Missbrauchstaten offiziell gemeldet wurden, die geahndet werden sollen. Die neue Landesbischöfin sprach die Missbrauchsfälle gerade als eines ihrer ersten Themen an. Die BLK wolle mit den Kirchen von Württ., Bayern u. der Pfalz demnächst gezielt eine Aufarbeitungskommission einsetzen. Dann kenne ich einen persönlichen Bericht einer Konfirmandin, die von ihrem Pfarrer mehrfach belästigt wurde.

    Was die Moscheen betrifft, dürfte das Ihr Thema sein, Herr Hildenbrand. Über Moscheen weiß ich fast nichts. Vor etwa 15 Jahren las ich in “Panorama”, dem italien. “Focus” einmal, dass in den Koranschulen der Moscheen viele Jungen missbraucht würden. Doch den Leuten, die das bekannt machten, würde mit dem Tod gedroht. Aber auch in Moscheen wird weder Christus, noch seine Botschaft vom Reich u. der Liebe Gottes verkündet.

    Was die Familie betrifft, nannte ich sie deutlich als Tatort (s. Kinderzimmer). Schon in einem früheren Bericht nannte ich i. d. ersten Abschnitten die Familie als den Ort, an dem die meisten Missbrauchstaten geschehen (De profundis clamavi a te Domine). Ebenso verwies ich in einem Brief 2021 an Landes-Opa Kretschmann wg. unsinniger Corona-Maßnahmen auf die Zunahme des sexuellen Missbrauchs in den Familien während des Lockdowns..

    Noch einmal zu “meiner” kath. Kirche: ich sprach in meinem Bericht auch spezifische Aspekte an, die es so nur dort gibt. Wie z.B. die Schikanen mit dem Beichten u. dabei v.a. mit dem 6.Gebot, wie ich es als Kind erlebte. Als Kind! Um ein Gebot, das Erwachsenen gilt u. schlicht u. einfach lautet: Du sollst nicht ehebrechen. Nicht mehr u. nicht weniger. Und daraus strickten die Kirchenoberen ein ganzes Geflecht aus Schikanen der “Keuschheit.” Nur dass viele von ihnen selbst damit Schindluder trieben.
    Oder die schrecklichen Sachen, was Ordensfrauen angetan wird. Das ist nicht evangelisch. Das ist vor allem katholisch. Und die Täter sind in erster Linie Priester. Machtbesessene, u. in diesem Fall diabolische Priester u. solche, die, laut Volksmund, “der Hafer sticht.” Sie müssen nur meine angehängte Literatur dazu einsehen. Das ist Literatur aus der kath. Kirche. Das sind weder meine Erfindungen, noch Texte aus kirchenfeindlichen Kreisen.
    Soviel dazu.

    1. Ohne Zweifel ist Kindesmissbrauch eine ernste Angelegenheit, die aufgearbeitet werden muss.

      In diesem Zusammenhang bin ich äusserst verwirrt, wie wenig die Islamisierung unserer Gesellschaft da ein Thema ist. Angenommen, die Kirche verschwindet hier in Europa – was immer wahrscheinlicher wird – was meinen Sie, wie dann unsere neue islamische Realität ausschauen wird?

      Da sind es nicht allein ein paar fehlgeleitete Imame, sondern alle Männer dürfen Kinder heiraten! Alle Männer dürfen Mädchen als ‘Saatfeld’ benutzen und ihre Psyche zerstören. Alle Männer besitzen dann so viel gesellschaftliche Macht und Mädchen, Frauen, Mütter so viel Ohnmacht, dass Kindesmissbrauch eine Alltagserscheinung bei uns werden wird.

      So wichtig ich die Aufarbeitung in den Kirchen finde – wenn dieselbe Kritik bei dieser in unserer Gesellschaft stark anwachsenden ‘Religion’ (für mich ist es keine!) gleichzeitig verboten ist, dann vermute ich anderweitige Motive an der christlichen Religionskritik: Nicht der Missbrauch wird als störend empfunden, sondern das Christentum selbst. Der Missbrauch in den Kirchen ist dann willkommenes Mittel, um es abzuschaffen.

      Leider werden die Beförderer dieser Entwicklung nicht unter der Scharia leiden müssen,wie unsere Nachkommen. Sie werden auch nicht erfahren müssen, dass dann der Kindesmissbrauch überhaupt kein Thema sein wird, obwohl er breitflächig stattfinden wird.

      1. Ich habe genau die gleichen Gedanken. Was bleibt, wenn die Kirche abgeschafft wird? Ich sehe auch sehr vieles an der Kirche kritisch, aber es verwundert, dass in der Gesellschaft und den Hauptstrommedien äußerst selten auf den Islam und den Missbrauch dort eingegangen wird.

      2. Auf den Punkt getroffen! Die Kirchen schaffen sich und das Christentum langsam ab.

        Wie sagte Prophet Micha: “Ausbeutung der Armen durch korrupte am Opferkult abhängigen (Politik durch Konkordat, früher Tetrarchie) Heilspropheten und Priester.”

    2. Liebe Frau Bauer, Ihren Worten merkt man die Betroffenheit an. Darum möchte ich meine Antwort etwas präzisieren: Ich bitte, eine Unterscheidung zwischen Christentum und Kirche zu treffen und ich bitte, das Thema sexueller Missbrauch immer im gleichen Masse bei anderen Gruppen zu berücksichtigen. Dies nicht, um zu relativieren, sondern um die von mir angesprochene Schieflage zu vermeiden. Sollte dann bei den Aktivisten festgestellt werden, dass der sexuelle Missbrauch bei einigen Gruppen ein Tabu ist, dann muss diese Thematik in den öffentlichen Diskurs – das sind Sie auch Ihrer Glaubwürdigkeit schuldig. Denn Ihr Interesse ist ja, dass solche Verbrechen in der Gesellschaft abnehmen und nicht unter anderer Fahne intensiviert werden, oder? Und sollte Angst vorherrschen, diese Tabuisierung anzusprechen – ja, dann ist es 5 nach Zwölf und eine konzertierte gesamtgesellschaftliche Aktion ist fällig: denn da sind unsere zivilisatorischen Errungenschaften gefährdet.

  8. Jetzt hat die Autorin wieder mal so richtig losgelegt. Ohne etwas diesbezüglich im Raum der katholischen Kirche entschuldigen zu wollen, stellt man sich bei der Lektüre dieses doch ziemlich einseitigen Berichtes die Frage: Wo bleiben ihre Anschuldigungen gegen entsprechende Vergehen z. B. im Raum der evangelischen Kirche, in den Moscheegemeinden, in den Schulen, Sportvereinen usw., nicht zuletzt vor allem auch in den Familien? Die allermeisten der Täter sind übrigens Nichtzölibatäre. Gespannt darf man jedenfalls sein auf einen entsprechenden Folgeartikel der Autorin, der dann hoffentlich ebenfalls auch so zielgruppendetailliert und engagiert geschrieben ist wie der vorliegende.

  9. OT
    Danke PAX EUROPA e.V. !
    :::::::::::
    (volles Zitat)

    Die Bürgerbewegung PAX EUROPA e.V. veranstaltete erneut eine Mahnwache gegen den Muezzinruf in Köln

    März 2022

    „Demokratie und Menschenrechte schützen! NEIN zum Muezzinruf!“

    Unter diesem Motto fand die zweite Mahnwache der Bürgerbewegung PAX EUROPA e.V. in Köln vor dem Hauptbahnhof statt. Am Samstag, dem 12. März 2022 fanden sich 15 Mitstreiter ein, um ein deutliches Zeichen gegen den Muezzinruf in der Domstadt zu setzen. Einen Bericht über die erste Mahnwache der BPE in Köln können Sie hier sehen

    Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte den Ruf als Pilotprojekt genehmigt. Das Experiment soll 2 Jahre lang laufen. Pilotprojekt bedeutet, es ist nicht offiziell erlaubt, sondern befindet sich in der „Erprobungsphase“. Man kann nicht mit juristischen Mitteln oder einem Bürgerentscheid dagegen vorgehen. Das ginge nur, wenn der Ruf ganz offiziell genehmigt würde. Solange das Modellprojekt andauert, wird die Bürgerbewegung PAX EUROPA e.V. weiter mit Aktionen die Kölner über die Bedeutung des Muezzinrufs aufklären.

    Der Muezzinruf ist nicht Teil der Religionsausübung und fällt somit auch nicht unter die grundgesetzlich garantierte Glaubens- und Bekenntnisfreiheit. Das sagt Prof. Dr. Tilman Nagel in einem Gutachten.

    Der Gebetsruf verkündet den Zeitpunkt, an dem einer der fünf Tagesabschnitte beginnt, in dessen Verlauf jeweils das ihm zugeordnete rituelle Pflichtgebet zu absolvieren ist. Beispiel: Wenn die Sonne im Mittag steht, wird zum Mittagsgebet gerufen, das von da an bis zum Eintritt des Zeitabschnitts des Nachmittagsgebets vollzogen werden muß. Dieser Tagesabschnitt beginnt, sobald die Gegenstände einen Schatten werfen, der ihrer Höhe entspricht; dann wird zum Nachmittagsgebet gerufen.
    Mit der ritualrechtlich gültigen Ausführung des jeweiligen Pflichtgebets hat der Gebetsruf nichts zu tun. Das Hören des Gebetsrufs ist ritualrechtlich kein Teil des Pflichtgebets. Wenn dies so wäre, dann hätte ein Pflichtgebet, das von jemandem außerhalb der Rufweite einer Moschee vollzogen wird, ritualrechtlich keine Gültigkeit. Ohnehin können die Pflichtgebete zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb des Tagesabschnitts, dessen Beginn durch den Ruf verkündet wird, durchgeführt werden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Prof. Dr. Tilman Nagel

    Ein Umstand, der vielen Bürgern nicht bekannt ist. Frau Reker hatte ihre Erlaubnis für das Pilotprojekt Muezzinruf ebenfalls mit dem Grundgesetz begründet.

    (Foto)

    Frau Reker hält die akustische Kampfansage an alle andere Religionen für ein „Zeichen der gegenseitigen Akzeptanz der Religionen“. Die Kölner Oberbürgermeisterin sollte sich mit dem Inhalt des Muezzinrufs vertraut machen. Das kann sie zum Beispiel ganz einfach bei Wikipedia tun.

    Allah (Gott bzw. Gottheit) ist groß (größer als alles und mit nichts vergleichbar)

    Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah

    Ich bezeuge, dass Mohammed Allahs Gesandter ist

    Eilt zum Gebet

    Das Gebet ist besser als Schlaf

    Allah ist groß (größer als alles und mit nichts vergleichbar)

    Es gibt keine Gottheit außer Allah

    Damit wird dem christlichen Gott jegliche Göttlichkeit abgesprochen. Wo Frau Reker da eine Akzeptanz für andere Religionen erkennt, das bleibt ihr Geheimnis.

    Leider verbreiten Politik und Medien oftmals Halb- und Unwahrheiten über die wahre Bedeutung des Muezzinrufs. Da wird der Übergelegenheits- und Herrschaftsanspruch des Politischen Islam, der durch den Muezzinruf verbreitet wird, schon mal mit dem Glockengeläut der Kirchen verglichen.

    (Foto)

    Bei herrlichem Wetter klärten Mitstreiter der BPE mit aussagekräftigen Schildern über den Muezzinruf in Köln auf. Es gab viel Zuspruch der Bürger. Einige wollten sofort gegen den Muezzinruf unterschreiben. Andere wollten wissen, was sie gegen den Muezzinruf unternehmen könnten. Die breite Ablehnung der Bevölkerung gegen den Muezzinruf in der Stadt war deutlich.

    Ablehnung kam auch von Migranten und von Moslems. Migranten, die vor dem Islam aus ihren Ländern fliehen mussten, fühlen sich verständlicherweise vom Islam wieder eingeholt, wenn sie diesen Ruf hören müssen. Bei manchen kommen traumatische Erinnerungen wieder hoch. Junge Moslems, die unbehelligt von Religionen leben möchten, wollen diesen Ruf auch nicht hören. Ein junger Türke beklagte, dass ihn der Muezzinruf schon in der Türkei störe, wenn er dort seinen Urlaub verbringe. Er wolle das hier nicht hören, er befürchtete eine zunehmende Einflussnahme von Fundamentalisten, wie er es aus der Türkei kennt.

    Es gab natürlich auch die Menschen, die Islam mit Frieden übersetzen, die unsere Aufklärung mit Hetze gleichsetzen und ansonsten uninformiert über den Islam waren.

    Die überwiegende Mehrheit der Leute, die mit den Mitgliedern der BPE das Gespräch suchten, begrüßten die Mahnwache und unsere Aktionen. Selbst in einer Stadt wie Köln, die Viele schon aufgegeben haben, lohnt es sich aufzuklären. Die vielen netten Gespräche mit den Bürgern geben die Kraft zum Weitermachen.

    Eine Zusammenfassung der Mahnwache können sie in diesem Video sehen.

    (langer Text,Video im nächsten Kommentar,hoffe ihr nehmts mir nicht übel)

    https://journalistenwatch.com/2022/03/26/die-buergerbewegung-pax/

    1. Sehr geehrter Semenchkare,
      Islam bedeutet wörtlich Unterwerfung. Deswegen der Titel von Houellebecs vorletztem Buch: Soumission.
      Daraus sollte man vielleicht nicht allzuviel ableiten. Die Wurzel S-L-M hat auch Salam, Friede. Theologisch gesehen handelt es sich wohl am ehesten um die Unterwerfung unter den Willen Gottes. Und die stünde auch vielen sogenannten Christen sehr gut zu Gesicht, könnte mancher meinen.
      Es gibt dazu eine schöne Aussage von Dennis Prager, dem Bibel-Interpreten: Islam bedeutet damit wortwörtlich die Unterwerfung unter den – niedergeschriebenen – Willen Gottes. “Israel” dagegen bedeutet: Die mit Gott hadern. Das versteht er so: Wir Menschen sind von Gott geschaffen mit unserer Sündhaftigkeit und unseren Zweifeln. Es geschieht vieles – menschengemachtes – auf dieser Welt, das uns hadern und immer wieder um ein richtiges Verständnis von Gottes Botschaft läßt. Dies hadern, zweifeln verbindet die jüdisch-christlichen Traditionen mit der griechischen, die ja mit Sokrates für das ewige Fragen steht wie auch die charakterliche Größe dessen, der mit der Vorläufigkeit unserer Erkenntnisse leben kann und muß.
      Historisch gesehen wäre es falsch, den Islam als Religion blinder Unterwerfung zu bezeichnen, im Gegenteil: Er besitzt wie das Christentum eine überreiche Tradition, die heute Muslimen praktisch unbekannt ist. Es ist also die gleiche Situation wie im Christentum.
      MfG, Ihr Hermes

  10. Worte… viele schöne Worte.
    Doch wenn man sieht mit eignen Augen und hört mit eignen Ohren:
    :::::::::::::::

    Gottes missbrauchte Dienerinnen | Doku HD | ARTE

    ca 90Min.

    (Text Youtube)

    Weltweit mehren sich Vorwürfe von Ordensfrauen, die von Priestern sexuell missbraucht worden sind oder unter den klerikalen Machtstrukturen gelitten haben. Im Februar 2019 räumte Papst Franziskus erstmals den Missbrauch von Ordensfrauen in der katholischen Kirche ein. Der Dokumentarfilm gibt Einblick in eine bis heute wenig aufgearbeitete Problematik innerhalb der katholischen Kirche.

    Seit Jahren wird die katholische Kirche von Missbrauchsaffären erschüttert und stürzte dadurch in eine tiefe Krise. Zunächst war vor allem der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen bekannt geworden, vor ein paar Jahren trat dann ein weiterer Skandal zutage, den die Kirche bis dahin noch zu vertuschen suchte: In vielen Regionen der Welt werden Ordensschwestern von hierarchisch über ihnen stehenden Klerikern sexuell missbraucht – von Priestern und Würdenträgern bis in den Vatikan hinauf. Den Dienerinnen Gottes, die infolgedessen schwanger werden, droht der Verstoß aus ihren Gemeinschaften oder sie werden zur Abtreibung gezwungen.

    Andere Ordensschwestern berichten von Unterdrückung durch klerikale Machtstrukturen. Diese systemimmanenten Missstände wurden zumeist ignoriert oder die Priester wurden – sofern die Vorwürfe publik wurden und ihnen nachgegangen werden musste – vom Vatikan-Gericht freigesprochen. In den letzten 20 Jahren fing die Mauer des Schweigens allerdings an zu bröckeln. Doch trotz expliziter Berichte, die von Hinweisgebern an den Heiligen Stuhl gerichtet wurden, gaben sich zwei Päpste die Ferula in die Hand, ohne den Missbrauchsfällen sowie der zum Teil systematischen sexuellen Versklavung von Ordensfrauen einen Riegel vorzuschieben.

    Im Februar 2019 hat Papst Franziskus das Tabu gebrochen und erstmals den Missbrauch von Nonnen und Ordensschwestern in der katholischen Kirche eingeräumt. Die Ermittlungen zu diesem Dokumentarfilm begannen drei Jahre zuvor. Weltweit suchten Eric Quintin und Marie-Pierre Raimbault nach Ordensfrauen, denen von Priestern sexuelle Gewalt angetan wurde oder die von klerikalen Machstrukturen unterdrückt wurden. Ihre Recherchen führten sie nach Frankreich, Italien, Deutschland, Kanada und Afrika. Zu Wort kommen Opfer, Schwestern, Oberinnen, Priester und engste Mitarbeiter von Papst Franziskus. Der Missbrauch der klerikalen Machtstrukturen ist von Region zu Region verschieden, doch die Aussagen geben einen verstörenden Blick in einen bis heute noch wenig aufgearbeiteten Skandal der katholischen Kirche.

    Der Beitrag wurde auf Grund einer Unterlassungsverfügung angepasst.

    Dokumentarfilm von Eric Quintin und Marie-Pierre Raimbault (F 2017, 90 Min)

    …!!

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