Erzbischof Marx stellt sich que(e)r zur Lehre der Kirche – setzt der Papst ihn bald ab?

(www.conservo.blog)

Von Felizitas Küble *)

Bei der Vertiefung in des Antlitz des Kardinal Marx kommt eher die Todsünde der Völlerei denn gläubiges Strahlen in den Sinn. Kardinal Marx bei der Fragerunde nach seiner Ansprache bei der Konferenz “Kirche in einer pluralistischen Gesellschaft” im Loyola Institute des Trinity College Dublin im June 2016. Dermot Roantree, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Es kommt – man möchte seufzen: leider!  – sehr selten vor, daß Bischöfe vom Papst aus ihrem Amt entfernt werden, wenn sie der biblischen und kirchlichen Lehre öffentlich und in schwerwiegender Weise widersprechen.

Lang ist es her, denkt man an den letzten „Fall“ zurück, der freilich entsprechend viel Aufsehen erregte:

Der französische Bischof Jaques Gaillot wurde 1995 von Papst Johannes Paul II. als Oberhirte von Evreux abgesetzt, nachdem sich Gaillot positiv über die Abtreibungspille und über praktizierte Homosexualität geäußert hatte.

Immerhin verlangt der Vatikan nichts „Unmögliches“ mit seiner Forderung nach einer authentischen (unverfälschen), kirchentreuen Verkündigung.

Schließlich gibt der Kandidat vor seiner Bischofsweihe feierlich mit JA sein Versprechen ab, er werde das „Evangelium Christi treu und unermüdlich verkünden“ und „das von den Aposteln überlieferte Glaubensgut, das immer und überall in der Kirche bewahrt wurde, rein und unverkürzt weiterzugeben“. 

Wer die „Würde“ des Bischofsamt annimmt, muß auch bereit sein, die „Bürde“ zu tragen, auch wenn er damit  – zumal heute  – nicht mit dem Beifall von Medien und „öffentlicher Meinung“ rechnen kann.

Zum „Glaubensgut“ gehören nicht nur die rein dogmatischen Lehrinhalte, sondern auch die ethisch-moralischen Forderungen („Glaube und Sitte“).

Somit stellt sich die Frage:

Da Kardinal Marx dem kirchlichen Nein zur praktizierten Homosexualität immer klarer widerspricht, warum kann er dennoch weiter als Erzbischof von München wirken? Was ist bei ihm nennenswert „anders“ als einst bei dem französischen Bischof Gaillot?

Der Münchner Erzbischof hat kürzlich einen sog. „Queer“-Gottesdienst gefeiert, wobei die Regenbogenfahne der Homosexuellen-Bewegung breitfächtig auf den Altarstufen zu sehen war.

In einem Interview mit der linken Illustrierten STERN vom 31.3.2022 erklärte er außerdem ungerührt um das vatikanische NEIN zur Segnung von Homo-Partnerschaften, er habe bereits vor einigen Jahren in den USA ein gleichgeschlechtliches Paar auf dessen Wunsch hin gesegnet. Außerdem plädiert er für eine Segnung von wiederverheirateten Geschiedenen.

Sogar der „Stern“ sagte in dem Gespräch: „Ein Kardinal mit Regenbogenfahne am Altar, das muss viele Konservative provozieren“.  – Marx erklärte rundweg: „Ich fühle mich seit Jahren freier zu sagen, was ich denke und will die kirchliche Lehre weiterbringen. Auch die Kirche wandelt sich, geht mit der Zeit.“

Wenn die Kirche „mit der Zeit“ gehen würde, dann „geht“ sie auch mit der Zeit, indem sie sich nämlich überflüssig machen würde, denn eine Zeitgeist-Kopie benötigt niemand.

Schon im ersten Satz des Interviews behauptet Marx: „Homosexualität ist keine Sünde“. – Er meint damit nicht etwa nur die gleichgeschlechtliche Neigung als solche (die tatsächlich subjektiv noch nicht sündhaft wäre), sondern erwähnt ausdrücklich die „sexuelle Begegnung“, wobei es allein um den „Primat der Liebe“ gehe.

Danach führt er aus: „Sünde bedeutet die Abkehr von Gott, vom Evangelium“  – was nur halbrichtig ist, denn jeder Verstoß gegen den Willen Gottes ist schuldhaft, nicht nur die direkte Ablehnung Gottes.

Marx postuliert weiter: „Der Katechismus ist nicht in Stein gemeißelt. Man darf auch in Zweifel ziehen, was da drinsteht“.

Allerdings sind die Zehn Gebote „in Stein gemeißelt“, darunter auch das 6. Gebot, aus dem sich logisch ergibt, daß Sexualität in die Ehe von Mann und Frau gehört.

Der Kardinal versteigt sich außerdem grundsätzlich zu der Aussage, wer „mit der Hölle droht, der hat nichts verstanden“.  – Hat also Christus ebenfalls „nichts verstanden“, als er sehr wohl mehrmals deutlich auf die Gefahr der Hölle hinwies?

Sodann wirft Marx in puncto Segnungs-Streit ein, er frage sich, „wieso es die Fixierung auf dieses eine Thema gibt“. Dabei hat gerade er eine solche Fixierung selber betrieben, indem er speziell für die „Queer“-Gemeinde einen Sondergottesdienst mit Homo-Fahne feierte. Oder warum können die Betreffenden nicht einfach eine allgemeine Sonntagsmesse besuchen?!

Außerdem wendet sich der Münchner Erzbischof gegen „dieses übertrieben Dogmatische, wo alles geordnet sein muß“ – und er fügt hinzu, „das System insgesamt“ müsse sich „ändern“.

Selbstverständlich muß alles „geordnet“ sein, erst recht das „Dogmatische“, was keineswegs „übertrieben“ ist, sondern ein Wesenselement der Kirche und ihrer Verkündigung.

Dieses Interview des Kardinals mit dem „Stern“ beinhaltet eine Ansammlung von Irrtümern und Provokationen, auf die Rom eine angemessene Antwort finden sollte, um eine weitere Ver(w)irrung in Kirche und Welt zu verhindern.

Oder warum sollte bei ihm ein anderes Maß gelten als seinerzeit bei Bischof Gaillot?

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*) Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt  (Original: Erzbischof Marx stellt sich que(e)r zur Lehre der Kirche – setzt der Papst ihn bald ab? – Christliches Forum )

www.conservo.blog     14.04.2022

10 Kommentare

  1. Die Kirche als Institution ist kein Fels in der Brandung, sonden ein schwankendes Rohr im Wind des Zeitgeistes. Ihre Zeit als Institution ist abgelaufen. Diejenigen, die sich als Christen verstehen, kommen auch ohne eine inzwischen verkommene Institution (Vertuschung von Missbrauchsfällen, Finanzskandale Becciu oder zuletzt Köln) aus. Wie beim Staat merken die Funktionäre nicht, dass sie langfristig die Institutionen kaputt machen.

  2. was erzürnt ihr euch über die kurie?
    hat nicht der Herr euch zu beten gelehrt?

    Unser Vater im Himmel!
    Dein Name werde geheiligt.
    Dein Reich komme.
    Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns heute.
    Und vergib uns unsere Schuld,
    wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
    Und führe uns nicht in Versuchung,
    sondern erlöse uns von dem Bösen.
    Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
    Amen …

    nichts anderes soll gelten

    Vergesst die Kurie der Herr hat sie nie eingesetzt.
    österliche grüsse in kalten tagen

  3. Der jetzige Papst wird ihn nicht absetzen. Der rennt nämlich genauso dem Zeitgeist hinterher wie Marx. Papst Johannes Paul II hätte ihn sicherlich auch abgesetzt ob dieser Äußerungen. Auch Benedikt XVI hätte ihm das nicht durchgehen lassen. Ob er allerdings die Kraft gehabt hätte, ihn abzusetzen, weiß ich nicht. Marx, den ich als jungen Bischof geschätzt habe, ist ein populistischer Verwässerer der katholischen Lehre geworden. Er tanzt mit seinem evangelischen Kollege Bedford-Stohm in einer antichristlichen Revue. Christlich kommt von Christus, auf den sich beide Konfessionen berufen, den sie aber fortlaufend verleugnen. Sei es auf dem Tempelberg, als sie das Zeichen Christie, das Kreuz, versteckten, oder sei es auf der Kanzel, wenn sie die Homosexualität oder den Impfwahn verherrlichen. Aber ist das ein Wunder, bei einem Papst, der selbst als Propagandaminister der Impfmafia fungiert. Dieser Papst hat sich dem profanen Mainstream angedient und singt dessen Lied. Durch diese Politisierung hat die Kirche aufgehört, Kirche zu sein. Das kann sie aber wieder werden, wenn sie sich auf Gott, Christus und den Heiligen Geist besinnt. Dazu bedarf es eines Papstes, der keine weltliche Politik macht, sondern wieder den Geist Gottes in der Kirche weckt.

  4. Sie schreiben, Frau Küble, dass es sehr selten vorkomme, “dass Bischöfe vom Papst aus ihrem Amt entfernt werden”, und zwar dann, “wenn sie der biblischen und kirchlichen Lehre öffentlich und in schwerwiegender Weise widersprechen.”
    Nun muss ich widersprechen. Der letzte Fall war nicht Bischof Gaillot, den ein Papst aus seinem Amt entfernte, sondern der Erzbischof von Paris, Michel Aupetit. Gerade mal vor rund vier Monaten. Aus Gründen, die für viele Katholiken nicht nachvollziehbar waren. Auch nicht für die zahlreichen Pariser Katholiken, die ihrem Hirten, der für viele “eine große Stütze” war, noch immer sehr, sehr nachtrauern. Die einfachen Gläubigen vor allem. Bei bestimmten Eliten ist das eine andere Sache…
    Gut – Michel Aupetit legte sein Amt in die Hände des Papstes u. hoffte aber, er würde ihn stärken, was aus einem Interview zu hören war. Doch Francesco ließ ihn fallen wie eine heiße Kartoffel, an der er sich die Finger verbrannte… (wohingegen er einen Rücktritt von Marx ablehnte).
    Michel Aupetit wurde laut Papst Franziskus (ich hörte seine Rede mit eigenen Ohren) “auf dem Altar der Heuchelei geopfert.” Ein Mann, der Christus treu und voller Überzeugung verkündet/e, der sich nach Jesu Gebot engagiert um die Ausgestoßenen der Gesellschaft kümmerte – denen er jetzt sein Leben widmet -, der ein engagierter pro-life-Vertreter ist, gegen Abtreibung, Euthanasie auftritt, gegen die Homo-Ehe sich positionierte usw.
    Einen solchen Mann entlässt der Papst. “Auf dem Altar der Heuchelei.” Und – wegen übler Nachreden u. des angeblich daraus folgenden Autoritätsverlusts. Die größte Heuchelei in der Sache war jedoch der Kommentar des Bischofs von Rom, dass die Entlassung Michel Aupetits eine “Ungerechtigkeit” sei.

    Noch etwas zu Ihren Anmerkungen: eine ganze Reihe von Priestern und Bischöfen müsste der Papst nach Hause schicken…!!! Und – der biblischen Verkündigung, der widersprachen die Vertreter der höchsten Stelle der Amtskirche schon in manchen wichtigen Fragen selbst. Und handelten zuwider.
    Ich frage mich allen Ernstes, auf welchem Stern viele der “streng-katholischen” Christen eigentlich leben.
    Dr. Juliana Bauer

  5. Der Papst? DEN absetzen? – I BEWAHRE!

    Da wird sich der Papst SoZiskus aber hüten, hat er doch einen willig gleichgesinnten Mitstreiter im Kampf für mehr Islamisierung, (UNCHRISTEN-) INVASION, VERLEUGNUNG GRUNDSÄTZLICHER christlicher Werte ….. und und ….

    Einen solch wackeren Mitstreiter wird er sich nicht abspenstig machen lassen. Wie gesagt – ein wackerer Kämpfer für das perfide, unheilige Musel – Gedusel’!

  6. Ich glaube nicht, daß er abgesetzt wird. Vermutlich wird er von Franziskus eher benutzt

  7. Aller spätestens seit dem II. vatikanischen Konzil ist die Kirche (Institution) am langsamen Untergehen.

    So wie einst das Imperium Romanum seine Zeit von ca. 700 v.Ch bis etwa 500 n.Ch hatte und dann Stück/für Stück/für Stück, unterging, so geht die Christus-Kirche als Institution (der eigentliche geistige/gesellschaftliche Erbe Roms), in die Ewigkeit.

    Der Islam, als globale Führungsmacht, übernimmt auch schon bereits…
    Bisher 57 isl. Länder.

    Kardinal Marx und ähnliche verquaste Typen hoffen auf diese Weise, die Herde ihrer Schäfchen noch etwas zu stabilisieren. Irgendwann taufen die auch Hund und Katz, weil alle Menschen aus der politischen Gutmensch-tretmühle weg sind.

    ..meine Meinung

    1. Die Kirche hat die Zusage des Herrn, daß die Forten der Hölle sie nicht überwinden werden, egal woher sie angreifen, ob aus München oder aus Mekka. Ihr Pessimismus ist deshalb unangebracht.

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