Nazijäger Ali Utlu, ein vergifteter Honeypot, Schnellrodas Kettenhunde und Krahs AfD-Jüngerschaft

Michael van Laack

Ich bin enttäuscht! Nicht darüber, dass Ali Utlu niemals die Absicht hatte, in die AfD einzutreten, wie er zuvor redundant gegenüber einigen Medienhäusern und auf Twitter angekündigt hatte, sondern lediglich jene Teile der Partei aus der Deckung locken wollte, die unter dem Deckmantel des Sozialpatriotismus dem nationalen Sozialismus anhangen.

Ob es Utlus eigene Idee war, ob ihm anderen den Vorschlag unterbreiteten und/oder ob im letzteren Fall dafür von interessierter Seite bereits Geld geflossen ist oder bald fließen wird, ist irrelevant.

Rücksicht nimmt und erwartet Utlu nur auf/für sich selbst

Enttäuscht bin ich darüber, dass Utlu seinen über mehr als eine Woche aufgestellten Honeypot so konstruiert und bespielt hat, dass andere Mitglieder der AfD, die selbst einen zumeist nicht einmal europäischen Migrationshintergrund haben, ihn verteidigten und dadurch selbst in den Fokus des pseudointellektuellen Pöbels gerieten, den Götz Kubitschek und Maximilian Krah unter dem Begriff “politisches Vorfeld” subsumieren.

Aus meiner Sicht hätte Utlu die moralische Verpflichtung gehabt, zumindest die profiliertesten seiner innerparteilichen Verteidiger asap vorzuwarnen. Er tat es nicht und so dürften jetzt manch einer innerhalb der Partei, der dem real immer noch existierenden Flügel seit Jahren in Bundestagsfraktion oder Landtagsfraktionen eisern trotzt, durch seine Aktion erheblich beschädigt worden sein.

Gott bin ich mir selbst!

Ich fürchte allerdings, dass solcherlei Ali Utlu nicht kümmert. Denn er ist (nicht biologisch, sondern politisch) ein Zwitterwesen und Selbstdarsteller ohne eine echte politische Heimat. Ich selbst gehe zwar davon aus, dass er ein „atheistischer Sozialist” ist, der – weil politisch ohne stabilen Unterbau – seit vielen Jahren die Opferrolle zum Beruf gemacht hat. Und das finanziell auch keineswegs erfolglos. Zumindest zwischenzeitlich.

Utlu eckt gezielt überall an. Mal bei den Linken, mal bei Rechten; obwohl er weiß, dass er damit auf einem Vulkan tanzt, provoziert er die radikalen Muslime ein ums andere Mal in einer Art und Weise, die nicht dem Inhalt, sondern dem Wording nach weit über das hinaus geht, was andere profilierte Islamkritiker tun.

Und, das muss man anerkennen: es gelingt ihm auch immer wieder, Menschen, denen er politisch diametral gegenübersteht, für seine Zwecke zu instrumentalisieren:

So z. B. bereits 2019, als er David Bergers reichweitenstarken Blog nutzte, um sich als bedauernswertes Opfer praktisch aller politischen Richtungen und des politischen Islams zu gerieren. – Ich erinnere mich, dass ich mit David (seinerzeit bildeten er und ich gemeinsam die Redaktion von Philosophia Perennis) ausfürhölich darüber diskutiert habe, warum er Utlu eine Plattform eine Plattform geboten hat.

Wie auch immer! Das neben Sawsan Chebli profilierteste hauptberufliche Opfer hatte seinen Spaß mit dem Honeypot und ist davon überzeugt, Großes geleistet zu haben, weil es ihm gelang, die maximal der intellektuellen unteren Mittelschicht zuzurechnenden Rassisten im Umfeld der AfD-Parteijugend, des Rittergutes und des frisch gekürten EU-Imperators Maximilian Krah aus der Deckung zu locken.

Ein Nazijäger, dem Kollateralschäden gleichgültig sind

Tatsächlich aber hat er zumeist nichts – oder wenn doch etwas – nur Negatives bewirkt, so z. B. die Ezidin Ronai Chaker, die Utlu neben manch anderen ermutigt und verteidigt hat, in eine noch einmal verschlechterte innerparteiliche Situation zu treiben.

Der Honeypot-Aufsteller hätte dem Deutschland unserer Tage einen deutlich besseren Dienst erweisen sollen: die Mitgliedschaft in der FDP beantragen. Das hätte der Todesstoß für Lindner sein können. 😉

So aber hat die Aktion wohl nur wenig gebracht. Aus Utlus Sicht positiv, dass er sich aktuell (bevor sie ihn wieder zu verachten beginnen) im Scheinwerferlicht der ihm temporär wohlgesonnenen linksextremistische Blase noch geiler finden und stärker vorkommen darf als bisher.

In den Reaktionen auf seine Eintrittsankündigung und die nun erfolgte Rücknahme dieser Absicht findet sich allerdings in den “sozialen” Netzwerken kaum Justiziables; und falls doch, zumeist nur von schwierig zu ermittelnden Fake-Accounts. Zudem wird manche Antifa-False-Flag die Gelegenheit genutzt haben, den tatsächlich im deutlich kleineren Teil der AfD vorhandenen Rassismus aufzublasen.

Die bitterste Folge des Honeypots aber ist, wie oben bereits angedeutet, dass einige voll und ganz auf dem Boden der FDGO stehende Parteimitglieder nun intern attackiert werden und r deshalb immer mehr Misstrauen aufbauen gegenüber nicht wenigen außerhalb der Partei, die es gut mit ihnen meinen.

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