Flüchtlinge 2015/16 und der hinkende Hinweis Merkels auf Jugoslawien

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes und Reiner Schöne *)

1991-2001: Kriege in JugoslawienJugo

Sie sind noch nicht vergessen, die grausamen „Bruder-Kriege“ in Ex-Jugoslawien, also: der 10-Tage-Krieg in Slowenien (1991), der Kroatienkrieg (1991–1995), der Bosnienkrieg (1992–1995), der kroatisch-bosnische Krieg im Rahmen des Bosnienkriegs, der Kosovokrieg (1999) und der Aufstand der Albaner in Mazedonien (2001).

Es waren grausame Kriege mit schrecklichen Greueltaten. Hunderttausende flohen und suchten Schutz in europäischen Ländern. Der vorher vor allem von Tito nur mit Gewalt und Unterdrückung zusammengehaltene Vielvölkerstaat zerfiel. Moslems und Christen standen sich in erbitterter Feindschaft gegenüber.

Ausschlaggebend für den Zerfall bzw. den Streit zwischen den Teilstaaten war jedoch die ökonomische und finanzielle Ungleicheit im Lande. „Reiche“ Staaten, wie Kroatien und Slowenien, forderten einen höheren Anteil an den Staatsfinanzen – vergleichbar mit dem deutschen Länderfinanzausgleich – mit der Begründung, bei ihnen sei eben auch mehr erwirtschaftet worden. Die „armen“ Teilstaaten, wie Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Montenegro sowie Serbien (inkl. der autonomen Gebiete/Provinzen Kosovo, Vojvodina) wollten ebenfalls einen höheren Anteil – mit der Begründung, die Benachteiligung müsse ein Ende haben.

Zusätzlich schürte ein immer stärker werdender Nationalismus (besonders zwischen Serben und Kroaten) den gegenseitigen Haß. Politiker beider Seiten trugen nichts zur Eindämmung der Konflikte bei, sondern unterstützten sie auch noch. Es war abzusehen, daß dieses Faß voll religiösen, ethnischen und ökonomischen Dynamits in die Luft fliegen würde. Der Ausbruch des Krieges in Slowenien (1991) war der Anfang, bis 2001 die Albaner in Mazedonien rebellierten. Das aber rief die mazedonische Armee auf den Plan, die mit aller Härte gegen die albanischen Separatisten vorging.

Erste Flüchtlingswelle

Die Folge all dieser Krieg war eine gewaltige Flüchtlingswelle, insbesondere nach Deutschland. Merkels Versuch jedoch, die Flüchtlingssituation von damals mit der von heute zu vergleichen, ist – gelinde ausgedrückt – eine Geschichtsklitterung. Von (Ex-)Jugoslawien flohen Menschen, die direkt durch Kriege gefährdet waren. Kriegsopfer, wie sie hier aufgelistet sind, gibt es heute nicht in den Maghreb-Staaten, wohl aber in Syrien und im Irak. Die meisten Flüchtlinge, die bisher hier angekommen sind, sind aber keine Syrer oder Iraker. Viele kommen gar mit einer erfundenen Identität. Merkels Hinweis ist also ein reines Ablenkungsmanöver.

Kriegsopfer auf dem Balkan

Wikipedia listet (ohne Anspruch auf Vollständigkeit) die Opfer aus den jugoslawischen Teilrepubliken-Kriegen auf. „Folgende Zahlen der Republiken zu den Kriegsopfern sind bekannt:

Bosnien und Herzegowina: Eine von der norwegischen Regierung finanzierte Untersuchung durch das Research and Documentation Center (IDC) in Sarajevo kam im November 2005 zu einer Zahl von 97.207 Toten und Vermissten (80.545 Tote, 16.662 Vermisste), davon 66 Prozent Bosniaken, 26 Prozent Serben und 8 Prozent Kroaten. Unter den Zivilisten sei der Anteil der Bosniaken noch höher. Während des Bosnienkrieges seien insgesamt wahrscheinlich 100.000 Menschen ums Leben gekommen.

Kroatien: Nach Angaben der kroatischen Regierung aus dem Jahr 1995 gab es 12.131 Tote, darunter 8.100 Zivilisten, 33.043 Verwundete, 2.251 Verschollene auf Seiten der Kroaten und 6.780 Tote auf Seiten der dort lebenden Serben.

Slowenien: bei den slowenischen Truppen 18 Tote und 182 Verletzte, bei der jugoslawischen Volksarmee 44 Tote und 146 Verletzte (Schätzungen)

Kosovo: 4.000 Leichen oder Leichenteile bis 2002 ausgegraben, etwa 800 albanische Tote wurden bislang in Serbien gefunden (da es bis heute keine genauen offiziellen Zahlen gibt, beruhen die Opferzahlen auf Flüchtlingsberichten und Massengrabfunden).

Serbien: Die NATO-Operation 1999 führte zu etwa 5.000 Todesopfern in der Bundesrepublik Jugoslawien (NATO-Angaben); nach jugoslawischen Angaben kamen 462 Soldaten, 114 Polizisten und etwa 2.000 Zivilisten ums Leben (Angaben der Jugoslawischen Volksarmee).“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Jugoslawienkriege).

conservo-Autor Reiner Schöne stellt im Folgenden die wesentlichen Unterschiede zwischen den Flüchtlingen aus den ex-jugoslawischen Kriegen und den heutigen „Flüchtlingen“ dar:

„Flüchtlinge“ heute verlangen, fordern und drohen, Ex-Jugoslawien-Flüchtlinge baten stellten keine Bedingungen

Von Reiner Schöne *)

Die abwehrende Haltung Ungarns bei der Flüchtlingsaufnahme bezeichnete Merkel als “enttäuschend”. “Aber seien wir ehrlich: Als in den ´90er Jahren viele Flüchtlinge aus dem zerbrechenden Jugoslawien kamen, gab es auch in Deutschland, vor allem in den neuen Bundesländern, erhebliche Skepsis”, sagte die CDU-Chefin. (http://www.focus.de/politik/deutschland/kurz-vor-landtagswahlen-hat-keine-loesung-anzubieten-merkel-warnt-eindringlich-vor-wahl-der-afd_id_5333367.html)

Richtig, Frau Merkel, es gab Skepsis! Man kann aber das Damals nicht mit dem Heute vergleichen. Es kamen damals ca. 350.000 Flüchtlinge aus Jugoslawien, die meisten davon Moslems, obwohl ja Religion keine Rolle spielen sollte, wenn es um Flüchtlinge geht. Es sind Flüchtlinge gewesen, die nichts weiter bei sich hatten als das was sie auf dem Leib trugen. Wer Glück hatte, konnte hier zu Verwandten gehen, andere blieben im Lager, und später bekamen sie Wohnungen sowie Arbeit. Heute leben noch 20.000 Flüchtlinge von damals bei uns in Deutschland.

Aber das ist nicht der Punkt! Der Punkt ist, diese Menschen rannten um ihr Leben. Sie kamen ohne Tausende Euro, um Schlepper zu bezahlen, und nicht mit soviel Geld, daß man es ihnen hätte abnehmen müssen, um hier Hartz4 zu bekommen. Sie kamen nicht, um zu verlangen, sie kamen, um zu bitten, hier bleiben zu dürfen, was ihnen niemand versagte. Im Gegenteil, man litt mit ihnen, da man schon aus dem Arbeitsumfeld viele Jugoslawen kannte, die ihre Familien noch in der Heimat hatten.

Keine Erpressung

Der Punkt ist aber auch, es wurde nicht von Deutschland verlangt, seine Schulspeisungen diesen Flüchtlingen anzupassen. Keiner der Flüchtlinge erpreßte mit Gewalt den Übergang an den Grenzen. Es kamen fast ausschließlich Familien – und keine jungen Männer, die uns irgendwas erzählten, warum sie ihre Familien im Stich ließen, und somit keine angefaulten Ausreden benutzten. Keine Frau mußte Angst haben, vergewaltigt oder angegriffen zu werden. Kein Politiker verlangte plötzlich, Moscheen zu bauen. Kein Politiker verlangte von den Menschen in Deutschland, sich anders anzuziehen oder ihr Leben umzustellen, da man ja keinen Flüchtling beleidigen wollte. Kein Politiker verlangte von Deutschland, daß deutsche Kinder Moscheen besuchen oder über Moslems mehr zu lernen, als man wissen müßte.

Keine Angst vor Ex-Jugoslawien-Flüchtlingen

Keine Frau mußte Angst haben, in Schwimmbäder zu gehen oder ihre Kinder allein in die Schule gehen zu lassen. Es gab auch keine Massenvergewaltigungen oder enttäuschte Flüchtlinge, die Deutschland aus Frust oder Unzufriedenheit wieder verlassen wollen. Kein Mensch in Deutschland mußte Angst haben, Terroristen zu helfen, die hier irgendwann sich bombig oder explosionsartig bedanken wollen. Fast alle dieser Flüchtlinge hatten einen Schulabschluß und eine Berufsausbildung. Alle Flüchtlinge waren einfach froh, hier zu sein, ihr Leben gerettet zu haben und glücklich darüber, lebend davongekommen zu sein.

Es waren echte Flüchtlinge, Moslems europäischen Ursprungs, „Volks-Moslems“ würde Herr Kretschmann sagen. Flüchtlinge, die in erster Linie Menschen waren und eine Religion hatten, zu denen sie standen – und nicht von den Deutschen forderten, sie sollten die Religion der Flüchtlinge übernehmen. Heute kommt eine Religion nach Europa in Menschengestalt, die alle Deutschen umerziehen und überzeugen will, daß ihre Religion die Beste sei.

Man kann nur hoffen, daß auch Sie, Frau Merkel, den Unterschied bemerken.

(http://www.efms.uni-bamberg.de/ds27_2_d.htm sowie https://de.wikipedia.org/wiki/Bosnien_und_Herzegowina#Religionen)

*) Peter Helmes ist Herausgeber von conservo, Rainer Schöne ist Unternehmer im Gesundheitsbereich und regelmäßig Autor auf conservo.

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  1. März 2016
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