Wird DER SPIEGEL den alternativen Blog „Philosophia Perennis“ zum Schweigen“ bringen?

(www.conservo.wordpress.com)

Von David Berger *)

Der „Spiegel“ hat es tatsächlich erreicht, dass ein Berliner Gericht dem PP-Macher eine Strafe von 250.000 Euro bzw. 6 Monate Haftstrafe androht, wenn er eine Passage aus einem JouWatch-Artikel (2017) erneut zitieren sollte, in der es um die AfD-Kritikerin Melanie Aman geht. Eine Anhörung fand wegen angeblicher Dringlichkeit nicht statt und die bereits angefallenen Kosten hat alle PP zu tragen. 

Kennen Sie diese Situation noch aus der Schulzeit? Eine Gruppe von vier pubertierenden Halbstarken aus der 7. Klasse fällt über einen Erstklässler her, sie bedrohen und schlagen ihn – und fühlen sich dabei als die großen Helden, weil sie es geschafft haben, den Kleinen so richtig fertig zu machen. Zuletzt setzen sie ihn so unter Druck, dass er den Eltern nicht einmal genau erzählen kann, was passiert ist.

So ähnlich wie der kleine Erstklässler fühlen sich derzeit die Macher von „Philosophia Perennis“. Der trotz einbrechender Leserzahlen und diverser Relotius-Skandale dem kleinen PP-Blog finanziell und personell um ein tausendfaches überlegene „Spiegel“, hat gleich zwei Anwälte auf uns angesetzt.

Mit der Forderung, Passagen eines Artikels aus dem Jahr 2017 (!!) zu löschen, der ausgerechnet von den perfiden Methoden großer Medien und regierungsnaher NGOs, Vereine usw. handelt, alternative Medien in den finanziellen Ruin zu treiben und so zum Schweigen zu bringen. Um nachher mit bigotter Manier und Schadenfreude zu sagen: Bei uns gilt volle Meinungs- und Pressefreiheit. Aber man muss halt auch die bitteren Konsequenzen tragen, wenn man in den Mächtigen unpassender Weise von diesem Recht Gebrauch macht.Berliner Justiz droht mit sechs Monaten Haft

In diesem Artikel enthalten war auch eine Passage, die über einen Artikel, der bereits bei Journalistenwatch erschienen war, berichtete und immer wieder mit dem Zusatzwort „angeblich“ das Berichtete relativierte. Also lediglich mit journalistischer Distanz dokumentierte, was andernorts bereits publiziert worden war. Genau an dieser Passage, in der es um die Spiegel-Autorin und AfD-Kritikerin Melani Aman geht, hängten sich die Rechtsanwälte des „Spiegel“ auf. Ich kann sie hier leider nicht die ich wiedergeben, da mir die Berliner Justiz droht, mich in diesem Fall für sechs Monate in den Knast zu stecken.

Nachdem man eine Frist von nur wenigen Tagen gesetzt hatte, ging der „Spiegel“ sofort zu Gericht, versorgte das Landgericht des RRG-Berlin in seinem Antrag mit ausführlichen Informationen zu dem rechtspopulistischen Blog „Philosophia Perennis“, u.a. über unseren Kampf für Meinungsfreiheit und gegen Zensur; teilte dem Gericht mit, dass wir auch kritisch über die Maas-Zensur, die Gleichschaltung des Staatsfunks, das System Merkel und die Gefahr, dass Deutschland zu einer DDR 2.0 wird, schreiben.

Ich kann mich – nach Studium der mir zugestellten Unterlagen – des Eindrucks nicht erwehren, dass solche Hintergrundinformationen beim Landgericht (Richter Thiel, Richterinnen Bartelt und Hurek) nachhaltig Wirkung zeigten. Ohne mündliche Verhandlung und Anhörung des Angeklagten – angeblich wegen Dringlichkeit angesichts eines Artikels aus dem Jahr 2017! – kam das Gericht den Forderungen des „Spiegel“ nach und ordnete an, dass die Kosten des gesamten Verfahrens komplett von PP zu tragen sind.

„Bestrafe einen, erziehe viele“

Also genau das, was man beim „Spiegel“ vermutlich auch intendiert hatte. Würde ich jetzt hier die Passage wiedergeben, die den „Spiegel“ bzw. seine Mitarbeiterin so echauffierte, müsste ich 250.000 Euro an diesen zahlen. Ein Betrag, den ich natürlich nicht habe. Das Gericht droht, in diesem Fall wohlweislich ersatzweise mit einer Ordnungshaft von sechs Monaten.

In einem Berliner Gefängnis: alleine unter … (na, Sie wissen schon, liebe Leser). Das heißt nicht nur sechs Monate kein „Philosophia Perennis“ und das erfolgreiche Erreichen des Ziels: „Bestrafe einen, erziehe viele!“ Das heißt auch in Richtung freier Medienschaffender: Du bist danach so fertig, dass Du nie mehr eine Zeile gegen das System oder gar gegen sein Sturmgeschütz, den „Spiegel“, schreiben wirst!

Deshalb bleibt mir kein anderer Weg, als mich an diesen Gerichtsbeschluss zu halten und die bereits entstandenen horrenden Kosten irgendwie aufzubringen. Ich habe neben meinem eigentlichen Studium auch noch viele Vorlesungen in Geschichte gehört, daher weiß ich: Wer im System Merkel irgendwie überleben will, der muss leider manchmal auf die Knie gehen, wenn er noch nicht bereit ist, sich komplett zerstören zu lassen.

Dank an die PP-Leser und -Unterstützer

Und genau an dieser Stelle kann ich ein klein wenig erleichtert aufatmen: Dank der großzügigen Zuwendungen im Rahmen unserer Weihnachtsaktion, ist zumindest ein Teil der Kosten bereits gedeckt. Dafür möchte ich hier allen Spendern meinen ganz großen Dank sagen. Und mich zugleich zuversichtlich zeigen, dass auch der Rest der Kosten irgendwie getragen werden kann. (Original: https://philosophia-perennis.com/2019/12/19/wird-der-spiegel-den-alternativen-blog-philosophia-perennis-zum-schweigen-bringen/)

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Bitte, liebe conservo-Leser, unterstützen Sie Philosophia Perennis! Vielen Dank!

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*) Der Berliner Philosoph und Theologe David Berger (Jg. 1968) war nach seiner Promotion (Dr. phil.) und der Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch „Der heilige Schein“ über seine Arbeit im Vatikan als homosexueller Mann. Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Homomagazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European). Seine Bibliographie wissenschaftlicher Schriften umfasst ca. 1.000 Titel.
Dr. David Berger betreibt den Blog PHILOSOPHIA PERENNIS, mit dem conservo einen regelmäßigen Austausch pflegt.
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www.conservo.wordpress.com     20.12.2019

14 Kommentare

  1. Neulich saß ich im Wartezimmer wg. Checkup. Griff mir nen Spiegel las die Kolumne und legte ihn wieder weg; sinnlos! Ich dachte an Franz Josef Stauß. Hallo FKS, dachte ich du hattest den richtigen Umgang diesen linken Demagogen Schreiberlingen. FJS du fehlst mir. Was sind eigentlich „Gerichtskosten“? Der Staat auch Gerichte werden doch vom deutschen Steuerzahler voll gepampert. Die Gerichtsäle sind auf unsere Kosten gebaut, mit Strom und Wasser und Heizung versorgt und die Roben bekommen ein viel zu hohes Gehalt auf unsere Kosten. Wenn die ihren Job machen, langen die Extra hin. Das muß mir mir mal einer erklären. Nochmals: was sind GERICHTSKOSTEN????

    1. Ich musste z.B. für meine 2 Gerichtsverhandlungen wegen Volksverhetzung, 1 vor dem Amtsgericht und 1 vor dem Landgericht als Berufung, 157,50 € bezahlen.

  2. Man lese mal genau ’s Impressum bevor man solche „pro-soundso“ Seiten spendenmäßig unterstützt, ich tu’s jedenfalls nicht, möge der Inhaber sich doch mit seinen Bettelschreiben u. „Aktionen“ an diejenigen die er befürwortet wenden.

  3. Der Angriff auf alle freien Journalisten und Blogs hat schon begonnen. Man will die AfD und alle Gegner dieses Regimes mundtot machen.
    Ich warte schon lange darauf, denn man hätte endlich freie Bahn für alle Gemeinheiten die man diesem Volk noch antun will.
    Die gesammten Straftaten dieser Klientel werden vertuscht. Da werden Handys gelöscht, Prozesse verschleiert und Anklagen erst gar nicht gemacht.
    Ja wir alle müssen weg, um jeden Preis, denn die haben jedes Mass an Anstand verloren.
    Es zeigt sich daran, dass das was in letzter Zeit so alles passiert und von sich gegeben wird, nicht mehr vertuscht wird, sondern frei verbreitet wird.

    Auch die meisten unserer Mitbürger merken schon gar nicht mehr, dass die eigenen Taten, den anderen in die Schuhe geschoben werden.

  4. Die Moslems, Russen, Türken, Iraner und LINKEN U-Boote unter den FAKE-Rechten versuchen Uns Deutsche mittels Antisemitischer Propaganada auf Ihre Kriegsseite herüber zu treiben im Krieg gegen Uns Deutsche und im Krieg gegen USA, Israel und Brexit-Grossbritannien !

    Ein Fall Beispiel für solche Antisemitische Propaganada von LINKEN-U-Boote unter den FAKE-Rechten oder von Moslems, Russen, Türken, Iraner ist dieser Kommentar des „Detlef Reimers“ hier !

    (…..)
    In den USA, in England, in Irland, in Frankreich und (hinter vielen Patriotischen Phrasen versteckt) faktisch auch in Russland und natürlich auch und gerade in Deutschland laufen Prozesse ab, die dazu angetan sind, jeglichen Widerspruch oder gar Widerstand gegen dieoffizielle Politik zu brechen. Als aktuelles Beispiel:

    https://www.whitehouse.gov/presidential-actions/executive-order-combating-anti-semitism/

    Es fällt nicht leicht, so ein unsägliches Dokument – geschrieben vom ADL, unterschrieben von Trump – durchlesen. Man sollte es dennoch tun und zwar zuerst nur das Original selbst, die Zeitngen drüben lügen und lügen. Hinweis: Die Anti Defamation Ladue ADL wurde zu dem Zweck gegründet einen Mädchenschänder und Mörder freizubekommen (der Fall Frank). Mit Hilfe des CIA und des FBI ist es mittlerweile zur obersten Instanz in Sachen Hate geworden.

    Der Spiegel guckt bereits seit längerer Zeit auf den Betrachter zurück, denn wer solche Maßnahmen ergreifen muß, hat das Narrativ längst verloren.

    Ein Anders Fall Beispiel für solche Antisemitische Propaganada von LINKEN-U-Boote unter den FAKE-Rechten oder von Moslems, Russen, Türken, Iraner ist dieser Kommentar von den Ausgesperrten Judenhassern hier !

    KEINE Judenhetze auf conservo NICHT geduldet !

    https://conservo.wordpress.com/2019/07/21/keine-judenhetze-auf-conservo-geduldet/

      1. ‚Spiegel + Mainstream‘ … Spiegel IST leider Mainstream, das ist eben die Ursache aller Elend:
        Weil sie sich durch diese ‚Identität gesichert fühlen, trauen sie sich, solchen Mist zu betreiben… wie das bravste Kind der Klasse! Gestützt von dem Fräulein Lehrerin-Bundesregierung!

        1. Ich meine sogar, dass der Spiegel die Speerspitze des Mainstream, des linksgrünen Establishment ist.
          Genau Theresa, ich kann mich an das 3. und 4.Schuljahr erinnern, wo, wenn die Lehrerin die Klasse mal verlassen musste, meistens ein ganz braves Mädchen dazu bestimmt wurde, jeden Unruhestifter an die Tafel zu schreiben, der dann hinterher bestraft wurde.

  5. Es wird nichts ausgelassen, um kritische Stimmen verstummen zu lassen. Geschichte wiederholt sich. Das ist die Tragödie der Menschheit.

  6. So ist das, lieber conservo! Und hiermit gibt es bereits zwei Blogs in zwei verschiedenen Ländern – Deutschland und den Niederländern – die den Notruf von dem aussergewöhnlich tapfren, beflogenen Theologen-Philosophen David Berger übernommen haben. Dass viele mal nachfolgen werden! Herzlichen Dank für die Solidarität namens ‚Theresa’s Visie‘!
    https://theresasvisie.com/

    1. Dieser „DER SPIEGEL“ ist dass Letzte unter aller Niveau !

      Juan Moreno, der Relotius überführte, erzählt, was hinter den Kulissen des SPIEGEL vor sich ging !

      https://juergenfritz.com/2019/12/20/juan-moreno-der-relotius-ueberfuehrte-erzaehlt-was-hinter-den-kulissen-des-spiegel-vor-sich-ging/

      Juan Moreno, der Relotius überführte, erzählt, was hinter den Kulissen des SPIEGEL vor sich ging !

      https://juergenfritz.com/2019/12/20/juan-moreno-der-relotius-ueberfuehrte-erzaehlt-was-hinter-den-kulissen-des-spiegel-vor-sich-ging/

      Vor einem Jahr deckte der SPIEGEL-Autor Juan Moreno einen der größten Fälschungsskandale des deutschen Journalismus, den größten medialen Lug und Betrug seit den Hitler-Tagebüchern auf. Vorgestern Abend war Moreno nun bei Maischberger und erzählte aus dem Nähkästchen, wie es im SPIEGEL hinter den Kulissen tatsächlich zuging, dass man ihm indirekt drohte, seine Anschuldigungen gegen den SPIEGEL-Lügner vom Dienst Claas Relotius könnten sein Karriereende bedeuten, nicht nur bei diesem Blatt, sondern überhaupt. Doch Moreno zog den Schwanz nicht ein, reiste auf eigene Kosten in die USA und recherchierte Relotius hinterher. Was er dabei entdeckte und was dann geschah, erzählte er nun ganz offen.

      Claas Relotius, der Mann, der im SPIEGEL jahrelang schön gemachte Märchen erzählte und als Journalismus verkaufte

      „Claas Relotius hat für den SPIEGEL viele große Reportagen geschrieben, aber leider enthalten wohl die meisten erfundene Passagen. Es tut uns leid, was passiert ist – und wir werden den Fall in aller Demut aufarbeiten.“ Dies schreiben vor einem Jahr der heutige Chefredakteur des Spiegel, Steffen Klusmann, der damals kurz vor der Übernahme dieses Postens stand, und der stellvertretende Spiegel-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit. Relotius war „kein Reporter“, wie wir heute alle wissen und sogar der SPIEGEL inzwischen selbst zugibt, sondern einer, der „schön gemachte Märchen“ erzählte, wann immer es ihm gefiehl. Aber dieser junge „Märchenerzähler“ wurde mit Preisen nur so überschüttet. Nein, nicht Erzähler-, sondern Journalistenpreisen.

      Was dahinter steckt, Stichwort ideologische Verblendung, die verschworene Einheit, welche der Lügner und die, welche von ihm belogen werden wollen und genau diese Lügen verlangen, ja nach ihnen dürsten, habe ich vor kurzem hier ausführlich analysiert: Irrtum, Lüge, Ideologie: die drei Gestalten des irrenden und irreführenden Bewusstseins.

      Der Fall Relotius stellte „einen Tiefpunkt in der 70-jährigen Geschichte des SPIEGEL“ dar, so Ulrich Fichtner, der Relotius mit aufgebaut hatte und der kurz davor stand, zu einem von drei Spiegel-Chefredakteuren ernannt zu werden. Als Autor oder Co-Autor hat Claas Relotius in den letzten zehn, elf Jahren im SPIEGEL 55 Originaltexte veröffentlicht. Diese mussten alle überprüft werden. Denn Relotius hatte, nachdem man ihn immer mehr in die Zange nahm und es keinen Sinn mehr hatte, alles zu leugnen und immer weiter zu lügen, zugegeben, dass er teilweise korrekt recherchiert habe, teilweise aber auch Dinge dazugedichtet und manches sogar schlicht frei erfunden hatte und zwar nicht zu wenig.

      Ich hoffe, du weißt, was du tust – das wird eine Hinrichtung, entweder die von Relotius oder deine

      Juan Moreno, der Aufklärer, schildert in dem Gespräch mit Maischberger, das tief blicken lässt, wie es wohl in vielen deutschen Blättern zugeht, nicht nur beim SPIEGEL zugeht, wie schwer es für ihn war, dass am Ende tatsächlich der Liebling des Magazins Relotius, der in Wahrheit nichts weiter war als ein Betrüger, als Buhmann dastand und nicht er selbst. Der Lügner vom Dienst, das blasse Karrieremännlein erzählte dann natürlich sofort, dass er krank sei und dass man ihm helfen müsse. Dieses Muster kennen wir ja zur Genüge. Ob es nun ein Honecker, ein mordender Immigrant oder ein höchst erfolgreicher SPIEGEL-Schreiberling ist, heute sind diese alle noch kerngesund und morgen, sobald sie überführt wurden, sind sie alle schlagartig schwer krank, so dass man diesen armen Menschen doch helfen muss.

      „Ich hoffe, du weißt, was du da tust“, soll sein Chef zu Moreno gesagt haben, der seinem betrügerischen Kollegen auf die Schliche kam und es seinem Vorgesetzten meldete. Das werde eine Hinrichtung sein, entweder die von Relotius oder seine eigene. „Ich ging davon aus, es ist meine“, sagte Moreno vorgestern Sandra Maischberger. Es sei „eine dicke Wand“ gewesen, gegen die er anrennen musste und er spürte, dass diese Aufklärung beim dem angeblichen Aufklärungsmagazin schlicht nicht gewollt war, von wegen: „Sagen, was ist“, wie das SPIEGEL-Motto lautet. Man glaubte ihm nicht, ja mehr noch: Man wollte ihm nicht glauben.

      „Es waren auch viele Leser, die das mochten“

      Dabei war vor zwölf Monaten bereits geplant, dass Relotius Ressortleiter, also Vorgesetzter von Moreno werden sollte, sein damaliger Chef, dem er das sagte, sollte Blattmacher werden und der, der ihn eingestellt hatte, sollte Chefredakteur werden. Das alles störte Juan Moreno mit seinen Zweifeln, Indizien und Enthüllungen natürlich. Selbst als er mit einer ganzen Reihe von Fakten und Indizien aus den USA, wo er Dinge nachrecherchiert hatte, nach Hamburg zurückkam und sie dem SPIEGEL vorlegte, wollte man ihm noch immer nicht glauben und den Liebling des Hauses, den Märchenerzähler, der sich als Journalist ausgab und den der SPIEGEL „Jahrhunderttalent“ nannte, nicht fallen lassen.

      Und dann sagt Moreno etwas ganz Entscheidendes, worauf ich immer und immer wieder hinweise, Stichwort: Das Problem ist das Volk. „Es waren auch viele Leser, die das mochten“ (jeder Drogendealer weiß, was seine Kunden wollen, und liefert ihnen natürlich genau das. Dann werden sie ihn lieben, er wird reich und erfolgreich und alle sind zufrieden. Die Ideologie braucht den Blender, die und diejenigen, die danach dürsten, geblendet zu werden. Sonst funktioniert es nicht. Und wonach dürsten die Leser? Nach wohlformulierter extremer Simplifizierung und Bedienung ihrer Vorurteile, so dass sie möglichst wenig denken und vor allem ihr bisheriges Weltbild nicht verändern müssen. Sie wollen gefüttert werden mit solchem, das ihre Weltanschauung exakt bestätigt, nicht mit solchem, das diese stört. Wer jenes und nicht dieses macht, dem fressen sie aus der Hand.

      Der breiten Masse geht es immer primär ums gute Gefühl, nicht darum zu wissen, was ist

      „Der hat in seinen Texten die Leute so ein bisschen in den Arm genommen“, sagt Moreno und erklärt es anhand des Syrienkrieges, der unglaublich komplex und sehr schwer zu verstehen ist. „Und dann kommt jemand, der erklärt einem auf sieben, acht Seiten diesen Syrienkrieg auf ganz einfache, sehr eingängige, kurzgesichtenartige Weise.“ Und jetzt bitte genau auf die Formulierung achten: „Und am Ende hat man das Gefühl , a) ich hab’s verstanden, b) es ist nicht wahnsinnig kompliziert und kuck mal, wie niedlich ist der kleine Junge.“

      Hier sagt Moreno das Entscheidende: Es geht der breiten Masse niemals um Wahrheit, es geht ihr niemals darum, wirklich zu wissen und zu verstehen, was ist, sondern es geht um das gute Gefühl. Das Gefühl, das Ganze verstanden zu haben, und dabei darf die Erklärung nicht zu kompliziert sein, denn sonst wird es geistig anstrengend und geistige Anstrengung fühlt sich eben für die meisten nicht gut, genauer: nicht angenehm an.

      Relotius schrieb nicht sach-, sondern nachfrageorientiert, nun attestiert er sich selbst einen krankhaften Realitätsverlust

      Dieses unangenehme Gefühl hat Relotius seinen Lesern erspart und ihnen gegeben, wonach sie dürsteten: wohlformulierte, eingängige Texte, die das Gefühl vemittelten, man würde die Dinge verstehen. Relotius schrieb nicht sach-, sondern nachfrageorientiert und das mögen die Leute. Sie wollen bedient, sie wollen, dass ihre Bedürfnisse befriedigt werden. Ob das wahr ist, was man ihnen berichtet, ist den meisten nicht wichtig, oft sogar völlig egal. „Er hat viele latente Vorurteile bedient“, sagt Juan Moreno über seinen Ex-Kollegen. „Das heißt, er hat das geschrieben, was die Leser gerne lesen wollen und deswegen war er auch so erfolgreich?“, fragt Maischberger daher ganz treffend. Ja!

      Und der Märchenonkel und vom SPIEGEL und vielen anderen gefeierte Lügner und Betrüger vom Dienst gibt nun in seiner ganzen Larmoyanz zum besten, er habe einen krankhaften Realitätsverlust, als ob er der einzige wäre in dieser Branche und in diesem Volk. Ob Relotius krank sei, wisse er nicht, sagt Moreno, er sei einfach ein notorischer Lügner, der sich niemals seiner Verantwortung gestellt hat, bis heute nicht.

      Juan Moreno bei maischberger vom 18.12.2019

      https://www.youtube.com/watch?v=GgfosbE578Q

      https://juergenfritz.com/2019/12/20/juan-moreno-der-relotius-ueberfuehrte-erzaehlt-was-hinter-den-kulissen-des-spiegel-vor-sich-ging/

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