Die toleranten Generationen vergreisen, ihre Erben huldigen der bunten Intoleranz!

Michael van Laack

In einer Zeit, in der die Apostel des neuen Schuldkults tagtäglich den moralischen Zeigefinger erheben und Debatten über Rassismus, Islamophobie, Homophobie, Klimaleugnung, Gender-Mainstream usw. einem außenstehenden Betrachter den Eindruck vermitteln könnte, die in Deutschland lebenden Generationen unter 40 Jahren seien nach etwas mehr als 5.000 Jahren gesicherter Zeitgeschichte die ersten, die Gerechtigkeit und Toleranz zu üben in der Lage und Willens sind.

Denn uns, die tolerant und zur Freiheit im Denken, Lieben und Leben erzogene Generation alter weißer Frauen und Männer von 40 bis sagen wir mal (mit Blick auf die Non-Vogelschiss-Periode) 70,wollen sie darüber belehren, wo wir uns zu verdemütigen und wo uns eines neuen Denkens zu befleißigen hätten; welche überkommenen Sichtweisen und Tradition menschenfeindlich oder zumindest nicht zukunftsfähig seien; wo Schuld auf uns gekommen wäre und in welchen gesellschaftlichen und politischen Fragen wir nicht diskurswürdig seien.

Wir waren schon immer, was sie niemals werden!

Sie (die Generation 14 bis 40) erhebt sich in dieser Zeit – angeführt von einigen aus unseren Generationen, die sich schon damals (obwohl gleich alt) als unsere Weisheitslehrer gerierten – über uns, um über ein neues Denken den neuen Menschen zu erzeugen, der zu nichts anderem mehr in der Lage sein soll und auch sein wird, als dem Subjektivismus zu frönen, sich von allem und jedem abzugrenzen und seine Intoleranz als einzig wahre Version der Toleranz zu verstehen.

Von den Aposteln des neuen Schuldkults in ihrem Toleranzbegriff bestätigt, helfen Sie mit (oftmals, ohne es zu begreifen), das zu bekämpfen, für das sie sich einzusetzen glauben: Freiheit, Gerechtigkeit, Einheit. Sie beginnen, Freiheit als Dispositionsmasse des Staates zu begreifen, Gerechtigkeit nur noch in rechtspositivistischer Manier aus beschlossenen Gesetzen zu saugen und Einheit als die Pflicht zu definieren, keine Ansicht zu vertreten, die im Gegensatz zur veröffentlichten Meinung der staatlichen Medien oder der Doktrin des Staates und einiger systemrelevanter Institutionen steht.

Deshalb hier, auch wenn die Zielgruppe auf conservo eher weniger vertreten sein dürfte, ein paar nützliche Informationen für die geistig bereits vergreisten Teens, Twens und frühzeitig vom Midlife Umzingelten:

Unsere Generation war tolerant – Und sie wusste es nicht!

Ihr habt euch das Fluid Gender und damit die Homophobie ausgedacht. Ich komme aus der Generation, die David Bowie und Lou Read hörte und liebte und dabei der Frage nachgegangen ist, welche sexuellen Vorlieben sie hatten. Es war uns egal, wir waren zufrieden und selig, weil ihre Musik uns berührte! Elton John, Freddy Mercury und George Michael. Wir sind auch die Generation, die Led Zeppelin, Deep Purple, Neil Young oder die Eagles liebte. Ohne dass sich je das Problem mit ihren Texten stellte, die heute teilweise als sexistisch ausgemerzt werden.

Wir benötigten keine Phobie-Berater

Als Boy George kam, fragten wir uns nicht, ob er Männchen, Weibchen oder beide mag. Wir haben einfach seine Musik genossen. Und als Jimmy Sommerville uns seine Geschichte als Kleinstadtjunge erzählt hat, waren wir gerührt und haben mitgesungen. Und es gab keine Gesetze, die uns zwingen sollten, solidarisch zu sein oder zumindest an einem „Zeichen gegen…“ teilzunehmen.

Es gab keine Androhungen von Sanktionen oder selbsternannte Wächter, die uns zensierten, wenn einmal ein Witz dabei war. Alyson Moyet war damals definitiv oversize, aber wunderschön und toll, und niemand dachte, dass sie weniger wert wäre als eine Claudia Schiffer.

Zwang zur Toleranz gebiert Spaltung und Hass

Ich würde gerne verstehen, was in der Zwischenzeit passiert ist, denn mittlerweile erzeugen unsere hauptberuflichen und ehrenamtlichen Zensoren hauptsächlich das, was sie zensieren. Toleranz kann niemals eine Frucht der Intoleranz sein. An deren Baum wächst nur Hass und Spaltung.

Wir – die alten weißen Frauen und Männer brauchen keine Beschränkungen, weil die Erziehung durch unsere Eltern Werte wie Hilfsbereitschaft, Empathie, Nächstenliebe und echte Toleranz vermittelten (tief in uns einprägten) und Verstöße gegen diesen ungeschriebenen Codex automatisch und ohne weitere Diskussion gesellschaftliche Nachteile mit sich brachten! Bis ihr gekommen seid, um uns einen Schuldkult aufzuzwingen und uns so gegeneinander aufzubringen!

Wir können nicht immer bei Euch sein

Doch glaubt mir: Ihr werdet scheitern! An Euren unerfüllbaren Ansprüchen an die “Welt”, die ihr “besser” machen wollt, an Euch selbst und nicht zuletzt daran, dass unsere Generationen irgendwann einmal nicht mehr da sein werden, um Euch an den Ohren aus der hypermoralischen Verblendung und dem materiellen Chaos herauszuziehen, dass Eure bunte Gerechtigkeit, Eure mit der Arroganz der Macht verwandte Selbstgewissheit und Euer Versuch, unerfüllbarer Ziele zu erfüllen, uns und Euch eingebrockt haben. Die Füße, auf denen ihr großspurig durch diese Welt schreitet, sind tönern, nicht ehern. Bio halt!

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2 Kommentare

  1. Nur halt deutsche Lieder hat niemand gehoert und auch niemand gesungen. Ist ja auch verstaendlich, Deutschland kennt keine Lieder, oder?
    Auch daran ist zu erkennen, wie die Gehirnwaesche der Massenmedien so schoen gewirkt hat.
    Alles Deutsche ist verpoent. Es ist nicht “in”.
    Ist irgendjemand verwundert, das Figuren wie Habeck jetzt herumhampeln?
    Die Erziehung ist quasi abgeschlossen, wir brauchen nur noch anglamerikanischen Kram, aus der Wiege der deutschfeindlichen Szene.
    Macht weiter so, es kann fast nichts mehr schief gehen…………………..

    1. Da gabs mal ein kleines Heftchen, die Mundorgel, aber man muss vermuten, dass heutzutage die jungen Menschen noch nie davon gehoert haben. Das waren die Lieder, die von Jungschar und Pfadfindern gesungen wurden.
      Selbst wenn man mittels Google sucht, kann man viele deutsche Volkslieder aus der Zeit der Wandervogel-Bewegung finden.
      Aber eigentlich weiss man heutzutage gar nicht, warum man sowas erwaehnt.
      Mein Grossvater pflegte zu sagen, man soll nicht versuchen, gegen einen Karren voll Mist anzustinken.

Kommentare sind geschlossen.