Michael van Laack

Während im Iran Frauen getötet werden, weil sie das Kopftuch nicht “richtig” tragen und der harte Scharia-Kurs der Mullahs aktuell zu einem Volksaufstand führt, kann man in ARD und ZDF die ganze Aufregung nicht verstehen. Die Botschaft: Der Islam ist barmherzig, tolerant, lässt jedem Menschen Freiheiten im Übermaß, ist weniger frauenfeindlich als die katholische Kirche und gehört deshalb einfach zu Deutschland.

Schon seit mehreren Jahren gibt es bei “funk”, dem Content-Netzwerk von ARD und ZDF (Selbstbeschreibung), Videos, in denen “moderne” und “aufgeklärte” Muslima erklären, wie schön die freiwillige Unterwerfung unter den Willen Allahs sei und dass das alles nichts mit Frauenfeindlichkeit und der Unterwerfung Frau unter den Mann zu tun hätte. So etwas würden lediglich die bösen AfD-Nazis und andere Barmherzigkeitsfeinde erklären.

15 Videos findet man aktuell im Archiv bei “funk”, die sich mit dem Kopftuch beschäftigen. U. a. so lehrreiche Videos wie “Flirten mit dem Kopftuch“, “Das 1. Mal ohne Kopftuch” (vor dem Ehemann) oder “Wie Hijabis ihre Haare schneiden! Probleme, die Frauen mit Kopftuch haben!

Um der Buntheit willen die Wahrheit nicht sehen

Es geht hier nicht primär um die Frage, dass wir Gebührenzahler Werbung für eine islamische Tradition und die Verharmlosung des Zeichens des Kopftuchs finanzieren müssen. Es geht hier um die Frage: Wie halten es ARD und ZDF mit dem Thema Frauenfeindlichkeit und Benachteiligung eines Geschlechts, wenn es um den Islam geht. Jener öffentlich-rechtliche Rundfunk, der beim Thema Gleichstellung schon “Frauenfeindlichkeit” ruft, wenn sich einer seiner Mitarbeiter versehentlich mal in einen Gottesdienst verirrt und dort weniger Mädchen als Jungs als Ministranten am Altar stehen?

Und wie passt ein solches Video-Angebot in eine Zeit, in der immer wieder deutlich wird, wie man in den führenden islamischen Schulen die Bedeutung des Kopftuches sieht? Nämlich als Zeichen der Unterwerfung der Frau unter den Mann; als Zeichen, Teil seines Haushalts zu sein – eine Ware, die nur er ohne Verpackung des Kopfes sehen darf?

Frommer Wunsch

Bei “funk” sollte man den kompletten Content, der sich mit dem Kopftuch befasst, offline stellen. Zumindest so lange, bis klar ist: auch für die ditib oder andere große Organisationen, die in Deutschland Moscheen unterhalten, ist das Kopftuch nichts weiter als ein Bekleidungsstück, dass man trägt oder nicht.

*****

Sie lesen gern die Debattenbeiträge, Analysen, Satiren und andere Inhalte,
die wir Ihnen auf conservo bieten?
Dann können Sie unser Engagement hier per PayPal unterstützen: