Stumme Lautsprecher:

Öl-Katastrophe, Kambodscha-Mörder, China-Dissidenten, Castro-Verfolgte etc. – wo bleibt der Protest der politisch Korrekten?

Sie ketten sich an Bahngleise, sie klettern auf Bäume, um Transparente aufzuhängen, sie blockieren Straßen, sie bilden Lichterketten usw. – sie protestieren gegen nahezu alles und jedes, was nicht „politisch korrekt“ ist. Was das ist, definieren natürlich nur sie. Und so wundert man sich nicht, wie einseitig ihre Proteste ausfallen:

 – In China werden nach wie vor Dissidenten verfolgt und in Zwangslager gesteckt. Unter Mao Tse-Dong und seinen Glaubensbrüdern, die heute noch das „sozialistische System“ in China hochhalten, wurden – und werden – Tausende von Demokratie-verdächtigen Oppositionellen in Umerziehungslager gesteckt oder als „Volksfeinde“ hingerichtet. Wo sind die Proteste der linken Szene, die grundsätzlich gegen jede „Unterdrückung“ kämpft? Wo bleibt die Stimme der (unsäglichen) deutschen Heulsuse Claudia Roth? Wo bleibt Frau Künast?

–  In Fidel Castros Kuba werden nach wie vor Regime-Kritiker verfolgt und inhaftiert – auch unter dem angeblich „liberaleren“ Bruder Raúl Castro. Deutsche „Linke“ sympathisieren offen mit den Castros. Gegen das Regime tritt niemand aus dieser Szene auf. Wo ist der Protest der Linken, die Castro verherrlichen? Wo ist der Protest des Welt-Betroffenheits-Apostels Jürgen Trittin? Wo ist der Protest der unzähligen Linken, die gegen Chiles Pinochet protestierten, denen aber die Unterdrückten in Kuba offensichtlich völlig gleichgültig sind?

–  In Kambodscha verurteilt ein Volkstribunal unter Aufsicht der UNO den früheren Chef des berüchtigten Foltergefängnisses Tuol Sleng der Roten Khmer, Kaing Guek Eav – „Duch“ genannt – in einem fairen Prozeß zu (nur) 30 Jahren Haft. Unter „Duchs“ Leitung wurden mehr als 12.000 Kambodschaner hingerichtet. Schon zwischen 1975 und 1979 (Pol Pot-Ära) hätten unsere Berufsprotestler genügend Gelegenheit gehabt, gegen das mörderische und menschenverachtende Regime der Roten Khmer zu protestieren. Aber Protest gegen ein „sozialistisches Brudervolk“? Nicht denkbar! Wo ist denn wenigstens heute – nach erwiesener Tat – der Protest der organisierten Betroffenheitsliga gegen das unwürdige System? Wo sind die Stimmen der Menschenrechts-Lordsiegelbewahrer Ströbele, Claudia Roth & Genossen? Wo vor allem ist der Protest des ehemaligen Außenministers Josef (Joschka) Fischer gegen das teuflische Khmer-Regime? Wo ist das Bekenntnis des wichtigsten Mitarbeiters Fischers, Joscha Schmierer, der nicht nur dem Planungsstab des Außenministers, sondern vorher auch dem KBW (Kommunist. Bund Westberlin) angehört hatte? Wo ist seine Entschuldigung dafür, daß er dem „Volke von Kamputschea unsere feste Solidarität“ erklärte und dies damit begründete, sie „machten einen zivilisierten Eindruck“? Diese „Zivilisierten“ haben fast           2 Millionen Kambodschaner auf dem Gewissen! Aber unsere Gutmensch-Protestler haben damit nichts zu tun.

–  Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko: Man stelle sich vor, in der Nordsee sei ein Faß Öl umgekippt. Sofort würden „Green Peace“ & Co. auf die Straße laufen und einen Stop der Ölbohrungen im Meer verlangen. Anders im Golf von Mexiko. Wohin man bei den Linken auch schaut: Schweigen! Millionen von Litern Öl verseuchen Fauna und Flora, nehmen den Fischern ihre Existenzgrundlage und gefährden die Strände. Doch wo ist die Stimme von Green Peace & Genossen? Der Fachmann wundert sich, und der Laie ist entsetzt: Bisher hat man die stolze Summe von 9 Millionen US-Dollar „entdeckt“, die von BP an sogenannte Umweltschutz-Organisationen gezahlt wurden, dafür, daß sie…  Für politisch Korrekte heißt es von den „Umweltschützern“, das Geld wäre eine Art Beratungshonorar. Die Beratung solle der Firma BP helfen, grobe Fehler beim Umweltschutz zu vermeiden. 9 Millionen Dollar – wahrscheinlich nur die Spitze des Eisberges! Daß der Protest dieser Organisationen gegen BP – vorsichtig ausgedrückt – sehr verhalten ist, erscheint jetzt in einem anderen Licht. Aufgeklärte Bürger werden sich davon nicht täuschen lassen. Sie nennen solche Zahlungen anders, als sie die „Umweltschützer“ hinstellen.

Von conservo

Conservo-Redaktion