Tag der Einheit – Reagan vergessen?

Der Arm der politisch Korrekten reicht weit. Wir alle feierten zwar den „Tag der deutschen Einheit“, vergaßen aber zu erwähnen, wem wir die Wiedervereinigung zu verdanken haben. Sicher, Helmut Kohl ergriff zum richtigen Zeitpunkt den „Mantel der Geschichte“. Aber den Weg dahin hatten andere mitbereitet:

Die (ehemalige) Sowjetunion war – ebenso wie ihre sozialistischen Bruderstaaten – bereits lange vor dem Oktober 1990 von Zerfall gezeichnet. Sie blieb nur noch zusammengehalten, solange das gesamte Lügengerüst des Sozialismus nicht zusammenfiel. Dann kam Gorbatschow mit Glasnost und Perestroika, und alle diese schönen Arbeiterparadiese brachen krachend ein. Gorbatschow hatte erkannt, daß  der „Osten“ letztlich dem „Westen“ unterlegen war. Zwar hatten westliche Politiker (z. B. Brandt, Bahr, Lafontaine, Mitterand etc.) immer wieder ihre Bücklinge anbiederisch gegenüber den „sozialistischen Brüdern“ abgeliefert, aber einer blickte durch: Ronald Reagan. Er hatte erkannt, daß man den Kommunisten nicht mit „appeasement“ (Anbiederung) – Bahr´s „Wandel durch Annäherung“ liegt mir noch im Ohr -, sondern nur mit Härte beikommen kann. Reagans druckvolle, offensive Politik gegenüber den Sowjets (z. B. SDI oder das Verbot der Ausfuhr von Hochtechnologie an die SU) hatte die Sowjetunion in die Defensive gedrängt. Reagan war aber kein „kalter Krieger“, sondern wollte den kalten Krieg möglichst friedlich gewinnen. Gorbatschow erkannte – und ergriff – die Chance und ermöglichte somit u. a. die deutsche Wiedervereinigung. In den USA wurde Ronald Reagan deshalb 2005 zum „Greatest American“ gewählt. In Deutschland versagt man ihm die gebührende Anerkennung bis heute. Er war schließlich ein echter Konservativer – und „mit denen spielt man nicht“.

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