Liebe Leser,

Sie haben lange von mir nichts mehr gehört oder gelesen. Das „Geheimnis“ hinter meiner (technisch erzwungenen) Abwesenheit heißt „LTE“.

Und das kam so: Ich wohne auf dem Dorf, ganz „j-w-d“. Unser kleiner Ortsteil hat 3 (drei) bewohnte Häuser (von ehemals 14). Der Hauptort liegt 5 km entfernt. Meine Nachbarn sind alt. Ich bin der einzige hier in der Gegend mit Internet. Die Versorgungsleitungen, auch im Nachbarort (300 Einwohner), sind alt und vergammelt. „Da wohnen ja nur Rentner“, ist die geflügelte Ausrede bei Ämtern und Versorgungsträgern.

Aber ich hatte DSL – worüber man hier so staunte, als führe ich einen Rolls Royce! Natürlich ist unsere DSL-Leitung langsam, sehr langsam. Das Hochladen eines Photos dauerte im günstigsten Fall nicht unter 20 Minuten; es durften aber auch gerne (und oft) mehr sein.

So tönte es wie Schalmeienklänge in meinen Ohren, als vor einigen Tagen eine sehr freundliche Dame von Telekom mir in die Leitung hauchte: „Es geht auch schneller, viel schneller!“ Das Zauberwort heiße „LTE“ – „kostet wenig, bringt viel“, flötete die Tele-Dame. Begeistert stimmte ich zu, zumal einer meiner Freunde, der LTE nutzt, feuchte Augen beim Klang dieses Akronyms kriegte. LTE? Sofort!!!

Frl. Telekom erklärte den Wechsel zu einer Bagatelle: „Am Donnerstag, 16.1., 15 Uhr, schalten wir DSL ab; aus technischen Gründen können wir LTE aber erst ab 19 Uhr freischalten.“ Ich erhielt eine LTE-Box mit dem trügerischen Namen „Highspeed Port“ und einen Chip. Punkt 19 Uhr versuchten wir, den Chip ins Gerät zu schieben. Es ging nicht. Falscher Chip und obendrein auch noch ein fehlendes Verbindungskabel! Gegen 19:15 wollten wir die Hotline der Telekom erreichen. „Wartezeit ca. 20 Minuten“, sprach die automatische Ansage der Telekom. Es war etwa 19:45 Uhr, als sich ein (freundlicher) Sachbearbeiter meldete. Er verstand unser Problem sofort, bedauerte aber „sehr“; es sei Freitagabend, er erreiche „die Technik“ nicht mehr, und die Hotline schließe ab 20 Uhr. Ein Zurückschalten auf DSL sei überhaupt nicht machbar. Wir möchten uns doch bitte Samstag früh ab 8 Uhr wieder melden. Er werde aber noch veranlassen, daß uns „sofort“ ein neues Gerät zugesandt würde.

Das Gerät kam nicht. Heute ist Freitag, 23. Januar – 1 Woche ohne Internet, aber zehn weitere Reklamationsanrufe bei der Telekom, die jeweils freundlich entgegengenommen wurden. Unsere Situation blieb jedoch unverändert. Bis gestern, Donnerstagabend. Ein Bote brachte das neue Gerät. Und heute Nacht konnte es endlich installiert werden.

Ich bitte Sie herzlich um Verständnis und danke den vielen Anrufern, die sich besorgt erkundigt haben, ob ich („wieder ´mal“) krank sei. ICH BIN ABER NICHT KRANK; ICH BIN WÜTEND! Und werde vermutlich doch krank bei so viel „Kundenfreundlichkeit“.

In der Zwischenzeit sind 871 Mails auf PH und 422 auf Helmesconsulting eingegangen, die ich weder alle lesen noch erst recht beantworten kann. Bei rund 1.300 Zusendungen bin ich ratlos. Wenn ich für jede Mail nur 5 Minuten rechne, wäre ich wochenlang blockiert. Ich sehe mich also zu einem mir äußerst schwerfallenden Entschluß gezwungen: Der Gleichbehandlung aller wegen werde ich keine der inzwischen eingetroffenen Mails bearbeiten und die Zeit lieber für neue Arbeiten nutzen. Dafür bitte ich Sie herzlich um Verständnis und Entschuldigung. Natürlich steht es Ihnen frei, mir nochmals Ihre Mail zu senden.

Trotz allem: Mit herzlichen Grüßen – und in der Zuversicht, daß es bei der Telekom nicht nur freundliche, sondern auch kompetente Mitarbeiter gibt,

Ihr (genervter) Peter Helmes

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Von conservo

Conservo-Redaktion