Ausländerkriminalität – ein politisch korrektes Tabu?

(www.conservo.wordpress.com)

Von Peter Helmes

Kriminologe Pfeiffer: „Migration führt immer erst mal zu einer machobedingten Kriminalität“ (dpa).

Kriminologe Christian Pfeiffer
Kriminologe Christian Pfeiffer

Diesen inhaltsschweren Satz sagte kein Geringerer als Prof. Dr. Christian Pfeiffer, ehemaliger Direktor des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) und Professor em. für Kriminologie, Jugendstrafrecht und Strafvollzugsrecht an der Universität Hannover. Von 2000 bis 2003 war Pfeiffer für die SPD niedersächsischer Justizminister – ein Fachmann also und gefragter Interviewpartner, der keinem Mikrophon aus dem Wege geht.

Nun haben Seine Wichtigkeit wieder einmal zugeschlagen. In einem Interview mit „t-online.de“ (13.05.2016, http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_77823902/kriminologe-pfeiffer-migration-fuehrt-immer-erst-mal-zu-einer-machobedingten-kriminalitaet-.html) nahm er u. a. zur Kriminalität von Jugendlichen ausländischer Herkunft Stellung. Schon einige Sätze daraus haben es in sich:

Einleitung der Interviewerin Evelyn Bongiorno-Schielke, t-online.de:

„Seit den Silvesterübergriffen in Köln wird wieder verstärkt über “kriminelle Ausländer” diskutiert. Auch Flüchtlinge werden schnell unter Generalverdacht gestellt, hier straffällig zu werden. t-online.de sprach dazu mit dem bekannten Kriminologen Christian Pfeiffer…“

Frage: Herr Professor Pfeiffer, wird es durch den starken Flüchtlingszustrom zu mehr Straftaten kommen?

Pfeiffer: „Nach den Erfahrungen mit der Flüchtlingswelle aus dem Bürgerkrieg Ex-Jugoslawiens und dem starken Zustrom von Asylbewerbern und Aussiedlern Anfang der 90er Jahre rechnen wir mit einem Anstieg des Ladendiebstahls und anderer leichter bis mittelschwerer Straftaten. Die Gewaltkriminalität wird voraussichtlich wie damals hinter dem zurückbleiben, was angesichts der großen Zahl der Zuwanderer rechnerisch zu erwarten wäre.“

Was ist dann mit der Warnung, mit den Flüchtlingen importieren wir uns Kriminalität?

Wir importieren Menschen und keine Kriminalität. Aber es gibt ein Problem mit einer importierten Machokultur. Die Mehrzahl der Flüchtlinge kommt aus Chaosländern, in denen Männer dominieren. Diktaturen sind immer Machokulturen. Und: Migration führt immer erst mal zu einer machobedingten Kriminalität. Das ist das Schicksal jedes Einwanderungslandes. Das ist überall so, auch in den USA und Kanada.

t-online: Das klingt nach einer starken Herausforderung für uns…

Ja, das wird eine große Aufgabe, die jungen Kerle von den gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen abzubringen. Geflohen zu sein, heißt ja nicht, auch die eigene Kultur verloren zu haben. Die Kultur legt man nicht ab wie ein Kleidungsstück. Das wird ein richtig spannendes soziales Experiment in den nächsten Jahren.

Ein „richtig spannendes soziales Experiment“

Ach, sooo ist das, Herr Professor? Ein „richtig spannendes soziales Experiment“ nennen Sie das? Und wir sind dann wohl in diesem „Spiel“ die Versuchskarnickel?! Wohl auch bei den ansteigenden „leichten bis mittelschweren Straftaten“?

Alle Achtung auch, wie elegant der wortgewandte Kriminologe das gerade wieder aktuelle (siehe Mord an Niklas P.) Problem der schweren Gewalt umgeht: „Die Gewaltkriminalität wird voraussichtlich wie damals hinter dem zurückbleiben, was angesichts der großen Zahl der Zuwanderer rechnerisch zu erwarten wäre.“ Was bedeutet das denn? Die von Pfeiffer höchst unpräzise zitierte „große Zahl der Zuwanderer“ ist inzwischen bekannt: Allein im letzten Jahr (2015) lag sie bei rd. 1,3 Millionen, für 2016 werden ähnliche – oder sogar noch größere – Zahlen erwartet.

Wenn die Gewaltstrafen auch nur einen geringen Prozentsatz der Kriminalität ausmachen, wäre nach der Pfeiffer´schen Logik dennoch eine sehr große Zahl schwerer Gewalttaten zu registrieren. Warum nennt er, der Fachmann, nicht eine Prozentzahl oder gar eine konkrete Zahl, die aussagt, wie hoch der Anteil der Taten schwerer Gewalt an den Gewalttaten insgesamt ist bzw. wieviele schwere Straftaten erfaßt sind?

Klar, ich vergaß eine Tatsache (die Pfeiffer nicht anspricht): Die Kriminalität unter den Zuwanderern ist höher als ihr Anteil an der Bevölkerung insgesamt. Der allgemeinen Logik entsprechend dürfte dies auch für schwere Gewalt gelten. Die politische Korrektheit verbietet hier natürlich die Korrektheit einer Zahlennennung.

Darf ich dem Herrn Professor ein wenig nachhelfen?

Zahl der Straftaten

Von 2014 auf das Jahr 2015 stieg die Zahl der Straftaten, bei denen ein Zuwanderer tatverdächtig war, um 80 Prozent (116.328 auf 208.344). Im selben Zeitraum stieg die Zahl der Asylantragsteller um 130 Prozent (202.834 auf 476.649).

Den größten Teil der Straftaten machen mit 65 Prozent Eigentums-/Fälschungs- und Vermögensdelikte aus; danach folgen mit 18 Prozent die Rohheitsdelikte (Körperverletzung).

77% ohne Paß!

Von 64.656 Migranten, die von der Bundespolizei im Januar 2016 an der Grenze aufgegriffen wurden, hatten laut Bundesinnenministerium 77 Prozent keinen Paß. Die Gruppe der Ungeklärten macht nach den Flüchtlingen aus Syrien, Irak und Afghanistan mittlerweile die viertgrößte Gruppe aus.

Christenverfolgung durch Flüchtlinge

Es gibt eine stark wachsende Zahl an Übergriffen auf Christen auch in den Flüchtlingsunterkünften. Echte Flüchtlinge werden schikaniert von andersgläubigen Asylbewerbern.

Nach Einschätzung von Volker Baumann von der Aktion für verfolgte Christen und Notleidende (AVC) und auch von der Hilfsorganisation „Open Doors“ wurden in Deutschland seit September 2015 bis zu 40.000 Flüchtlinge aufgrund ihrer religiösen Überzeugung drangsaliert.

Soweit die Zahlen, und da die meisten Angaben aus dem Innenministerium kommen, dürften sie auch Pfeiffer bekannt sein. Aber immer, wenn es konkret werden müßte, weicht Pfeiffer mit einem Wortschwall aus. Aber immerhin, ein ganz klein wenig lüftet er doch die Decke:

(Wieder aus dem Interview t-online):

Was ist mit den Wirtschaftsflüchtlingen, zu denen auch die Nordafrikaner zählen?

Bei den jungen Männern aus Nordafrika, dem Kosovo oder Albanien, die letztes Jahr dank der offenen Grenzen zu uns gekommen sind, ist zu beachten, daß auch sie hohe Schlepperkosten und beträchtliche Gefahren auf sich genommen haben und nun sehen, daß sie hier keine Bleibeperspektiven haben.

Das führt zu einer erheblichen Frustration…

Ja, und wir müssen davon ausgehen, daß die große Mehrheit von ihnen lieber illegal in Deutschland bleiben wird, als die Heimreise als Verlierer anzutreten. Diese Perspektivlosigkeit erhöht das Risiko, in die Kriminalität abzudriften und den Lebensunterhalt durch Straftaten zu bestreiten…

Wir sollten deshalb große Anstrengungen unternehmen, ihnen attraktive Angebote für eine freiwillige Rückkehr zu unterbreiten. Die Kosten hierfür wären niedriger als der drohende Kriminalitätsschaden.

Viele Polizisten klagen über illegal hier lebende Migranten aus Algerien oder Marokko, sie stehlen, brechen ein oder dealen und der Polizei auf der Nase herumtanzen.

Es gibt Bereiche, in denen die Polizei die Kontrolle verloren hat. In der Tat hat sie wie am Bahnhof von Köln oder Düsseldorf unmögliche Zustände zugelassen. Sie hatte nicht die personelle Kraft für laufende Kontrollen. Die Täter wussten, das Risiko erwischt zu werden, war gering. Aber zum Glück gibt es deutliche Anzeichen dafür, dass die Botschaft bei den verantwortlichen Behörden angekommen ist und man sich endlich engagiert darum bemüht, die Kontrolle zurückzugewinnen. (Pfeiffer).

Und der folgende Schlußsatz im Interview mußte wohl sein, der political correctness wegen:

…Dieses Ausnahmeereignis (gemeint ist die Silvesternacht zu Köln) sollte die deutsche Gesellschaft zudem nicht davon abbringen, den eingeschlagenen positiven Kurs der Gastfreundschaft und Integrationsbereitschaft fortzusetzen.

Wie meinte der Kriminologie-Experte doch zu Beginn des Interviews noch: „Das wird ein richtig spannendes soziales Experiment in den nächsten Jahren…“

Ja, Herr Professor, wir sind hocherfreut, an diesem sozialen Experiment teilnehmen zu dürfen – solange wir dazu noch in der Lage sind.

www.conservo.wordpress.com 16. Mai 2016

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