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Von David Berger

In einer Mail an Freunde und Bekannte hat sich gestern Nacht Angelika Barbe ihre gestrige Verhaftung durch die Berliner Polizei geäußert. Wir dokumentieren hier Schreiben:

„(Angelika Barbe) Wir sind gerade zurück, nachdem wir von der Polizei auf dem Alexanderplatz abgeführt wurden. Diese Festnahme ist in mehrfacher Hinsicht schockierend, nicht nur wegen der entwürdigenden Filmaufnahmen. Wir trafen gegen 14:50 Uhr auf dem Alex ein, der nicht sehr belebt war und wunderten uns über einen abgesperrten Bereich mitten auf dem Platz.

Ich wandte mich an einen Polizisten, der mir freundlich erklärte, das sei der genehmigte Teil für die Demo der Antifa. Wenn wir daran teilnehmen wollten, könnten wir das gern tun. Inzwischen waren mehrere Passanten neugierig geworden, wir kamen ins Gespräch.

Plötzlich wurde ich von einem Polizisten mit der Nummer 34113 angeblafft, ich sollte den Alex verlassen. Perplex antwortete ich, daß ich mit einer Freundin und meinem Mann hier sei, mich mit Menschen unterhalten und auch einkaufen wolle. Es erzürnte Ihn offensichtlich, daß ich nicht sofort seinem Befehl gehorchte. Er sprach mir sofort einen mündlichen Platzverweis aus. Verwundert wandte ich mich an einen anderen Polizisten und fragte, warum die Antifa geschützt würde, wir Passanten aber nicht bleiben dürften. Er forderte mich ebenfalls auf zu gehen. Ich lenkte ein und erklärte, einkaufen zu wollen, er ließ mich daraufhin weiter laufen.

Wenige Augenblicke später kam 34 113 hinterhergestürmt und rief: „Nein, die zeigen wir an!“ Daraufhin stürzten etwa 5 Polizisten von hinten auf mich zu, zwei ergriffen rabiat und schonungslos meine Arme, schleiften mich mit Gewalt weiter, zwei flankierten den Zugriff. Da ich kürzlich eine Knie-OP hatte und noch immer unter Schmerzen leide, kann ich nicht so schnell laufen und rief immer, sie sollten langsam sein und mich nicht hetzen, ich würde keinen Widerstand leisten und selbst gehen. Im Gegenteil sie liefen schneller, drehten mir noch den Arm um und verbogen meine linke Hand, was die Zuschauer nicht sehen konnten. Ich zeigte auf meine Knienarbe und bat verzweifelt um langsames Gehen. Das werteten sie als Widerstand.

Es war eine willkürliche Verhaftung, ich habe keinen Widerstand geleistet und wurde aus der Gesprächsgruppe herausgefischt. Mein Mann fragte die Polizisten, warum sie ausgerechnet mich gefaßt hätten, zumal etliche ebenfalls auf dem Platz standen und unbehelligt blieben.

Er wartete dann weitab von anderen Passanten vor der Absperrung, wo die Anzeigen erfolgten und wurde aufgefordert, sofort den Alexanderplatz zu verlassen. Er erwiderte, daß er auf mich warte. Daraufhin wurde er in bewährter DDR-Sippenhaft auch noch wegen angeblicher „Gefährdung der Sicherheit“ mitverhaftet. Wir bekamen nach eineinhalb Stunden einen Platzverweis für den 16. Mai und jeder eine Anzeige. Sie erklärten uns nicht wofür. Eigentlich wurden wir nur daran gehindert, der Antifa zuzuhören. Die Vorwürfe, den Abstand nicht eingehalten bzw. keinen Maulkorb getragen zu haben, erhoben sie nicht.

Zu Weihnachten wurden Omas noch als Umweltsäue verunglimpft und jetzt werden sie abgeführt, wenn sie dort stehen, wo sie nicht stehen sollen. Aber noch wurde nicht befohlen, daß Rentner bei Rot über die Kreuzung zu gehen haben.

Schockierend waren Aggression und übergriffige Gewaltanwendung der Polizei. Schockierend war der willkürliche Zugriff beliebiger einzelner Personen aus der Menschenmenge. Es ging darum, Angst zu erzeugen mit total unangemessener, völlig überzogener und unverhältnismäßiger Gewaltanwendung gegenüber gewaltlosen Bürgern. Man wollte Bilder aus der Vorwoche vermeiden, als Tausende auf dem Alex „Freiheit“ und „Wir alle sind das Volk“ riefen.

Wenn das Recht nicht mehr gilt, dann sind wir alle der Willkür des Staates ausgeliefert –auch hinsichtlich von Zwangsimpfungen. Deshalb sind und bleiben Demonstrationen für die Freiheit wichtig.”

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Auszüge aus der Diskussion auf PP:

M. Sachse • vor 17 Stunden (17.5.20)

Es macht sprachlos. Sinnlose Gewaltanwendung gegen eine ältere Dame mit Behinderung, auf die sie permanent verwies. DDR-Verfolgte, zu denen die Bürgerrechtlerin Angelika Barbe gehört, haben das seltene “Pech”, dass sie in ihrem Leben wiederholt einer solchen gesellschaftlichen Entwicklung ausgesetzt werden. Eine Einmaligkeit in der Geschichte. Und die Bezüge zur Nicht-Aufarbeitung der DDR und seine Kader sind evident. Zynisch könnten die politisch Verfolgten der DDR, deren Hinweise auf die aktuelle Entwicklung jahrzehntelang (30 Jahre) ignoriert wurden, sagen: Ihr habt es so gewollt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Es ist tiefe Trauer und Zorn, dass ein Gemeinwesen auf diese Weise zerstört wird. Es ist unser Land und es ist unsere Heimat. Wir haben nur diese.

Die Folgen für den Fortbestand der staatlichen Ordnung können die “Protagonisten” offenbar nicht verstehen. 89 haben sich die Kader der DDR in das geeinte Deutschland gerettet. Darüber könnte ich Bände schreiben. Das blieb nicht folgenlos, auch wenn die Ursachen heute von globalen und geostrategischen Interessen determiniert werden. Es konnte aber nur dazu kommen, weil die Menschen in Lethargie verharrten und die Zeichen ignorierten.

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Uwe B • vor 20 Stunden (17.5.20)

Die Polizei scheint mir inzwischen genauso gespalten und verwirrt zu sein wie viele Teile dieser Gesellschaft.

Während man seit Jahren das größte OpenAir Drogenkaufhaus der Welt (Görlitzer Park) und auch andere Volksparks nicht wirklich ins Visier nimmt, geschweige denn in den Griff bekommt, macht man sich willkürlich über solche Menschen her – oder rastet aus, wenn Menschen eine Abbildung des Grundgesetzes hochhalten.

Muss schon sagen, dass ich diese Art der Willkür ablehne und enttäuscht bin von dieser Art der völlig unverhältnismäßigen Polizei-Arbeit.

Aber klar: gegen solche Menschen lässt sich dann wesentlich einfacher vorgehen als gegen die wahren Kriminellen und Verbrecher der Stadt.

Finde das Verhalten willkürlich, feige, erbärmlich und unverhältnismäßig.

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Das Linke Paradox • vor einem Tag (17.5.20)

Alles Gute Frau Barbe! Tja, gestern waren 2 Gruppen “Antifa” präsent. Eine in zivil, die andere in Uniform. Wie das Teamwork der vereinten Merkel-SA richtig funzt, zeigt ebenfalls die Verhaftung von Lisa Licente. Das ist bereits OFFENER Faschismus, das ganze Make-up kann nicht mehr darüber hinwegtäuschen.

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Norbert Seemann • vor einem Tag (17.5.20)

Bei Antifa , arabischen Clans, Drogendealern und Islamisten hält die Polizei sich zurück, da diese Gruppen Gewalt mit Gewalt beantworten, bei normalen Bürgern ist das nicht zu befürchten, also feste drauf, armselig.

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Oshoo • vor einem Tag (17.5.20)

Ein zutiefst schockierender Bericht, der aber nicht weiter verwundert. Die DDR scheint endgültig zurück zu sein. Zumindest in Berlin.

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conservo kommentiert:

Liebe Leser,

ich schäme mich! Ich schäme mich zutiefst!

Ich schäme mich für die Bundesrepublik Deutschland, deren Organ(e) inzwischen z.T. zügellos arglose Bürger verfolgen.

Ich schäme mich für DIESE Polizei, die mein Vertrauen in die Sicherheitsbehörden zutiefst erschüttert – Erinnert sei an den Werbespruch: „Die Polizei, Dein Freund und Helfer!“, der hier mit Füßen getreten wurde.

Ich habe immer – über mehr als 50 Jahre und in vielen meiner Publikationen – die Polizei gegen Angriffe (besonders von links) verteidigt und ob ihrer staatstragenden Haltung gelobt.

Um nicht mißverstanden zu werden: Ich schäme mich nach wie vor nicht für DIE Polizei, aber für DIESE!

Ich schäme mich für eine Politik (besonders in Berlin), die die Bürger entzweit: Die Rechten sind böse, die linken sind gut.

Ich schäme mich für einen Senat (in Berlin), der jetzt nicht einmal den Anstand aufbringt, das Verhalten dieser Organe zu bedauern sowie Frau Barbe und die Bürger um Entschuldigung zu bitten.

Ich schäme mich ganz besonders für eine Politik, die Recht und Gesetz nach Gusto auslegt, die Bürger verunsichert und somit ganz erheblich zu einer wachsenden Staats- und Politikverdrossenheit beiträgt.

Peter Helmes

www.conservo.wordpress.com     18.05.2020

Von conservo

Conservo-Redaktion