Nein, Frau Spiegel, Sie haben nichts verstanden – und keinen Anstand. Ich glaube Ihnen kein Wort!

(www.conservo.blog)

Von Peter Helmes

Anne Spiegel – gescheitert an ideologischer Verblendung und Egomanie

Nach dem Rücktritt von Familienministerin Spiegel (am 11.4.22) hält die Debatte über die Vereinbarkeit von Politik und Familie an – eine Debatte, die mir gerade beim „Fall“ Anne Spiegel nicht angebracht zu sein scheint, da eine solche Debatte so gar nicht auf A. Spiegel zuträfe. In den meisten Kommentaren zum Rücktritt von Bundesministerin Anne Spiegel wird (gerne?) übersehen, wie diese Affäre begann. Deshalb hier eine kurze Rückblende:

Der unmittelbare Anlaß für das finale Stolpern der Grünen-Politikerin war der katastrophale Umgang mit Journalistenanfragen zu einem vierwöchigen Urlaub nach der Flutkatastrophe an der Ahr mit 134 Toten – und das Erkennen ihres wahren Charakters. Spiegel täuschte und log – und setzte mit einer völlig verkorksten Pressekonferenz noch einen drauf. Tatsächlich ist der Rücktritt Ergebnis einer längeren Entwicklung einer Politikerin, die mit ihrer Aufgabe bereits in Rheinland-Pfalz überfordert war – und dennoch immer höher hinaus wollte. Sie drehte ihr Rad „immer schneller, immer höher, immer weiter“ – bis alles aufflog.

Heucheln und Meucheln

Selbst Journalisten, die schon seit Jahrzehnten im Geschäft sind, stutzten am Sonntagabend (10.4.). Was war das denn jetzt bitteschön? Anne Spiegel trat um 21.05 Uhr, den Tränen nahe, vor die Kameras, schilderte ihr familiäres, durchaus tragisches Schicksal, entschuldigte sich und drehte sich am Ende hilfesuchend zur Seite, weil sie nach einem „krönenden“ Finale ihrer Homestory suchte, nach einem passenden „wording“ (Spiegel-Deutsch). Aber sie trat nicht zurück.

Zuvor, das hatten Medien herausgefunden, hatte sich der Grünen-Bundesvorstand mit 6:0 für ihren Rücktritt ausgesprochen. Spiegel glaubte ernsthaft, mit ihrem Fernsehauftritt die Demission noch abwenden zu können. Sie setzte sich dem Vernehmen nach gegen ihre eigenen Berater durch – und machte alles noch schlimmer. Sie stolperte schließlich über ihren Versuch, sich im Amt zu halten.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte der von der CDU einberufene Untersuchungsausschuß  des Landtags in Rheinland-Pfalz. Denn durch die Nachforschungen der Opposition kam heraus, wie wenig Verantwortung Spiegel am 14. und 15. Juli übernommen hatte. Sie und ihr Mentor, der Grünen-Fraktionschef Bernhard Braun, kämpften wie die Löwen, nachdem Medien diverse Chatprotokolle veröffentlich hatten. So kam heraus, daß Spiegel am Morgen nach der Katastrophe sich vor allem um ihr eigenes Image gekümmert hatte.

Dieser Makel blieb, auch die Vorwürfe der Untätigkeit. Als am 14. Juli an der Ahr die Menschen bereits um ihr Leben kämpften, gingen Spiegel und Braun in Mainz essen. Ein Bericht der Bild-Zeitung, Spiegel sei zehn Tage nach der Flutkatastrophe für vier Wochen in den Urlaub nach Frankreich gefahren, setzte die Ministerin am Wochenende zusätzlich unter Druck. Letztlich verstrickte sie sich in ein Netz aus Lügen und Täuschungsversuchen. Etwa was ihre angebliche Teilnahme an Kabinettssitzung aus dem Urlaub betraf. Glatt gelogen! „Ein Irrtum bei der Kalendernachschau“, sagte sie – als ob man als geistig wacher Mensch vergessen könnte, in seiner Urlaubszeit an einer Kabinettssitzung teilgenommen zu haben oder nicht.

Und es existiert noch die Geschichte hinter der Geschichte. Als Spiegel im Mai 2016 Integrationsministerin in Rheinland-Pfalz wurde, blieb selbst im eigenen grünen Lager mancher skeptisch. Ob „die Anne“ das schaffen würde? Sie schaffte es einigermaßen. Spiegel war damals für linke Grüne durchaus einer Art Ikone. Sie setzte sich aber in die Nesseln, als sie rechtmäßige Abschiebungen verhinderte und dafür vom obersten Richter des Landes einen öffentlichen Rüffel erhielt. Sie versuchte eine Parteifreundin hausintern durchzuboxen und fiel damit auf die Nase. Ihre private Situation – der Mann hatte (vor drei Jahren!) einen Schlaganfall erlitten, was Spiegel jetzt selbst öffentlich machte – war politischen Insidern in Mainz durchaus bekannt. Daß sie nach Morddrohungen permanent zwei bis drei Personenschützer um sich herumhatte, auch.

Die Schilderungen vom Sonntagabend, die familiär schwierige Situation der Mutter von vier Kindern, machten auch viele ihrer Kritiker betroffen. Doch blieb die Frage, warum sie in dieser Situation erst Spitzenkandidatin ihrer Partei zur Landtagswahl 2020/21 wurde, dann im vergangenen Jahr noch das Umweltministerium mit übernahm (nach dem Rücktritt der Kollegin Höfken in der Beförderungsaffäre), um dann trotz der privaten Schwierigkeiten als Bundesfamilienministerin nach Berlin zu gehen. CDU-Oppositionsführer Christian Baldauf sagte dazu:

„Ich habe großes Verständnis und Mitgefühl für die familiäre Situation von Anne Spiegel. Jeder gerät in Lebenssituationen, die überfordern können. Politiker stehen jedoch in besonderer, öffentlicher Verantwortung. Wenn sie ihrem Amt aufgrund persönlicher Gründe nicht gewachsen sind, sollten sie dies erklären und rechtzeitig eine Auszeit nehmen.“

Der Fall Anne Spiegel, er bleibt tragisch wie vorsehbar, wenn man die Hintergründe kennt. Und die Grünen sollten sich mal fragen, warum sie den Zug nicht vorzeitig aufgehalten haben – auch, um ihre eigene Frontfrau zu schützen. (Quelle u.a.: Von einer, die hoch hinaus wollte – und tief stürzte — Blog der CDU Rheinland-Pfalz (cdu-rlp.de)

———-

Nach ihrem Rücktritt ein erneuter Schlag: Es kam ein sms-Schriftverkehr vom Beginn der Flutkatastrophe im Ahrtal zum Vorschein, der Frau Spiegels „Betroffenheit“ in einem düsteren Licht erscheinen ließ. In diesen Kurznachrichten wurde deutlich, daß es der Bundesministerin Spiegel (damals noch Landesministerin in Rheinland-Pfalz) um zwei Dinge ging:

  • Ihr öffentliches Image („das Blame Game könnte sofort losgehen, wir brauchen ein Wording, daß wir rechtzeitig gewarnt haben, wir alle Daten immer transparent gemacht haben, ich im Kabinett gewarnt habe, was ohne unsere Präventionsmaßnahmen und Vorsorgemaßnahmen alles noch schlimmer geworden wäre etc.“)
  • Das Gendern der Ausdrücke in den Mitteilungen ihres Landesministeriums zur Katastrophe („Konnte nur kurz drauf schauen, bitte noch gendern CampingplatzbetreiberInnen, ansonsten Freigabe. Wir sollten die PM erst nach der jetzt begonnenen Debatte herausgeben. Danke.“)

Man faßt es nicht! Angesichts der entsetzlichen Flut und der vielen Menschenleben, die sie gekostet hat, galt die Hauptsorge der Ministerin ihrem (gefährdeten) Image und dem Gendern der Texte ihres Ministeriums! (Der Begriff „Campingplatzbetreiber“ sei noch zu gendern! Das war ihre größte Sorge in und nach der Flutkatastrophe!)

Das ist das Verhalten von Personen, die der Auffassung sind, sie müßten eine Ideologie durchsetzen. Anne Spiegel sah sich als Missionarin grüner Identitätspolitik. Realität und die Alltagsprobleme drangen nicht in ihre Weltanschauung ein. In den wenigen Monaten als Bundesfamilienministerin hat sich Anne Spiegel fast komplett auf Gender und Feminismus konzentriert. Medienwirksamste Maßnahme Spiegels war denn auch die Ernennung eines Queer-Beauftragten (mit generösem Budget).

Die Grünen ernannten Anne Spiegel gerade aus diesem Grund zur Bundesfamilienministerin.

Sie wollten jemand aus dem linken Flügel haben, der für das ideologische Profil der Partei sorgt. Sie sollte in der Tat Ideologie-Ministerin sein.

Genau daran ist sie gescheitert. Niemand hat wohl gemerkt, daß für sie das schnöde Alltagsgeschäft zweitrangig, wenn nicht gar völlig unbedeutend war.

Was zählt schon das Leid der über 134 ums Leben gekommenen Flutopfer sowie der vielen Verletzten und um ihr ganzes Hab und Gut Gekommenen gegen das der Familie-gestreßten Spiegel/Grünen? Mit der Anweisung für das richtige “wording” an ihre Pressestelle hatte Frau Spiegel ja gezeigt, daß sie in der Öffentlichkeit gut dastehen will.

Und trotz aller Widrigkeiten macht sie dann kaltschnäuzig vier Wochen Urlaub. Wie abgebrüht, wie empathielos muß jemand sein, der so kalt vorgehen kann! Jedenfalls hat sie  dadurch wohl alle Sympathien, jede Glaubwürdigkeit und letztlich ihren Job verloren. Ihre Krokodilstränen und ihre Show vor der Kamera habe ich ihr deshalb in keiner Minute abgekauft. Das war von A bis Z inszeniert – wie in einem billigen Rührstück. Man muß sich instinktiv fragen, was bei Frau Spiegel stärker ausgeprägt ist:

Die Sehnsucht nach einem ausgedehnten Familienurlaub, die Kaltschnäuzigkeit oder die Borniertheit dieser Frau.

Doch „unser“(?) politisches System ist gnädig: Ihr Ausscheiden aus dem Amt wird ihr erleichtert – so, als ob eine Belohnung fällig gewesen wäre: Sie geht mit 75.000 € nachhause – „nur“ 75.000 € Schmerzensgeld (äh „Übergangsbeihilfe“)! Ach Jottchen, wie hartherzig die Politik doch sein kann!

Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot

Zum Schluß dieser skandalösen und unappetitlichen Geschichte fragt man erstaunt: Hatte die Spiegel keine Berater(innen – so viel Gendern muß ja sein), keine Weggefährten, keine Freunde? Und statt einer Antwort erhält man einen tiefen Einblick in das „Innenleben“ der Politik. In der Politik gibt es viele Freunde, aber keine „echten“ – schon gar nicht die sog. „Parteifreunde“. Man kennt die Steigerungsform: Gegner – Feind – Parteifreund… 

Am Schlimmsten ist die buckelnde Entourage, die sich praktisch immer im Dunstkreis eines führenden Politikers findet. Selbstredend – es sind alles „Freunde“. Sie gehen den oft schweren politischen Lebensweg mit, aber nicht aus Treue, sondern weil sie im Wartestand verharren: Entweder „der Chef“ wird was – und dann zieht man mit ihm, oder er strauchelt, dann könnte man ihn vielleicht beerben.

Schlimmer noch: Viele „Freunde“ verbergen das Messer in ihrer Brusttasche und stoßen gnadenlos zu, wenn sich der „Patron“ eine Blöße gibt. (Dieses Thema könnte ich noch viel weiter – auch aus gehabter eigener Erfahrung – ausbreiten. Ich will es aber hiermit bewendet sein lassen.)

Frau Spiegel hat – überzeugt von ihrer eigenen Bedeutung – ganz gewiß die nötige Vorsicht außer Acht gelassen und ist an sich selbst gestrauchelt. Zudem hat sie vergessen, daß diese Fallstricke gerade bei den GRÜNEN zum politischen Alltagswerkzeug gehören.

www.conservo.blog      19.04.2022

16 Kommentare

  1. Soso, Herr Baldauf von der CDU hat also größtes Verständnis und Mitgefühl für die familiäre Situation von Frau Spiegel. Wenn also ein Politiker aufgrund privater Probleme seinem Amt nicht mehr gewachsen ist, so möge er rechtzeitig eine Auszeit nehmen. Natürlich vom Steuerzahler üppig finanziert.

    Es gibt in diesem Land mind. 1 Million Menschen,die mittlerweile in problematischen Situationen leben, Situationen, die nur von einer kriminellen und deutschfeindlichen Politik geschaffen wurden. Hat Herr Baldauf mit diesen Menschen auch größtes Mitgefühl ?? Dieser Dummschwätzer soll mir eine Kassiererin in einem Supermarkt,eine Verkäuferin in einem Bäcker- oder Metzgerladen,einen Altenpfleger, eine Krankenschwester, einen Straßenbauarbeiter oder Anstreicher zeigen, der bei privaten Problemen mal einfach so eine Auszeit nehmen kann und mit 75.000 Euro unterstützt wird.

  2. Wenn einer, der mit Mühe kaum
    gekrochen ist auf einen Baum
    schon glaubt, dass er ein Vogel wär,
    so irrt sich der …

    Für Frau Spiegel muss ich das Gedicht von Wilhelm Busch jetzt noch gendern :

    Wenn eine, die mit Mühe kaum
    gekrochen ist auf einen Baum
    schon glaubt, dass sie eine Vogel*in wär,
    so irrt sich DIE ???
    Mist, das reimt sich nicht, was nun ?

    Ich versuchs nochmal :
    Wenn eine, die mit Mühe kaum
    gehoben ward auf einen Baum,
    dann denkt man sich, “Was soll der Quatsch”?
    Und schon machts PLATSCH !!!

  3. Zitat:

    Staatsbürgerkunde und Kindesentzug wegen Spaziergängen?

    Das kann man sich nicht mehr ausdenken‼️
    Staatsbürgerkunde und Kindesentzug wegen Spaziergängen?
    Die SPD befindet sich nicht einmal mehr am Abgrund der Demokratie. Sie ist knallhart abgestürzt und zeigt alle Facetten eines totalitären und faschistischen Systems.
    SPD-Rätin Brandt findet, dass friedliches Spazierengehen nichts mit Demokratie und Versammlungsfreiheit zu tun hat.
    So würden Eltern mit voller Absicht ihre eigenen Kinder für ihre Zwecke auf coronakritischen Demonstrationen instrumentalisieren und benutzen.

    Die Kinder sollten wegen ihrer demonstrierender Eltern „Staatsbürgerkundeunterricht“ zur politischen Umerziehung erhalten.

    Zitatende
    Quelle, mit 3 Min. Video:

    https://www.facebook.com/Leyla-Bilge-865459777139669/videos/530908118594519/

    NEIN! Das ist kein Scherz! Das ist SPD heute !

  4. Herr Alt-BK Schmidt sprach gutes verständliches Deutsch.
    Ein Mann der klaren Worte, ein Mann der Tat!
    Aus der politischen Knallcharge im Foto daneben, kommt laut Zitat unverständliches geschwurbeltes Zeugs.

    Wer wählt sowas?
    Die Nachfolgerin ist noch “verbissener”, hat aber wenigstens eine abgeschlossene Ausbildung und “hilft” ganz vielen NGOs.

    https://lisa-paus.de/2021/zur-person/

    Und gerade deshalb: Grüne, nein Danke!

  5. Ich schaetze die Einsichten in die Realpolitik von Herrn Helmes ungemein, vor allem, weil ich diese nur ansatzweise selbst erfahren konnte.

    Ich schrieb vor ueber 2 Jahren mal einen Artikel, warum wir uns i.A. falsche Vorstellungen von den Politikern in hohen Aemtern machen:

    https://luismanblog.wordpress.com/2020/02/10/vom-arbeitslosen-lehrer-sozialfuzzi-zum-investmentmanager/

    Die koennen das gar nicht koennen, in was sie vom Volk blind hinein gewaehlt werden. Und die Leute, die das koennten, stellen sich erst gar nicht zur Wahl. Leute, die einen Sparkassenbrief fuer ein Investment halten sind wahrscheinlich damit ueberfordert, aber meine Arroganz basiert auf eigener Erfahrung als erfolgreicher Investor seit ueber 15 Jahren. Bei den politischen Wahlen geht es um Beliebtheit; da wird kein nachgewiesen erfolgreicher CEO gewaehlt, der Milliarden profitabel verwalten kann, oder weiss, wo man Kosten einsparen kann, geschweige denn jemand, der persoenlich die finanzielle Verantwortung fuer einen Betrieb uebernehmen kann.

    Deshalb ist es m.A. voellig irrelevant, wenn ein Minister in Urlaub ist, oder irgend etwas ausser Wahlkampf tut. Die Leute, die etwas tun, sind hohe Beamte in den Ministerien und Verwaltungen. Diese Beamten faellen die Entscheidungen und umgehen die i.d.R. inkompetenten Entscheidungen ihrer fuer 4 Jahre gewaehlten politischen Chefs. Deren hoechstes Risiko ist eine Fruehpensionierung mit Pensionszahlungen, von denen BfA Rentner nur traeumen koennen.

    Und hier manifestiert sich meine Opposition zu Herrn Helmes, der die ‘Demokratie’ fuer eines der hoechsten Werte haelt. Die Wahl von Inkompetenten und ‘Idioten’ in hohe politische Aemter ist m.A. eine Illusion von Demokratie. So wie jeder Arbeiter bald erkennt, dass ihnen ein Depp als Vorgesetzter vorgesetzt wurde, erkennen die Beamten in den Institutionen in Bezug auf die Minister das ebenfalls. Das fuehrte m.A. zu einem ‘deep state’ oder einer unumstoesslichen Buerokratie, oder der sog. “Kathedrale” (einer Kooperation von Politik, Medien und Buerokratie), die sich an den Reichen, der ‘Elite’ orientiert, anstatt den Volkswillen zu akzeptieren/repraesentieren.

    Ich weiss, dass, als ehemaliger General Manager oder CEO, die Sicherheit meiner Arbeiter zu meinen zentralen Aufgaben gehoert. Offensichtlich sind sich viele Minister dessen nicht bewusst, v.a. weil sie nie solche (echte) Positionen innehatten. Es ist auch unwahrscheinlich, dass eine Hausfrau, eine Rockband-Managerin, eine Lehrerin das kann. So ein Job erfordert neben hoher Intelligenz auch Durchsetzungsvermoegen, Stabilitaet, Integritaet, Kommunikationsfaehigkeiten und vieles mehr. Warum massen wir in einer Demokratie solche Eigenschaften einer beliebigen, aber beliebten Person an? Dieses Konundrum muss mir Herr Helmes mal erklaeren.

    1. @ luisman:
      “Die Demokratie ist eine schlechte Staatsform – aber die beste, die ich kenne…”
      Dieses Zitat stammt (inhaltlich) von Churchill. Und er hat recht; denn mir hat noch niemand eine bessere Staatsform beweisen können.

      Luisman hat ebenso recht; denn unser System ist krank, “faul”.

      Das Elend liegt vor allem darin begründet, daß wir – “wir” heißt, wir alle – die Etablierung einer eigenen “politischen Klasse” zugelassen haben. Schon als junger Politiker (in der JU) haben Freunde und ich gefordert, “Berufspolitiker” dürfe nur werden, wer über eine berufliche Ausbildung verfügt. Heute kann jeder “Politiker” werden, vor allem, wenn er redegewandt und “flexibel” – also ohne bindende Grundüberzeugung – ist.

      Das Übel nahm seinen rasanten Lauf, als wir den Politikern “Diäten” ermöglichten, die sie weit über Durchschnitt der Bevölkerung hoben – und die weit ab von ihren früheren Einkünften liegen, dazu noch eine Altersversorgung, von der “der kleine Mann” nicht einmal zu träumen wagt.

      Schon junge Politiker werden dementsprechend früh dazu veranlaßt, alles zu tun, wiedergewählt zu werden. Da stören feste Grundlagen und Überzeugungen nur, ja, sie behindern sogar das erfolgreiche Festhalten am errungenen Amt. Das Ergebnis war letztlich vorhersehbar: Die Pfründen locken – immer mehr, immer länger, immer höher. Bald werden wir ein Bundesparlament mit tausend (und mehr) Sitzen haben – bestens alimentiert, versteht sich.

      Da verlieren selbst “gestandene” Menschen die Bodenhaftung, da verrät man Kind und Kegel und Vaterland, um nur ja auf dem bequemen Sessel bleiben zu könnnen.

      Und das wiederum vorhersehbare Erlebnis: Die gemachte Politik erlahmt, läßt das Land verfallen und Innovationen behindern; denn “Neues” stört da nur. Die Moral geht in den Eimer.

      Eine radikale Wende tut not.

      1. Vielen Dank Herr Helmes. Wie Sie aus meinen Artikeln wissen, neige ich dazu, eine ueber Jahrtausende bewaehrte Staatsform wieder zu beleben, die Monarchie. Natuerlich eine durch und durch modernisierte Monarchie, und eine strukturell kleinstaatliche.

        Der Grund ist, dass wir ganz praktisch in vielen kleinen und grossen Monarchien leben. Wir arbeiten fuer einen Monarchen, nichts anderes ist der Zentralvorstand der Firma, fuer die wir arbeiten. Und wir kaufen von Monarchen, wie z.B. den Eigentuemern oder Betriebsleitern von Aldi, von VW, von Pfizer, etc. Jeder Einzelne von uns darf aber frei entscheiden, fuer welchen Monarchen er arbeiten will, und von welchen Monarchen wir etwas kaufen wollen. Einen Monarchen eines Kleinstaats, als obersten Verwalter einer Region, kann ich daran messen, ob er fuer die lokal gueltigen Zwangsabgaben eine akzepable Gegenleistung, ein Dienstleistungsprodukt abliefert, welches der Bevoelkerung ‘dableibenswert’ erscheint. Tut er das nicht, dann ziehen seine Steuersklaven naemlich in den Kleinstaat um, der es leisten kann, so wie in den letzten Jahrzehnten viele gut ausgebildete, arbeitswillige Deutsche, z.B. in die Schweiz umzogen.

  6. Sehr gut zusammengefaßt lieber Petert
    Auch für micht ist diese ‘Spiegelfechter::::in’ – LOL! Nicht für ein iota glaubwürdig.
    Ich habe hier schon gesagt so etwas teht für mich auf unterster moralicher Stufe.

    Und nein, das ist zunächst keine Frage der ‘Vereinbrkeit von Familie und Beruf’.
    Nein dies ist ein erbämliche Vorführung von Inkompetenz und Dummheit,von ideologischer Verblendung sowie mangelndem Verantwortunhgefühl!
    Erst einmal es gibt viele Menschen in diesem Land, meist Frauen, die sich auch tagtäglich dieser Herausforderung stellen müssen – und sie auch bewältigen.

    Dabei sind diese gar nicht so massiv ‘GEPAMPERT’ WIE DAS Spiegel-Ei (allerdings ungenießbar!) – und ja ,wie hier auch zu recht und ganz in meinem Sinne angemerkt wir, der Lohn für ein Versagen dann noch so üppi ausfällt. Wenn diese SpiegelZeugs auch nur noch einen Funken Anstand besäße, würde es die üppigen Gelder schnellsten für die Flutopfer spenden – Das wäre wohl das Wenigste aber das wird wohl kaum zu erwarten sein
    Ist es schon eine moralisch tief verworfener Akt eine solche ‘Belohnung’ für ihr abgrundtiefes Versagen überhaupt anzunehmen (s.o).

    Wie gesagt,daß nach ihrer ‘Show’ sie nach einem „krönenden“ Finale ihrer Homestory suchte, nach einem passenden „wording“ (Spiegel-Deutsch). Aber sie trat nicht zurück.

    Und, daß Spiegel am Morgen nach der Katastrophe sich vor allem um ihr eigenes Image gekümmert hatte:

    Statt an die zahreichen Opfer zudenken,um ihr eigenes öffentliches Image besorgt war:(„das Blame Game könnte sofort losgehen, wir brauchen ein Wording, daß wir rechtzeitig gewarnt haben, wir alle Daten immer transparent gemacht haben, ich im Kabinett gewarnt habe, was ohne unsere Präventionsmaßnahmen und Vorsorgemaßnahmen alles noch schlimmer geworden wäre etc.“)

    Und – ich frage mich was noch verworfener sein kann auch angesichts diese Ereignisses, da ersichtlich andere Prioritäten verlangte, ihre nächstgrößte Sorge darstellte, daß der herausgegebene Text auch um Himmels Willen zu gendern sei: Das Gendern der Ausdrücke in den Mitteilungen ihres Landesministeriums zur Katastrophe („Konnte nur kurz drauf schauen, bitte noch gendern CampingplatzbetreiberInnen, ansonsten Freigabe. Wir sollten die PM erst nach der jetzt begonnenen Debatte herausgeben. Danke.“)

    Um es mit Peters treffenden Worten wiederzugeben:

    Man faßt es nicht! Angesichts der entsetzlichen Flut und der vielen Menschenleben, die sie gekostet hat, galt die Hauptsorge der Ministerin ihrem (gefährdeten) Image und dem Gendern der Texte ihres Ministeriums! (Der Begriff „Campingplatzbetreiber“ sei noch zu gendern! Das war ihre größte Sorge in und nach der Flutkatastrophe!)
    Das ist das Verhalten von Personen, die der Auffassung sind, sie müßten eine Ideologie durchsetzen. Anne Spiegel sah sich als Missionarin grüner Identitätspolitik. Realität und die Alltagsprobleme drangen nicht in ihre Weltanschauung ein. In den wenigen Monaten als Bundesfamilienministerin hat sich Anne Spiegel fast komplett auf Gender und Feminismus konzentriert. Medienwirksamste Maßnahme Spiegels war denn auch die Ernennung eines Queer-Beauftragten (mit generösem Budget).

    Und wieviel CampingplatzbetreiberINNEN (?) wo tatsächlich betroffen waren – bitte mal alle aufzeigen ! – daß dieser SCWACHSINN im Vordergrund der Prioritäten zu stehen hatte …..

    Das geschllderte und instrumentalisierte Familiensituation mag belastend ein – aber wenn man ein Amt übernimm, dann t übernimmt man auch die Verantwortung! – ein schönes Beispiel ist der Vergleich Zu Helmut Schmidt oben

    Natürlich gibt es da zuweilen Konfliktlagen – aber wenn man ein solches öffentliches Amt übernimmt – und sich geradezu danach drängt – muß man auch bereit sein,
    Prioritäten zu setzen , bei denen die privaten Verhältnisse dann auch schon mal zurücktreten müssen.

    M.E. hat der oben zitierte CDU – Funktionär es schon angemessen ausgedrückt:
    „Ich habe großes Verständnis und Mitgefühl für die familiäre Situation von Anne Spiegel. Jeder gerät in Lebenssituationen, die überfordern können. Politiker stehen jedoch in besonderer, öffentlicher Verantwortung. Wenn sie ihrem Amt aufgrund persönlicher Gründe nicht gewachsen sind, sollten sie dies erklären und rechtzeitig eine Auszeit nehmen.“

    .BASTA! Und genau so ist es!

    So kann man wirklich nur noch mit Peter oben fragen: stärker ausgeprägt ist:
    ‘Die Sehnsucht nach einem ausgedehnten Familienurlaub, die Kaltschnäuzigkeit oder die Borniertheit dieser Frau.’

    Und jetzt – nur noch ab in den Abtritt!

    Ungeachtet der eklatanten Fehler und Versäumnisse – sie vermutlich nicht alle auf Spiegels Konto gehen –
    ist solch ein widerliches, kaltschnäuziges und nur auf den eigenen Vorteil bedachtes Gebaren –ALLERUNTERSTE SOHLE!

  7. Sehr gute Zusammenfassung. Danke, lieber Peter.
    Der Artikel spricht mir aus der Seele.

    Mich stört es auch ganz heftig, wie jetzt der “Fall” Spiegel mehr und mehr zu einer allgemeinen Debatte über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf speziell für Frauen ausartet und damit direkt am Kern vorbei geführt wird. Aber auch das ist ja Absicht von diesen grünroten Roßtäuschern. Jetzt sollen wir glauben, das böse System, das immer noch Frauen und Mütter bezüglich Berufsleben benachteiligt, sei Schuld am Absturz von Frau Spiegel. Es fällt einem direkt auf, wie hartnäckig dieses Narrativ in den Fokus gestellt wird.

    Ich hatte unter dem peinlichen Erklär-Video von Frau Spiegel einige Kommentare bei youtube gelesen, die es in sich hatten. Vor allem schrieben da berufstätige Frauen und Männer wie sie und ihre Familien die corona-Zeit erlebt hätten. Oder es schrieben Angehörige von Kranken, die außerhalb ihrer niedrig bezahlten Arbeitsstellen mit dem erkrankten Partner zum Arzt, zur Physio usw. mit dem ÖPNV fuhren (Weil für ein eigenes Auto schon lange das Geld fehlt.). All diese Belastungen, die schon bei der Termingestaltung anfielen, mussten von den normalen Bürgern ohne Kinderfrau und Haushälterin irgendwie gestemmt werden – natürlich bei finanziellen Einbußen durch die Erkrankung. Da hatte kaum jemand Verständnis für das aufgesetzte Gejammer von Frau Spiegel.

    Aber ich fand ja den Schluss am “allerbesten”. Wir erinnern uns, wie sie am Ende hilfesuchend zur Seite blickt und meint: “Ich muss das hier doch noch irgendwie abbinden?!” Da standen die Mikrophone von ARD und ZDF direkt vor ihrer Nase; es war also live, und ich nehme mal an, sie hat wohl geglaubt, man würde diese letzte Äußerung noch irgendwie rausschneiden. Ansonsten ist mir unerklärlich, wie dumm und dreist jemand sein kein, dermaßen vor aller Öffentlichkeit die Maske fallen zu lassen. Aber sie hat es getan. Und ich war ganz froh über diesen letzten Satz, ansonsten hätte ich mich vielleicht von der Spiegel noch täuschen lassen. Jedenfalls war ich kurz davor, Mitleid für sie zu empfinden.

    Tja, sie fällt, wie der Artikel es ja ganz richtig erwähnt, äußerst weich, und ich denke, wir werden Frau Spiegel demnächst mal in irgendeiner gehobenen Position zurück begrüßen dürfen. Natürlich eine Position, die noch besser bezahlt wird, und in der sie womöglich noch mehr Schaden anrichten kann – vielleicht europaweiten Schaden? Wir werden es ja sehen.

    Nochmals danke für dieses wichtige Zeitdokument.
    mit patriotischen Grüßen
    von Freya

    1. @ Danke, liebe Freya! Ja, darüber habe ich mich am meisten geärgert: Die Spiegel schämt sich nicht einmal, Ihre familiäre Situation in den Vordergrund zu stellen. Der ist sicher nicht schön, aber andere Familien haben ähnliche und weiß Gott schlimmere Situationen zu bewältigen.

      Wenn aber ihre Situation so “schlimm” ist, was um alles in der Welt bewegt sie, noch mehr Karrierestufen – also noch mehr Belastungen – auf sich zu nehmen. Schon daran sieht man, daß das Ganze ein inszenierter Auftritt ist – unwürdig und menschenverachtend.

      Schlimm auch, daß in ihrem Umfeld offensichtlich niemand die Courage hatte zu sagen: “Anne, es reicht!”

      Mir hat es jedenfalls gereicht – und Dir auch!
      Danke sehr und
      liebe Grüße
      Peter

      1. …”Schlimm auch, daß in ihrem Umfeld offensichtlich niemand die Courage hatte zu sagen: “Anne, es reicht!” …

        Wer das getan hätte oder es zukünftig tun könnte, riskiert das “EDEKA”. Nicht vergessen… Es sind und bleiben GRÜNE .

        Also “Tolereranzfaschisten”..!

        Übrigends:
        :::::::::::::::
        Hennig-Wellsow erklärt Rücktritt

        ….”Neue Gesichter”

        Als Grund für ihren Rücktritt nannte sie unter anderem ihre private Lebenssituation. Ihr achtjähriger Sohn brauche sie und habe Recht auf Zeit mit ihr. “Aber auch die Linke braucht in dieser Situation eine Vorsitzende, die mit allem, was sie hat, für die Partei da ist”, so Hennig-Wellsow.

        Auch der Umgang mit Sexismus in der Partei und eine dringend notwendige Erneuerung der Linken waren der Mitteilung zufolge Gründe für ihren Rücktritt. Dafür seien “neue Gesichter” nötig. ….
        (Auszug)

        https://www.tagesschau.de/inland/hennig-wellsow-ruecktritt-101.html

        Gottlob die Saarlandwahl krachend verloren, jetz ein Rücktritt der “Tschekistin” wobei die “Trotzkistin” an ihrem Stuhle klebt und hoffentlich die Partei als Ganzes, den nächsten krachenden Landtagsrausschmiss erlebt.

  8. Ja, so eiskalt sind sie, die Genderspiegel! Gerade der Genderwahn ist ein ideales Instrument für diese Leute, eine abgebrühte Distanz an den Tag zu legen, für die man früher achtkantig rausgeflogen wäre! Nur beim Ukrainekonflikt klappt’s manchmal nicht mit den Soldat:innen…die Grüne Spiegel hat erst nach einem Dreivierteljahr Konsequenzen zu spüren bekommen…wann ist es bei ihrer Parteigenossin Baerbock soweit?
    https://terminegegenmerkel.wordpress.com/2022/04/20/stahlwerk-azovstahl-mariupol-zelenskis-stalingrad/

  9. Danke für diesen Artikel, der zeigt wie skrupellos und tiefenverlogen diese Person ist. Und damit ist sie leider nicht allein. 134 Menschen mußten sterben damit so jemand die Konsequenzen gezogen bekommt (selbst gezogen hat sie diese Konsequenzen ja eben nicht), das sollte man immer im Hinterkopf behalten wenn man sich das Treiben der aktuell regierenden Freakshow zu Gemüte führt.

    1. Ich muß es leider immer wieder betonen. Es sind nicht nur 134 Menschen die sterben mußten, es sind ca. 250 Tote. Es werden immer noch 100 bis 110 Menschen vermißt, die man nie gefunden hat und auch nicht mehr finden wird. Mit 134 Opfern kommen die Polit-Verbrecher viel zu gnädig weg und mit dem Rücktritt von Frau Spiegel ist es noch lange nicht getan. Das Überbrückungsgeld von 75.000 Euro ist ein Skandal ohnegleichen !!!

  10. alle hacken auf dem Tag des Wassers herum !
    Mir ist es viel wichtiger, was in den 3 Tagen vorher war, als vor dem Wasser gewarnt wurde und alle weggesehen haben!
    Warum haben sie 3 Tage weggesehen ?
    Was gab es da für Kommunikation ?
    Wo ist der abgetauchte Landrat ?
    Was war mit Dreyer in diesen 3 Tagen, in denen man viele Vorbereitungen hätte treffen können ?
    Und wenn ich mich recht erinnere, gab es auch im Kleingedruckten die Information, daß der Landrat seine Verwandten rechtzeitig warnte – was ist damit ?
    Warum wurde dann die Allgemeinheit nicht gewarnt ?

    Diese Fragen finde ich weitaus wichtiger als das Geschwätz über die Zeit nach dem Wasser !
    Höchstens noch : war die Beförderung nach Berlin eine Belohnung ?

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