Tour de France / Tour de Torture: Menschenleben zählen wenig, Wasser nichts!

Michael van Laack

Wenn Etappen neutralisiert oder abgesagt würden bzw. die Tour komplett abgebrochen werden müsste, drohe ein bis zu dreistelliger Millionenverlust vor allem wegen Vertragsstrafen. Darauf wiesen Sponsoren und Veranstalter hin, das wissen die Rennställe und selbstverständlich auch die Medienhäuser.

Während im Süden Frankreichs die Wälder brennen, für viele Löschflugzeuge und Feuerwehren das Wasser knapp ist und in einige Städten bereits für die Einwohner rationiert werden musste, spielt die Knappheit dieses Gutes bei der Tour de France nicht die geringste Rolle. The Show Must Go On! Deshalb wird alles getan, damit das Rad und der Rubel (Sorry: der Euro) rollt….

Auf einigen Etappen weicht der Asphalt auf, weshalb die jeweilige Strecke über einen längeren Zeitraum und oft über Abschnitte von mehr als 50 km aufwendig bewässert werden muss:

Und während Ärzte immer wieder dringend davon abraten, sich bei mehr als 38 Grad Außentemperatur über einen längeren Zeitraum ohne ausreichende Schattenpausen und überdurchschnittliche Aufnahme an Flüssigkeit körperlich zu betätigen, gehen die Radprofis wie bei jeder Tour an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit.

Für den eigenen Rennstall den Heldentod sterben

Die Fahrer seien noch gelassen, heißt es offiziell. In vielen Teams aber brodelt es. Doch niemand wagt bisher, die Hotze als Grund für das eigene Ausscheiden anzugeben. Zu groß die Angst, dann den eigenen Job zu verlieren. und zu groß der Druck der Sponsoren. Dann doch lieber den Hitzetod sterben, nachdem man n schnell noch ein paar Punkte für das gelbe, grüne oder gepunktete Trikot eingeheimst hat.

Auch im Profisport zählt Geld mehr als ein Menschenleben. Das zeigt sich in Frankreich und wird sich vermutlich auch bei der Fußball-WM in Katar zeigen. Brot und Spiele sind in Krisen noch wichtiger als zu anderen Zeiten. Da müssen dann halt auch Opfer gebracht werden. Unsere Medien halten sich bisher bei diesem Thema sehr zurück. Und sollte in den nächsten Tagen ein Profi tot vom Rad fallen… ist er ganz gewiss mindestens mit Corona gestorben und alles ganz schnell wieder gut!

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3 Kommentare

  1. Fakt ist ( nicht nur im Profisport) ,die Angst fährt mit. Egal ob sie den Jobverlust oder “nur” eine “kleine” Aussprache befürchten oder die weitere Entwicklung ( neudeutsch Karriere) in Frage steht. Und wenn nicht wollen die meisten einfach “ihre Ruhe”.
    Es betrifft sie ja nicht – und als “altes” kleinbürgerlich angehauchtes Individuum ( Zitat des Parteisekretär 1988) erkennt man vieles wieder. Leider. Ich habe mein Brot und brauche ihre Spiele nicht – aber es ist wie Spaziergang: es sind zu wenig.

  2. Aber sonst steht der “Heldentod” doch auch wieder hoch im Kurs in Old Germany. Nachdem ein alter, seniler Ex-Bundespräsidet nun mit der Waffe unterwegs in die Unkraine ist. Unser Held Gauck wird im Alleingang “unsere” “Werte” verteidigen und die heimischen Kriegstreiber mit repräsentieren, damit sie sich nicht erheben müssen aus ihren Strategensesseln, aus denen stets leicht sich zu empören ist, Hauptsache es wird lecker Essen und guter Wein serviert. Überall wieder Helden – warum dann nicht auch auf den Fahrrad?

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