Michael van Laack

Jörg Dornau ist Abgeordneter der AfD im Sächsischen Landtag. Also ein mandatsträger, eine nicht unwichtige stimme seiner Partei. Wenn jemand wie er erklärt, die AfD marschiere gemeinsam mit der Linkspartei und Neonazis für Russland, dürfen die Parteivorsitzenden nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Ansonsten sollten (nein: dürfen) sie und ihre Fraktionskollegen sich im Bundestag nicht mehr darüber aufregen, wenn ihnen die Altpartien vorwerfen, sie stünden auf der Seíte des Kreml-Faschisten Wladimir Putin.

Zu seinem Bild auf Facebook schreibt Jörg Dörnau:

Seit’ an Seit’ marschierten Linke, Rechte, Querdenker und Neonazis am Wochenende durch die Stadt Brandenburg/Havel. Linke-Landeschef Sebastian Walter gerät in Erklärungsnot. Denn die Ziele von Linken und Rechten gleichen sich. Diese Demo ist ein Skandal! Findet die Berliner Zeitung.
Finde ich gar nicht. Im Gegenteil. Auch die Einteilung in verschiedene Lager finde ich in diesem Zusammenhang unpassend. Ich vermute eher, hier waren Menschen mit gesundem Menschenverstand unterwegs.

Also, liebe Alice Weidel und lieber Tíno Chrupalla: Schreiben sie wenigstens einen Zehnzeiler als Presserklärung oder stellen sie sich am besten vor die Kameras und erklären, dass dies nicht nur nicht die Haltung der Alternative für Deutschland ist, sondern dass niemand als Mandatsträger in der Partei geduldet wird, der für Russland marschiert. Sonst marschiert die Partei ganz schnell von den aktuell 14 % wieder auf jene 8 %, von denen sie in den letzten Monaten gekommen ist!

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