2023: Mehmed, Mahmoud und Michel üben fleißig für ein “Deutschland 1933 2.0”

Markus Isnogud

“Strauß und Benda üben fleißig für ein neues 33”. Das war eine der Parolen, mit denen ich wie viele andere 1968 gegen die geplante Beschlussfassung der sogenannten Notstandsgesetze protestierten. Ich weiß nicht, ob Strauß gerne mit diktatorischen Vollmachten regiert hätte, wenn man ihn gelassen hätte, Benda wohl eher nicht.

Auch will ich nicht unterstellen, dass Mahmoud und Mehmed kurz vor der Machtergreifung in Deutschland stehen, will jedoch nicht ausschließen, dass sie zu Muslimen wie denen in Großbritannien gehören, die nach eigener Aussage an der Spitze des Staates künftig lieber einen Imam hätten. God save the King!

Nicht jeder, aber mancher Mahmoud oder Mehmed will heute schon zumindest in seinem Kiez nach Regeln leben, die der eine oder andere Imam für verpflichtend hält, die allerdings mit Bestimmungen des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland sowie den darauf basierenden Gesetzen nicht alle kompatibel sind. Insofern unterscheiden sich der arabische Mahmoud und der türkische Mehmed kaum von dem deutschen Michel, der einst als Kolonialherr nach Afrika ging und dort ebenfalls nach Regeln leben wollte, die er von daheim gewohnt war und für Zeichen seiner zivilisatorischen Überlegenheit hielt.

Was Michel die Bibel und das deutsche Zivil- sowie Strafrecht waren, sind Mahmoud und Mehmed der Koran sowie die Scharia. Und die sind den beiden wichtiger als Michels Zivilisationsregeln, an die der sich im Umgang mit schwarzen Afrikanern übrigens ebenso wenig hielt wie sein gleichnamiger Sohn, als der später am Eroberungs- sowie Vernichtungskrieg in der Sowjetunion teilnahm, nachdem er bereits in der Heimat Juden auf eine Vorstufe zur Hölle von Auschwitz gebracht hatte.

Was Mahmoud, Mehmed und Michel gemein haben

Was der eine und der andere Michel von heute mit manch einem Mahmoud sowie Mehmed u.a. gemein hat, ist das gespannte Verhältnis zu Juden. Während der eine Michel naiv von einer multikulturell umstrukturierten Gesellschaft träumt und mit Judas wenigstens so lange sympathisiert, wie er den in einer Opferrolle sieht und nicht in einer IDF-Uniform, ist der andere Michel nicht weniger antisemitisch als sein Vater oder Großvater und hat so ein ähnliches Feindbild wie mancher Mahmoud oder Mehmed.

Angeblich geht es Mahmoud, Mehmed und vielen anderen der gleichen Herkunft um Widerstand gegen die israelische Besatzungs- und Siedlungspolitik, tatsächlich wollen jedoch beide und mancher andere nicht bloß den Juden in Israel den Garaus machen, sondern auch hier lebenden Juden das Leben schwer machen. Und damit ist der Punkt erreicht, an dem ich näher auf die Frage eingehe, ob bzw. inwieweit die beiden und mit ihnen andere ihresgleichen für die Schaffung von Verhältnissen in Deutschland wie in den Jahren ab 1933 mitverantwortlich sind – Verhältnisse, in denen Juden heute wie damals in ihrer Existenz bedroht werden.

Von der Stigmatisierung durch den gelben Stern zur Identifizierung durch Kippa oder Kette

Der Unterschied zwischen den damaligen und heutigen Verhältnissen besteht darin, dass jüdische Mitbürger in den Jahren nach 1933 gezwungen wurden, einen gelben Stern zu tragen, um als Juden erkennbar und so auch angreifbar zu sein, während es für sie heute freisteht, aber leider ratsam ist, ihre jüdische Identität zu verbergen – nicht nur, aber auch und vor allem in bestimmten Stadtteilen Berlins sowie anderer deutschen Großstädte; denn “die Sichtbarkeit etwa einer jüdischen Kippa in bestimmten migrantisch geprägten Vierteln (ist) keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Mutprobe”. So war es kürzlich in der NZZ zu lesen und das deckt sich mit weiteren Erfahrungsberichten.

Das ist nicht neu, wie ich aus langjähriger Erfahrung weiß. Ich bin kein Michel, sondern Herwig. Wenn ich vor etlichen Jahren las oder hörte, dass wieder irgendwo in Berlin irgendwelche Mahmouds oder Mehmeds einen Juden angegriffen hatten, ging ich manches Mal aus Solidarität demonstrativ mit einer Kippa auf dem Kopf oder einer jüdischen Zeitung in der Hand durch die Straßen und verließ mich darauf, dass meine wenigen im Antiterror-Kampf-Training erlernten Fertigkeiten ausreichen würden, um jeden Angreifer abzuwehren und ihm den zum Draufhauen reizenden Popo zu verhauen.

Es war, als hätte ich mir die Worte Konrad Adenauers zu Herzen genommen, der bei einer ähnlichen Gelegenheit die Bürger unseres Landes ermuntert hatte: “Wenn Sie so einen Lümmel auf frischer Tat ertappen, dann geben Sie ihm am besten gleich an Ort und Stelle eine Tracht Prügel; denn das ist die Strafe, die er verdient hat.” Adenauer war schon ein alter Mann, als er das sagte; aber er hatte noch “Saft in den Eiern” und unterschied sich damit von vielen Politikern der jüngeren Generationen, bei denen anscheinend heiße Luft herauskommt, die sich zu Sprechblasen für Sonntagsreden ohne praktische Wirkung verformt.

Um Adenauers Ratschlägen zu folgen, fühle ich mich inzwischen zu alt und überlasse die Anwendung von Kampfkünsten lieber einer meiner Töchter. Als diese jünger war, wurde sie wie manch eine andere Frau von Männern des oben genannten Menschenschlages massiv bedrängt, wenn sie ihre Kette mit Davidstern sichtbar trug; mittlerweile ist sie jedoch mehrfache deutsche Meisterin im Kickboxen und sehr wohl in der Lage, einen Angreifer zur Strecke zu bringen, wie es beispielsweise einem erging, der sie bedrängt hatte, daraufhin zu Boden ging und sich in der Lage nicht anders zu helfen wusste, als seine Brüder herbeizurufen, um sie – meine Tochter – mit brüderlicher Unterstützung abstechen zu wollen. Doch davor wurde sie dankenswerterweise von Berliner Polizisten bewahrt, die von Amts wegen das tun sollten, was Adenauer für eine allgemeine Bürgerpflicht hielt.

Ausspähung von Juden in ihren Wohnhäusern

Während ich einen “völkisch” gesinnten Vater hatte, der aus seinem Antisemitismus keinen Hehl machte, hatte meine Frau väterlicherseits Verwandte, die in Auschwitz umgebracht wurden. Aus Verbundenheit mit dem jüdischen Teil ihrer Familiengeschichte hatten wir lange Zeit am Fenster einen Menora-Leuchter stehen, der aber längst abgeräumt und ins Innere unseres Hauses gestellt wurde, weil wir nicht wissen, ob nicht irgendwelche deutschen Nazis oder Immigranten aus dem Orient mit vergleichbaren Entwicklungsstörungen vorbei kommen und beim Anblick des Leuchters Steine in unsere Fenster werfen würden. Inzwischen haben wir auch ein jüdisches Symbol von unserer Haustür entfernt, weil das von der Straße aus sichtbar war und zu einem Anschlag auf unser Haus reizen könnte.

Die Sorge ist nicht unbegründet. Hatten die Nazis sich 1933 zunächst (!!!) damit begnügt, Fenster von Geschäften jüdischer Inhaber mit dem Davidstern zu markieren, sind Judenfeinde gleich welcher Herkunft und Hautfarbe, Religion oder Weltanschauung heute schon ein Stück weiter. Wie in der NZZ ebenfalls zu lesen war, sind “in Berlin Wohnhäuser, in denen Juden wohnen sollen, mit dem Davidstern markiert” worden. Dadurch hat die Bedrohungslage für Juden und solche, die dafür gehalten werden, ein bedrohlicheres Stadium als zuvor erreicht. Bisher haben solche Gewalttäter sich damit begnügt, jüdische Einrichtungen mit Molotow-Cocktails zu attackieren – wie beispielsweise dieser Tage ein Gemeindezentrum, in dem auch eine Kindertagesstätte untergebracht ist. Sind demnächst auch Wohnungen von Juden Ziel solcher Brandanschläge?

Deeskalation oder Kapitulation vor judenfeindlichem Mob

Mancher Jude wollte und will sich bis heute nicht einschüchtern lassen und im realen Sinne des Wortes Flagge zeigen. Es hat sich wie nur wenige andere Ereignisse in mein Gedächtnis gebrannt, dass vor einigen Jahren eine Masse israelfeindlicher Araber, Türken und vielleicht auch anderer sich durch die Straßen Duisburgs wälzte und der Mob ein Haus zu stürmen drohte, weil an einem der Fenster eine Israelflagge zu sehen war. Statt das Haus vor dem wild gewordenen Straßenpöbel zu schützen, machten sich die Polizisten dort zu Handlangern des Pöbels, stürmten an dessen Stelle das Haus, brachen die Wohnung auf, zu der das Fenster gehörte, und entfernten unter dem Jubel des Pöbels die Fahne.

Das wurde von der Duisburger Polizeiführung als Beitrag zur Deeskalation der Lage gewertet. Ich nenne es jedoch Kapitulation, wenn deutsche Polizisten dem Pöbel Handlangerdienste erweisen und sich kaum anders verhalten als vor neunzig Jahren jene Polizisten, die sich zu Bütteln der SA machen ließen. Napoleon Bonaparte war ein genialer Artilleriegeneral, aber auch ein Menschenverächter, der seine Kanonen nicht nur in offener Feldschlacht, sondern auch in den engen Straßen von Paris zur Bekämpfung Aufständischer effizient einzusetzen wusste. Mir würde es reichen, wenn deutsche Polizisten in bedrohlichen Situationen – schon allein zu ihrem eigenen Schutz – Wasserwerfer zum Einsatz brächten. Wenn das HB-Männchen in die Luft geht, mag der Griff nach einer Zigarette zu seiner Beruhigung reichen. Doch wenn echte Männer sich in einer Hetzmasse zu Gewalttaten hinreißen lassen, braucht man stärker wirkende Druckmittel, um Ruhe und Ordnung herzustellen.

Scheu vor Auseinandersetzungen mit Extremisten aus muslimischen Migrantenmilieus

Es sind anscheinend nicht bloß Polizeiführer, sondern auch führende Politiker, die sich vor Auseinandersetzungen scheuen. “Der Herr badet gerne lau”, höhnte Herbert Wehner und meinte damit seinen Parteifreund Willy Brandt, der – nebenbei bemerkt – als Bundeskanzler große Scheu vor Auseinandersetzungen mit militanten Palästinensern und deren Unterstützern im arabischen Raum hatte.

Er war und ist allerdings nicht der einzige Linke, der gerne lau badet(e) und Auseinandersetzungen scheut(e) – im Besonderen, wenn es um die Mahmouds und Mehmeds hierzulande ging bzw. geht, als ob diese unter Artenschutz ständen. Ich erinnere mich beispielsweise an eine “antirassistische” Demonstration, zu der u.a. Vertreter der Partei Die Linke aufgerufen hatten. Da ich gerne hören wollte, was die frühere Berliner Ausländerbeauftragte Barbara John dort sagen würde, ging ich zu dem Ort, an dem die Demonstranten sich versammeln sollten, und war überrascht, dass ich dort in großer Zahl Anhänger der türkischen Millî Görüş sowie der arabischen Hamas versammelt sah, aber bis auf eine Handvoll Antifa-Aktivisten weit und breit kaum deutsche Linke – auch nicht Frau John.

Was ich zu der Zeit noch nicht wusste, war, dass die Linken auf die Teilnahme an der von ihnen initiierten Demonstration verzichtet hatten, weil dazu später auch von Millî Görüş aufgerufen worden war. Mit türkischen Islamofaschisten mochten sie sich anscheinend nicht auseinanderzusetzen und überließen denen kampflos die Straße. Es ist noch keine 100 Jahre her, dass Kommunisten und andere Linke in Deutschland mehr “Saft in den Eiern” hatten, wie sie im Straßenkampf gegen Nationalsozialisten bewiesen.

Nachdem ich eine Weile in einiger Distanz neben diesen auf mich abstoßend wirkenden Demonstranten gegangen war, kamen wir zur Kundgebung der islamkritischen Bürgerbewegung Pax Europa, gegen die diese “antirassistische” Protestdemonstration gerichtet war. Ich sah dort zunächst nur schwarz-rot-goldene Fahnen, deren Anblick die turkoarabischdeutsche Demonstranten-Mischpoke zum Anspucken sowie Anbrüllen reizte, und hörte aus dem Munde der Antifa-Deutschen immer wieder die Parole: “Weg mit dem braunen Dreck!” Als ich hinter die schwarz-rot-goldenen Fahnen schaute, sah ich dort eine kleine Schar Menschen, von denen einige jüdische Fahnen in der Hand hielten. Ich beschloss daraufhin spontan, auf deren Seite zu wechseln; denn wo Enkel von Nazideutschen Juden als “braunen Dreck” beschimpfen, ist mein Platz neben diesen beschimpften Juden – einerlei, ob bzw. inwieweit sie mir politisch nah- oder fernstehen.

Erleichternde Empörung statt beschwerlicher Nachdenklichkeit

Auf der Kundgebung von Pax Europa sprachen übrigens ein Berliner CDU-Abgeordneter, ein Gründungsmitglied der Grünen sowie ein Kirchenvertreter. Und es hätte den Schreihälsen auf der anderen Seite der schwarz-rot-goldenen Fahnen gutgetan, wenn sie nicht so vorlaut gewesen wären, sondern nachdenklich zugehört hätten. Dazu hätten sie allerdings ihren Empörungsmodus aufgeben müssen, der ihnen vermutlich ebenso wie anderen Empörungsversessenen Erleichterung verschafft und sie vor den Anstrengungen kritischer Auseinandersetzungen bewahrt – einerlei, ob Empörte links oder rechts stehen, mit oder ohne Migrationshintergrund sind.

Es würde mich übrigens nicht überraschen, wenn mancher Mahmoud, Mehmed oder vielleicht auch manch ein Michel erleichtert wäre, dass in Gaza ein Krankenhaus angeblich von den Israelis zerstört wurde; denn dadurch braucht er sich jetzt erst recht nicht mit der kritischen Frage auseinanderzusetzen, ob bzw. inwieweit die Massenmorde von Hamas-Anhängern an israelischen Juden und Arabern (!) gerechtfertigt waren, und kann sich wieder ungeniert über die Israelis empören, Straßensperren in Berliner Stadtteilen errichten und in Brand setzen, sich mit anderen zu einer Hetzmasse vereinigen und vereint “Kindermörder Israel” schreien. Den Gedanken, dass die Zerstörung auch eine fehlgeleitete (?) Rakete der Hamas verursacht sein könnte, lässt er nicht zu; denn das könnte ihn verwirren. Von Kindesbeinen an der Logik irgendwelcher Ressentiments zu folgen ist für Simpel gleich welcher Herkunft und Religion leichter.

Jüdische Emigration nach Israel aus Sorge vor Verfolgungen in Europa

Ich habe zwar keinerlei Sympathien für Millî Görüş- sowie Hamas-Anhängern; aber gerade deswegen gefällt es mir, wenn sie zuhauf auf unseren Straßen zu sehen und zu hören sind, damit für Menschen, die mit offenen Augen und Ohren durchs Land gehen, klar erkennbar wird, dass wir es nicht bloß mit einheimischen Nazis zu tun haben, sondern auch mit eingewanderten Islamofaschisten, mit denen wir keine kritische Auseinandersetzung scheuen dürfen.

Ich habe auch nichts dagegen, wenn Araber, Türken und andere Menschen ihre palästinenserfreundliche Haltung demonstrativ zur Schau stellen, und finde Kritik an der israelischen Besatzungs- sowie Siedlungspolitik durchaus verständlich. Ich finde es jedoch völlig inakzeptabel, wenn solche Menschen sich nicht mit Israelfeindschaft begnügen, sondern gegen hier lebende Juden hetzen, so dass dadurch verunsicherte Juden aus Sorge vor feindlichen Übergriffen ihre Identität verbergen. Die ganze nationalsozialistische Agitation wäre “ein dauernder Appell an den inneren Schweinehund des Menschen”, sagte vor rund 90 Jahren Kurt Schumacher. Und wenn er für eines am Nationalsozialismus Anerkennung fände, dann wäre es dessen Fähigkeit zur “Mobilisierung der menschlichen Dummheit”.

Das Gleiche könnte man heute von der islamofaschistischen Agitation und deren judenfeindlicher Hetze sagen. All die aufgehetzten Dummköpfe brauchen sich allerdings nicht zu wundern, wenn viele Juden aus Deutschland, aber auch aus anderen europäischen Ländern, in denen sie sich ebenso bedroht fühlen, nach Israel auswandern und sich insofern in einem Land niederlassen, in dem die Hetzmasse, soweit sie aus Arabern und Türken besteht, gar keine Juden haben will. Aber das sind Einsichten in Zusammenhänge, zu denen solche Dummköpfe vermutlich gar nicht in der Lage sind.

Deutsche Staatsräson und ihre Erfordernisse

Die Sicherheit Israels gehöre zur deutschen Staatsräson, wird von führenden Politikern unseres Landes immer wieder betont. Das mag so sein. Viel lieber wäre es mir, wenn politisch Verantwortliche die Sicherheit der hierzulande lebenden Juden so weit wie möglich gewährleisten und Judenfeinde gleich welcher Herkunft und Hautfarbe, Religion oder Weltanschauung zur Räson bringen würden.

Ich messe Regierende im Bund sowie im Land daran, ob bzw. inwieweit sie dem Amtseid entsprechend ihre “ganze Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren und Schaden von ihm wenden”. In diesem Amtseid ist wohlgemerkt die Rede vom “deutschen Volk”, zu dem Juden ebenso wie Christen, Andersgläubige und Atheisten gehören, auch wenn man ihnen als Nichtchristen und später als “Nichtariern” lange Zeit die Zugehörigkeit absprechen wollte und viele aus dieser Bevölkerungsgruppe, die es schon seit Jahrhunderten in Deutschland gibt, verjagte oder umbrachte.

Immigration und Segregation

Inwieweit Menschen mit neuerer Migrationsgeschichte dazu gehören, ist eine Frage, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Manche gehören dazu und sind wie beispielsweise Hamed Abdel-Samad, Ahmad Mansour, Seyran Ates sowie Necla Kelek zur Bereicherung unserer gesellschaftlichen Werte höchst willkommen. Andere sind es nicht. Wenn sich ein Mahmoud oder Mehmed auf die Frage nach seiner Nationalität ohne Vorbehalt als Araber oder Türke bezeichnet, gehört er nicht dazu – schon gar nicht, wenn er in dem Zusammenhang von dem arabischen bzw. türkischen Blut in seinen Adern faselt, das ihm keine Wahl ließe. Derartige Faseleien empfinde ich als abstoßend – einerlei, ob sie aus dem Munde von Mahmoud, Mehmed oder Michel kommen.

Sofern Mahmoud und Mehmed deutsche Staatsbürger sind, haben sie dennoch Anspruch darauf, Nutznießer der im Amtseid zugesagten Wohltaten der Regierenden zu sein. Sofern Mahmoud und Mehmed allerdings noch keine Staatsbürger dieses Landes sind, es jedoch werden möchten, muss man genauer als bisher prüfen, ob man ihnen diese Ehre mit gutem Gewissen erweisen kann oder zur Abwendung weiteren Schadens auf ihre Ausweisung hinwirken sollte; denn von Menschen mit Juden-, aber auch Schwulen-, Frauen- und sonstiger gruppenspezifischer Feindseligkeit haben wir ohnehin schon weit mehr, als unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung auf Dauer verkraften kann.

Es wird Zeit, u. a. dafür Sorge zu tragen, dass Straßen wie die Sonnenallee im Berliner Stadtteil Neukölln uneingeschränkt wieder zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland sowie der darauf basierenden Gesetze gehören und kein exterritoriales Gelände mehr sind, in dem sich Männer aus dem muslimisch sozialisierten Milieu wie Kolonialherren aufführen und jüdische wie auch homosexuelle Frauen und Männer um ihr Leben fürchten müssen, wenn sie als solche erkannt werden. „Gegen jeden, der es unternimmt,” irgendwo im Deutschland unsere freiheitlich-demokratische “Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand”, heißt es in Artikel 20 des Grundgesetzes. Das ist gut zu wissen!

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