Die AfD im Saarland – Kritische Bemerkung eines Insiders

(www.conservoo.wordpress.com)

Von Herbert Gassen *)

Und nun rutscht sie ab von den erwarteten zweistelligen Prozentzahlen der Wählerstimmen wie in den Landtagswahlen zuvor in der Republik auf 6%!

Daß dennoch so viele Wähler die AfD gewählt haben, ist ein Wunder. Sollte doch der Lan-desverband vom Bundesvorstand dieser Partei ‚ausgeschlossen‘ werden. Damit hat dieses Gremium bewiesen, daß es nicht politikfähig ist. Es ist nicht in der Lage, eine von einem gemeinsamen Ziel geprägte Gruppe zusammenzuhalten. Die Mitglieder, die in den Reihen der AfD eine Alternative zu dem von den etablierten Parteien geschaffenen System erreichen wollten, hatten innerhalb der eigenen Partei mehr Feinde als von außen.

So wie der Vorstand gestaltet war und sich darstellte, wollte er keine Alternative zu dem Establishment, sondern als ein Teil von ihm mit etwas kritischer Miene agieren. Es ging ihm um die Anerkennung durch das Parteienkartell und die Chance der Partizipation, also lediglich ein Regulativ.

In Sachsen war zwar auf dem Landesparteitag eine Änderung der Positionen auf der Wahlliste erreicht worden, aber den Führungsanspruch hatte die Dame der Spitze mit den Argumenten viel vergossener Tränen behalten können. Sie wird ihren Einfluß aus ihrer individuellen Perspektive weiterhin geltend machen.

Die Saarlandwahl ist das Indiz für die weitere Zukunft der AfD:

Nach der ununterbrochenen Säuberungswut gegen das, was von ihren äußeren Feinden als ‚rechts‘ bezeichnet wird, läuft die AfD Gefahr, als Bundespartei auf das Niveau der einstigen ‚Rechts‘-Parteien zurückzufallen, nämlich auf ein politisches Nichts.

Es bleiben allerdings noch die Leistungen der Verbände in den übrigen Ländern zu berück-sichtigen. Sie werden ihre Wirkungen nur zeigen können, wenn sie sich autark auf das ge-meinsame Ziel besinnen. Die Bundesleitung ist kein Gütezeichen für die Durchsetzung des Programms.

Auf dem kommenden Parteitag im April müssen die Weichen gestellt werden, welche Grundrichtung die AfD einnehmen will. Hierzu müssen grundsätzliche Personalentscheidungen getroffen werden. Es geht um die Festlegung auf ‚Alternative‘ oder ‚Anpassung‘.

*) Herbert Gassen ist Dipl. Volkswirt, Bankkaufmann und regelmäßig Kolumnist auf conservo. Er war früher Funktionsträger der CDU, wechselte vor zwei Jahren aber zur AfD.

www.conservo.wordpress.com   27.03.2017
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