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Von Inge Steinmetz

Er scheut die Paarbindung, drückt sich vor dem Nestbau und dem Brüten, aber er vermehrt sich erfolgreich. Wie das möglich ist? Auf Kosten anderer! Dabei geht es diesem Vogel nicht um kleine Anteile am fremden Bruterfolg, nein, er beansprucht den ganzen Gewinn für sich. Die erwachsenen Kuckucke treffen meist nach den Wirtsvögeln in den Brutgebieten ein, verfolgen alle Vogelbewegungen im Revier und kaum hat das Singvogelweibchen seine Eier abgelegt, für einen Moment das Nest verlassen, da frisst der Kuckuck in Sekundenschnelle ein Ei und schmuggelt sein eigenes hinein.

Ganz das Kind seiner Eltern, wirft der frischgeschlüpfte kleine Kuckuck – kaum einen Tag alt – alle anderen Eier oder Jungvögel aus dem Nest und imitiert mit lauten Bettelrufen die ganze Brut. So wird der kleine Kerl von den Adoptiveltern gefüttert, bis er flügge ist. Es gibt Wirtsvögel, die Gegenmaßnahmen ergreifen, fremde Eier diskriminieren, allerdings haben Kuckuckseier sich – im Laufe der Zeit – in Form und Farbe denen ihrer Lieblingswirte angepasst. UND manche Kuckucke kontrollieren sogar, ob sich die Betrogenen wehren, sie zerstören die Nester, wenn sie ihre dort abgelegten Eier nicht mehr wiederfinden. Sogar Ornithologen sprechen von „Mafiamethoden“.Das „Brutverhalten“ des Kuckucks, das gar keines ist, steht für Schmarotzertum par excellence!!! Bislang rätseln die Forscher allerdings noch, warum die Wirte nicht gelernt haben, sich gegen die Mogelpackung zu wehren. Vielfach merken es die Wirtsvögel gar nicht, dass ihnen ein Kuckucksei untergeschoben wurde. So täuschend ähnlich die Kuckuckseier denen der Wirtsvögel sind, so gänzlich anders sieht der Jungkuckuck selbst aus. Doch das scheint die Adoptiveltern nicht zu stören. Offenbar gilt bei ihnen: Gefüttert wird, was im Nest sitzt und den Rachen aufsperrt.

Singvögel, die erstmals brüten, prägen sich das Aussehen ihrer Jungen ein. Wenn sie dabei unglücklicherweise an einen Jungkuckuck geraten und auf diesen fehlgeprägt werden, würden sie fortan immer die eigenen Jungen ablehnen. Mehr noch: Einmal im Nest seiner Wirte geschlüpft, übt der Jungkuckuck auf seine unfreiwilligen Adoptiveltern eine geradezu magische Anziehungskraft aus.

In einem trickreichen Experiment haben Forscher entdeckt, dass der Jungkuckuck die fütternden Singvögel weniger durch sein überproportionales Aussehen – wie zuvor angenommen – als vielmehr durch lautstarke Bettelrufe beeindruckt.

Wieviel Futter die Adoptiveltern anschleppen müssen, beurteilen sie nach der Gesamtfläche der aufgesperrten Schnäbel und nach der Intensität der Bettelrufe. Der Jungkuckuck legt sich also ordentlich ins Zeug und imitiert mit seinem Geschrei ein Nest voller Jungvögel. Das Spektakel im „vollbesetzten“ Nest erfüllt seinen Zweck, die Zieheltern legen sich ins Zeug und füttern das „Kind“, das ihnen nicht im geringsten ähnelt.

Schmarotzen will eben gekonnt sein. Interessant ist übrigens, dass der Kuckuck auf der Vorwarnliste der ROTEN LISTE der Brutvögel Deutschlands gesetzt wurde. Hauptursache für den Rückgang des Kuckucks ist die Ausdünnung der Bestände der Wirtsvögel, bedingt durch die Zerstörung und den Verlust deren eigener Lebensräume!

Die Natur bringt schräge Vögel hervor, Schmarotzer und solche, die sich ausnehmen lassen. Und die Moral von der Geschicht? Achte auf dein Nest, lass dir kein fremdes Ei unterjubeln, und wer eins und eins zusammenzählen kann, der erkennt auch den Zusammenhang zwischen Kuckucksei und dem deutschem Nest.

Einige Kommentare zum Artikel:

Uta Silze: Wieder in Höchstform! Sehr schön und eindringlich erzählt. Vielen Dank, liebe Inge.

Bärbel Schrimpf: Die Beschreibung des Kuckucks ist sehr interessant und das Verhalten der Stammvögel unverständlich aber naturgegeben.

Ich setze für den Kuckuck Merkels Gäste ein und für die Stammvögel die Menschen, die schon länger hier leben…

Und was haben wir dann? DAS DEUTECHE NEST!

Liebe Inge dein Beitrag gefällt mir sehr gut, oder sollte man eher sagen: ES gefällt mir gar nicht, das Deutsche Nest…

Andreas Lawrenz: Sehr schön beschrieben, Inge. Aber ich denke, schmarotzen will nicht gekonnt sein sondern ist angeboren. H4 Eltern bringen H4 Kinder zur Welt, die leben es ihnen halt vor.

Bärbel Schrimpf: Das allerdings sehe ich nicht so! Und ich finde diese Einstellung den betroffen Kindern gegenüber für ungerecht! Denn sie ist haltlos!

Andreas Lawrenz: Kennst du Eltern, die ihr Leben lang von Transferleistungen gelebt haben und dessen Kinder dann ein arbeitsreiches Leben haben?

Bärbel Schrimpf: Ich kenne Kinder von Eltern mit HartzIV, die gar studiert, ich kenne Junge Menschen aus HartzIV-Familien, die ihren Weg gehen, eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung haben und einen guten Berufseinstieg hatten und noch haben und ich kenne junge Menschen aus HartzIV-Familien, die ihren Weg gehen, eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung haben und einen guten Betufseinstieg hatten und noch haben und ich kenne Junge Menschen, die trotz ihrer Herkunft gar einen Handwerksberuf mit Erfolg absolviert haben u d heute selbständig sind. Man sollte solche Meiningenn nicht pauschalisieren. Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass gerade junge Menschen aus solchen Vethältnissen einen starke Ehrgeiz entwickeln ein anderes , besseres Leben zu haben. Aber sowas kommt nicht von ungefähr, es ist der Wille der hier entscheidet. Und gerade junge Menschen haben diesen Willen.

Andreas Lawrenz: Schön wenn du solche Beispiele kennst, ich hab´s bisher noch nicht erlebt.

Bärbel Schrimpf: Auch wenn du es, leider noch nicht erlebt hast. Es gibt sie diese jungen Menschen und deshalb finde ich deine Pauschalisierung völlig ungerecht. Es gibt Alleinerziehende, die wegen ihrer Kinder gar keine Chance haben, die aber trotzdem ihren Kindern einen guten Weg weisen. Denn nicht alle HartzIV-Empfänger sind asozial, dumm und stupide…

Andreas Lawrenz: Diese Sozialleistungen sind gemacht für Leute in Notlagen, also auch für Alleinerziehende. Dagegen wird auch niemand etwas sagen. Aber es gibt Familien, die haben sich seit vielen Jahren in H4 eingerichtet.

Bärbel Schrimpf: Da gebe Ich dir auch vollkommen recht. Diese Menschen gibt es auch. Aber man muß einfach fair sein und differenzieren…

(Nachdruck erlaubt mit Quellenangabe: https://www.facebook.com/groups/128674131082714/permalink/159369511346509/)
www.conservo.wordpress.com   7.12.2017

Von conservo

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