Gott, Glaube, Christentum und Kirchen

Von Hermes

Der Mainzer Dom (c) Maria Schneider

Ich finde in diesem Blog lebendige Diskussionen zu diesen lebenswichtigen Fragen, was mich sehr freut. Immerhin ist die erste Kategorie oben am Bildschirmrand „Christentum, Hoffnung und Transzendenz“. Nach ausführlicher Lektüre des Blogs würde ich gerne einige wenige Argumente beitragen zum Thema „Kirche in Deutschland“, eingebettet in wenige wichtige Bezüge.

Bei „Kirche in Deutschland“ scheinen nur wenige daran zu denken, was der Sinn einer Glaubensgemeinschaft ist: Die Botschaft Gottes in all ihren Formen lebendig zu gestalten, zu verkünden von der Sonntagspredigt bis zur individuellen Seelsorge, sie zu erklären, und dies in einer physischen Gemeinschaft mit Liturgie, Sakramenten und all den vielen kleinen Ritualen bis zum kleinsten Wegkreuz.

Bei Kirche denken viele an politische Fragen wie die allfälligen Skandälchen, Abtreibung und Pille, linksgrüne Perversionen von Bedford-Strohm und Käßfrau. Kaum jemand scheint von Gott, Bibel, Evangelium, Glauben und Wissen, reicher Tradition von Noah bis Bonhoeffer und Kolbe zu sprechen.

Mir scheint der Grund auf der Hand zu liegen: Im säkularen – atheistischen – 20. Jhdt. haben die Menschen und die Kirchen sich politisieren lassen. Extremstes Beispiel sind die „Staatskirchen“ des Hitler´schen Konkordats in Deutschland und Österreich. Wenn jemand wie ein Beamter bezahlt und behandelt wird und sich so fühlt, was erwarten Sie dann von ihm?

Natürlich benehmen sich die Mitarbeiter dieser Staatskirchen wie Beamte eines staatlichen Propagandaministeriums, wie die Kollegen des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks. Die von Herrn Penner am 27. März ausgeführten Perversionen in diesem Falle der evangelisch-protestantischen Seite haben darin ihren Ursprung und Grund.

Nehmen wir zum Vergleich praktische Lebenserfahrung: Der Pfarrer einer leeren Kirche wird genauso nach Tarif bezahlt wie der einer vollen Kirche. Kann das gut sein? Befriedigte er die spirituellen Bedürfnisse seiner Gemeinde vom Neugeborenen bis zum gerade Versterbenden, wäre die Kirche voll und sein Säckel auch. Falls nicht, müßte er irgendwo Hecken schneiden, Autos reparieren oder ein Unternehmen gründen wie jeder andere anständige Mensch und die meisten in seiner Gemeinde. Diese ausgleichende Gerechtigkeit, die automatisch gute Priester hervorbringt, haben wir ausgehebelt in der Staatskirche.

In einem ähnlichen System, der Sowjetunion, kamen dabei immer die Deppen und die Tyrannen an die Macht. Die Pfarrer, die wir in der Kirche sehen, sind natürlich nur deren Mitläufer. (Meine ausdrückliche Unterstützung hiermit den löblichen Ausnahmen, von denen ich einige kenne.)

Besonders schlimm sind gerade in Deutschland diese Laien-Organisation von Maria 2.0 bis zu all den verbeamteten Theologie-Professoren und Religionslehrern, die Gottes Botschaft nicht einmal kennen bis auf die Bergpredigt vom Hörensagen und aus Steuergeldern anderer die Welt retten wollen, während ihre eigene Seele gerade auf dem Weg in Dantes untersten Höllenkreis ist.

Gebetsraum in Georgien. (c) Maria Schneider

In all ihrer narzißtischen Selbstbespiegelung ist den katholischen Fridays-For-Future-Kindsköpfen nicht klar, daß die katholische Weltkirche sie bemitleidet auf ihrem Weg in die Apostasie, als Anbeter ihrer Heiligen Rudi Dutschke und Joschka Fischer.

Praktische Lebenserfahrung wiederum sagt uns: In freiem Wettbewerb setzen sich die Guten durch, die Schlechten und Bösen müssen ihren Lebensunterhalt anders erwerben. Wer Autos schlecht repariert, geht pleite. Und gut so, sonst führen wir in unsicheren Autos und würden uns und andere gefährden. Wer seine Aufgabe als Priester, Seelsorger, spiritueller Kopf seines Sprengels schlecht erfüllt, erntet eine leere Kirche und keine Gaben seiner Schäfchen. Vielleicht kann er ja besser Autos reparieren, ich wünsche es ihm. Jedenfalls hat er als Fels Gottes, als Priester Besseren Raum zu schaffen.

Deswegen gibt es für Glauben und Kirchen in Deutschland nur einen Weg: Auflösung des allzu bequemen Konkordats mit Hitler und Abschaffung der Kirchensteuer.

Spätestens hier dürfte fast jeder Leser ausgestiegen sein. Was sollen diese ganzen Pfarrer, Professoren, Laien dann tun, wenn sie keine Staatsknete mehr bekommen. Ja, haben die denn alle ein Recht auf Hartz IV aus unserem Steuergeld? Nein, das haben sie nicht. In der Gemeinschaft freier Menschen muß jeder etwas leisten, wofür andere freiwillig zahlen. Alles andere ist Tyrannei und Sünde (heute Wohlfahrtsstaat genannt).

Deutsche mokieren sich gerne über den „Wildwuchs“ christlicher Kirchen von China bis Brasilien, von Amish bis zu Pfingstlern. Mit welchem Recht? Weil die deutschen Staatskirchen sie so tief überzeugen und sie in sie strömen zur Predigt? Die deutschen Kirchen sind Zombies – seelisch und intellektuell tot, der Körper zappelt noch durch die Gegend.

Deutsche haben nicht die geringste Ahnung von der Lebendigkeit der vielen Schäfchen der christlichen Kirchen der Welt, von leidenden in China bis zu Born-Again-Christians und Pfingstlern. Das historische Studium dieser Bewegungen, z.B. in den USA von Quakers und Methodisten bis zu einem ehemaligen Pornodarsteller, der seinen Weg zu Gott und in das Priestertum gefunden hat, ist ihnen völlig fremd.

Deswegen ist die deutsche Kirche wie auch der deutsche Staat zum Untergang verurteilt. Beide verstehen und kennen die Welt nicht und müssen weiter siechen bis zum großen Crash, der sie pulverisieren wird.

Ich möchte dies aber einbetten in eine größere Perspektive. Die deutschen Staatskirchen mit ihrer Kirchensteuer sind eine historische und geographische Anomalie, niemand sonst außer Hitler konnte die Kirchen kaufen und nirgendwo sonst ließen sie sich kaufen.

Das Bedürfnis, zu glauben, festen Grund zu spüren, den Fels zu spüren, auf den man sein Leben gründen kann, ist uns Menschen evolutionsbiologisch zugeteilt. In einer Welt, in der wir lebenslang um Erkenntnis und Sinn kämpfen, brauchen wir dies wie die Luft zum Atmen. Sobald also eine Religion, eine Kirche, wieder so glaubhaft wird, daß sie unsere Bedürfnisse vom Glauben bis zum Wissen, von der praktischen Lebensführung mit ihren Ritualen und Sakramenten, vom common sense bis zur Sinnlichkeit wieder erfüllt, wird sie wieder mit offenen Armen angenommen werden. Nicht der Glaube und die Religion haben also ein Problem, sondern die konkreten Kirchen gewisser Zeiten. Je schneller man Kirchen die Machtbasis entzieht, die Menschen nichts zu sagen haben, desto schneller werden neue Formen von Kirche entstehen können, die zum Ewigen und zum heutigen befriedigende Antworten haben.

In diesem Bedürfnis, zu glauben, haben sich nun seit Beginn des Homo verschiedene Ausprägungen entwickelt. Die frühesten können wir nur aus Anthropologie erraten. Aus uns schon nahen Zeiten haben wir die Venus von Willensdorf, Schamanismus und Psylos, Catal Hüyük und Schrumpfköpfe und unendlich vieles mehr. Im Wettbewerb der Religionen über die Jahrzehntausende kamen wir von Naturreligionen über Polytheismus zum einmaligen Monotheismus der Bibel.

Diese ist das älteste „richtige Buch“ der Welt, der Pentateuch ist eindeutig aus einem Guß (das großartige Gilgamesch-Epos darf man als Einleitung lesen). Seine Botschaft ist so überwältigend in sich geschlossen, daß der Streit nicht entschieden werden kann, ob und wie dieser Text direkt gottgegeben oder von Menschen niedergeschrieben ist (was unwichtig erscheint, er ist halt da). Es gibt also eine klare historische Entwicklung der Religionen und ihrer Ausprägungen, die leicht nachzulesen ist.

Das Weinrebenkreuz der Heiligen Nino in Georgien (c) Maria Schneider

Genauso gibt es eine kulturelle Dimension von Religionen. Denn Religionen sind keine platonischen reinen Ideen und Formen, sondern prägen Menschen und werden von Menschen geprägt. Sie haben eine Eigendynamik durch ihre Kernlehren, ein „Rückgrat“, und oszillieren in ihrem kulturellen Ausdruck zwischen diesem und den Kulturen, die sie annehmen. (Artus und Karl der Große, germanische Traditionen und Römische Republik, Cicero und Vasallentum stehen für solche Prozesse.)

Mir persönlich scheint, daß es auch einen Gradmesser für Religionen geben könnte im Sinne deswegen, wie gut sie grundsätzliche menschliche Bedürfnisse in menschliches Wohl umsetzen.

Wir sind bestimmt von Abenteuerlust und Bedarf nach Sicherheit, glauben und wissen wollen, Moral und Lüsten und so viel mehr. Welche Religion kann die conditio humana produktiv kanalisieren, so daß menschliches Handeln menschliche Grundbedürfnisse erfüllt und veredelt in Handeln zum Wohle anderer, der Gemeinschaft, von Mensch und Tier, Kultur und Natur?

In diesem Sinne könnte man leicht die verbleibenden großen Glaubenssysteme untersuchen. Vom Hinduismus und Buddhismus über Konfuzianismus und Daoismus bis zu Schamanismus bis zu den drei „Religionen des Buches“, also Judentum, Christentum und Islam.

Niemand käme dabei umhin, anzuerkennen, daß sich im Christen- und Judentum die großen Gaben für die Menschheit entwickelt haben. Von Platos Logik bis zum Kapitalismus, von Wissenschaft bis Mystik, von Verdoppelung der Dauer menschlichen Lebens bis zu unfaßbarem heutigem Wohlstand, von der jederzeitigen kostenlosen Verfügbarkeit praktisch allen Wissens der Menschheitsgeschichte bis zum Flug zu Mond und bald Mars. Diese Erfolgsgeschichte ist welthistorisch beispiellos. Sie ist kulturelle Frucht des Christentums, mit weit überproportionalem Beitrag des Judentums im Verhältnis zur Bevölkerungszahl.

Welthistorisch gesehen war der ganz große Sprung das 19. Jhdt.: Freier Kapitalismus, Wissenschaft in den Händen privater Forscher und Gelehrter, Unternehmergeist und Wissensdurst führten zu einer Explosion des Wohlstands, die sich im 20. Jhdt. ausbreitete. Christlicher Glaube war genauso selbstverständlich wie wissenschaftliche Überprüfung physischer Tatbestände auf Kausalitäten hin, die ganz Großen wie Newton und Einstein zeigen dies leicht.

Um 1910 bis 1920 übernahm der Staat und bekämpft seitdem mit Steuergeldern seiner Bürger Kapitalismus und Glaube, Religion und Familie, Privatbesitz und Eigenverantwortung in Glauben an und Verantwortung vor Gott (wie von Marx und Lenin, Lukásc und Gramsci gefordert). Seitdem bekämpft „der Westen“ seine Wurzeln, die ihn großgemacht haben. Deswegen geht er vor die Hunde. Corona und Klima sind nur verschiedene Symptome der gleichen Krankheit.

Genauso abgehalftert sind die deutschen Kirchen. Die sind verloren, egal wie lange die Zombies noch rumwackeln. Wie bei den europäischen Staaten ist es nur eine Frage der Zeit.

Menschlicher Tatendrang und das Bedürfnis zu glauben sind uns gegeben und bleiben. Da freie Menschen und freie Märkte der natürliche Zustand sind, zu dem alles strebt, und der Mensch glauben will und damit immer zu einer Religion streben wird, die alle seine Bedürfnisse erfüllt und auf für menschliche Gemeinschaft produktive Weise kanalisiert, werden auch diese Zustände irgendwann wieder herrschen.

Dies wird allerdings in Europa einige Generationen dauern. Bis dahin steuert alles auf eine Welle von Krisen hin, die alle im gleichen Moment überschwappen werden. Das Endspiel von Davos wird nicht schön, viele werden leiden und sterben.

Wieskirche (c) Pixabay

Danach wird auch christlicher Glaube in Europa wieder eine große Rolle spielen. Die Staatskirchen Deutschlands wird man dann als Verirrung sehen, die ihren eigenen spirituellen und wirtschaftlichen Untergang beschleunigt hat.

Ich glaube fest, daß der Kölner Dom, unsere herrlichen bayrischen Barockkirchen und die Marienkirche in Danzig dann wieder bersten vor Gläubigen. Und diese grauenhafte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche entweder anständig hergerichtet oder abgerissen oder neu gebaut wird. Wie alle Kirchenbauten des 20. Jhdt. und alle Plattenbauten ist sie unwürdig und peinlich.

In diesem Sinne:

Glauben müssen wir, wir können nicht anders. Ob an Gott oder den Staat. Wählen wir weise.

Gott können wir uns aussuchen. Vom biblischen Gott bis zu Buddha und Allah. Wählen wir weise.

Christentum ist eine Option, historisch die erfolgreichste. Andere stehen zur Wahl. Weise wählen …

Kirchen und Sekten gibt es wie Sand am Meer. Wählen wir weise …

Sola scriptura klingt gut: Unverfälscht durch Macht und Wort. Meine persönliche Erfahrung ist, daß die Kommentare der Jahrtausende von Paulus bis Prager benötige, um sola scriptura überhaupt zu verstehen. Ich gehe ja auch nicht unvorbereitet in einen Marathonlauf.

Im Anfang war das Wort … Und logos schließt Benennung, Bezeichnung, Urteil, Logik, Durchdenken und Erfassen und unendlich viel mehr ein. Die Welt ist nicht nur „einfach so, wie sie ist“. Wir selber erschaffen sie jeden Tag mit durch unser Denken und Handeln. Die Bibel lehrt uns, dies auf der Grundlage der Zehn Gebote täglich zu tun.

Dies zu tun, ist sehr erfüllend im Einssein mit Gott und der von ihm geschaffenen Welt.

12 Kommentare

  1. Man kann sagen, der erste Schritt des Glaubens oder Glaubenwollens ist die Beantwortung der Frage: Wer war zuerst da? Ein (geistfoermiges) Wesen mit Willen und Wissen oder tote Materie?
    Bin ich willens fuer mich zu glauben, dass aus toter Materie Leben entsteht
    oder beschliesse ich, es muss einen Beginn fuer Leben gegeben haben (First Cause, Mind before Matter).
    In dem Miller-Urey Experiment wurden einige Bausteine des Lebens zusammengebastelt, verschwiegen wurde, dass ueber 80% des Ergebnisses aus lebensschaedlichem Teer bestand. Und weiterhin wurde proklamiert, hier ist es, das Leben. So aehnlich, als ob ich unter wiedrigen Umstaenden einen Fingerhut Tinte erzeugt habe, um dann laut zu rufen: in meinen Haenden halte ich den 24 baendigen Brockhaus.
    Wer Dawkins “The God Delusion” gelesen hat, der sollte auch “The Dawkins Delusion” lesen.
    In seinem Buch “The Blind Watchmaker” beweist Dawkins, dass er, trotz aller Akkoladen, nur ein geschickter Polemiker ist. Wer sich vorstellen kann, dass ein nur mit Tastsinn ausgestatteter Mensch
    (lassen wir Gehoer, Geruchssinn und Geschmack aussen vor) ein Uhrwerk erfinden kann, den kann man fuer wenig realistisch erklaeren.
    All den Evolutionstheoretikern sollte man empfehlen, beim Herumlaufen vorsichtig aufzutreten, da sie ja permanent einem ihrer vielen Vorfahren (Stein und Erde) auf den Schaedel steigen.
    Anmerkung, nur zum Lachen: wenn man einen Schimpansen mit einer Schildkroete kreuzt erhaelt man einen Evolutionstheoretiker mit Stahlhelm.

  2. Die Totengräber der Kirchen kommen aus den Kirchen selbst. Es sind die Kleriker, die dem Zeitgeist nachlaufen und Missbrauch betreiben. Es sind die Laien, die meinen alles besser zu wissen und ebenfalls den Zeitgeist verherrlichen. Sie alle bereiten denen das Feld, die von außen gegen die Kirchen und gegen Gott anrennen. Die immer stärkere Verweltlichung der Kirchen und diese zu stoppen war ein großes Anliegen Benedikt XVI. Er wollte eine Neuevangelisierung der Kirche, weil er wusste, dass die Kirche ohne Gott verloren ist. So wie die ganze Welt ohne Gott verloren ist. Auch Benedikt geißelte das Konkordat mit der staatlichen Einziehung der Kirchensteuer. Weil es einfach zu einem Berufschristentum führt, das die innere Beziehung zu Kirche und Gott zerstört.

    Ganz schrecklich ist die Politisierung auch der Katholischen Kirche durch den jetzigen Papst. Bezeichnend dafür ist, dass einer der rabiatesten Umvolker, Peter Sutherland, bis zu seinem Tod enger Berater von Bergoglio war. Dieser hat also schon vor seinem Pontifikat mit den glgobalistischen Strippenziehern gemeinsame Sache gemacht. Wen wundert es da, dass die Kirche zu einem der eifrigsten Einpeitscher in Sachen Corona-Impfung geworden ist. Die Impfung wurde quasi zum Sakrament erhoben und die Kanzeln zu Propaganda-Tribünen der Impfmafia gemacht. Wie konnte ein Papst sich und die Kirche derart den weltlichen Mächten andienen, die mit Gott rein gar nichts am Hut haben? Die eine große Transformation der Gesellschaft anstreben, in der Gott nicht mehr vorkommt. Judas hat für seinen Verrat an Jesus dreißig Silberlinge bekommen. Hat Bergoglio für seine Dienste das Papstamt durch den langen Arm der globalistischen Milliardärs-“Eliten” erhalten? Ja, es wird eine harte Zeit kommen. Und dennoch, die auf den Fels Petri erbaute Kirche wird auch diese Zeit überstehen, denn die Pforten der Hölle werden sie, wie Jesus sagte, nicht überwältigen (Math. 16,18).

    1. Sehr geehrter altmod,
      schön, Sie hier zu sehen. Herzlichen Dank für den Link zu Ihrem kenntnisreichen Beitrag. Bei Herrn Prinz am Schluß sehe ich Parallelen zu meinem kleinen Pamphlet. Insbesondere bei der Überlegung, aus Scham und Hoffnungslosigkeit, ein bißchen physischer Angst auch, meinen deutschen Paß einzutauschen gegen den eines freieren Landes.
      Zum Moos: Die einst großartigsten Institutionen der USA, Universitäten, Klöster, Hospitäler und Kirchen wurden im 19. Jhdt. aus reinen Privatspenden erbaut. (Wir beide müssen über Harvard heute nicht reden, aber Hillsdale ist noch rein privat auch mit meinen Spenden.) Umgedreht für uns: Staatsquote und Steuersatz auf 10%, Aufhebung von Kirchensteuer und Konkordat, und die Kirchen werden blühen. Ich kenne so viele Menschen, denen Glaube, Religion und Moral sehr wichtig sind, die aber mit diesen Kirchen nichts zu tun haben wollen.
      Mit den besten Grüßen, Hermes

  3. Hinsichtlich der Ueberzeugung, das Monotheismus spaeter kam, moechte ich zur Diskussion stellen, das alles andere spaeter kam. Der Glauben an Naturkraefte, Goetter dieser Kraefte sind waren nachfolgende Erfahrungen primitiver Voelker.
    Die fruehen Menschen kannten Gott, sprachen mit Ihm und wandten sich von Ihm ab.
    Vielgoetterei sind die ersten Verzerrungen.
    Genauso wie die Empfindungen der Weltseele und andere Irrlehren.
    Die Leute, die an diese Dualitaeten glauben, legen immer solche Ueberzeugungen ab, wenn sie ihr Haus verlassen. Auf der Strasse ist es naemlich der Bus oder ich, aber niemals beide gleichzeitig!

    1. Sehr geehrter Jan Hess, der Witz unten gefällt mir sehr. Zu diesem Kommentar:
      Haben Sie irgendwelche Belege, Quellen für Ihre Aussagen?
      Bei Naturreligion, Schamanismus, Kulten der Aborigines gehen wir in Urzeiten lange vor der Schrift und sogar diesen großartigen Felszeichnungen weltweit, Hunderttausend von Jahren und in Südafrika vielleicht sogar Millionen. (Jüdischer) Monotheismus war früher?
      Ich bin großer Fan solcher Themen, dazu würde ich gerne mehr lesen.
      Wenn Sie von solch frühem Monotheismus sprechen und Dualitäten ablehnen, lönnten Sie ein Anhänger dieses frühen Monotheismus sein, und darüber wüßte ich gerne mehr.
      Danke, Ihr Hermes

      1. Sehe geehrter Hermes,
        grundsaetzlich moechte ich auf die beiden Gesetze der Physik (Thermodynamik)
        hinweisen, ad 1 es wird nichts mehr dem Universum hinzugefuegt, ad2 alle Prozesse enthalten einen kleinen Bestandteil nicht wiedergewinnbarer Energie (Entropie).
        Weiterhin ist das Modell (Uniformitarismus) in wissenschaftlichen Kreisen weit verbreitet, ist aber nur Modell oder Theorie. Es besagt, dass sich die Verhaeltnisse auf unserem Erdball, im Besonderen die Strahlungsverhaeltnisse nicht geaendert haben. Dies ist in sich unbeweisbar, um es burschikos zu sagen: war ja keiner dabei, der es notiert haette.
        Alle Altersbestimmungen sind nur richtig, wenn dieses Modell stimmt.
        Ich kann aber sagen, das in allen alten Kulturen von einer Flut berichtet wird.
        Die Bibel gibt Zeugniss einer weltweiten Flutkatastrophe.
        Sollten die Verhaeltnisse der Strahlungen anders gewesen sein, ie. vor ca 4000 Jahren sich wesentlich veraendert haben , dann koennen auch andere Altersbestimmungen (deutlich geringere) zutreffen.
        Besorgen Sie sich von Joseph C Dillow “The Waters Above” und “The World, that perished” von John C Withcomb , und vielleicht “Darwin on Trial”von Phillip E Johnson sowie “Icons of Evolution” von Johnatan Wells.
        Ich habe noch eine ganze Reihe anderer Buecher und befasse mich damit seit mehr als 30 Jahren, so als kleines Hobby. Ich verfuege auch ueber die alten Evolution Schriften wie “Erwachen und Aufstieg der Menschheit” von Herbert Kuehn. Als langjaehriger Atheist und nach Wahrheit suchender Mensch blieb nicht aus, Alles zu lesen, was da so rum war, incl der Luegenbaende von von Daeniken und dem Buch “Jesus Menschensohn” von R Augstein. Alles Gute

  4. Ich frage mich manchmal, ob Jesus die Entwicklung so wie sie eingetreten ist, mit kirchlichen Hierarchien und Ämtern und einer guten Verbindung zum Staat gewollt hat. Jesus war nicht bequem und kein Mitläufer wie ein Teil der heutigen kirchlichen Obrigkeit, die im Klimaschutz und in der Impfung das Heil der Menschen sehen – wie der Staat. Dass Jesus mit den religiösem Eliten über Kreuz war, beweist das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. Warum lässt er ausgerechnet zwei hohe religiöse Würdenträger vorübergehen? Wie in heutigen Tagen fordern die Würdenträger auf, gehen meistens selbst aber Unangenehmem aber aus dem Weg. Meines Erachtens liegen die Ursachen vieler Fehlentwicklungen in der Geschichte. Unter Konstantin wurde das Christentum zur Staatsreligion und der Papst später zum Staatsmann. Ein Staatsmann legt Wert auf Macht und Prunk. Wenn man dann auch noch Gott im Rücken hat, dann umso besser. Sich dem Papst in den Weg zu stellen war selbst für einen Kaiser gefährlich (Canossa). Die Kirche als Staat im Staat hat letztlich auch die Missbrauchsfälle und die Vertuschungen ermöglicht. Ich kann nur sagen, zurück zu den Quellen! Ein Glauben ohne historischen Ballast, den die Päpste, um in die Geschichte einzugehen, mit ihren Dogmen geschaffen haben.

    1. Sehr geehrter Herr Jans,
      ad fontes fordern Sie. Dort scheint es mir nur um Gott und Mensch im Glauben zu gehen. Jeder Gläubige steht direkt vor seinem Gott, Cäsar schuldet er nur manch´ Weltliches. Im Rest Ihres Beitrags gehen sie auf das ein, was ich Eigendynamik einer Religion nannte: die politischen, kulturellen, spirituellen und noch viel mehr Entwicklungen, die ja die heutigen Weltreligionen so erkennbar prägt und unterscheidet.
      Mir ging es auch schon im Titel darum, daß dies sehr verschiedene Themen sind und wir sie auch separat behandeln sollten. Mir ist natürlich klar, daß echter Glaube heute sehr selten ist. Wenn wir von Religion sprechen, dann meist von solch historischen oder politischen Entwicklungen, gerade im säkular-atheistischen Westeuropa mehr als sonstwo auf der Welt.
      Eine Religion macht sich immer “die Finger schmutzig”, wenn sie sich aus dem Privaten ins Öffentliche entwickelt. Denn die, die sie ausüben, sind fehlbare Menschen. Für diese ist Jesus gestorben, mancher würde sagen, er wurde inkarniert für diesen Opfertod für uns.
      Wir können ewig über Konstantin, Heinrich vor Canossa, Luther und Heinrich VIII. diskutieren.
      Aber ich bin persönlich überzeugt, daß wir Ihr “ad fontes” als Glaubensfrage des einzelnen sehen sollten, und daß Kirchen so rein wie möglich – und in großem Wettbewerb solche religiösen Bedürfnisse nebst vielen anderen unterstützen sollten. Was sie heute nicht tun, das ist die Crux.
      Wir sollten Menschen wie die von Ihnen genannten, Konstantin und Heinrich, mit größerer Demut betrachten. Sind wir heute besser, schlauer, weiter? Moralischer? Ganz offensichtlich nicht. Trotz aller naiven und überheblichen modernen Fortschrittsgläubigkeit deutet nichts darauf hin, daß der Mensch sich seit biblischen Zeiten verändert hätte.
      Als Nebenthema: Beim Studium der Islamwissenschaften mit Koranlektüre auf Arabisch, etc., bin ich natürlich immer auf den religiösen Fundamentalismus gestoßen, der einem “ad fontes” schnell innewohnt. Das kann vom Regen in die Traufe führen.
      Um es positiv zu formulien: Die Geschichte des Christentums als judaeo-graeco-christliche Kultur von Bibel über alte Griechen, von Thomas von Aquin bis zu Pius IX. (ja, der mit der päpstlichen Unfehlbarkeit, er wußte ganz genau, warum …) kann man als eine Großartige lesen, auch wenn das heute völlig ungewohnt ist, den meisten unbekannt. Wenn Ihr Sohn Klassenbester ist, sind sie auch stolz darauf, obwohl Sie genau wissen, daß er früher andere Jungs verprügelt oder bei mancher Arbeit geschummelt hat.
      Mein Appell anläßlich Ihrer dankenswerten Ausführungen: Halten wir Gott und Götter, Glaube, Christentum und Religionen separat. Es sind verschiedene Dimensionen menschlichen Daseins, jede mit ihrer eigenen Bedeutung für uns. Glauben ist ein Geschenk, mancher tut sich schwer und glaubt statt an Gott an Klimaapokypse, etc.. Die Religionen kann man studieren, reine Fleißfrage. Betrachte ich die übergebliebenen Weltreligionen, kommt mein Katholizismus und das Christentum verdammt gut weg. Indien ist spirituell tiefer, aber Hunderte von Millionen auf dem Land haben keine Toilette. Für mich lieber der bisexuelle Michelangelo als ein hinduistischer Tempel.
      Hierarchien und staatliche Ordnungen waren m.E. nicht Jesu Thema. Menschen brauchen Hierarchien. Aus göttlicher Sicht geht es nur um eine: Das Erste Gebot. Bauen wir Hierarchien hierauf und auf den folgenden neun, und die Welt ist eine bessere.
      Ich bedanke mich für Ihre Hinweise und werfe der religiösen Konkurrenz den Fehdehandschuh hin: Wer kann´s denn besser?
      Herzlich, Ihr Hermes

  5. Wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es bei den Priestern einmal Lohn/Gehalt und Aufwands-
    – entschädigung.
    Das erstere geht direkt Richtung Vatikan und das zweite darf der Pfarrer behalten.

    Wer an Gott glaubt, braucht keine Prunkbauten der irdischen Vertretern. Gott findest du überall.

  6. Als Anmerkung an die Amtskirchen, nur am 1sten April: ein Pfarrer und ein Pilot sterben am selben Tage, der Pilot war dem Pfarrer bekannt.
    Beide kommen in dem Himmel und dort ordnet Petrus beiden ihre persoenliche Wolke mit den dazuegehoerigen Engeln zu, um im Himmel einherzufliegen.
    Der Pfarrer ist einigermassen zufrieden, nach seiner Meinung ist seine Wolke ein wenig zu klein und die beiden Engel schon etwas gealtert. Aber soweit so gut, bis er auf einmal den Piloten sieht. Auf einer strahlenden grossen Wolke mit 12 Engeln und Trompeten.
    Der Pfarrer ruft in seiner Entruestung, Petrus, Petrus.
    Petrus antwortet: ja mein Sohn, was gibt es?
    Der Pfarrer beschwert sich: ich habe mein ganzes Leben dem Herrn gedient und dieser Pilot, ich weiss nicht einmal, was fuer ein Leben er gefuehrt hat.
    Petrus antwortet: das ist richtig, aber Du vergisst ein paar Fakten, mein Sohn.
    Waehrend Du gepredigt hast hat immer die grosse Mehrheit deiner Schafe geschlafen.
    Waehrend er geflogen ist, haben immer Alle, inclusive der Crew ununterbrochen gebetet.

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