Michael van Laack

Dass er Putin in manchem verteidigt, kann man dem 1. Sprecher der Alternative für Deutschland verzeihen. Denn in der Tat ist in den letzten 30 Jahren in der Ostpolitik der USA, der NATO, der EU und Deutschlands einiges übel schiefgelaufen. Das rechtfertig zwar nicht Putins Angriffskrieg, auch nicht seinen Bruch der Gas-Lieferverträge, macht aber das Denken und die Ideologie des russischen Präsidenten nachvollziehbarer.

Was Chrupalla nun fordert, ist allerdings ungeheuerlich:

In Deutschland den radikalen Islam beklagen und im Iran mit Gasgeld finanzieren?

“Prüfen und ggf, annehmen” schreibt Chrupalla. Warum denn überhaupt noch prüfen, wenn es doch aus Sicht der AfD zwingend angenommen werden muss, weil Habecks “Wirtschaftskrieg” den bedauernswerten Faschisten im Kreml zwingt, die Gaslieferungen einzustellen und alle anderen Lieferanten deutlich teurer unterwegs sind?

Die Mullah-Regierung im Iran, in dessen Verfassung die Vernichtung des Staates Israels als Ziel angeführt wird, unterstützt Terrorgruppen in aller Welt, behandelt Frauen wie ein Stück Vieh und Nichtmuslime wie Straßendreck, hat angeboten, Gas nach Europa zu liefern, wenn sämtliche Sanktionen gegen das Land aufgehoben werden und die Erlaubnis erteilt wird, die Atomwaffenforschung wieder aufzunehmen.

Und dann kommt dieser Sprecher der Alternative für Deutschland daher und wagt, zu fordern, die Bundesregierung müsse das Angebot wohlwollend und wohl eher nicht ergebnisoffen prüfen, damit in Deutschland eine nicht mehr ganz unwahrscheinliche Rezession verhindert werden kann.

Wer einen Pakt mit dem Teufel einzugehen bereit ist, zahlt als Preis immer den Verlust seiner Seele. Wer allerdings keine Seele (mehr) hat, muss sich vor solchen Geschäften selbstverständlich nicht fürchten!

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