Conservo-Interview mit Bundeskanzler Olaf Scholz

Michael van Laack

Der Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gibt dem in der großen Welt der Politik und bei den meisten Bundesbürgern vollkommen unbekannten Blog „conservo“ ein Interview. Das darf doch einfach nicht wahr sein, oder? Warum tut der Kanzler das? Und was treibt ihn in diesen Tagen und Wochen um und an? Fragen über Fragen, die nachfolgend mit erfrischender Ehrlichkeit ausführlich beantwortet werden. Das Interview führte Michael van Laack.

Passend zu diesem Interiew hat übrigens heute morgen Friedrich Merz im Deutschen Bundestag erklärt, Olaf Scholz verfolge in der Ukrainepolitik eine doppelte Agenda. Diese zutiefst unredliche Politik schade dem Ansehen Deutschlands in der Welt und breche entsprechend den Amtseid, den der Kanzler abgelegt habe. Schaden vom deutschen Volk abzuwenden sei nicht auf die Grenzen Deutschlands beschränkt.

conservo: Guten Morgen, Herr Bundeskanzler. Ich gebe zu, ich war vorgestern sehr überrascht als der Anruf ihrer Pressestelle kam, dass ich heute mit Ihnen dieses Gespräch führen dürfte, wenn meine Zeit es erlauben würde. Da habe ich selbstverständlich sofort zugesagt.

Scholz: Nun, Herr van Laack. Ich selbst war auch … wie soll ich es ausdrücken … ein wenig verblüfft, diesen Termin in meiner heutigen Timeline vorzufinden. Aber überrascht … Nein … mich kann ja nichts so leicht aus der Ruhe bringen, wie sie wissen.

conservo: Womit wir schon mitten im Thema wären, Herr Bundeskanzler. Was Sie als ihre Stärke verkaufen, wird von Mitgliedern der eigenen Koalition als Zögerlichkeit und Führungsschwäche bezeichnet…

Scholz: Wenn ich da gleich mal unterbrechen darf. Nicht nur von einigen. Von deutlich mehr als nur denen, die gegenüber der Lügenpre… den Medien nicht ihr Lästermaul halten können. Und das alles nur, weil plötzlich viele unserer westlichen Verbündeten hyperventilieren, obwohl Putin zugegebener Weise diesmal etwas länger und lauter … aber trotzdem … nur austestet, was wir so alles mit uns machen lassen. So läuft das doch schon seit fast zwei Jahrzehnten so. Ich verstehe die haltung der Amerikaner und Briten überhaupt nicht. Wenn wir nur lange genug warten, wird alles wieder gut. Man blicke nur auf die lange Erfolgsgeschichte zwischen Chamberlain und Hitler.

conservo: Aber Sie sagen doch selbst immer wieder, Herr Bundeskanzler, dass Putin diesen Krieg nicht gewinnen dürfe und in Davos haben sie sogar zum ersten Mal geäußert, die Ukraine müsse gewinnen.

Scholz: Ja, da habe ich mich versprochen … oder Nein … Nicht versprochen, aber … Wissen Sie, die vielen wichtigen Leute und dann dieser bohrende Blick von Klaus Schwab… Haben Sie dem schon mal in die Augen gesehen, Herr van Laack? Wie auch immer! Ich glaube, wenn wir noch ein paar Monate so tun, als wären wir böse auf Wladimir, wird sich alles wieder beruhigen. Die russischen Truppen machen auch gerade schöne Erfolge im Donbass. Da ergeben sich bestimmt bald ein paar Gelegenheiten, wie Macron und ich dem Selenkji einen Waffenstillstand aufs Auge drücken… also wie wir helfen können, die Ukraine als Staat zu erhalten.

conservo: Sie sehen mich entsetzt, Herr Bundeskanzler. Ist das Problem mit der Lieferung schwerer Waffen also tatsächlich eine Taktik von ihnen und ihrer Partei?

Scholz: Nun … Also, es ist ja wirklich … komplizierter, als der Laie erkennen kann. Und selbstverständlich … das ein oder andere ließe sich vielleicht schneller lösen. Aber dann wäre das deutsch-französische „Projekt Waffenstillstand“ und seiin Nachfolgeprojekt „Sanktionen abschmelzen“ massiv gefährdet.

conservo: Danke für das Stichwort, Herr Bundeskanzler. Das mit den Sanktionen funktioniert ja auch nicht so, wie Deutschland es sich zumindest offiziell vorgestellt hat. Beim Öl schießt Ungarn quer und beim Gas sind Sie mit der doppelten Kontoführung Euro/Rubel einverstanden, unterlaufen so die Sanktionen und stärken den Rubel.

Scholz: Ja, das läuft ganz gut mit dem Öl- Und Gasgedöns. Schauen Sie, eigentlich bin ich dem Orban dankbar für seine Haltung. Robert Habeck und Annalena Baerbock finden das zwar nicht so toll, aber der Junge und das Mädel können sich aufregen, wie sie wollen. Genauso wie diese ganzen Kriegstouristen, die in Butcha mal Leichen gucken gehen wollen, obwohl da schon lange keine mehr rumliegen, wie mir Sergej Lavrov erst gestern glaubhaft versichert hat.

Fakt ist allerdings, wir tun Putin nicht so weh, wie wir könnten. Und das … ist gut so. Denn Sie wissen ja: Wenn wir ihn zu sehr verärgern, macht er einen Atomkrieg. Und was das Gas betrifft: Seien Sie doch bitte Realist. Frau Merkel hat gegen meinen heroischen Widerstand die Abhängigkeit Deutschlands vom Gas so massiv erhöht, dass wir jetzt gar nicht mehr anders können, als uns durch die Sanktionen zu lügen.

conservo: Das lassen wir jetzt mal einfach so stehen, Herr Bundeskanzler. Ein weiteres Problem, dass sich aus dem Ukraine-Krieg ergibt, ist die Inflation…

Scholz: Da muss ich Ihnen leider noch einmal ins Wort fallen, Herr van Laack. Sie glauben aber auch wirklich alles, was Ihnen meine Medien so erzählen, oder? Klar, vielleicht wäre die Inflation ohne den Krieg etwas geringer als heute. Zwei Prozent oder so. Aber diesen Rückstand hätten wir bis Jahresende mit unserem Kampf gegen den Klimawandel leicht kompensiert. Ich finde es gut, dass die Menschen jetzt weniger Nahrungs- und Genussmittel konsumieren, Auto fahren und unnützen zukünftigen Plastik- und Elektroschrott kaufen können.

Das schont das Klima. Außer uns kann niemand dieWwelt retten. Das war 1914, 1939 und 1989 so und außerdem in der Banken- und Euromrise sowie nach Fukushima. Von unserem heldenmütigen Kampf gegen Corona, ohne den die Weltbevölkerung mittlerweile auf ein Hundertstel, Karl Lauterbach meint sogar auf ein Tausendstel, dezimiert war, ganz zu schweigen

Und jetzt ist es nicht anders. Wir retten das Weltklima und stellen als Synergieeffekt durch unsere … Taktik den Frieden in Europa wieder her. So geht … Führung, hier zeigt sich meine … ruhige Hand. und … Wenn ich es mir recht überlege, sollte ich vielleicht doch noch mal bei Uniper anrufen wegen der Rubelüberweisung. Denn wenn wir kein klimaschädliches Gas mehr geliefert bekommen, können wir auch keins mehr verbrauchen.

conservo: Aber wir haben doch noch nicht genug Alternativenergien zur Verfügung, Herr Bundeskanzler. Es wäre doch Wahnsinn, wenn wir Blackouts und den Zusammenbruch der Infrastruktur riskieren würden.

Scholz: Ganz im Vertrauen, mein Gutester. Wer einen Arbeiter und Bauernstaat führen möchte, dem dürfen keine Opfer zu groß sein. Das ist doch die wahre Zeitenwende, die wir anstreben müssen, um von Deutschland aus die Welt samt ihrem Klima zu retten. Für die andere Zeitenwende … ist und bleibt Christine Lambrecht zuständig. Glauben Sie mir, dieses Projekt ist bei ihr … in den allerbesten Händen. [Scholz schmunzelt zum ersten Mal im ganzen Interview].

conservo: Danke für das Gespräch, Herr Bundeskanzler. Selten habe ich Sie so offen und ehrlich erlebt.

Scholz: Ehrlich? Oh … vielleicht könnten Sie die entsprechenden Passagen … tilgen?

conservo: Klar, Herr Bundeskanzler. Sobald ich Zeit habe, lasse ich den Text von ihren Beratern autorisieren.

Scholz: Danke, Herr van Laack. Aus Ihnen könnte noch ein richtig guter … Journalist werden.

conservo: Danke für die Blumen und für die geschenkte Zeit.

Scholz: Nicht dafür, Herr van Laack. Ich muss jetzt aber wirklich. Gleicht ruft Wladimir an. Der wartet im Gegensatz zu mir nicht gerne.

Hinweis an die Leser: Das Interview dauerte inklusive der Sprechpausen […] des Bundeskanzlers 52 Minuten. Rechnet man diese heraus, verbleiben sieben Minuten.

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7 Kommentare

  1. Einmal mehr ist es dem ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orban gelungen, dem verkommenen Brüsseler EU-Politestablishment die pseudodemokratische Maske vom Gesicht zu reißen: Nachdem er sich erfolgreich als einziger gegen das aus seiner Sicht für sein Land ruinöse Ölembargo gegen Russland gestemmt hatte, fordert die SPD-Apparatschika Katarina Barley, die als Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments am üppigen Versorgungstrog aasen darf, Ungarn das „Stimmrecht in der Europäischen Union zu entziehen” – mit der aufschlussreichen Begründung, das Land missbrauche das Einstimmigkeitsprinzip der EU als Erpressungsmittel. Eine interessante Rechtsauffassung – die offenbart, dass Barley den Zweck des Einstimmigkeitsprinzips in keiner Weise begriffen hat, das ja gerade jeden Mitgliedsstaat davor schützen soll, durch Zwang der Mehrheit der Staatengemeinschaft für ihn selbst schädliche Maßnahmen umsetzen zu müssen.

    1. War doch klar. Darauf habe ich schon gewartet.
      Und das ist nur der An fang .-…

      Das Geld, das man mit vollen Händen und in Hundert – Milliarden Beträgen an andere Länder, mit denen wir nichts zu tun haben , für Asyl Invasoren, etc. etc. hinauswirft, muß doch irgendwie beim deutschen Bürger (was ist das?) und Steuerzahler erpreßt ahem, wieder hereingeholt werden.

      Das nennt sich dann ‘Solidarität mit ….'[ XY ] ‘ (beliebigen Zweck hier einsetzen)

      1. Achtung keine Satire
        Ihr bezahlt doch ALLES freiwillig. Fördert für eure Schlachter die Veranwortungslosigkeit und bettelt für jede Bestrafung, wenn auch nur wegen 3km/h
        Jammern, Jammern und nochmals nur jammern.
        Für die Demokratie oder Rechtsstaat muss man auch mal den A…… bewegen.
        Und wenn ihr demnächst friert und hungert, marschiert ihr wieder Richtung
        Sibirien, weil ihr fremdes Eigentum zum überleben braucht.

        Die Deutschen verbrauchen 3 Erden. So steht es geschrieben.

  2. Das Interview erinnert mich an den Auftritt von Lauterknall vor nicht all zu langer Zeit bei strahlend
    blauem Himmel in Hitdorf am Rhein.
    Als dieser den Mund aufmachte zogen dunkle Wolken auf, und selbst der Himmel fing an zu weinen.
    Ich bedankte mich bei Gott, dass der Regen geschafft hat dem sein Mund zu schließen.
    Als er wieder anfing zu reden wurde ich von Donner geweckt, dieser ihn dann doch ohne Blitz
    veranlasste abzuziehen.
    Ein Lauterknall zwei dicke Audis ca. 15 Mannschaftswagen der Polizei – einige Parteifreunde für eine
    Handvoll Zuhörer – mit ca. 5min Redezeit. Kosten ich schätze ca. 100.000,- €
    Dem Gastronom brachte das Ganze auch einiges – entsetzte Kunden die niiiie wieder kommen.

    1. So hatte ich Jahren her mal für das niederländische Blog, auf dem ich damals schrieb und kommentierte, ein fiktives Interview veröffentlicht zwischen einem – namenlosen – Reporter und dem Syrisch- britischen ‘Sheik’ Haitham Al-Haddad, der damals gerade Holland besuchte und auch im Fernsehen zu beobachten war.
      Zwar fand ich es selbst, zurücklesend, etwa zu lange, aber eine Mitkommentarin, das erinnere ich mich noch immer, reagierte trotzdem: “Nur, dass Sie selbst im Voraus berichtet haben, dies sei fiktiv, sonst hätte ich mir gedacht, dies sei ECHT. Sehr gut gemacht, Frau Geissler!”

      Manche Kleinigkeiten vergisst man doch niemals…

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