Michael van Laack

Beim Thema “Bekämpfung des Klimawandels” nehme ich schon seit längerer Zeit sehr viel Widersprüchliches wahr. Das beginnt schon in den Hauptnachrichten vom ARD und ZDF, wo gerade noch ein Bericht über Waldbrände im Osten die sich verstärkende Klimakatastrophe beschwor und wenige Sekunden später der Meteorologe im Wetterbericht mit säuerlicher Minen und Bedauern in der Stimme erklärt, dass der “Wettergott”ausgerechnet für das Wochenende zwei Tage Regen eingeplant habe.

Bedeutsamer aber wird der Mißklang, wenn es um Wirtschaft und Wohlstand geht. “Während der Corona-Krise ist der Konsum der Deutschen in vielen Bereichen dramatisch gesunken.”, heißt es zum Beispiel. Oder: “Die Automobilindustrie beklagt gesunkene Kauflust der Bevölkerung. Nun sind Arbeitsplätze in Gefahr.” Gleichzeitig wird zum Verzicht gemahnt und die Planung für ein von fossilen Brennstoffen möglichst schnell freies Deutschland massiv vorangetrieben.

Zu diesen Doppelzüngigkeits-Modi passt auch der Tweet, den Bundeskanzler Olaf Scholz heute hat absetzen lassen, ganz hervorragend.

Muss es uns heute schlechter gehen, damit es morgen allen besser geht?

Sinkendes Wachstum, weniger Rohstoffverbrauch, weniger Co2-schwangere Warentransporte. Das ist doch ganz toll, wenn man die Klimaziele (Temperatur usw.) erreichen möchte, oder? Stimmt, aber von seiner “Lebensqualität“ möchte verständlicherweise niemand etwas abgeben, niemand seinen Job verlieren oder durch eine Stagflation in die Armut getrieben werden.

Und auch das ist gut und richtig! Deshalb muss Klimapolitik stets nicht nur die zukünftigen Generationen im Blick haben, sondern auch (vielleicht sogar primär) die derzeit lebenden Generationen. Doch das geschieht viel zu selten bis gar nicht mehr. „Schneller, Höher, Weiter!“ Diese Forderung an die Sportwelt und er Sportler an sich selbst gilt mittlerweile auch bei der Bekämpfung des Klimawandels.

Weniger ist oft mehr

„Schneller, Höher, Weiter!“ lässt sich natürlich oft nur mit Doping (manchmal gar nicht mehr anders) erreichen. Doch wissen alle, dass Doping unangenehme Nebenwirkungen und Spätfolgen zeitigt. Diese Erkenntnis sollte unsere Regierung stets im Hinterkopf behalten, bevor sie ihre scheinbar oder tatsächlich hehren Ziel auf dem Rücken des “kleinen Mannes“ verwirklicht.

Ende des etwas anderen Wortes zum Sonntag!

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