Michael van Laack

Die “glückseligen” Zeiten der Brot-und Spiele-Kaiser Nero, Caligula und anderer Wohltäter der Stadt Rom, in denen zur Bespaßung der Menschen ein paar nicht ganz so zahme Zootiere, Holz und/oder Eisen für Schwerter und Helme, ein Topf voll mit siedendem Öl und ggf. für Abendveranstaltungen ein paar Feuer und Fackeln notwendig waren, sind schon lange vorbei. Auch der ressourcenarmen Ritterturniere erinnern wir uns nur dank der entsprechenden Hollywoodfilme der 40er bis frühen 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und dem späteren Highlight “Der Erste Ritter”.

Glückselig auch jene, die Dürren und Überschwemmungen als gottgegeben ansahen und keine meteorologischen Modellrechnungen anstellten, mit denen sie im Stundentakt ihre Völker bombardierten. Und glückselig last but not least jene, die nicht einmal in Pestzeiten auf Gottesdienste und Jahrmärkte verzichteten, weil sie bestimmte Zusammenhänge nicht erkannten und deshalb nicht in kollektive Hysterie stürzten.

Und dennoch…

Wenn man unseren Großeltern (also jenen Omas und Opas, die noch vor dem Ende des etwas mehr als 12 Jahre währenden 1000jährigen Reiches geboren wurden) Glauben schenken kann, war der Besuch von Sportveranstaltungen in den 50er und 60er Jahren mit deutlich weniger Aufwand an Menschen und Material verbunden und auch wenig beleuchtungsintensiv. Auch die Wintersportler dieser Zeit waren mit jenen Naturhängen zufrieden, die ihnen bereitgestellt wurden.

Doch wie auch in anderen Bereichen des täglichen Lebens forderte die Konsum- und Spaßgesellschaft immer mehr und findige Strategen erschlossen auch immer neues Potenzial. So wurde die Welt des unterhaltenden Sports immer bunter, aufwendiger, energieintensiver. Profisport verlangt nach einem professionellen, die Ansprüche der Besucher vorsorglich stets übererfüllenden Umfelds. Welche Ressourcen das alles verbraucht, war uns über viele Jahrzehnte schnurzpiepegal und scheint es auch aktuell noch zu sein.

Schneller, Höher, Weiter – Und immer mehr Zuschauer-“Spaß”!

Brot und Spiele im TV oder für das begeisterte Publikum vor Ort muss perfekt inszeniert werden. Auch das Drumherum: Speisen, Getränke, hunderte WCs, Parkplätze, perfekte Anbindung an den ÖPNV usw. usf. Wenn man die Energiebilanz aller in welcher Form auch immer an solchen Veranstaltungen Beteiligter zusammenrechnet… Von den Fanartikel, die zu Abermillionen hergestellt werden und am Ende doch nutzlos in einer Ecke der Wohnung vor sich hindämmern, will ich gar nicht reden, denn solcherlei gehört schon seit Jahrzehnten zu den Schattenseiten einer Überflussgesellschaft wie der unseren, deren Ärmste ihre Armut darin definieren, nicht in Urlaub fliegen und sich nicht halbjährlich neue elektronische Geräte leisten zu können.

Doch das all diese Veranstaltungen stellt niemand infrage, wenn es in diesem Land ums Energiesparen geht. Ebenso wenig die musikalischen Großveranstaltungen, wo sich die Band immer wieder mit ihrer Licht- und Lasertechnik überbieten. Niemand käme in diesen Tagen – wenn er an seinem Job hängt, als Reporter darauf, hier zu sagen: Leute da müsst ihr mal Energie sparen. Stattdessen gibt es Duschempfehlungen und die Idee ALG-II-Empfänger dafür zu belohnen, wenn sie ihre Mikrowelle verschrotten, die Waschmaschine nur noch einmal monatlich anwerfen oder im Winter nur sonntags heizen.

Das ist weniger lustig, als manch einer glauben mag!

Allerdings dürfen wir davon ausgehen, dass sich das alles bald tatsächlich und vielleicht sogar dauerhaft ändern wird.: Eine jährlich wiederkehrende Coronahysterie oder Panik vor einer anderen Erkrankung würde Großveranstaltungen immer unwahrscheinlicher machen, Veranstalter und Vereine kämen zu hunderten in die Insolvenz.

Sobald die Energiekrise sich verschärft (das wird sie, ob mit oder ohne Atomkraft, ob mit oder ohne russisches Gas in den nächsten fünf Jahren), was ja schon vor dem 24.02. klimapolitische so gewollt war, wird der Breitensport ausgedünnt. Energieintensive Sportarten werden erlöschen und der Profisport komplett zugrunde gehen. Ob Letzteres wirklich ein Verlust für uns wäre (denn das Sponsoring durch große Unternehmen ist letztlich eine verborgene Produktsteuer), mag jeder für sich selbst beurteilen.

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