Michael van Laack

Der Begriff “Vaterland” löst bei der “Letzten Generation” und jenen, die an Freitagen eine besonders klare Sicht auf die Zukunft haben, eine allergische Reaktion aus. Doch nicht nur diese Jungs und Mädels aus der Gruppe 14 bis 25 verstehen unter Verteidigung eher den Mannschaftsteil einer Sportart oder eine Demo für welche Rechte und Pflichten Dritter auch immer. Nahezu die gesamte Generation ist unwillig, das Land, in dem sie aufgewachsen ist, notfalls mit der Waffe in der Hand zu verteidigen. Und die Bundesregierung erzählt ihnen seit mehr als einem Jahrzehnt, dass das auch gut so ist!

Einen Tweet von Joachim Steinhöfel

möchte ich zum Anlass nehmen, dass darin angerissene Problem in einen größeren Kontext zu stellen.

Ich bin Europäer, also habe ich kein Vaterland!

“Mit diesen Leuten kannst Du keinen Krieg gewinnen.”, sagte mein Vater schon Ende der 80er, als die Wehrdienstverweigerer-Debatte massiv hochkochte und die grünbewegten Pseudopazifisten die Straße und bald danach auch in den Medien die Meinungshoheit eroberten. Dann fiel die Mauer: “Friede, Friede, Friede”. Zumindest dort, wohin man in den kommenden Jahren schauen wollte. Endlich konnten alle Schwerter zu Pflugscharen umgeschmiedet und eineinhalb Jahrzehnte später auch die Wehrpflicht abgeschafft werden.

Gleichzeitig fühlte sich eine (anscheinend?) stets wachsende Mehrheit der Deutschen nicht mehr als Deutsche, sondern als Europäer. Nicht aus Überzeugung, sondern weil man ihnen redundant erklärte, dass mit dem Euro endlich alles zusammenwachse, was zusammengehöre. Und augenscheinlich lief auch alles bestens. Aus jeder Wirtschaftskrise schien Deutschland mehr Nutzen zu ziehen als Schaden zu nehmen. Die Bundesrepublik wurde zu einem Ponyhof für alle Wohlstandsverwahrlosten.

Klar, schlechtbezahlte Stallknechte gab es weiterhin und nicht jeder, der auf dem Ponyhof Dienst tun wollte, durfte das auch. Aber jene, die vor den Toren von Hannis und Nannis neuem Anwesen Buntrepublikhof Deutschland herumlungerten, weil sie keine Arbeit fanden, wurden finanziell zumindest so weit ruhiggestellt, dass sie dem exzessiven Leben der anderen auf dem Ponyhof zuschauten, ohne Aufsehen viel zu erregen.

People of Colour sind überall zu Hause

Doch dann kamen die Horden – man kann es nicht anders beschreiben – aus Afrika zu uns. Die jüngere und junge Generationen, für die mittlerweile auch Clanauseinandersetzung in Städten zum normalen Bild gehören, verlor immer mehr den Zugang zu Begriffen wie Heimat und Vaterland. Denn allen – so wurde und wird ihnen immer noch vermittelt – steht die ganze Welt offen. Grenzen wurden scheinbar bedeutungslos. Krieg war immer weit weg und hatte auch keine Auswirkungen auf das eigene Leben.

Dass dies möglicherweise in den kommenden Jahren völlig anders wird, kann diese Generation nicht verstehen. Klimaneutraler Konsum? Gern! Konsumverzicht Nein! Alles soll so bleiben wie es ist, rufen sehr viele, verstärkt aber die Generationen zwischen 25 und 50 Jahren. Alles muss easy bleiben. Die Welt ist bunt, die Welt ist schön! Jeder kann mit jedem tun und lassen, was er will. Er kann sich fühlen, als was er sich auch immer fühlen mag. Die bunte Republik Deutschland wird länger bestehen als 1.000 Jahre. Das versprechen uns alle: Politik, Medien, Werbung. Umfassender Sozialstaat, mmerwährender Wohlstand und stetiges Wirtschaftswachstum bei gleichzeitiger Rettung des Weltklimas.

Geld soll unsere einzige Waffe sein! Woher es kommt? Egal!

Deshalb versteht die Generation von 14 bis 25 nicht, warum es notwendig werden könnte, das eigene Land zu verteidigen. und sie wären nicht nur unfähig es zu tun, weil die Generation von 25 bis 50 ihnen nicht die notwendigen Werte vermittelt hat, die für das Entstehen der Bereitschaft zum Dienst am Vaterland notwendig ist. Nein, sie sieht auch keine Notwendigkeit. Sie glaubt, mit Geld ließen sich alle Probleme lösen. Der Russe ist käuflich, der Chinese ist käuflich und auch alle anderen, die eine Bedrohung für den Frieden darstellen. Gebt ihnen Geld, dann geben sie Ruhe.

Das glauben sie, weil sie selbst so handeln würden. Sie können sich nicht vorstellen, dass es z. B. für Putin wichtiger ist, zu herrschen und Land einzuverleiben, als Euro, Dollar oder Rubel auf Konten zu sammeln; weil sie selbst käuflich sind, weil diese und ihre Vorgängergeneration in vielen Bereichen des Lebens eine sich permanent prostituierende Generation ist.

Deshalb hat Putin dort, wo er sagt: “Die Dekadenz wird dem Westen das Genick brechen”, vermutlich Recht. Dekadente Menschen haben keine Werte (oder nur temporäre, die nützlich erscheinen), für die es zu opfern oder gar zu sterben lohnt.. Ehre, Stolz und Vaterlandsliebe? Nazibegriffe! Deshalb hat Steinhöfel recht mit seinem Tweet, auch wenn er vermutlich nicht all das mit seiner Aussage verbunden sehen möchte, was ich hier damit verbunden habe.

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