Alex Cryso

Manchmal hat man schon ein wenig das Gefühl: Wenn die Muslime nichts zu kritisieren oder etwas auszusetzen haben, dann sind sie nicht wirklich glücklich. Vor allem wenn es gegen den Westen geht, fällt den Arabern immer etwas Neues ein, um ihre Vorstellung vom Puritanismus durchzuboxen.

So ist laut dem islamischen Prediger Hamza Elkhaldi nun auch der Frauenfußball eine schwere Sünde: Weil im Norden Marokkos massive Waldbrände tobten und die dortigen Lebensmittelpreise explodieren, wurde der Schuldige für die Misere schnell ausfindig gemacht. Angeblich zieht der Frauenfußball sämtliches Unheil an, was nicht nur an der leichten Bekleidung liegt. Auch die Ausrichtung eines internationalen Turnieres in Marokko verurteilte Elkhaldi als Vergehen vor Allah.

Nackte Frauenbeine erhöhen das Wollust-Level

Der Prediger bezeichnete die Bekleidung generell als „unzulässig für Frauen.“ Der Frauenfußball selbst gehöre „zweifellos verboten“. Schon alleine die Ausrichtung eines solchen Turniers gelte als mehr wie nur zweifelhaft. Genauso wie TV-Übertragungen oder das bloße Zusehen. Hier forderte Elkhaldi das Publikum zur Buße auf, um den Zuschauern insgeheim zu unterstellen, sie hätten mehr Sinn für nackte Frauenbeine als für sportliche Erfolge.

Der war bei den marokkanischen Fußballerinnen gar nicht mal ohne: Beim diesjährigen Afrika-Cup der Damen, der im Juli eben nun mal in Marokko ausgetragen wurde, konnte sich das heimische Team nach 22 Jahren nicht nur zum ersten Mal wieder für das besagte Turnier qualifizieren, die Frauen kämpften sich sogar bis ins Finale vor, wo man Südafrika mit 1:2 unterlag. Aufgrund des Erreichens des Halbfinales sicherten sich die Marokkanerinnen allerdings die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland.

Der heiße Blick der Fußballfrauen verursacht Waldbrände

Dem nicht genug, mischte sich noch eine gehörige Portion mittelalterlichen Aberglaubens in das verworrene Weltbild des Herrn Elkhaldi, um den Erfolg des Damenteams für die verheerenden Waldbrände im Norden des Landes verantwortlich zu machen. Zur Zeit des Turniers wurden mehr als 2.000 Hektar Wald vernichtet, wobei vor allem die Städte Larache, Ouazzane, Taza und Tetouane betroffen waren. Über 1.000 Haushalte wurden evakuiert, mindestens eine Person kam in der Zeit ums Leben.

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Von conservo

Conservo-Redaktion