Ab heute darf in Köln der Muezzin an jedem Freitag die Muslime öffentlich zum Gebet auffordern und die Herrschaaft Allahs über die Gesellschaft verkünden. Nur für maximal fünf Minuten und in geringer Lautstärke. Dennoch jubelt die von Erdogan staatlich kontrollierte ditib. “Jetzt haben wir einen Fuß in der Tür und nehmen ihn nicht mehr raus”, hörte die conservo-Redaktion gestern ein Mitglied der Moscheegemeinde sagen. Ein Gastbeitrag von Dr. Udo Hildenbrand*.

Der Gebets- und Predigtsaal der neuen Ditib-Zentralmoschee, „Erdogans 30-Millionen-Euro- Prunkbau in Köln, ist kalligrafisch geziert mit Koransuren. Auffallend dabei ist: In einer deutschsprachigen Broschüre der türkisch-islamischen Ditib über diese Moschee sind alle Korankalligrafien ins Deutsche übersetzt wie etwa die wohlkingende Koransure „Friede sei mit euch!“. Eine Koransure bleibt dagegen wohlweislich unübersetzt. Sie lautet bekennnishaft und zugleich bittend [am Versende]: „Du bist unser Schutzherr. Verhilf uns zum Sieg über die Ungläubigen“ (Sure 2: “Die Kuh” / Vers 286, Sätze 6 u. 7 / Zitiert nach R. Paret). Ein islamisches Bittgebet um den Sieg über die Ungläubigen, über alle Nichtmuslime!

Ein koranisches Gebetswort als Kampfansage gegen die nichtmuslimische Welt

Neben der anmaßenden und diskriminierenden Bezeichnung aller nichtmuslimischen Gläubigen als „Ungläubige“ ist in diesem koranischen Gebetsruf unverhohlen jene zentrale Zielvorstellung des Islams formuliert, die auf Vieles verweisen mag, aber nicht auf eine friedliche Religion: „Der Sieg gegen die Ungläubigen kann durch das Wort und die Beweisführung geschehen, aber auch durch das Schwert und die Waffen“– so in einem saudischen Korankommentar. „Sieg durch Schwert und Waffen“ also – wie im Islam korangemäß durch die Jahrhunderte hindurch in den Raubzügen, Invasionen und Eroberungen grausam vorexerziert worden ist. Der in der Ditib-Broschüre nicht übersetzte Koranvers wird kritisiert und zutreffend als „Kampfansage an das friedliche Miteinander“ bezeichnet.

Islamischen Friedensschwüre konterkariert

Zugleich werden die „multireligiösen Friedensschwüre“ der Ditib kritisch hinterfragt. Dieses in der Zentralmoschee kalligrafierte Koran-Gebetsanliegen vom Sieg über die Ungläubigen verweist offenkundig auf die nicht zu leugnende und dennoch vielfach geleugnete  Islam-Problematik: Die ständig betonte angebliche Friedfertigkeit, die Friedensliebe des Islams bzw. der Muslime einerseits und die islamische Aggressivität andererseits, die sich seit Beginn der blutgetränkten Geschichte des Islams vor etwa 1400 Jahren bis in die Christenverfolgungen unsere Tage hinein gegen die gesamte Welt der angeblich „Ungläubigen“ richtet.

Proklamation der islamischen Herrschaftsordnung

Mehr als problematisch ist das im Muezzinruf enthaltene exklusive, ausschließende Glaubensbekenntnis, das zumindest indirekt anderen Religionen das Existenzrecht abspricht: „Es gibt keinen Gott außer Allah und Mohammed ist sein Prophet.“ Die deutschlandweite Diskussion über die Genehmigung des Muezzinrufes durch die Stadt Köln mit seinen äußerst fragwürdigen theologischen, menschlichen und auch musikalisch-ästhetischen Implikationen enthält durch diesen offenkundig verschwiegenen Koranvers noch in zweifacher Hinsicht eine besondere Brisanz.

Kritikpunkt 1: Der als Bittgebet um den Sieg über die Ungläubigen oben genannte Koranvers 2,286 interpretiert in ungeschminkter Offenheit den im Muezzinruf formulierten Überlegenheits- und Ausschließlichkeitsanspruch, den alleinigen Macht- und Herrschaftsanspruch des islamischen Gottes Allah, den seine gläubigen Anhänger überdies auch noch für sich selbst in Anspruch nehmen. Dieser also zweifach erhobene Anspruch – nämlich von Allah und seinen muslimischen Anhängern – hat das Ziel, die „Ungläubigen“ ggf. auch mit „Waffen und Schwert“, d.h. auch durch Zwänge unterschiedlichster Art zu besiegen. Das Ziel ist, wie die Islam-Geschichte bedrückend beweist, Allahs, d.h. die islamische Herrschafts- und Rechtsordnung zu etablieren, die alle Lebensbereiche der Menschen umfasst, möglichst auch die der Nichtmuslime.

Taqīya (Täuschung) durch fehlende Übersetzung

Kritikpunkt 2: Dieses Kampf- und Siegesgebet der Sure 2,286 wurde in der erwähnten Broschüre mit großer Wahrscheinlichkeit wohl deshalb nicht in die deutsche Sprache übersetzt, um zu verhindern, dass der Islam bei Nichtmuslimen in das fragwürdige, aber berechtigte Licht einer kriegerischen Religion gestellt wird. Schließlich zählt der Dschihad, der Heilige Krieg, zu den Pfeilern der Religion Mohammeds. Auch in diesem Kontext lässt das im Islam praktizierte Prinzip der koranlegitimierten Täuschung und Verschleierung, das Prinzip der Taqiyya, herzlich grüßen!

Denn es handelt sich bei der Taqiyya um eine doktrinäre Strategie des Islams, die ein vertrauensvolles Miteinander unter den Menschen verhindert bzw. zerstört. Jedenfalls ist die in der Kölner Ditib-Moschee zitierte (in der Broschüre nicht erwähnte Koransure 2, 286) ein erhellendes Taqiyya-Dokument in arabischer Sprache, zugleich auch eine verräterische Offenbarungs- und Interpretationsquelle für den Muezzinruf.

Ein unharmonisches Kölner Dreigestirn

Wissen bzw. merken das die städtischen und auch so manche kirchlichen Verantwortungsträger/innen in der Domstadt Köln und ihre Beifall klatschenden Anhänger immer noch nicht? Stolz verweisen sie auf eine weitere Veränderung, gleichsam als eine Gegengabe zur Genehmigung des Muezzinrufes: Auf dem offiziellen Stadtlogo waren bislang die beiden Turmspitzen des weltberühmten Kölner Doms abgebildet, der zum Weltkulturerbe zählt. Sie wurden jetzt als „altbacken, sperrig, emotionslos“ abqualifiziert und wohl auf Anordnung oder Zustimmung der Oberbürgermeisterin von der Stadtverwaltung in einer Art Bilderstürmerei einfach wegretuschiert.

Wie wär´s eigentlich mit einer neuen Gestaltung gewesen? Nein. Hinter diesem Vorgang steht schließlich eine Ideologie. Großzügig wird jetzt im vorauseilenden Gehorsam in Köln der Muezzinruf ab dem 14. Oktober 2022 genehmigt werden, der zusammen mit dem Korangebet die Unterwerfung aller lebensunwerten „Ungläubigen“ unter den Islam intendiert. Er wird mit seinem lautstark vom Muezzin vorgetragenen „Allahu Akbar“ keineswegs „altbacken, sperrig, emotionslos“, sondern jugendlich frisch erklingen, vollkommen stimmig und überaus gefühlvoll! Wirklich?

In Wahrheit jedoch dürfte dieser Allahu-Akbar-Ruf für viele Menschen eher ein Schreckensruf sein, der sie an Messerangriffe und Terroranschläge erinnert, auch Todesgefahr assoziiert. Der Muezzinruf  mit seinem „Allahu Akbar“ sowie die Koransure 2,286 sind jedenfalls in sich bedrückend und bedrohlich, und erst recht zusammen. Jetzt wurden auf dem Stadtlogo die Turmspitzen des Kölner Doms gegen den Muezzin-Ruf mit seinem auch angstbesetzten „Allahu-Akbar-Ruf“ einfach ausgetauscht. Wann wird wohl in der Folge der ausgelassen-fröhliche Ruf der Kölner Jecken „Kölle Alaaf“ für immer verstummen? Denn Muezzinruf/Allahu-Akbar-Ruf und das „Kölle Alaaf“ sind zweifelsfrei kein harmonisch klingendes Kölner Dreigestirn mit Langzeitperspektive.

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*Dr. Udo Hildenbrand ist katholischer Theologe (Priester) und Publizist.

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Von conservo

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