Alex Cryso

Im Zeichen der ethnisch-religiösen Durchmischung werden immer mehr genau die Gebiete zum Kriegsterrain gemacht, wo man sich besonders tolerant und vielfältig gibt. Auf deutschem Boden könnte dies schon sehr bald der aufbrechende Konflikt zwischen Juden und Palästinensern sein, im englischen Leicester ist dies seit dem Sommer ein offener Schlagabtausch zwischen Hindus und Moslems.

Der Auslöser war wohl ein Cricket-Länderspiel zwischen dem hinduistischen Indien und dem islamischen Pakistan am 28. August, das die Inder für sich entscheiden konnten. Beide Länder sind bekanntermaßen Erzfeinde. Noch am selben feierten die Hindus in einem muslimischen Viertel von Leicester, was für offene Gewaltausbrüche sorgte. Seit dem ist Ruhe ein Fremdwort in Herzen Englands.  

Wer Buntheit bestellt, bekommt Chaos geliefert!

Genauer ausgedrückt heißt dies: Es kommt immer wieder zu Massenprügeleien, zu Aufmärschen und zu gegenseitigen Beschädigungen von Tempeln und Moscheen. Eine scheinbar harmlose Sportveranstaltung wurde zum Pulverfass, das man auf überschaubarem Raum entzündet hat. Bislang soll es zu 50 Festnahmen und 158 registrierten Straftaten  gekommen sein. Besonders am 17. September diesen Jahres hat die Eskalationsstufe einen neue Höhepunkte erreicht. Britische Medien machen die pro-hinduistische nationalistische Hindutva-Bewegung für die Gewaltausbrüche verantwortlich. Allerdings erhielten auch islamistische Aktivisten von der Regierung in Pakistan nachweisliche ideologische Rückendeckung.

97 Prozent aller Pakistani gehören schon seit Jahrzehnten dem islamischen Glauben an. Die restlichen verbleidenden Christen und Hindus werden hingegen verfolgt und als entrechtete Untermenschen angesehen. In Leicester nehmen sich viele der Migranten selbst in der zweiten oder sogar dritten Generation nicht als Briten wahr. Vor allem die religiöse Identität wird ständig über die Vorzüge eines modernen Wohlfahrtsstaates gestellt. Dabei ist es längst nicht das erste Mal, dass es auf der britischen Insel zu gewaltsamen Migrantenaufständen kommt: Unter anderem 2001 in Bradford, als sich über 1000 Moslems und Südasiaten hitzige Gefechte mit der Polizei geliefert hatten.

Wer Feinde “importiert”, bekommt die Zivilgesellschaft, die er verdient!

Im Jahre 2016 wurde Leicester City ziemlich überraschender Premier League-Meister. Weitaus weniger überraschend ist hingegen die ungute Entwicklung der 350.000-Einwohner-Kommune in Bezug auf ihre Migrationspolitik. Bereits in den Siebzigern hatte die Stadt einen Ausländeranteil von rund 40 Prozent. Waren es zunächst Inder, die in Scharen nach Leicester kamen, so folgten Unmengen an Migranten aus Uganda. 2011 hatten nur noch 50,6 Prozent aller Einwohner eine weiße Hautfarbe. Wie immer waren Gutmenschen und Sozialromantiker nicht weit, um Leicester zum Vorzeigemodell in Sachen Toleranz, Vielfalt und Integration zu erklären.

Dabei ist die Jahrhunderte alte Feindschaft zwischen Hindus und Muslimen der einzige Kulturimport, den man in den englischen East Midlands wirklich zu verzeichnen hat. Und auch in Deutschland glaubt die „Mehrheit“ weiterhin, dass die Muslime zu anderen Menschen werden, wenn sie nur die Grenze überschreiten. Wie lange diese fragwürdige Freundschaft und Kumpanei wirklich noch anhält, wenn erst mal die Raumkapazitäten dahinschwinden und die Geldquellen versiegen, bleibt abzuwarten.

*****

Sie lesen gern die Debattenbeiträge, Analysen, Satiren und andere Inhalte,
die wir Ihnen auf conservo bieten?
Dann können Sie unser Engagement hier per PayPal unterstützen:

Von conservo

Conservo-Redaktion