Michael van Laack

Laut Selbstbeschreibung ist FUNK das Content-Netzwerk von ARD und ZDF, dass dem Zielpublikum in der Altersklasse 14-29 Information, Orientierung und Unterhaltung bieten will. In den vergangenen Jahren gab es aus diesem Haus schon manche irritierende Orientierung, z.B. zu Themen wie ‘Nur wer gendert, ist gerecht’, ‘Ab wann ist man rechts’ oder ‘Warum alle Weißen Rassisten sind’.

Seit Anfang November steht nun ein in der Zielgruppe weit verbreitetes Video bereit, in dem eine Frau davon berichtet, wie schön Abtreiben sein kann, wenn man dazu keine kalte Frauenarztpraxis aufsuchen muss, sondern zu Hause – im Lieblingssessel ins Kuschelkissen gebettet in einem von Kerzen romantisch erleuchteten Raum – das lästige Etwas aus seinem Bauch vertreiben kann.

Hilfe, da wächst eine Geschwulst in mir!

Gleich zu Beginn des Beitrags berichtet die Home-Abortion-Maid von ihrem Leidensdruck. Als ihr Schwangerschaftstest positiv ausfiel,

war ich sofort wütend. Das kann ja jetzt echt nicht wahr sein. Und auch das Gefühl zu haben, ich hab was, was in mir wächst, was ich nicht möchte, ist einfach kein schönes Gefühl.

Dem stimmte die PoC-Quoten-Mamsell von FUNK selbstverständlich zu und berichtete dann über Deutschlands Rückständigkeit bei der Möglichkeit “digital abzutreiben”. Schon diese Formulierung zeigt die Kälte der angeblichen Menschenfreunde, die auf anderen Themenfeldern (Rassismus, Klimawandel, LGBTI) jedem, der nicht ihre Meinung vertritt, Menschenfeindlichkeit vorwerfen.

Was ich nicht in mir will, muss ich töten dürfen. Und der Staat hat mir zu ermöglichen, dies in angenehmer Atmosphäre zu tun. Gern auch zwischen Mittagessen um 13 Uhr und Shopping um 16 Uhr, damit nicht zu viel kostbare Zeit verloren geht. Denn Zeit ist Spaß und das Leben viel zu kurz, um einen Frauenarzt (noch dazu, wie im Film beispielhaft präsentiert in einer “schlechten Wohngegend”) aufzusuchen, nur weil da ein Fremdkörper im Bauch sein Unwesen treibt. Ein Videocall bei Tee und Gebäck mit einer zur Abtreibung anleitenden Fachfrau ist da doch viel angenehmer.

Der Spaßfeind in meinem Bauch

Jede Frau sollte das Recht haben, von zu Hause aus unter ärztlicher Anleitung Gift zu schlucken, welches dem ansonsten in neun Monaten in Windeln schreiend dem Erzeuger oder der Gebärenden den Schlaf raubenden neuen Menschenkind den Garaus macht. Schließlich gehören die jungen FUNK-Deutschen der gerechtesten, tolerantesten und menschenfreundlichsten Generation an, die je auf Darwins Erde gelebt hat. Was vor allem mit ihrem gelebten Antifaschismus, Antirassismus und ihrem echt humanistischen Menschenbild zu tun hat.

Soweit die Botschaft, die hinter diesem Beitrag steht. Wären die Lebensmittelpreise gerade nicht so unverschämt hoch, würde ich schreiben: Man kann gar nicht so viel essen wie man Kotzen möchte.

So aber zitiere ich zum Abschluss lieber den Schriftsteller Friedrich Spielhagen (1829-1911):

Eine freudlose Jugend ist nur zu oft das traurige Vorspiel zu einem freudlosen, vergrämten, menschenscheuen, ja menschenfeindlichen Alter.

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