Freigang für Triebtäter “belebt” die Republik – Samthandschuhe statt Sicherungsverwahrung

Alex Cryso

In den letzten Wochen wurde es immer wieder zum Thema gemacht: Gefährliche Trieb- und Serienstraftäter, oftmals mit psychischer Störung und bedenklicher Drogenabhängigkeit, kehren von ihrem Freigang nicht mehr zurück. Hingegen sind die Heilanstalten zur Behandlung solcher Individuen gnadenlos überlastet und überfordert.

Derweil sucht die hohe Politik nach fast schon absurden Verlegenheitslösungen, anstatt endlich für geschlossene Grenzen und mehr Abschiebungen zu sorgen. Dabei kam erst kürzlich ein drogensüchtiger Krimineller in Berlin auf freien Fuß, weil das städtische Krankenhaus für den Maßregelvollzug komplett überbelegt ist. Weitere Straftäter, die eigentlich einen Entzug bräuchten, dürften im ganzen Bundesgebiet von der Situation profitieren: Zu wenig Plätze bei massivem akutem Handlungsbedarf. Gutmenschlichkeit geht unterdessen vor der Sicherheit des Bürgers, der mal wieder der Gelackmeierte ist.

Keine Drogen ist auch keine Lösung…

Neben dem besagten vierzigjährigen Berliner, der wegen des Handels und dem Besitz von Drogen zu sechs Jahren Knast verurteilt wurde, ist auch ein so hochkriminelles wie kokainsüchtiges Mitglied des Remmo-Clans mittlerweile auf eigene Faust in die Türkei ausgereist. Das Clanmitglied war unter anderem wegen bewaffneten Raubüberfalls zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, um im Maßregelvollzug seine Drogensucht zu kurieren. Weil in der Heilanstalt jedoch kein Platz frei war, wurde der Moslem vorerst auf freien Fuß gesetzt.

Derzeit gilt seine Rückkehr aus der Türkei als ungewiss. Auch bei dem 40-Jährigen verhalf der Mangel an Therapieplätzen zu dem für ihn glücklichen Umstand, sich wieder unter die Allgemeinheit mischen zu dürfen. Fall Nummer drei ist dunkelhäutige „Frauenquäler von Hamburg“ Pascal K., der sowohl Frauen und Kinder als auch alte Menschen sadistisch misshandelte. Der 27-Jährige war vor zirka einer Woche von seinem Freigang aus der psychiatrischen Anstalt nicht zurückgekehrt. Pascal gilt nicht nur als schwer drogensüchtig, sondern auch als einer der übelsten Verbrecher in der Hansestadt.

Die aktuelle Therapie: Machs, bist Du keine Lust mehr verspürst!

Dabei gelten die Entwicklungen schon seit Jahren als problematisch. So war das Krankenhaus des Hamburger Maßregelvollzugs mit 600 Patienten bei nur 541 Betten deutlich überbelegt. In Baden-Württemberg mangelt es hingegen an allen Ecken und Enden an Therapieplätzen bei stetig anwachsenden Wartelisten. Momentan befinden sich im Südwesten 30 Straftäter auf freiem Fuß. Seit 1995 hat sich die Zahl der behandlungsbedürftigen wie drogensüchtigen Kriminellen verdreifacht: Waren es im besagten Jahr noch 1400 Personen, so stieg die Zahl 2019 auf 4300 Patienten an. Zu allem Überfluss treffen auf begrenztem Raum unterschiedliche Problemfälle aufeinander, die sich ihren Therapieformen gegenseitig behindern.

Zwingende Fragen in punkto Personal, Räumlichkeiten oder Finanzierung gelten bislang als ungeklärt. Und noch immer ist kein Ende der Entwicklung abzusehen, wobei Vertreter der Grünen und der Linkspartei nicht den Eindruck erwecken, irgendwas in den Griff zu bekommen. Im Gegenteil: Linke Terrororganisationen fordern schon lange eine Welt ohne Gefängnisse, aber auch die grenzenlose Freiheit von psychisch Kranken. In Berlin befinden sich derzeit 15 Verbrecher in ersatzweise in Organisationshaft (vorrübergehender Freiheitsentzug), obwohl sie eigentlich in den Maßregelvollzug (Haftform, bei der man sich gezielt um psychisch Kranke kümmert) gehören. Erneut besteht die Hoffnung, vorzeitig freizukommen, um da draußen zu einer Gefahr für die Menschheit zu werden.

Generell gilt in Deutschland: Begeht ein Täter sein Verbrecher unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen, so hat die Person gute Chancen, nicht in ein reguläres Gefängnis zu gelangen, sondern in ein Programm, das eine Kombination aus Vollzugsanstalt, Psychiatrie und Entzug vorsieht. Dass sich jedoch zu viele Menschen im Maßregelvollzug befinden, die eigentlich in ein normales Gefängnis gehören, ist längst kein Geheimnis mehr. Im regulären Knast befinden sich mittlerweile offiziell 30 Prozent Muslime, Tendenz ebenfalls steigend, so die Angaben von 2020. Im Jugendvollzug ist fast jeder Dritte muslimischen Glaubens. Dort wird nicht nur vor immer mehr Radikalisierung von Seiten der Gefangenen gewarnt, auch ist es höchst fraglich, ob die Abhängigen den Entzug jemals aus eigener Kraft schaffen werden.

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