Bildungsexport ins Ausland – Bildungsnotstand im Inland

Die Ergebnisse der verschiedenen „PISA-Studien“ zeigen deutlich, daß unsere Jugend immer schlechter ausgebildet ist – mit einer gewissen Ausnahme der südlichen Bundesländer Sachsen, Baden-Württemberg und Hessen. Unsere Bildungspolitiker degradieren die Schüler zu Versuchskaninchen immer neuer Bildungs-„Reformen“ oder suchen das Heil in der Gesamtschule unter Abkehr vom gegliederten Schulsystem. Eines nicht mehr fernen Tages wird es heißen: „Gute Nacht, Bildungs-Deutschland“ – mit all den verheerenden Folgen für Nation, Wirtschaft und Gesellschaft.

Exportschlager Bildung

Daß man im Bildungswesen auch erfolgreich arbeiten kann, zeigt ein erstaunlicher, ja fast unglaublicher Vorgang: Bildungsangebote aus Deutschland haben sich international als Exportschlager entwickelt. Die deutsche Bildungsbranche erreicht nach Angaben des Bundesbildungsministeriums „Bildungsausfuhren“ in Höhe von 9,4 Milliarden Euro und ist damit ein bedeutenderer Exportfaktor als z. B. die Finanzdienstleistungsbranche. Mit seinem Angebot an Bildungsleistungen hat sich Deutschland damit in die Weltspitze vorgearbeitet.

Wenn das deutsche Bildungsangebot im Ausland so stark ankommt, darf man fragen, warum  die Entwicklung der Bildung innerhalb Deutschlands so schlecht ist. Schüler, die unsere Schulen (mit oder ohne Abschluß) verlassen, sind in aller Regel auf das Leben, besonders auf das Wirtschaftsleben, schlecht vorbereitet. Eine Analyse der Schulbücher in Nordrhein-Westfalen, die das Institut der Deutschen Wirtschaft vorgelegt hat, zeigt eklatante Lücken in der schulischen Bildung auf: Ein Fach „Wirtschaft“ gibt es nicht. „Wirtschaft“ wird in den Fächern Geschichte, Erdkunde oder Sozialwissenschaften auf denkbar magerem Niveau behandelt. Die Begriffe „Unternehmen“ machen nur 5 Prozent und „Soziale Marktwirtschaft“ sogar nur 2 Prozent des jeweiligen Lehrstoffes aus – so wird der Lehrstoff zum „Leerstoff“. Gleichzeitig werden in vielen Schulbüchern Vorbehalte gegen das Unternehmertum geschürt, aber der Staat als einziger Heilsbringer herausgestellt.

Linke Indoktrinierung und Verherrlichung des Sozialismus

Schlimmer noch: Wie linksgewirkt das Bildungsangebot ist, zeigt sich auch daran, daß linke Begriffe völlig unkritisch verwendet und dargestellt werden. So findet man den Begriff der „Verteilungsgerechtigkeit“ in 70 Prozent, das „Leistungsprinzip“ jedoch nur in 13 Prozent der Bücher. Der „Strukturwandel“ – den es ja nicht nur in Deutschland gibt – dient ausschließlich als Begründung für Arbeitsplatzverluste oder als Bedrohung der Gesellschaft. Den Begriff „Mittelstand“ sucht man in den Schulbüchern vergebens, und selbstverständlich sind „Unternehmen“ in Deutschland stets Großkonzerne, die von Profitgier getrieben sind, die Luftverschmutzung verschulden und sich vor allem dadurch auszeichnen, Mitarbeiter zu entlassen. Wirtschaftswachstum und neue Arbeitsplätze kommen hingegen (nach diesen Schulbüchern zu urteilen) nur vom „starken Staat“.

Deutsche Schul- und Lehrbücher zeichnen sich demnach durch eine sehr einseitige Tendenz aus: Jugendliche werden grundsätzlich nur als Konsumenten, Arbeitnehmer oder als Bezieher staatlicher Leistungstransfers (Hartz), die (soziale) Marktwirtschaft jedoch als ungeliebte und ungerechte Wirtschaftsform dargestellt. Daß die Marktwirtschaft etwa die Möglichkeit bietet, sich selbständig zu machen und Unternehmer zu werden, wird nicht angesprochen. Daß wir ausschließlich der Sozialen Marktwirtschaft Deutschlands Wiederaufstieg nach dem Krieg verdanken – kein Wort. Stattdessen sind Bücher zugelassen, die den Sozialismus in der DDR verherrlichen. Das hat uns gerade noch gefehlt!

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