Der mit erheblichem Auflagenschwund kämpfenden Frankfurter Rundschau (FR) – die notabene zum Dunstkreis der SPD zählt – blieb es vorbehalten, der staunenden Leserschaft ein besonderes Stück deutscher Leitkultur – in dem Fall eher: LEID-Kultur – zum Besten zu geben: Unter der Überschrift „Amboß, Penis, Hammer“ berichtet die FR von einem Zwölf-Stunden-Theater im Berliner Volksbühnen-Prater: „…Ungefähr 30 von 150 Zuschauern sind noch (da). Der Prater ist die Nebenspielstätte von Frank Castorfs Volksbühne. Manche Zuschauer liegen auf den Bänken und nehmen das gebotene Gesamtkunstwerk per Hautatmung auf, schlafend vielleicht (oder ohnmächtig?), immer wieder gehen welche hinaus, um Biernachschub zu besorgen; eine Frau wird von exaltierten Lachattacken geschüttelt, eine andere isst mit Plastikbesteck eine gesittete Boulette zur späten Nacht. Die Leute hier haben schon einiges hinter sich (…)

(…) Und dann gab es da diesen rohrpostkartouchengroßen, mit dem Wort „Gesetz“ beschrifteten Kolben, den sich der auf einen mit dem Wort „Ich“ beschrifteten Klotz gelagerte Regisseur von einem hochrangigem Militär in den Anus schieben ließ, unter Zuhilfenahme von einem Kilogramm Kokain und Ketchup als Gleitmittel. Gleichzeitig vergewaltigten Soldaten Borkmanns Gattin Gunhild, nachdem sie zuvor mit zwei Eiern „Schande“ (Theaterkot) überkippt und mit frisch und gründlich abrasiertem Regisseursschamhaar dekoriert wurde(…)“. Ich erspare Ihnen die noch „tiefer“ gehenden Ausführungen und bringe nur noch die abschließende Würdigung dieses Elends-Schauspiels durch die  FR zum Besten: „…das ist – nicht die Erschütterung durch das Musikgedonner vergessen! – auf trommelfell- und herzkammersprengende, nervenkostümzerfetzende Weise ergreifend. Da kann der Leser jetzt ruhig mit dem Kopf schütteln.“ Das ist fürwahr ergreifend, und mich ergreift heiliger Zorn. Müssen wir uns solche Beispiele deutscher Leidkultur antun?

In der FAZ hingegen fand ich einen Leserbrief, der das Gender-Deutsch auf besondere, nämlich humorvolle Weise, aufspießt. Er spricht mir aus der Seele: „Überall gibt es Menschen, aber in Deutschland eben Menschinnen und Menschen. Auch in der ´Political Correctness` lassen wir uns von niemandem übertreffen (…) Unsere amerikanischen Freunde machen es uns schließlich vor: Den `Snowman` gibt es nicht mehr, weil es ja auch keine `Snowwoman` gibt; also hat der Schneebursche `Snowperson´ zu heißen. Einem Gerücht zufolge plant dementsprechend das deutsche Landwirtschaftsministerium, die süße, rote Frucht `Himbeere` in `Itbeere´ umbenennen zu lassen (…), weil es ja keine `Herbeere` gibt. Noch ein Erlebnis: Ein Kindergarten geht an mir vorbei; die Leiterin ruft: „Kinder, geht bitte nur auf dem Bürgerinnen- und Bürgersteig!“ Wer sagt eigentlich, dass Deutsche keinen Humor haben?“ Ein tolles Beispiel von Linksgeist-Bewältigung!

Von conservo

Conservo-Redaktion